Rotkalkputz Mehrwert? Welche Farbe und wie oft streichen?

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Hallo Gemeinde,

wir befinden uns mit drei GU in Angebotsgesprächen. Alle drei brachten das Thema Rotkalkputz ins Spiel. Für mich wenig nachvollziehbar, waren hierzu die Aussagen total unterschiedlich:
1: "Ja, Rotkalk ist super, aber auch der Mercedes. Das kostet circa 15.000 Euro mehr."
2. "Ich würde auf jeden Fall Rotkalk verputzen. Der ist den Mehrpreis von 5.000 Euro auf jeden Fall wert."
3. "Rotkalk ist eine super Sache. Wenn sie das Streiche in Eigenleistung übernehmen und wir einen Kompromiss für die Farbe finden, tauschen wir den Rotkalk 1:1 für Zementputz inklusive streichen."

Können die Fachleute hier die Situation bitte kurz einschätzen?

Außerdem frage ich mich, welche Silikatfarbe verwendet werden soll. Die fängt bei einer 40 Euro Baumarktfarbe an, geht über 80 Euro von bekannten Marken bis hin zu 200 Euro + für die Knauf-Variante. Ist hier die einfachste Lösung mit dem GU bzw. dem Maler zu sprechen und sie über die zu beziehen?

Edit: Ich habe erst im Nachhinein festgestellt, dass das Thema vermutlich im "Maurer / Maler / Gipser / Elektrikter" Unterforum besser aufgehoben ist und habe es dort nochmal gestellt.
 
Eigenschaften im Überblick


[TH]Putzart[/TH] [TH]Einsatzgebiet[/TH] [TH]geeignet für:[/TH] [TH]Vorteile[/TH] [TH]Nachteile[/TH]
Gipsputz Innen Wand- und Decke Feuchtigkeitsregulierend, gutes Raumklima, kostengünstig, schwer entflammbar nicht wasserabweisend
Gips-Kalkputz Innen Wand- und Decke Klimaregulierend, gutes Raumklima nicht für Nassräume
Kalkputz Innen Wand- und Decke stark diffusionsoffen, sehr gutes Raumklima, schimmelhemmend kostenintensiv
Kalk-Zementputz Innen, Außen, Sockelbereiche Wand- und Decke hohe mechanische Belastbarkeit, wasserabweisend, diffusionsoffen keine
Lehmputz Innen Wand- und Decke Oberfläche für viele Beschichtungen, wärmedämmend, Allergiker geeignet preisintensiv, wasserlö

Hier eine Übersicht. Fazit. Der günstige Gipsputz ist nicht so übel.
 
Natürlich kann man bei jedem Gewerk den "Mercedes" nehmen, wobei diese Marke inzwischen ja nicht mehr zwingend für Qualität sprechen muss.
Diese Frage stellt sich bei ja bei jedem Baustoff, bei Mauersteinen, Heizungsrohren, Dämmung, Farbe, Fußböde,, Küche, Fliesen, techn. Ausstattung etc.
Sofern irgendwelche ökologische Gründe in solch eine Überlegung macht es mMn nur wieder Sinn, wenn man so ein Konzept dann auch durchgehend verfolgt, sonst hat man nur punktuell Öko o.a. Qualitätsstandard und woanders im Haus nicht.
Ich würde auch den ganz "normalen" Innenputz wählen, darauf dann aber eine hochwertige Farbe, also eine gut deckende, möglichst schadstofffreie und insbes. auch zu verarbeitende.
Wie gesagt, zu diesem Produkt speziell kann ich Nichts sagen, weil mir da der Standard reichen würde; ich denke aber eben, dass Dir die gleiche Frage an jeder Ecke wieder entgegentreten wird. Mir wäre das dafür zuviel Geld.
 
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Aufpreis von 15.000 ist natürlich eine Ansage...
Wir haben 3 Geschosse mit dem Kalkinnenputz (KIP Schwenk) + Edelputz für ca. 15.000 bekommen (vor 2,5 Jahren).
Nach meiner damaligen Recherche: alle industriellien Kalkputze haben trotzdem Weißzement drin, auch Rotkalk oder KIP. Reiner Kalk geht nur wenn man selber anmischt. Info ist aber eher für Denkmalschutz, statt Neubau interessant.
=> sprich industrieller Kalkputz ist irgendwo zwischen reinem Kalkputz und Kalkzement.
Wir sind mit dem KIP sehr zufrieden. Wären aber mit einem Kalkzement wahrscheinlich genauso :)
 
Mein kompletter Innenverputz war günstiger als das, was Nummer 1 als Aufpreis (!) aufruft.
Nur um das mal in Relation zu setzen.
Bei Angebot 1 waren wir auch sofort raus. Angebot 3, also "ihr müsst keinen Aufpreis für den Rotkalkputz bezahlen, dafür übernehmt ihr die Farbe und das Streichen" ist aus anderen Gründen gerade unser Favorit. Dann ist das doch ein No-Brainer, oder?
 
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