Scheiben bei kalten Außentemperaturen innen nass - Ursachensuche

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N

Nanopixel

Sobald die Temperaturen draußen gegen 0 gehen, zeigt sich bei uns im Wohnzimmer folgendes Bild (siehe Anhang). Die Scheiben der Schiebetür beschlagen über Nacht von innen so sehr, dass das Wasser sogar an der Scheibe herunter läuft und unten Pfützen bildet.
Man muss dazu sagen, dass die Fenster links im Bild bereits erneuert wurden (3-fach verglast) und die besagte Tür noch nicht (Alter unbekannt). Das Wasser entsteht immer hinter den zugezogenen Plissees über Nacht, wenn die Temperatur im Zimmer sinkt.
Jetzt stelle ich mir die Frage, liegt dieser Effekt am Alter der Schiebetür, so dass die Oberfläche kälter ist und das Wasser dort kondensiert und an den neueren Fenstern nicht. Oder tritt dieses Kondensat nur dort auf statt an den neueren Fenstern, weil unter letzteren der Heizkörper hängt und das dort verhindert?
Oder liegen hier ganz andere Probleme zugrunde?
Danke im Voraus für eure Meinungen.
Gruß
N
 

Anhänge

N

Nanopixel

Temperatur tagsüber 21°, nachts 17°. Luftfeuchte liegt so zwischen 50 und 60%
Die zugezogenen Plissees können aber nicht das alleinige Problem sein, denn die an den neueren Fenstern sind auch zugezogen und da schlägt sich keine Feuchtigkeit nieder.
 
Mycraft

Mycraft

Moderator
Die älteren Fenster werden halt kälter als die Neuen und so schlägt sich hier die Feuchtigkeit nieder.

Für höhere Temperaturen nachts sorgen oder etwas gegen die Luftfeuchtigkeit tun.
 
HausiKlausi

HausiKlausi

liegt dieser Effekt am Alter der Schiebetür, so dass die Oberfläche kälter ist und das Wasser dort kondensiert und an den neueren Fenstern nicht. Oder tritt dieses Kondensat nur dort auf statt an den neueren Fenstern, weil unter letzteren der Heizkörper hängt und das dort verhindert?
Ich denke beides trägt zu dieser Verteilung bei. Dreifachverglasung könnte das Problem mindern, aber möglicherweise nicht beseitigen, v.a. solange die Plissees verhindern, dass die Luft die Feuchtigkeit wieder mit "in den Raum nehmen" kann.
 
R

Rumbi441

habe das gleiche Problem. Ich hab für die kalten Tage so einen Luftentfeuchter mit Salz gekauft. Dazu 3 mal täglich stoßlöften hilft etwas. bei mir ist komisch, dass es nur an zwei Fenstern ist.
 
J

Joedreck

Die Feuchte kondensiert an der kältesten Fläche, wenn diese unter dem Taupunkt liegt. Das ist hier die Tür. Schau mal zwischen die Scheiben, evtl steht dort das Herstellungsdatum.
Die Lösungen wurden hier schon beschrieben. Anders temperieren, Feuchtigkeit rauslüften, etc.
Energetisch macht der Tausch der Tür natürlich auch Sinn. Achte nur darauf, dass die Wände nicht unter dem Taupunkt liegen. Dann gibt's Schimmel.
Heißt: anders temperieren und Lüften.
 
D

driver55

Du hast eine ungedämmte „Hütte“ aus den 70ern. Da ist mit 3-fach-Verglasung Vorsicht geboten. (siehe auch Schimmel in der Küche hinterm Kühlschrank).

Wie hier schon geraten wurde: Heizen/Lüften/Heizen/Lüften/Heizen/Lüften…
Sei froh, dass es noch dieses alte Fenster gibt, sonst wäre eine Wand/Ecke feucht/nass!
 
WilderSueden

WilderSueden

Das passiert wenn die Fenster halbwegs luftdicht sind, die Verglasung aber noch Kälte durchlässt. Habe ich hier auch (Wohnblock, ca 1980). Wirklich wegbekommen lässt es sich ohne Baumaßnahmen nicht, nur eindämmen.

Heizen und Lüften wurde schon gesagt. Allgemein kann man versuchen Feuchtigkeit im Haus zu minimieren indem man keine Wäsche trocknet, nach dem Kochen und Duschen konsequent rauslüftet. Nichts vor die Fenster was den Luftaustausch einschränkt. Wobei das auch nur begrenzt hilft. Hier mal ein Bild von meinem Schlafzimmer gerade eben. Trotz freier Luftzirkulation ist die Balkontür feucht, das Fenster nebendran geht dort wo die Heizung ist. Rechts zwischen Heizung und Wand ist das Fenster dann wieder feucht. Das Problem wird bei uns sicherlich auch dadurch verschlimmert dass für den Balkon auskragende Betonteile sind die die Kälte reinziehen.

Als Sofortmaßnahme kann man das immer jeden Tag abwischen und die Feuchtigkeit nach draußen bringen
 

Anhänge

N

Nanopixel

Du hast eine ungedämmte „Hütte“ aus den 70ern. Da ist mit 3-fach-Verglasung Vorsicht geboten. (siehe auch Schimmel in der Küche hinterm Kühlschrank).
Die übrigen, bereits erneuerten Fenster waren aus HOLZ und teilweise schon zwischen den Scheiben angelaufen. Bei der Erneuerung wurden vom Fensterbauer nichts anderes als 3-fach angeboten. Gibts überhaupt noch was geringeres bzw. ist das ratsam?
Der Schimmel hinterm Kühlschrank kam vermutlich durch die vom Gerät abgegebene Wärme, die im Winter direkt auf die kalte Nordwest-Außenecke des Raums traf. Die Wand dort war so nass wie das Schiebetürfenster in obigem Bild. Ich poste demnächst im Originalthread, wie ich das Problem gelöst habe.

