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Figginho

Realistisch oder Träumerei? (Immobilienkauf ohne EK)

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Das haben die Kirchen schon längst gecheckt, dass 99 Jahre ne lange Zeit ist und ihnen viel Geld flöten geht, wenn die Pacht fix ist.
Die Frage bei mit allerdings immer, warum die Kirche soviel der BRD besitzt und ob das so in Ordnung ist bzw. wie dieser Besitz zu Stande kam ...
Das kann ich nur für Schleswig Holstein sagen. Das Gebiet gehörte zur Dän. Krone. Nach Einführung der Reformation durch Kopenhagen schnappte sich die Krone die kirchlichen und klösterlichen Ländereien. (Die waren über die Jahrhunderte ehrlich zusammen geraubt...) Nun stellte sich die Frage, wie man die Pfarrer denn besoldet. So gab der König Land an die Pfarreien zurück, damit der Pfarrer diese verpachtet, das war sein Einkommen. Das Klosterland behielt man - darum ist z.B. Kloster Cismar bis heute Besitz des Landes SH.
1864 übernahm Preussen das Ruder. Das Kirchenland wurde wieder eingezogen, die Pfarrer Staatsbeamte und preußisch korrekt somit staatlich besoldet. Nach dem ersten Weltkrieg wieder Kommando zurück. Die Kirchengemeinden erhielten das Kirchenland zurück, es wurde wieder verpachtet. Die Pfarrbesoldung wurde von der Kirche selbst übernommen, die Pachterträge dienen seit dieser Zeit der Absicherung der Pensionen. Darum ist es auch nahezu verboten, Land zu veräußern.
Land, welches nicht zum Verpachten als Ackerland taugt, weil es Bauland wurde, wird in Erbpacht abgegeben. Karsten
 
Karsten, sehr interessant, danke!
Mir würde es besser gefallen, das ehrlich geraubte Land würde an den Staat fallen, der die laufenden Pachten übernimmt und Flächen auf Anfrage veräußert.
Die Kirche darf ihr Personal gerne aus Mitgliedsbeiträgen und privatwirtschaftlich erzielten Einnahmen entlohnen, wie jeder andere Verein oder Unternehmen auch.
 
Nun, das mit dem ehrlich geraubt war natürlich Ironie. Wir kommen hier ja in Zeiten des Mittelalters, ja der Völkerwanderung, z.T. in spätrömische Zeiten, Deutschlands älteste Kirche in Trier stammt ja aus der Zeit Kaiser Konstantins. Da gab es Schenkungen an die Kirche, auch echte und ehrliche, genauso wie Schenkungen als Bestechung, um einen gut dotierten Bischofsposten zu bekommen. Da gab es Klöster, die Sumpfland und Moorland urbar gemacht haben, und dieses Unland wurde ihnen dann zum Dank übereignet, weil es jetzt Land war. Usw. Das ganze ist vielschichtig und nicht fair beurteilt, wenn man unsere Massstäbe dran setzt.
Eines ist sicher, diese Ländereien gehören jedenfalls auch rechtmässig nicht dem Staat. Und wenn man sich aufregt darüber, dass Kirchen beste Innenstadtlagen besitzen, soll man auch bedenken, dass da, wo dieses Land ist vor tausend Jahren wohl noch gar keine Stadt war, sondern nur ein Einödkloster, dass dort eine Kirche errichtet hat, aus der später dann erst die Kathedrale wurde.
Auf jeden Fall ist für Bauwillige Kirche als Erbpachtlasser und für Landwirte als Geber langfristigen Pachtlandes keine üble Adresse, und oft ethisch integrer als Kommunalverwaltungen, die Neubaugebiete im Bieterverfahren verscherbeln. Karsten
 
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