Mineralischen Spachtelboden (Volimea) entfernen

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rookeenator

Hallo zusammen,

in unserem Haus wurde fugenloser mineralischer Spachtelboden von Volimea auf die sich darunter befindenden Granitfliesen (gesamtes EG: Wohnzimmer, Flur, Küche) aufgebracht. Darunter befindet sich die Fußbodenheizung. Wir möchten den Spachtelboden samt Fliesen gern entfernen lassen, um Parkett zu verlegen.

Gibt es hier Erfahrungen, wie man das macht und wie aufwändig das ist? Ich habe gehört, dass der Spachtelboden weggefräst werden muss. Wenn aber die Fliesen noch drunter sind, ist das vielleicht leichter, weil einfach alles weggeschlagen werden kann? Oder doch deutlich aufwändiger weil erst gefräst und dann gemeißelt wird?
Hat da jemand Erfahrungen?

Danke vielmals!
 
KlaRa

KlaRa

Moderator
Hallo Fragesteller.
Zunächst muss man berücksichtigen, dass jede Schicht über dem Estrich den Wärmedurchgangswiderstand erhöht.
Manche Fußbodenheizungssysteme sind (ohne dass der Bauherr das ahnt) bereits knapp ausgelegt. Das Gesamtthema ist außerordentlich umfangreich wie auch komplex. Komplexer, als man dies als Laie erahnt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass durch einen weiteren Aufbau oberhalb vorhandener Schichten die Wärmeabgabe nicht mehr in dem notwendigen Maße erfolgen wird, ist hoch.
Aus diesem Grund ist der Rückbau auch der keramischen Fliesen, so wie geplant, der zweifelos richtige Weg!
Derartige Maßnahmen erfordern allerdings auch die richtige Technik, sowie das Know-How. die Maschienentechnik zu bedienen.
Man kann nun aus vermuteter Kostenersparnis heraus einen Meißel und einen Hammer nehmen und sich in schier endlosem Zeitvertreib damit abmühen, alles bis zur Estrichoberfläche heraus zu schlagen.
Ein beauftragter Fachbetrieb dagegen wird entweder einen pressluftbetriebenen Meißel oder (am Besten und Schnellsten) einem Elektrostripper mit Selbstantrieb verwenden. Bei Großflächen und entsprechend dimensionierten Stripper geht man besser in Deckung, wenn sich dieser mit seinem Meißel Platz verschafft!!
Ein Wohnzimmer ist da eher von keramischen Fliesen befreit, als dem gegenüber ein Handwerker, der mit seinem Hämmerchen und Handmeißel nach 30 Minuten seine erste Pause anstrebt.
Nach dem Rückbau wird die Estrichoberfläche aussehen wie "Kraut und Rüben". Das ist ein Augenblick, wo man die Bauherrschaft besser zum Spaziergang außer Haus einlädt. Für den Handerker nichts Besonderes, danach wird tatsächlich die (weitgehend staubfrei arbeitende) Fräse eingesetzt, danach wird entweder gebürstet (Stahlbürsten) oder geschliffen.
Gut, das mag sich sehr umfangreich anhören, jedoch ist auch für den Laien, sollte er sich denn für die Gesamtmaßnahme ohne ausreichende Technikbegleitung "opfern", genauso verpflichtend, die Regeln der Technik einzuhalten, wie dem Handwerksbetrieb.
Schaut man nur auf das Geld, wird es hinterher meist besonders teuer. Wenn nämlich bei eingerämter Wohnung der Totalschaden droht und die durchgeführte Maßnahme als unbeabsichtigte Wiederholung erfolgen muss.
Insofern: schaue bitte nicht auf Kosten, sondern darauf, dass in einer akzeptablen Zeit mit vernünftigem Zeitaufwand ein Untergrund geschaffen wird, der für die flächige Verklebung von Parkett geeignet ist.
Denn auch der Parkettleger als Folgegewerk wird im Rahmen seiner Vorprüfungen schauen, ob die Estrichoberfläche geeignet ist, dass sich diese dauerhaft mit der Parkettrückseite verbindet.
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Viel Erfolg: KlaRa
 
R

rookeenator

Hallo KlaRa,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Nochmal zur Klarstellung: Das Haus ist zum Glück (noch) leer und die gesamten Arbeiten wollen wir von Profis machen lassen.
Mir geht es erst einmal darum, realistische Einschätzungen über die Machbarkeit zu bekommen. Die ersten angefragten Bodenleger hatten keine Erfahrungen, kannten solchen Spachtelboden gar nicht und haben eher auf Abrissfirmen verwiesen.
Danke vielmals!
 
KlaRa

KlaRa

Moderator
Nun, was in der Fußbodenbranche möglich ist, in handwerklich negativer Hinsicht gesehen, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.
Es gibt "Fachverleger", denen muss man sagen, dass sie vor dem Spachteln eine Grundierung aufbringen müssen.
Oder dass eine Flächenabdichtung an eine Horizontalabdichtung angeschlossen werden muss.
Betreffend "Machbarkeit" ist grünes Licht gegeben!
Ob auf den Fliesen eine Dekorspachtelmasse appliziert wurde oder sonst etwas: das ist unbedeutend.
Die Fliesen werden mit dem Stripper abgeschert, die verbleibenden Reste des Mörtelklebstoffs ist das eigentliche "Problem" und wird durch eine Fräse mit guter Staubabsaugung mühelos (und unter unvermeidbarem Lärm) entfernt.
Frage einfach den Parkettleger an, ob er die Gesamtleistung übernimmt. Das wird er, und vielleicht einen "Sub" für den Rückbau einsetzen, mit dem er schon seit langem zusammenarbeitet. Das ist eigentlich der übliche Weg.
Gruß: KlaRa
 
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