Sei froh, dass es noch dieses alte Fenster gibt, sonst wäre eine Wand/Ecke feucht/nass!
Die Ecke oberhalb der Schiebetür hatte auch schon Anfänge von Schimmel. Egal wie sehr man den Raum heizt, diese Ecke ist im Winter extrem kalt. Zur Zeit 8°C (mit Infrarotthermometer gemessen) Während der Raum 20°C hat.

Zwischen den Scheiben dieser alten Schiebetür steht "INTERPANE 1/92" - ist das das Baujahr?
 
D

driver55

Während der Raum 20°C hat.

Zwischen den Scheiben dieser alten Schiebetür steht "INTERPANE 1/92" - ist das das Baujahr?
20 Grad ist im „Altbau“ doch „Kühlschrank“, weil die Wände noch viel kälter sind.
Dreh die Heizung auf und lüfte mehrfach, sonst wird das nix.
Scheiben abtrocknen und Lappen nicht neben das Fenster legen!!!

ja, wird das Datum/Baujahr sein.
 
N

Nanopixel

Auf mehr als 20-21° heizen wir hier nie, das ist aber sicherlich Geschmackssache, uns reicht das. Heizung mehr aufdrehen und in unangenehm überheizten Bude sitzen, nur um dem Schimmel beizukommen - das kann doch nicht die Lösung sein. Besonders bei diesen Energiepreisen.
Klar ich ziehe die Scheibe jeden Tag ab (mit so einem Duschabzieher) und entferne das Wasser.
Was die Schimmel-Ecke angeht, was ist hier von dieser Anti-Schimmel Farbe aus dem Baumarkt zu halten?
 
N

Nice-Nofret

Dir stehen folgende Varianten offen:
- Temperatur des Fenster erhöhen z.B. mit neuen Fenster und falls Wände betroffen sind, müssen die halt auch zusätzlich Isoliert werden.
- Raumtemperatur erhöhen, so dass die Raumluft mehr Feuchtigkeit aufnimmt.
- Luft im Haus entfeuchten - entweder mit Raumluftenfeuchter oder mit viiiieeeeel mehr lüften.
 
N

Nanopixel

Aber ist es nicht so - korrigiert mich wenn ich falsch liege: Egal wie sehr ich den Raum aufheize, die besagte Ecke bleibt die kälteste Stelle des Raums, dann evtl. nicht mehr 8° sondern 10° oder sogar 12°. Aber trotzdem die kälteste Stelle. (Jetzt das Glas der Tür mal außen vor gelassen) Und dort wird weiter das Wasser kondensieren..?
 
Mycraft

Mycraft

Moderator
Und dort wird weiter das Wasser kondensieren..?
Nein, denn es gibt ja den Taupunkt und dieser verschiebt sich mit zunehmender Temperatur.

Bei einer Innenraumtemperatur von 18 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 % liegt der Taupunkt bei rund 4 °C. Liegt die Innentemperatur bei 22 °C und die Luftfeuchtigkeit bei 70 %, ergibt sich ein Taupunkt von ca. 16 °C. Als durchschnittlicher Wert in Wohnräumen, die meist mit Hilfe von Heizkörpern und Warmluftkonvektion erwärmt werden, wird eine Oberflächentemperatur von Innenbauteilen von 10–12 °C über 24 Stunden hin angenommen. Besonders bei der Absenkung der Raumtemperatur in der Nacht (Nachtabsenkung) kann es zum Durchfeuchten der Innenwände kommen, weil die Innenwandtemperatur absinkt und unter die Taupunkttemperatur der Innenraumluft gelangen kann. Die Vernässung durch die angefallene Tauwassermenge muss über den Tag wieder austrocknen, ansonsten drohen Schimmelschäden. Die konventionellen Heizkörper, Radiatoren, Konvektoren oder Heizleisten geben thermischen Energie vorwiegend an die umgebende Luft ab, welche die Wärme dann über natürliche Konvektion im Raum verteilt. Hierbei werden Ecken und Bereiche hinter Möbel, die dicht an der Innenraumwand stehen, schlecht vom Wärmeluftstrom erreicht und damit weniger warm. Diese schlecht belüfteten Bereiche sind vorwiegend anfällig für Schimmelbildung. Eine Alternative sind Fußboden- und Wandheizungen sowie Deckenstrahlplatten, die von Wänden, Fußböden oder Deckenplatten aus, großflächig Wärme strahlen.

An Fenstern mit einer Temperatur unterhalb des Taupunktes der Innenraumluft kühlt diese unter den Taupunkt ab und Feuchte beschlägt das Glas, weil Fensterglas nicht diffusionsoffen ist und wie eine Dampfsperre wirkt. An Fenstern mit Temperaturen unterhalb des Reifpunktes bilden sich Eisblumen auf der Fensterscheibe. Wenn gut wärmedämmende Verglasungen und Außentüren verbaut werden, stellen oft die diffusionsdichten Fensterrahmen und Türzargen die kältesten Stellen im Raum dar. Um dort die Bildung von Kondensat und Schimmel im Winter zu vermeiden, sollte, wie überall, eine Oberflächentemperatur unterhalb des Taupunktes der Raumluft vermieden werden oder eine ausreichende Belüftung mit warmer Innenraumluft sichergestellt werden. Dies ist ein Grund, weshalb Heizkörper meist unterhalb von Fenstern angebracht werden, welche üblicherweise die kältesten Flächen des Innenraumes sind.
 
Zuletzt aktualisiert 27.01.2022
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