Hallo ihr Lieben,
vielen Dank, dass Ihr euch Zeit nehmt.
Wir sind völlig zerrissen und suchen Meinungen zu unserer Situation.
Mein Mann und ich (beide 27, plus unsere Tochter diese ist 11 Monate alt) überlegen uns, ob wir uns ein Haus bauen möchten, obwohl wir dies eigentlich nie wollten, da wir zwar recht anpassungsfähig aber so gar nicht entscheidungsfreudig sind.
Vorneweg: Wir sind beide noch Studenten, ich bin nächstes Jahr im Mai Ärztin. Er wird noch lange studieren, hat aber bereits eine abgeschlossene Ausbildung und ist ein spitzen Hausmann.
Unser momentanes Eigenkapital beträgt 80 000€. Einen Kredit würde wir auf jeden Fall bekommen, da meine (extrem liquide) Mutter für uns bürgen würde.
Wir suchen seit fast einem Jahr nach einem passenden Haus in dem wunderschönen 200-Seelen-Dorf in dem meine Mutter wohnt. Dort wurde uns schon vor Monaten ein Haus in Aussicht gestellt (per Handschlag Vorkaufsrecht, aber hier werden die meisten Leute ihre Häuser sowieso kaum los, also kann der Verkäufer auch irgendwo froh sein), sobald die 90 jährige Mutter des potenziell Verkaufenden nicht mehr allein leben kann. Sie ist noch relativ fit, also läuft draußen rum etc.
Wir wollen genau dort hin und zwar so, dass die Kleine zu ihrer Oma laufen kann ohne eine große Straße zu überqueren, was auf das Neubaugebiet (circa 3 Bauplätze) und auch auf das günstige uns in Aussicht gestellte Haus, da diese quasi quer gegenüber liegen, zutrifft.
Daten zum alten Haus:
5 Zimmer, circa 120qm Wohnraum
Grundstück 700qm
3 Bäder, aber 1 im Schuppen
letztes Grundstück am Wald (unverbaubar, da der Wald meiner Mama gehört)
riesiger Keller mit Schuppen
zwei Garagen
70er Jahre Bau
Mit Fachkundigem besichtigt (allerdings recht oberflächlich), vom Ersteindruck sehr gut erhalten
Renovieren, ja. Sanieren nicht nötig. Wir rechnen mit direkt nötigen Investitionen von ca. 20 000€
Schöner Garten mit altem Baumbestand
Kosten: 68 000€
Daten zum Neubaugebiet:
Eher flacher Nordhang
9€ pro qm (nein, kein Schreibfehler. Es ist auf dem Land und die Gemeinde fördert junge Familien. Neun Euro pro qm.)
Gegenüber vom Wald (unverbaubar, da der Wald meiner Mama gehört)
Was dafür spricht zu warten:
Sehr niedrige Kosten, kein Kredit nötig
Überschaubare Arbeiten (wir sind beide nicht vom Fach)
Einziehen ohne riesige Kosten vorher
Wir könnten nach und nach mehr "Luxus" einbauen, aber erst mal einfach einziehen
Charme des alten Hauses
Das Haus ist mehr wert als wir zahlen würden
Was dagegen spricht:
Eventuell warten wir noch ewig
Ein Zimmer ist ein Durchgangszimmer
Egal was wir tun, so umweltfreundlich wie ein guter Neubau wird es nicht
Perfekt ist das Haus nicht
Was dafür spricht neu zu bauen:
Es fühlt sich schrecklich an der alten Frau das Haus "wegnehmen" zu wollen
Wir könnten sofort mit dem Planen anfangen
Das nächste halbe Jahr hätte ich viel Zeit für sowas, danach nicht mehr
Wir könnten viel nach unseren Wünschen gestalten
Die Grundstücke sind wunderschön und praktisch geschenkt
Wir könnten ein Passivhaus bauen
Was dagegen spricht:
Kosten (wenn wir Glück haben) ca. 300 000€(??), sprich Schulden
Hier in der Gegend ist eine Immobilie nie wieder ihren Baupreis wert
Wahnsinnig viele Entscheidungen
Wir sind beide nicht vom Fach und könnten leicht "ver*rscht" werden
Jeglicher "Luxus" muss sofort finanziert werden
"Wenn schon bauen, dann aber richtig?" -- Kosten, Kosten, Kosten?
