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ᐅ Sanierung Zweifamilienhaus 1936 Erfahrungen?

Erstellt am: 30.08.22 17:38
L
leschaf
Hallo zusammen,

wir haben im Juni ein Zweifamilienhaus von 1936 gekauft. Mehr dazu in diesem Thread zur Finanzierung. Wir sind immer noch sehr froh, gekauft zu haben. Im Dezember kommt unser Nachwuchs und spätestens, wenn K2 dann ein eigenes Zimmer zum Schlafen braucht, wird es hier in der Wohnung zu eng. Wir waren in der Zwischenzeit auch recht häufig vor Ort und sind super happy mit der Lage. Alles von Kita bis Gymnasium in fußläufiger Entfernung, Sportvereine en Masse ebenso, usw.

Seit dem Kauf ist relativ viel passiert. Unsere Finanzierung hat für den reinen Kauf auf Eigenkapital und Bankkredit gebaut, für die Sanierung wollten wir Kapital aus einem Immobilienverkauf holen. Der Verkauf ist inzwischen über die Bühne gegangen und hat etwas mehr eingebracht, als wir im optimistischen Fall geplant hatten (365.000€ vs 350.000€ optimistische Erwartung vs 300.000€ minimal Erwartung). Ich muss sagen, dass mir der Verkauf mehr Kopfschmerzen gemacht hat als der Kauf des neuen Hauses - obwohl es de fakto um deutlich weniger Geld ging. Vor allem die Nachrichten über rückgängige Preise überall haben uns schon etwas verunsichert und uns zweifeln lassen, ob der Käufer nicht doch abspringt. Wir hatten zwar mehrere Gebote und auch zwei im gleichen Bereich, aber der zweite hoch bietende Interessent hat auf die Absage sehr verschnupft reagiert. Dann hätten wir also neu inserieren müssen, was dann durch die seit Einigung gestiegenen Kosten in allen Lebensbereichen usw. für ein relativ altes Haus vermutlich zu weniger Erlös geführt hätte. Als der Notarvertrag unterschrieben war, haben wir erstmal gut durchgeatmet.

Jetzt geht es also los, wir haben bereits eine Architektin, mit der wir seit über 2 Jahren immer mal wieder Häuser angeschaut haben. Sie hat bisher alle Termine und Planungen umsonst gemacht und hat schon wirklich viel Zeit investiert. Wir waren schon mit Heizungsbauer, Elektriker und Fußboden-Menschen vor Ort. Alle haben die Substanz und Potenzial bisher gelobt, was schonmal sehr beruhigend ist.

Hier ist mal ein Bild im aktuellen Ist-Zustand von außen von der Gartenseite:



Weißes mehrstöckiges Haus mit Garten, Bäumen und Solarpanelen auf dem Dach


Das Haus wurde 1996 mit 8cm WDVS von außen gedämmt - ansonsten gab es leider keine großen energetischen Maßnahmen bisher - und hat aktuell laut Energieausweis einen Bedarf von ca 220 kwh/m2/a, was bei 187qm Wohnfläche 41.000 kwh bedeuten würde pro Jahr. Laut Gas-Abrechnungen wurden in 2020 (letztes bewohntes Jahr) allerdings "nur" 22.000kwh fällig, bei zwei Parteien, die dort jeweils alleine gewohnt haben. Das ist immer noch viel und wir wollen dort natürlich auch etwas moderneres draus machen. Es war jetzt allerdings während der Hitzewelle in den beiden Vollgeschossen eher kühler als bei uns in der schon recht kühlen Altbauwohnung, was für mich ein gutes Zeichen ist. Das Haus an sich hat zweischalige Massivwände.

Das bedeutet für uns:
- Dämmung oberste Geschossdecke: Der Spitzboden hat eine riesige Grundfläche und geht quasi über locker 80% des ausgebauten DGs. Daher haben wir uns dafür entschieden, hier erstmal kostengünstig statt des Daches den Spitzboden zu dämmen, da wir die Fläche dort oben auf absehbare Zeit nicht brauchen werden.
- Dämmung Kellerdecke
- Eliminierung einiger Wärmebrücken
- Komplett neue Fenster und Außentüren im ganzen Haus

Die Architektin meinte vor Hauskauf, dass wir damit sicher auf 150 oder weniger kwh/m2/a kommen werden und das weitere Optmierungen ggf nicht mehr wirtschaftlich wären. Es hat sich ja seitdem einiges an den Energiekosten getan...mal sehen, ob wir da nochmal an etwas anderes dran gehen (würdet ihr z.B. meinen, dass eine Fülldämmung zwischen die beiden Mauerreihen noch zusätzlich Sinn machen könnte? Oder verträgt sich das mit dem WDVS nicht?). Wie seht ihr das - realistische Einschätzung? Mir wäre es natürlich lieb, noch weiter runterzukommen, aber das Dach komplett neu zu machen, würde ich gerne vermeiden.

