Rechenspiele zum leidigen Thema Kauf/Bau vs. Miete

4,00 Stern(e) 20 Votes
G

Gelbwoschdd

Hallo zusammen,

da es ja immer wieder zu der Diskussion kommt, was ist besser für mich, Miete oder Kaufen/Bauen, habe ich hier mal anhand des Beispiels meiner Finanzierung ein paar Rechenspiele gemacht, die evtl. für andere auch interessant sein könnten.

Für mich das entscheidende Thema bei der Baufinanzierung ist der Faktor Zinsen+ggf. Abschlusskosten+Grunderwerbsteuer+Notar. Das ist was mich das Haus wirklich kostet, da diese Kosten bei einem eventuellen Hausverkauf nicht in den tatsächlichen Wert der Immobilie mit einfließen. Also ich werde am Ende zum Beispiel für ein Haus+Grundstück+Küche+Außenanlagen (600qm, 151qm Wohnfläche), also All-In maximal 30.200 Euro Zinsen + Abschlusskosten für Bausparer+Grunderwerbsteuer+Notar bezahlt haben und werde in 12 Jahren keine Restschuld haben und somit abbezahlt haben. Sollten in 6-7 Jahren die Zinsen weiterhin niedrig sein, werden hier die Kosten sogar noch gesenkt. Ich muss dazu sagen, dass wir nur 220k finanzieren mussten und echt Glück mit dem Zeitpunkt der Finanzierung sowie den Baupreisen hatten.

Da der Wert von Grund und Haus zukünftig ja nicht feststeht, ist das der einzige verlässliche Wert, was uns das Wohnen in der nächsten Zeit kostet. Wahrscheinlich wird die Substanz des Hauses an Wert verlieren und der Wert des Grundstücks steigen, allerdings ist das spekulativ und schlecht absehbar, daher errechne ich mir hier einen Wert, welchen mein Objekt verlieren dürfte, um dennoch nicht schlechter als mit Miete zu fahren.

Wenn ich nun die oben errechneten (30.200) durch meine Laufzeit teile, komme ich auf einen Kostenpunkt von monatlich 157,29 Euro. Dazu kommen noch die Nebenkosten (welche ich in einem vergleichbaren Mietobjekt ja auch ähnlich hätte) und zukünftig notwendige Investitionen in Sanierungen welche ich derzeit ja schlecht absehen kann. Dies sehe ich als meine Kosten für das Wohnen in meinem eigenen Haus.

Wenn ich mir nun ein vergleichbares Mietobjekt bei uns in der Region hernehme und mit 1200 Euro Miete für die kommenden 12 und vergangen 4 Jahre dafür rechne, hätte ich 200.200 Euro ((1200-157,29)×12×16)bis zum kompletten Eigentumsübertrag, um den Wertverlust sowie die Sanierungskosten abzufangen. Da ich weder glaube, dass mein Haus in 16 Jahren, soviel an Wert verlieren wird (Neubau) und die Sanierungskosten in dieser Zeit wohl auch überschaubar bleiben sollten, sollte das Bauen sich in meinem Fall definitiv lohnen. Mit jedem Monat den man dann noch im abbezahlten Haus gegenüber dem Mietshaus wohnt, kann man dann wieder 1200 Euro oder mehr im Falle von Mietsteigerungen auf die 200.200 Euro draufrechnen.

Dies sind jetzt natürlich die reinen Zahlen, unabhängig von so Vorteilen wie Freiheit, Unkündbarkeit,... oder Nachteilen wie Ortsgebundenheit,...

Kann man das so sehen oder habe ich irgendetwas entscheidendes übersehen/vergessen?

Hat jemand von euch mal ähnlich gerechnet?

Gruß aus Franken
 
N

nordanney

das die Nebenkosten ähnlich zum Mieter sind stell ich mal in Zweifel
Warum?
Grundsteuer - Check!
Strom - Check!
Wasser und Abwasser - Check!
Heizung - Check!
Instandhaltung - kleinere Dinge muss der Mieter auch selbst direkt bezahlen, große Renovierungen werden über die Miete umgelegt

Dazu kommen bei Mieter noch Kosten für den Aufzug, Flurreinigung, Gartenpflege, Rauchmelderwartung und andere Kleinigkeiten.

Insgesamt werden die Nebenkosten etwas höher, da das Haus in der Regel größer als die Wohnung ist.
 
G

Grantlhaua

Den Faktor Zinsen kannst du vernachlässigen, der Vermieter will ja auch eine Rendite haben....

Bei zwei vergleichbaren Objekten stellt sich doch die Frage eigentlich gar nicht. Nach einer gewissen Zeit X, die dein Kredit läuft, fällt der große Brocken Rückzahlung weg, während du bei der Miete dein leben lang zahlst und am Schluss nichts dafür bekommst. Möglich, dass Mieten in den ersten 20 Jahren günstiger ist, aber nach 20+x Jahren dann sicher nicht mehr. Zudem lebst du dann in deinem eigenen Haus, dass du dir nach deinen Wünschen gestalten kannst.
 