So schnell geht bauen jetzt auch nicht
Was wir möchten:
Mind. 100qm, höchstens(!) 135qm
Mind. 5 Zimmer (2. Kind ist geplant)
Möglichst ein Niedrigenergiehaus
2 Bäder (eins kann winzig sein, nur eben irgendeine Ausweichmöglichkeit)
Nicht viel Ärger
Wovon ich spreche, wenn ich Luxus sage:
Kachelofen (so gemütlich und durch den Wald im Familienbesitz kommen wir extrem günstig an Holz)
Die Infrastruktur, sprich Kita, Grundschule, Nähe zur späteren Arbeit etc. ist für uns, trotz oder eben wegen der extrem ländlichen Lage, optimal. Aber die Immobilienpreise in unserer extrem ländlichen Gegend sind sehr niedrig und wir sehen unser mögliches Haus entsprechend nicht als Wertanlage, sondern als Möglichkeit uns niederzulassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass von den circa 10 anderen passenden Häusern im Dorf zufällig eins frei wird, halten wir für sehr gering.
Was würdet ihr tun?
Wozu würdet ihr einem Freund raten?
Wir sind völlig unsicher!
Vielen Dank für Eure Hilfe und Euch noch einen schönen Abend!
Anne
vielen Dank, dass Ihr euch Zeit nehmt.
Wir sind völlig zerrissen und suchen Meinungen zu unserer Situation.
Mein Mann und ich (beide 27, plus unsere Tochter diese ist 11 Monate alt) überlegen uns, ob wir uns ein Haus bauen möchten, obwohl wir dies eigentlich nie wollten, da wir zwar recht anpassungsfähig aber so gar nicht entscheidungsfreudig sind.
Vorneweg: Wir sind beide noch Studenten, ich bin nächstes Jahr im Mai Ärztin. Er wird noch lange studieren, hat aber bereits eine abgeschlossene Ausbildung und ist ein spitzen Hausmann.
Unser momentanes Eigenkapital beträgt 80 000€. Einen Kredit würde wir auf jeden Fall bekommen, da meine (extrem liquide) Mutter für uns bürgen würde.
Wir suchen seit fast einem Jahr nach einem passenden Haus in dem wunderschönen 200-Seelen-Dorf in dem meine Mutter wohnt. Dort wurde uns schon vor Monaten ein Haus in Aussicht gestellt (per Handschlag Vorkaufsrecht, aber hier werden die meisten Leute ihre Häuser sowieso kaum los, also kann der Verkäufer auch irgendwo froh sein), sobald die 90 jährige Mutter des potenziell Verkaufenden nicht mehr allein leben kann. Sie ist noch relativ fit, also läuft draußen rum etc.
Wir wollen genau dort hin und zwar so, dass die Kleine zu ihrer Oma laufen kann ohne eine große Straße zu überqueren, was auf das Neubaugebiet (circa 3 Bauplätze) und auch auf das günstige uns in Aussicht gestellte Haus, da diese quasi quer gegenüber liegen, zutrifft.
Daten zum alten Haus:
5 Zimmer, circa 120qm Wohnraum
Grundstück 700qm
3 Bäder, aber 1 im Schuppen
letztes Grundstück am Wald (unverbaubar, da der Wald meiner Mama gehört)
riesiger Keller mit Schuppen
zwei Garagen
70er Jahre Bau
Mit Fachkundigem besichtigt (allerdings recht oberflächlich), vom Ersteindruck sehr gut erhalten
Renovieren, ja. Sanieren nicht nötig. Wir rechnen mit direkt nötigen Investitionen von ca. 20 000€
Schöner Garten mit altem Baumbestand
Kosten: 68 000€
Daten zum Neubaugebiet:
Eher flacher Nordhang
9€ pro qm (nein, kein Schreibfehler. Es ist auf dem Land und die Gemeinde fördert junge Familien. Neun Euro pro qm.)