Dazu:
- Rohre und Leitungen im gesamten Haus austauschen
- Heizkörper neu
- Falls es Sinn macht / das Haus so vernünftig heizbar ist: Wärmepumpe
- Falls Wärmepumpe: Photovoltaikanlage (die im Bild linke Seite des Dachs ist direkt Süd gerichtet).

Soweit zum energetischen. Dann sollen dazu auch noch ein paar andere Arbeiten gemacht werden. Hier gibt es den aktuellen Grundriss, der im EG und OG fast gleich ist, allerdings ist in beiden Geschossen zwischen den beiden planrechten Zimmern ein schöner Durchgang mit zu erhaltender Schiebetür:


Grundrissplan eines Hauses mit Küche, Flur, Bad, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Treppen


Und das DG:

Schwarz-weiß Grundriss mit mehreren Kammern, Treppenhaus und Maßen.


Daraus soll grob skizziert folgendes werden:

EG:

Handgezeichnete Grundriss-Skizze: Wohnzimmer, Küche, Essen, Arbeitszimmer, Flur, Treppe, Bad.


OG:

Handgezeichneter Grundriss: Balkon oben, Eltern links, 2 Kinderzimmer rechts, Bad unten, Flur.


Da beide Bäder eh neu "müssen" (Bilder von innen folgen später), verschieben wir sie nach vorne zur Straße. So haben wir dann unten Platz, um den Koch/Essbereich zu öffnen, und oben die Möglichkeit, das Bad etwas größer zu gestalten, als es aktuell ist. Wir wohnen gerade mit einem 3qm-Bad - das geht schon so zu dritt, aber komfortabel ist es dann doch nicht so richtig 😀

Ich arbeite fast 100% im HomeOffice, daher kommt das Arbeitszimmer ins EG. Das DG bleibt vom Grundriss wie es ist. Hier kommt dann noch das Arbeits/Bastelzimmer meiner Freundin hin, ein Gästezimmer und wir haben noch ein Zimmer übrig, über das noch verhandelt wird 🙂. Das schöne ist, dass wir im OG durch das steile Dach sogar noch höhere Decken (>2.60m) als in EG und OG (2.55m) haben und auch nur sehr wenig Schräge (Bilder folgen).

Im ganzen Haus sind alte Holzdielen unter teils mehreren Lagen Fußböden versteckt. Zum Glück in keinem Fall aufgeklebt, sondern überall nur aufgelegt, sodass wir mit dem Bodenmenschen schonmal überall drunter geschaut haben und der Zustand als gut empfunden wurde. Hier wird also nur aufgearbeitet! Das ist übrigens auch ein Grund, warum wir keine Fußbodenheizung installieren wollen - das zöge einen ganzen Rattenschwanz nach sich: der Boden wäre nicht mehr verwertbar (zu dicke Dielen, die wahrscheinlich auch kaputt gehen beim Ausbauen), die Türen würden nicht mehr passen (die wollen wir auch nur aufarbeiten/streichen), genau wie die Zargen, usw. Oben im Bad kommt allerdings wohl eine Fußbodenheizung rein. Die Innentreppe ist auch eine echt schöne alte Holztreppe, die unter Teppich versteckt wurde und wird ebenfalls "nur" aufgearbeitet wo nötig.

Erste Kostenschätzung der Architektin liegt bei 270.000€ für alle Maßnahmen (ohne Photovoltaik). Die drei Handwerker, die bereits da waren, haben die sie betreffende Kalkulation im Groben bestätigt. Nächste Woche kommen dann noch Statiker und Fensterbauer, wir sind gespannt 🙂

Aktuelle Sorgen:
- Kommen wir auf ein Energielevel, das eine Wärmepumpe einigermaßen wirtschaftlich zulässt (wir haben ja viel Dachfläche für Photovoltaik)?
- Passt der Rest der Kostenschätzung so?
- Welche Überraschungen warten noch auf uns?
- Wann wird es fertig? Angepeilt ist Frühsommer nächstes Jahr...

Wir freuen uns über euer Feedback!
K a t j a12.11.22 15:11
Wegen der Fenster dann vielleicht doch eher sowas:

Grundriss eines Badezimmers mit Abstellraum links: Dusche, Badewanne und Waschbecken.


Oder mit den versetzen Türen falls möglich:

Grundriss eines Badezimmers mit zwei Räumen: Dusche, Waschbecken, Toilette und Badewanne.
L
leschaf
12.11.22 19:37
Danke für den Input, wir überlegen das mal! Wir sind jetzt die letzten 6 Jahre auch mit der Sitzbadewanne (110cm) im Minibad klargekommen, aber haben sie auch ausschließlich zum Kind baden als solche genutzt (teilweise auch mit 3 Kids gleichzeitig, wenn welche zu Besuch waren). Dafür brauchen wir sie auch auf jeden Fall weiter, jetzt mit 2 Kindern. Wir selbst sind gar nicht so die Badewannenliebhaber. Meine Frau hatte bevor wir zusammengezogen sind auch eine große Badewanne, die sie aber in 3 Jahren genau 0 mal genutzt hat.

