Steigen die Bauzinsen gerade und warum?

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Meine Mutter war eine selbständige Geschäftsfrau. Ihre Konten führte sie bei Fördesparkasse und der VR Bank. Sie hatte auch eine PKV. Alles klar, sie konnte mit Automaten umgehen und so. Dann kamen in Serie drei Schlaganfäll. Schon der erste hemmte sie so sehr, dass wir die Vorsorgevollmacht ziehen mussten. Nun waren wir froh, dass wir es mit Filialbanken zu tun hatten. Sie hätte uns keine Zugangsdaten und nichts mehr nennen können. So aber reichte die Vollmacht, Gang zur Bank, wir bekamen Geld, konnten ihre Rechnungen überweisen etc.
Seitdem hab ich unser Konto auf Beleghaft umgestellt. Sch...egal was das kostet. K
 
Regulatorische Anforderung durch die EZB, die Kosten ohne Ende produzieren.
Wobei die Banken teilweise nicht nur an externen Regulatorien scheitern, sondern scheinbar auch an internen Regulatorien.

Beispiel von mir im Job:
Als Hausbank bekommt es eine große Deutsche Bank nicht hin, eine Finanzierung für Immobilien anzubieten, die in einer vermögensverwaltenden Immobiliengesellschaft gehalten werden, welche gleichzeitig Holdingmutter ist. Die bekommen das einfach nicht in Ihrem Rating getrennt.
Eine lokale Bank hat damit überhaupt keine Probleme, sie stellt einfach auf die Immobilie ab und lassen den Rest der Holding außen vor. Das ganze Spielchen nicht nur einmal, sondern über die letzten Jahre wiederholt.
Deutet für mich darauf hin, dass das keine gesetzlichen, sondern interne Vorgaben sind.

Vermutlich sind das Peanuts für Banken, aber damit dürften ihnen locker Finanzierungen im 8 stelligen Bereich durch die Lappen gegangen sein.

Ich stecke voll drin und kann sagen, dass die ganzen Fusionen von Volksbanken und Sparkassen nicht gemacht werden, weil es so schön ist, sondern weil es ums Überleben geht.
Gerade bei den Sparkassen lässt sich aber auch jedes Vorstandschefchen recht gut bezahlen und hat sich in der Vergangenheit sein eigenes Palästchen gebaut.
Das fällt jetzt beim Schrumpfungsprozess und bei den Fusionen auf die Füsse.

Dazu hat man einige Trends verpennt.
Vor rund 12 Jahren hat man versucht den Onlinbanken wie DKB und ING Kunden das Leben schwer zu machen, indem man deren Visa-Karten nicht an den Automaten zugelassen hat. Insbesondere ING hat dagegen gegen jede einzelne Sparkasse geklagt und reichlich Erfolge eingefahren. Dass der Trend nicht aufzuhalten ist, war meines Erachtens klar. Vielleicht hätte man eher als Automatenbetreiber ein Geschäftsmodell draus machen sollen und sich mit Visa über angemessene Vergütungen einigen sollen. Meines Wissens gab es damals 1,xx€ pro Bargeldabhebung. Nun hat so ein Automat neben variablen Kosten für Wartung und Bargeldauffüllung auch einiges an Fixkosten. Je höher der Durchsatz ist, desto mehr würde sich der Automat lohnen.
 
Meine Mutter war eine selbständige Geschäftsfrau. Ihre Konten führte sie bei Fördesparkasse und der VR Bank. Sie hatte auch eine PKV. Alles klar, sie konnte mit Automaten umgehen und so. Dann kamen in Serie drei Schlaganfäll. Schon der erste hemmte sie so sehr, dass wir die Vorsorgevollmacht ziehen mussten. Nun waren wir froh, dass wir es mit Filialbanken zu tun hatten. Sie hätte uns keine Zugangsdaten und nichts mehr nennen können. So aber reichte die Vollmacht, Gang zur Bank, wir bekamen Geld, konnten ihre Rechnungen überweisen etc.
Seitdem hab ich unser Konto auf Beleghaft umgestellt. Sch...egal was das kostet. K
Schonmal was von standardisiertem Massengeschäft gehört? So sehr ich das Schicksal deiner Mutter auch als schlimm empfinde und ihr von Herzem wünsche, dass es ihr trotz allem gesundheitlich gut geht, ist sie mit ihrer Geschichte nicht der Standardfall, sondern ein Sonderfall. Ohne dass ich die Zahlen belegen kann, gehe ich davon aus, dass 90 % der Kunden keine Filiale vor Ort mehr benötigen. Für diejenigen, die einen Vor-Ort-Service benötigen kann man auch eine rollende Filiale in Form eines umgebauten LKWs anbieten, der 1 x pro Woche für ein bestimmtes Zeitfenster in den Ort kommt. Ist unterm Strich deutlich günstiger als das Vorhalten und Verhalten der stationären Filialen und Geldautomaten, die in Zeiten von Geldabheben beim Supermarkteinkauf immer mehr an Daseinsberechtigung verlieren.
 