Gegenüber vom Wald (unverbaubar, da der Wald meiner Mama gehört)
Was dafür spricht zu warten:
Sehr niedrige Kosten, kein Kredit nötig
Überschaubare Arbeiten (wir sind beide nicht vom Fach)
Einziehen ohne riesige Kosten vorher
Wir könnten nach und nach mehr "Luxus" einbauen, aber erst mal einfach einziehen
Charme des alten Hauses
Das Haus ist mehr wert als wir zahlen würden
Was dagegen spricht:
Eventuell warten wir noch ewig
Ein Zimmer ist ein Durchgangszimmer
Egal was wir tun, so umweltfreundlich wie ein guter Neubau wird es nicht
Perfekt ist das Haus nicht
Was dafür spricht neu zu bauen:
Es fühlt sich schrecklich an der alten Frau das Haus "wegnehmen" zu wollen
Wir könnten sofort mit dem Planen anfangen
Das nächste halbe Jahr hätte ich viel Zeit für sowas, danach nicht mehr
Wir könnten viel nach unseren Wünschen gestalten
Die Grundstücke sind wunderschön und praktisch geschenkt
Wir könnten ein Passivhaus bauen
Was dagegen spricht:
Kosten (wenn wir Glück haben) ca. 300 000€(??), sprich Schulden
Hier in der Gegend ist eine Immobilie nie wieder ihren Baupreis wert
Wahnsinnig viele Entscheidungen
Wir sind beide nicht vom Fach und könnten leicht "ver*rscht" werden
Jeglicher "Luxus" muss sofort finanziert werden
"Wenn schon bauen, dann aber richtig?" -- Kosten, Kosten, Kosten?
So schnell geht bauen jetzt auch nicht
Was wir möchten:
Mind. 100qm, höchstens(!) 135qm
Mind. 5 Zimmer (2. Kind ist geplant)
Möglichst ein Niedrigenergiehaus
2 Bäder (eins kann winzig sein, nur eben irgendeine Ausweichmöglichkeit)
Nicht viel Ärger
Wovon ich spreche, wenn ich Luxus sage:
Kachelofen (so gemütlich und durch den Wald im Familienbesitz kommen wir extrem günstig an Holz)
Die Infrastruktur, sprich Kita, Grundschule, Nähe zur späteren Arbeit etc. ist für uns, trotz oder eben wegen der extrem ländlichen Lage, optimal. Aber die Immobilienpreise in unserer extrem ländlichen Gegend sind sehr niedrig und wir sehen unser mögliches Haus entsprechend nicht als Wertanlage, sondern als Möglichkeit uns niederzulassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass von den circa 10 anderen passenden Häusern im Dorf zufällig eins frei wird, halten wir für sehr gering.
Was würdet ihr tun?
Wozu würdet ihr einem Freund raten?
Wir sind völlig unsicher!
Vielen Dank für Eure Hilfe und Euch noch einen schönen Abend!
Anne
C
chand198605.10.18 14:21apokolok schrieb:
Ich verstehe auch nicht ganz, wie eine einzige Großmutter sie offensichtlich komplett fehlende Infrastruktur ausgleicht.Das habe ich mich schon gar nicht getraut zu fragen.
chand1986 schrieb:
Falls dem überhaupt so ist. Wir reden hier über eine sechstellige Summe. Da wird hier meiner Meinung nach extrem leichtfertig mit "hey, so viel kann man sich die Lebensqualität schon mal kosten lassen" um sich geworfen.