Hat noch jemand Anregungen zu den Fensterfragen? Darüber wären wir sehr dankbar 🙂
L
leschaf
10.01.23 16:17
Neues Jahr - es hat sich viel getan! Allerdings weniger auf der Baustelle 🙂

Wir sind seit Mitte November (4 Wochen zu früh) das zweite mal Eltern. Unsere Tochter kam viel zu leicht, aber gesund auf die Welt und nach 2 Wochen Aufpeppeln im Krankenhaus sind wir seit Anfang Dezember alle zuhause. Das fordert uns aktuell auch vieles ab und an Eigenleistung ist gerade nicht zu denken. Deshalb haben wir die restliche Entkernung jetzt beauftragt, Kosten dafür halten sich sehr im Rahmen und es wird aktuell schon gewerkelt.

Um die komplette Fördersumme der BAFA ausreizen zu können, haben wir auch mit dem Antrag für die Wärmepumpe noch bis zum 1.1. gewartet und den Auftrag jetzt vergeben.

Bei den Fenstern haben wir uns dafür entschieden, die meisten auf eine geringere Brüstungshöhe zu bringen, um für mehr Licht im Haus zu sorgen. Außerdem werden es Holzfenster mit einem dominanten Öffnungsflügel, hier mal ein Entwurf von der Architektin - finden wir top.

Wie unten zu sehen planen wir erstmal nicht mit Hebe-Schiebe-Tür sondern auch bei den Türen mit Öffnungsflügeln (aus Kostengründen).

Angebote vom Roh- und Trockenbauer sowie Elektriker stehen noch aus, der fehlende Elektriker blockiert uns auch, weil wir so keinen Baustrom für die Abrissarbeiten usw bekommen 🙁


Weiße, mehrstöckige Haus mit rotem Satteldach, Balkonen und großen Fenstern auf grünem Rasen.
Tolentino10.01.23 16:27
Herzlichen Glückwunsch und alles gute. Hoffe das euch keine Steine in den Weg gelegt werden!
L
leschaf
24.01.23 17:24
So, es ging jetzt doch alles etwas schneller mit den Leuten.

Wir hatten letzte Woche zwei (!) Elektrikerangebote (das eine ca 40% teurer als das andere) und ein Rohbauangebot. Beide passen auf +/- 1000€ genau auf die Kostenschätzung der Architektin, wobei wir uns beim Rohbauer sogar noch 2 Posten mehr ins Boot geholt haben (Schornsteinabriss und Entfernung der Fensterlaibung, weil diese nicht gedämmt ist...).

Dann kam die Statik und hat das Rohbauerangebot um 10000€ teurer werden lassen, weil doch deutlich mehr Abstützung rein muss, als vorher gedacht. Naja, wir hatten ja gedacht, dass wir das zusätzlich ausgeben müssen für die 2 Extraposten, von daher ist es jetzt natürlich schmerzhaft, aber ok.

Einen Dachdecker hatten wir jetzt auch da. Die Dämmung von Spitzboden und Abseiten ist leider nicht so einfach und wird auf keinen Fall den KfW-Anspruch von 0,14 U-Wert erfüllen. Außerdem meinte er könnte es bei der Photovoltaikanlage auf dem aktuellen (alten) Dach durchaus zu Problemen kommen, was die Dichtheit angeht. Er macht jetzt mal ein Angebot für eine komplette Neueindeckung und Aufsparrendämmung und dann können wir uns entscheiden, wie wir dämmen.

Leider hängt davon die richtige Dimensionierung der Wärmepumpe ab, sodass wir diese immer noch nicht bestellen konnten.

Aber: der Rohbauer möchte am Montag loslegen. Endlich passiert mal was 🙂
F
Finch039
25.01.23 08:11
leschaf schrieb:


Einen Dachdecker hatten wir jetzt auch da. Die Dämmung von Spitzboden und Abseiten ist leider nicht so einfach und wird auf keinen Fall den KfW-Anspruch von 0,14 U-Wert erfüllen. Außerdem meinte er könnte es bei der Photovoltaikanlage auf dem aktuellen (alten) Dach durchaus zu Problemen kommen, was die Dichtheit angeht. Er macht jetzt mal ein Angebot für eine komplette Neueindeckung und Aufsparrendämmung und dann können wir uns entscheiden, wie wir dämmen.

Freut mich, dass sich bei euch etwas tut.

Zum Dach: Die Aufsparrendämmung erfüllt doch den KfW Anspruch. Und damit sollte man das Dach auch sehr dicht bekommen. Warum überlegst du? Kostengründe, nehme ich an? Wie groß ist der Unterschied?
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