J

Joedreck

Hier wird wieder gut in eine Richtung argumentiert. Klar muss ich als Mieter bezahlen, wenn sich jemand um den Garten kümmert. Das muss ich beim Haus auch, wenn ich jemanden beauftrage...
Beim Haus sind die Nebenkosten höher. Und zwar nicht nur ein bisschen. Beim Eigentum kostet so gut wie alles Geld. Und zwar mehr als bei den meisten Wohnungen.
Als Mieter habe ich auch nur Schönheitsreparaturen zu zahlen. Beim Haus ALLES was kaputt geht. Sobald der Neubau aus der Gewährleistung ist, muss ich entweder alles selbst machen, jemanden bezahlen oder die Bude abwohnen.
Fenster nachstellen, kleiner Defekt an der Heizung, Duscharmartur, etc, etc...
Und nach 20 Jahren kommen gern größere Reparaturen.
Ja, der Vermieter kann bestimmte Sanierungen auf die Miete umlegen. Aber bei weitem auch nicht alles.

Und die Wertsteigerung beim Haus hat man auch nicht immer und überall. Besonders in den ersten zehn Jahren hat man oft wenig getilgt und beim spontanen Verkauf kann es schon Probleme geben die Kosten die man hatte über den Verkaufspreis zu decken.

Und die Zinsen kann man auch eben nicht vernachlässigen. Beim Mieten zahle ich Miete und Ende. Wie der Vermieter diese zusammensetzt, kann egal sein.
Zinsen sind keine Sowiesokosten.

Wenn Eigentum so super günstig wäre, dann müsste der Eigentumsanteil höher sein.

Fakt ist aber auch: Je nach Wunsch hat man im Haus mehr Freiheiten. Keine nervigen Nachbarn Wand an Wand, Umbau wie man will..
Fakt ist auch: vergleichbare Wohnungen sind in der Regel teuer..
 
G

Grantlhaua

Beim Haus ALLES was kaputt geht. Sobald der Neubau aus der Gewährleistung ist, muss ich entweder alles selbst machen, jemanden bezahlen oder die Bude abwohnen.
Fenster nachstellen, kleiner Defekt an der Heizung, Duscharmartur, etc, etc...
Und nach 20 Jahren kommen gern größere Reparaturen.
Ja, der Vermieter kann bestimmte Sanierungen auf die Miete umlegen. Aber bei weitem auch nicht alles.
Nur wird halt die miete gleich so an gesetzt, dass das alles gedeckt ist. Nennt sich Rückstellung.

Und die Zinsen kann man auch eben nicht vernachlässigen. Beim Mieten zahle ich Miete und Ende. Wie der Vermieter diese zusammensetzt, kann egal sein.
Zinsen sind keine Sowiesokosten.
Kann dir vielleicht egal sein, trotzdem zahlst du die Rückstellungen, den Hausmeisterservice, die Rendite des Vermieters,... über die Miete mit. Niemand vermietet aus reiner Nächstenliebe.
 
Zuletzt aktualisiert 25.06.2024
Im Forum Liquiditätsplanung / Finanzplanung / Zinsen gibt es 3142 Themen mit insgesamt 68851 Beiträgen


Ähnliche Themen zu Rechenspiele zum leidigen Thema Kauf/Bau vs. Miete
Nr.ErgebnisBeiträge
1Wohnriester für Hauskauf-Finanzierung - Wer hat Erfahrungen? 16
2Bewertung unserer 120% Finanzierung 65
3Finanzierung früh fixieren – keine Verhandlungsmasse beim Hausbauer? 18
4Hausbauen - von Finanzierung bis zur Planung 12
5Finanzierung mit Kindern, Förderungen, Elternzeit, Probezeit 19
6Finanzierung so realistisch? Höhe der Finanzierungssumme? 13
7Grunderwerbsteuer auf Hausbau - wann? 15
8Kostenplanung Einfamilienhaus inkl. Grundstück, Nebenkosten, Architekten 32
9Kauf Bestandshaus plus Finanzierung 12
10Hausbau-Finanzierung ok oder besser noch Abstriche machen? 24
11Finanzierung Einfamilienhaus mit Grundstücksteilung - Risiko oder Chance? 46
12Finanzierung mit Grundstück und Eigenkapital so machbar? 20
13Finanzierung solide? Doppelhaushälfte, 140qm 31
14Kaufnebenekosten reduzieren sich nach Finanzierung 13
15Wie viel Eigenkapital bei Hauskauf-Finanzierung? 15
16Finanzierung Mehrfamilien-Haus machbar? 14
17Finanzierung: Welche Zinsbindung Was geht ins Budget? 41
18Zeitlicher Ablauf Grunderwerbsteuer und Hausbauvertrag 20
19Finanzierung mit Wohnsitz im Ausland 11
20Kauffinanzierung: wieviel Eigenkapital (bei den niedrigen Zinsen)? 27

Oben