Es sei angemerkt, dass die Absicherung durch ein verkäufliches Objekt wegällt, wenn mal der Job, die Arbeitsfähigkeit, eine Scheidung, irgendwas anderes die Lebensplanung kreuzt... dann ist da ein Kredit offen, dem was genau entgegen steht?
Der ist sicher ungewöhnlich bis skurril, aber wieso nicht?
Da kann man ziemlich sicher gegen wetten. Wie kommt man auf sowas? Die Leute wollen mehrheitlich zu den Jobs, Kinder gibt's weniger und die paar Menschen, die das anders sehen, kriegen doch keine Kleinstadt zusammen irgendwo in der Pampa.Eine sehr gute Argumentation. Daran habe ich noch nicht gedacht. Bei der Scheidungsrate heutzutageA
armmitcharme05.10.18 14:33@Obstlerbaum : Wir müssten auch in dieses Haus investieren, das stimmt, aber es ist erstaunlich gut in Schuss gehalten worden. Die Heizung (Öl) wurde erst 2015 komplett neu gemacht, alle Fenster im Haus 2012 erneuert. Gedämmt wurde zuletzt 2005. Das Dach muss auf Dauer gemacht werden, aber ist noch in Ordnung. Das Gleiche gilt für die Elektrik. Ein Bad ist 2015 komplett neu gemacht worden (und echt schick) , das würde uns erst mal reichen. Die anderen beiden würden wir machen, wenn die Kinder ein eigenes Bad wollen.
Bis wir einziehen und erst mal gut leben könnten müssten wir (Fachmannschätzung) so circa 20 000 investieren, das aber schon inklusive neuer Küche.
Wie gesagt, das Haus ist mehr wert, ich denke der Besitzer würde es uns so günstig geben, weil meine Mama von ihm hektarweise Land gekauft hat und er genervt davon ist, dass er ständig hinfahren muss. Er wohnt 200km entfernt und fährt jedes Wochenende zu seiner Mutter, weil sie seine Hilfe braucht, entsprechend belastet ist er von der Situation.
@Garten2 und @11ant : ja, WG haben wir uns auch schon überlegt, aber das möchte die alte Dame auf keinen Fall. Sie ist Nichtmal zur Hochzeit ihrer Enkelin gefahren, weil sie ihre Ruhe haben möchte.
Ich weiß nicht wie hoch der Marktpreis im Mittel in den umliegenden Dörfern ist, wobei ich ja irgendwie glaube, dass es so schlecht nicht sein kann. Man braucht von hier 50min nach Bonn, 1h10min nach Köln, 25 in die nächste mittelgroße Stadt und hat die nächsten kleineren Städte in 15min erreicht. Also es wundert mich schon sehr, dass die Leute lieber eingeengt in der Stadt wohnen wollen.
@Mottenhausen : Jep, Grundschule und Kita sind Nichtmal zehn Minuten zu Fuß entfernt, das ist uns auch wichtig. Zu den weiterführenden Schulen muss man hier 20min Bus fahren, das wäre aber in jedem Dorf in dem wir uns vorstellen könnten zu wohnen so.
@Zaba12 : Das Haus, egal welches, wäre für uns keine Altersvorsorge. Punkt. Selbst wenn wir die 300k komplett verlieren (400k sind glaube ich wirklich zu hoch gegriffen, ich mag keine großen Häuser und wir wollen als einzigen Luxus einen Kachelofen), dann ist das eben so und wir haben 20-50 Jahre dafür schön gelebt. Gäbe es das andere Haus nicht in Aussicht, würden wir auf jeden Fall da hinbauen. Ich rechne vorsichtshalber immer nur mit meinem Gehalt und sogar so als würde ich nie eine Gehaltserhöhung bekommen, aber mein Mann studiert Informatik. Spätestens sobald er fertig ist dürften wir keine großen Probleme haben für das Alter zurückzulegen (wir sind beide unter 30).