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Meine Mutter war eine selbständige Geschäftsfrau. Ihre Konten führte sie bei Fördesparkasse und der VR Bank. Sie hatte auch eine PKV. Alles klar, sie konnte mit Automaten umgehen und so. Dann kamen in Serie drei Schlaganfäll. Schon der erste hemmte sie so sehr, dass wir die Vorsorgevollmacht ziehen mussten. Nun waren wir froh, dass wir es mit Filialbanken zu tun hatten. Sie hätte uns keine Zugangsdaten und nichts mehr nennen können. So aber reichte die Vollmacht, Gang zur Bank, wir bekamen Geld, konnten ihre Rechnungen überweisen etc.
Seitdem hab ich unser Konto auf Beleghaft umgestellt. Sch...egal was das kostet. K
Das Spiel kenne ich auch andersherum. Wenn die Sparkasse dich nicht an das Schließfach des Vaters lässt, der nach einem Unfall im Pflegeheim liegt und dank Corona auf absehbare Zeit dort nicht heraus darf, man dringend sein (eigenes) Sparbuch aus dem besagten Schließfach braucht und es angeblich keine Möglichkeit außer dem persönlichen Erscheinen des Vaters vor Ort gibt...die wollten weder beglaubigte Vollmachten o.ä. akzeptieren.
 
Gerne bei Großbanken. Die "normalen" Banken kämpfen echt. Refi nur bei 0, wohingegen sich Großbanken durch Pfandbriefe etc. z.T. für 10 Jahre mit -0,50% refinanzieren können. Ätzende Kunden, die denken, Bankdienstleistungen wie ein Konto haben gefälligst umsonst zu sein. Jede Menge Liquidität durch Kundeneinlagen, die bei den Zentralbanken dann für -0,50% geparkt werden müssen, während der Kunde den "Strafzins" nicht bezahlen will. Regulatorische Anforderung durch die EZB, die Kosten ohne Ende produzieren.

Ich stecke voll drin und kann sagen, dass die ganzen Fusionen von Volksbanken und Sparkassen nicht gemacht werden, weil es so schön ist, sondern weil es ums Überleben geht.
Wir sind beim Hausbau-Forum, deswegen ein aktuelles Beispiel. Wir möchten ein Kredit für die Baufinanzierung aufnehmen, haben ein Grundstück das derzeit für 388 € / qm verkauft wird (18 Grundstücke sind die Woche innerhalb von wenigen Stunden weggegangen). Den Banken ist es egal, die pochen nur auf den Bodenrichtwert (Vergangenheitsbezogener Wert) von 100 € / qm. Somit zahlen wir höhere Zinsen, da kleinerer Eigenkapitalanteil. Das man das Grundstück mit 388 € / qm nicht bewertet bekonmt ist klar. Aber zumindest das man sich in der Mitte trifft bei z.B. 200 €, keine Chance.
 
Wir sind beim Hausbau-Forum, deswegen ein aktuelles Beispiel. Wir möchten ein Kredit für die Baufinanzierung aufnehmen, haben ein Grundstück das derzeit für 388 € / qm verkauft wird (18 Grundstücke sind die Woche innerhalb von wenigen Stunden weggegangen). Den Banken ist es egal, die pochen nur auf den Bodenrichtwert (Vergangenheitsbezogener Wert) von 100 € / qm. Somit zahlen wir höhere Zinsen, da kleinerer Eigenkapitalanteil. Das man das Grundstück mit 388 € / qm nicht bewertet bekonmt ist klar. Aber zumindest das man sich in der Mitte trifft bei z.B. 200 €, keine Chance.
Der Ärger ist verständlich, aber es gibt für die Bank nun mal keinen anderen belastbaren Wert als den amtlichen Bodenrichtwert. Diese werden ja nicht nur alle zehn Jahre neu festgelegt, sondern alle zwei, sind also schon recht aktuell. Irgendwann werden sich die verkauften Grundstücke im Bodenrichtwert niederschlagen, aber bis dahin sind es halt erstmal nicht mehr als spekulative Liebhaberpreise. Denn die Bank weiss ja nicht, ob im maßgeblichen Zeitraum nicht doch irgendwo im Gebiet noch weitere Grundstücke zu wesentlich geringen Quadratmeterpreisen verkauft wurden. Der neue Bodenrichtwert wäre dann lediglich der Mittelwert zwischen diesen Preisen und euren 388,-/qm.
 
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