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Neubau ohne Solar und ohne Wärmepumpe möglich?

4,30 Stern(e) 4 Votes
Hallo zusammen,
ich stehe noch ganz am Anfang einer Hausplanung und lese mich jetzt so langsam in das Thema Technik ein, hab aber noch so gut wie keine Ahnung davon.
Ich weiß immerhin schon mal, dass es eine EnEV 2014 gibt, an die man sich halten muss.

Nun meine Fragen:
- ist es möglich nach der EnEV zu bauen, ohne dabei Solartechnik und eine Wärmepumpe einzusetzen?
- Welche Maßnahmen wären dann wahrscheinlich zwingend erforderlich?

Ich frage deshalb, weil ich denke, dass Solar aufgrund ungünstiger Gebäudeausrichtung und Verschattung durchs Nachbargebäude bei uns bestimmt keinen Sinn machen würde.
Und eine Wärmepumpe ist mir einfach unsympathisch, wir haben Gas in der Straße liegen und mir wäre eine Heizung darauf basierend lieber.

Grundsätzlich zu unserem Vorhaben. Es geht um ein freistehendes EFH mit voraussichtlich ca. 200m2 Wohnfläche auf 1,5 - 2 Geschossen plus Vollkeller. Einen Kamin im Wohn-/Essbereich möchten wir auf jeden Fall haben, keine Ahnung, ob das was nützt oder eher hinderlich ist?

Hat jemand Literaturtipps für mich, ich würd mich gern ausführlich mit dem Thema beschäftigen.
Danke schon mal!
 

Mycraft

Moderator
Wie wäre es denn mit einfach durchlesen was in der EnEV steht...aber höchstwahrscheinlich ist ein Bau möglich...du musst aber viel Dämmung einplanen...wahrscheinlich mehr als 20cm an die Wände und noch mehr zum Dach hin...eine zentrale kwl hilft bei sowas auch...
 
K

klblb

Guest
Panama17,
ja so ein Bau ist definitiv möglich. Wir bauen auch so und erreichen "rechnerisch ca. KfW20", was dann als Kfw40 eingestuft wird und somit 5 TEUR Tilgungszuschuss gibt.
160 qm Wohnfläche, 1,5 geschossig ohne Keller.
Wände aus 50 cm Ziegel. Gibt da verschiedene Möglichkeiten bzgl. Hersteller und Material, z.B. Porenbeton von Ytong oder Greisel, Poroton von Wienerberger (teurer) etc.
Bodenplatte und Dach gut dämmen.

Heizung wird mit einer Gasbrennwerttherme (ca. 8 kW Max. Leistung) bewerkstelligt, Warmwasser ebenfalls.

Die besser gedämmte Gebäudehülle kostet natürlich, aber immer noch deutlich weniger als die ganze Anlagentechnik (Solar, Wärmepumpe etc). Zudem zahlt man diese Kosten nur einmal, hat insgesamt geringere Finanzierungskosten, geringe Gaskosten wegen der kleinen GBW etc.
 
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mycraft - hm. wenn ich die finden würde, hätte ich das schon gemacht. Komme beim googeln aber nicht da hin, ich lande immer bei irgendwelchem Energieausweiskram. Und ob das wirklich möglich und vor allem sinnvoll ist, steht da ja auch nicht drin.

klblb - das hört sich doch schon mal gut an!! Dann geht das doch bestimmt auch mit Keller oder? Dass man damit sogar auf einen KfW 40 Standard kommen kann, hätte ich jetzt nicht gedacht.
Was habt ihr denn für ein Dach?
50cm dicke Wände sind natürlich echt viel, aber unter 36 kommt man ja heute eh kaum noch, wenn ich das richtig sehe. Wir haben auch ein großes Baufenster, von daher wäre das kein Problem.
Es ist ja eh schon soviel Technik im Haus, die finanziert, gewartet und instandgehalten werden will, deswegen würd ich eben auf diese Komponenten gerne verzichten.
Eine Lüftungsanlage hätte ich aber gerne, weil ich die Fenster fast immer zu habe und wir beide Allergiker sind, da wäre das für uns echt hilfreich. Habt ihr auch eine?
 

Mycraft

Moderator
Ja ich weiß nicht...steht doch alles auf enev-online da braucht man gar nicht lange suchen...ich habe so 30s gebraucht...

Ich habe eine zentrale Lüftungsanlage und bin der Meinung, dass man einen Neubau nach EnEV Standard nicht ohne bauen sollte...und auch nicht mit einer dezentralen sondern eben NUR mit einer zentralen Anlage, wenn man schon die Möglichkeit hat...

Die Lüftungsintervalle kann keiner einhalten, wer nicht ständig zu Hause ist...ausserdem geht durch die Fensterlüftung viel Energie verloren...und man hat eben Frische gefilterte Luft im Haus, das sollte euch Allergikern helfen...allerdings wird die Luft im Winter sehr trocken werden, also da muss man überlegen, ob man ein Enthalpietauscher nimmt oder ggf. die Luft anders befeuchtet.

Die dezentralen Anlagen haben größere optische und technische Nachteile meiner Meinung nach...aber da kannst du ein wenig die Suche bemühen ich habe da schon sehr oft was geschrieben.

Ein Kamin verteuert etwas die Lüftungsanlage, da du dann einen Druckwächter brauchst...Außerdem brauchst du eine Umlufthaube in der Küche. Eine Ablufthaube geht nicht.
 
Viel Dämmung kostet viel Geld.

50er Steine, meine Herren :)
Auch beim Dach ist ja nicht einfach mit dickerer Dämmung kaufen getan. Die Holzkonstruktion muss das ja auch aufnehmen und entsprechend stark sein.

Bei uns in der Kostenschätzung (160qm WF, 2 Vollgeschosse) macht der Unterschied zwischen T10 und T8 (190qm Mauerwerk) fast 6.000€ Netto aus. Und das ist immer noch ein 36,5cm Stein.

Bei dann so dichten Häusern empfinde ich auch eine Kontrollierte Be- und Entlüftung als erforderlich. Und auch die ist kein Schnäppchen.

Ich finde, man kann es halt auch übertreiben mit der Dämmung.

Bei den Fenstern geht es dann weiter.

Das Konzept der "Hardcoredämmung" muss sich ja durch alle Gebäudeteile ziehen. Bringt ja nichts einen super Stein zu nehmen und dann einfach verglaste Fenster weil das Geld alle ist.

Ich hab mal gelesen, dass ein Niedrigenergiehaus 20 bis 25 Prozent teurer ist, im Vergleich zu einem "KfW100".

Und, um auch auf die Frage zu antworten: Möglich ist viel, alles eine Frage der Kosten. Und wenn das Budget nicht gerade locker sitzt, einer der ersten Posten von denen man sich verabschiedet. Spätestens wenn man die Mehrkosten vor Augen hat und anfängt zu rechnen wie lange es wohl dauert die eingespart zu haben. Kommt dann noch dazu, dass die Finanzierung deswegen größer ausfallen muss ist es aus.

Meine Meinung: was bringt es 30, 25 oder 20 Jahre jeden Monat 200€ mehr an die Bank zu bezahlen, wenn ich dadurch 75€ weniger Energiekosten habe.

Und dann ist es eh wieder Zeit für neue Heizung oder Fenster oder Dach...
 

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