@Kekse : Ich stimme dir voll zu und danke dir für deine Meinung. Du hast schon Recht, wir können uns nicht einfach etwas herbeiwünschen. Ich will, dass unsere Kinder dort aufwachsen und muss dafür vielleicht einfach mal über meinen Schatten springen..
Was bald in dem Ort noch frei wird ist ein ca. 300qm großes Fachwerkhaus, aber nein danke, das tu ich mir nicht an.
@Matthew03 : Sehr guter Punkt den du da anbringst. Man kennt die Leute und die wollen eigentlich gute Arbeit leisten. Darüber habe ich noch gar nicht richtig nachgedacht. Vielleicht hätte ich mir nicht so viele von diesen Horrordokus anschauen sollen.
@Wickie : Wichtiger Punkt. Obwohl meine Mama grade mal 55 Jahre jung ist. Aber wir möchten so richtig richtig aufs Land und zwar hier in der Gegend, da bin ich sicher. In ein anderes Dorf zu gehen wäre vielleicht praktisch, wenn da grade ein gutes Haus zu kaufen wäre, aber irgendwie doch schade, wenn man dann genau die 5 Kilometer weiter weg zieht die man dann immer mit dem Auto fahren muss. Außerdem ist die Kita wirklich toll und wir wollen eigentlich auch in genau die.
@Fummelbrett : Die Praxis, auf welche ich mein Auge geworfen habe, ist 15min weg. Einen kürzeren Arbeitsweg möchte ich auf keinen Fall. Von allen erfahrenen Kollegen wurde mir sehr stark davon abgeraten die Praxis ins eigene Haus zu bauen, da man sonst als immer verfügbar gilt. Klar, kann jeder gerne jederzeit bei mir schellen, wenn er dringend etwas braucht, aber Freitagabend um 21h wegen leichten Rückenschmerzen vom Sofa geklingelt werden, würde ich nicht grade toll finden.
@chand1986 : Du sprichst an was passiert, wenn es hart auf hart kommt. Das ist wichtig. Also, sollte ich zum Beispiel krank werden, bevor mein Mann zu Ende studiert hat, dann hat mein Mann immer noch eine fertige Ausbildung und Arbeitserfahrung als Erzieher, dazu kommt meine Berufsunfähigkeitsversicherung. Den Kredit könnte man davon nach meinen Rechnungen weiter abbezahlen, aber es wäre hart. Bei einer Scheidung (wobei ich daran gar nicht denken will Ich liebe meinen Mann so sehr ), könnte ich weiter den Kredit abbezahlen.
Wenn im schlimmsten Fall weder ich noch mein Mann arbeitsfähig sind und zudem der Kredit noch komplett offen, naja, dann müsste ich entweder meinen Bruder, um Hilfe bitten oder meinen Vater oder meine Mama vorzeitig um einen Teil des Erbes bitten. Das wäre doof, aber vor dem Ruin würden wir immer noch nicht stehen. (Die insgesamt zu erwartende Erbschaft ist für meinen Bruder und mich jeweils knapp 7-stellig, aber ich will lieber dass meine Mama für immer lebt und ihr Geld selbst ausgeben kann.)
@apokolok : Mit der Bank haben wir schon gesprochen und sofort ein sehr gutes Angebot bekommen. Also das wäre wirklich sicher in Sack und Tüten, da müssen wir uns keine Sorgen machen.
Komplett fehlende Infrastruktur? Kita und Grundschule fußläufig? Arbeitsstelle 15min weg? Nächste größere Stadt (110 000 EW) 25min weg? Was fehlt dir denn da?
Also mehr möchte ich nicht zum Leben. Dass wir auf dem Land leben wollen ist klar, darum geht dieser Thread auch nicht.
Bis wir einziehen und erst mal gut leben könnten müssten wir (Fachmannschätzung) so circa 20 000 investieren, das aber schon inklusive neuer Küche.
Wie gesagt, das Haus ist mehr wert, ich denke der Besitzer würde es uns so günstig geben, weil meine Mama von ihm hektarweise Land gekauft hat und er genervt davon ist, dass er ständig hinfahren muss. Er wohnt 200km entfernt und fährt jedes Wochenende zu seiner Mutter, weil sie seine Hilfe braucht, entsprechend belastet ist er von der Situation.
@Garten2 und @11ant : ja, WG haben wir uns auch schon überlegt, aber das möchte die alte Dame auf keinen Fall. Sie ist Nichtmal zur Hochzeit ihrer Enkelin gefahren, weil sie ihre Ruhe haben möchte.
Ich weiß nicht wie hoch der Marktpreis im Mittel in den umliegenden Dörfern ist, wobei ich ja irgendwie glaube, dass es so schlecht nicht sein kann. Man braucht von hier 50min nach Bonn, 1h10min nach Köln, 25 in die nächste mittelgroße Stadt und hat die nächsten kleineren Städte in 15min erreicht. Also es wundert mich schon sehr, dass die Leute lieber eingeengt in der Stadt wohnen wollen.
@Mottenhausen : Jep, Grundschule und Kita sind Nichtmal zehn Minuten zu Fuß entfernt, das ist uns auch wichtig. Zu den weiterführenden Schulen muss man hier 20min Bus fahren, das wäre aber in jedem Dorf in dem wir uns vorstellen könnten zu wohnen so.
@Zaba12 : Das Haus, egal welches, wäre für uns keine Altersvorsorge. Punkt. Selbst wenn wir die 300k komplett verlieren (400k sind glaube ich wirklich zu hoch gegriffen, ich mag keine großen Häuser und wir wollen als einzigen Luxus einen Kachelofen), dann ist das eben so und wir haben 20-50 Jahre dafür schön gelebt. Gäbe es das andere Haus nicht in Aussicht, würden wir auf jeden Fall da hinbauen. Ich rechne vorsichtshalber immer nur mit meinem Gehalt und sogar so als würde ich nie eine Gehaltserhöhung bekommen, aber mein Mann studiert Informatik. Spätestens sobald er fertig ist dürften wir keine großen Probleme haben für das Alter zurückzulegen (wir sind beide unter 30).
@Kekse : Ich stimme dir voll zu und danke dir für deine Meinung. Du hast schon Recht, wir können uns nicht einfach etwas herbeiwünschen. Ich will, dass unsere Kinder dort aufwachsen und muss dafür vielleicht einfach mal über meinen Schatten springen..
Was bald in dem Ort noch frei wird ist ein ca. 300qm großes Fachwerkhaus, aber nein danke, das tu ich mir nicht an.
@Matthew03 : Sehr guter Punkt den du da anbringst. Man kennt die Leute und die wollen eigentlich gute Arbeit leisten. Darüber habe ich noch gar nicht richtig nachgedacht. Vielleicht hätte ich mir nicht so viele von diesen Horrordokus anschauen sollen.
@Wickie : Wichtiger Punkt. Obwohl meine Mama grade mal 55 Jahre jung ist. Aber wir möchten so richtig richtig aufs Land und zwar hier in der Gegend, da bin ich sicher. In ein anderes Dorf zu gehen wäre vielleicht praktisch, wenn da grade ein gutes Haus zu kaufen wäre, aber irgendwie doch schade, wenn man dann genau die 5 Kilometer weiter weg zieht die man dann immer mit dem Auto fahren muss. Außerdem ist die Kita wirklich toll und wir wollen eigentlich auch in genau die.
@Fummelbrett : Die Praxis, auf welche ich mein Auge geworfen habe, ist 15min weg. Einen kürzeren Arbeitsweg möchte ich auf keinen Fall. Von allen erfahrenen Kollegen wurde mir sehr stark davon abgeraten die Praxis ins eigene Haus zu bauen, da man sonst als immer verfügbar gilt. Klar, kann jeder gerne jederzeit bei mir schellen, wenn er dringend etwas braucht, aber Freitagabend um 21h wegen leichten Rückenschmerzen vom Sofa geklingelt werden, würde ich nicht grade toll finden.
@chand1986 : Du sprichst an was passiert, wenn es hart auf hart kommt. Das ist wichtig. Also, sollte ich zum Beispiel krank werden, bevor mein Mann zu Ende studiert hat, dann hat mein Mann immer noch eine fertige Ausbildung und Arbeitserfahrung als Erzieher, dazu kommt meine Berufsunfähigkeitsversicherung. Den Kredit könnte man davon nach meinen Rechnungen weiter abbezahlen, aber es wäre hart. Bei einer Scheidung (wobei ich daran gar nicht denken will Ich liebe meinen Mann so sehr ), könnte ich weiter den Kredit abbezahlen.
Wenn im schlimmsten Fall weder ich noch mein Mann arbeitsfähig sind und zudem der Kredit noch komplett offen, naja, dann müsste ich entweder meinen Bruder, um Hilfe bitten oder meinen Vater oder meine Mama vorzeitig um einen Teil des Erbes bitten. Das wäre doof, aber vor dem Ruin würden wir immer noch nicht stehen. (Die insgesamt zu erwartende Erbschaft ist für meinen Bruder und mich jeweils knapp 7-stellig, aber ich will lieber dass meine Mama für immer lebt und ihr Geld selbst ausgeben kann.)
@apokolok : Mit der Bank haben wir schon gesprochen und sofort ein sehr gutes Angebot bekommen. Also das wäre wirklich sicher in Sack und Tüten, da müssen wir uns keine Sorgen machen.
Komplett fehlende Infrastruktur? Kita und Grundschule fußläufig? Arbeitsstelle 15min weg? Nächste größere Stadt (110 000 EW) 25min weg? Was fehlt dir denn da?
Also mehr möchte ich nicht zum Leben. Dass wir auf dem Land leben wollen ist klar, darum geht dieser Thread auch nicht.
apokolok schrieb:
Ich verstehe auch nicht ganz, wie eine einzige Großmutter die offensichtlich komplett fehlende Infrastruktur ausgleicht. Wie kann man das denn nicht verstehen? Bin entsetzt, dass einem die Straßenbahnanbindung wichtiger sein kann, als die Nähe zu einem geliebten Menschen.Als Ärztin hat sie nahezu die freie Auswahl, wo sie sich niederlässt - alle empfangen sie mit Kusshand. Fehlende Infrastruktur erhöht vermutlich sogar noch ihre Nachfrage.
Das die Beziehung stabil ist, davon geht man bei 1 Kind und einem weiteren geplanten erst mal aus.
Wir haben auch in der Pampa gebaut. 400 Riesen versenkt. Uns war klar, dass wir hier niemals das Geld zurück bekämen.
Wir sind sehr glücklich. :P
chand1986 schrieb:
Falls dem überhaupt so ist.Ja, da zweifle ich auch. Ich war mal bei einem MVZ-Entwickler tätig, da habe ich den Eindruck mitgenommen: ein Allgemeinmediziner auf dem Land sitzt auf einem sehr absteigenden Ast.Wickie schrieb:
Langfristig werden meiner Meinung nach die ländlichen Regionen wieder beliebter werden und auch mehr Menschen den Weg aus der Stadt suchen.Aber ob es bei denen dann wirklich gleich Hardcore Pampa werden soll ? - höchstens im Ruhestand.armmitcharme schrieb:
Man braucht von hier 50min nach Bonn, 1h10min nach Köln, 25 in die nächste mittelgroße Stadt und hat die nächsten kleineren Städte in 15min erreicht.Klingt nach Verbandsgemeinde Brohltal oder dergleichen, d.h. Ahrweiler, Cochem und Euskirchen als "mittelgroßen Städten". Da wäre ein kompetentes Forenmitglied nicht weit (wpic, in der "kleineren Stadt" Münstereifel).https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
@zaba: Ist das dieser 5 Jahre alte Beitrag, dessen Link auf YouTube du erwähnt hast?
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