Lohnt sich KNX bei "nur" Raffstore-Steuerung + FBH + PV + KWL?

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Tassimat

Tassimat

Die Geräte sind heutzutage alles Smart, KNX vollkommen überflüssig. Geht alles easy per Handy und sehr komfortabel.
Ja und nein. Man muss schon darauf achten nicht in propietären Apps unterschiedlicher Hersteller festzustecken, da jeder Hersteller meint nur die eigene Apps erlauben zu können. Dann hat man drei Apps parallel auf dem Handy. Ist das smart?

Ich merke das gerade bei der dezentralen Wohnraumläuftung: Entweder man hat etwas herstellerspezifisches mit eigenem Bedienfeld, eine Minifernbedienung pro Raum oder irgendwelche dubiosen Apps. Da bleibt nur noch KNX und das schränkt die Auswahl extrem ein.
 
G

guckuck2

Bei der Gewerke Auswahl wird es kaum funktionale Vorteile geben.
Allerdings denke ich, preislich dürfte es auch kein Nachteil sein. Man erhält dann zB deutlich nettere Optik an den Bedienelementen zB der ERR. Obs den Aufriss wert ist?! Hm.
Bezüglich der PV ist die Frage, was man da steuern will. Wenn Wechselrichter und WP „SG Ready“ sind, haben beide Geräte idR entsprechende Aus/Eingänge, die direkt verkabelt werden. Da brauchts keinerlei Zwischenschritt, um die WP zur Arbeit zu animieren, wenn die PV gerade Strom erzeugt. Wenn man KNX hätte, legt man diese IO Ports auf Binäreingänge bzw Schaltaktoren, um die Infos auf dem Bus zu haben.
Interessant kann die visualisierung der Verbräuche, Erzeugung etc sein. Das braucht man zu Abrechnungszwecken aber eh. Die WR haben so oder so entsprechende Funktionen intus oder man kann von Zwischenzählern die Verbräuche abnehmen und an einen Datenlogger übergeben, der dann hübsche Graphen malen kann.
WP genau das gleiche. Neben der Visualisierungsmöglichkeit, die eher Spielkram ist, nutze ich da nur die Möglichkeit der Betriebsmodi Umschaltung. Wenn das Haus im Urlaub ist, wirkt das automatisch mit auf die WP. Ansonsten übergebe ich Innentemperaturen aus den Räumen, da die WP dies als weiteren Indikator nehmen kann, ob sie nun heizen soll oder nicht. Der Hersteller empfiehlt das und verkauft dazu hässliche, proprietäre, teure Steuerdinger für die Räume. Der Vezicht darauf hat das KNX Modul für die WP mehr als refinanziert.
 
B

boxandroof

Unabhängigkeit von PV läuft eine LWWP tagsüber wenn es weniger kalt ist ohnehin effizienter, das sollte man per Timer über die WP ausnutzen können. Kommt PV dazu setzt man den Timer z.B. für Warmwasser auf mittags statt auf nachmittags, ist dann noch kühlerer, aber mit mehr Sonne.

Die WP intelligent an PV zu koppeln ist sicher reizvoll, wird nicht mehr sehr viel bringen wenn man obigen Effekt schon ausnutzt. Speziell im Winter läuft sie tagsüber idealerweise durch und PV Strom geht dann ohnehin wenig ins Netz. Man könnte jetzt in der Übergangszeit mal auf Vorrat für die nächsten Tage vorheizen wenn die Sonne scheint und das Wetter schlechter wird. Sowas bildet man aber nicht mit einer einfachen Kopplung ab. Eine App Steuerung wäre hierfür geeignet, um das mal eben nach Lesen des Wetterberichres einzustellen.

Hilfreich ist wenn die WP modulierend ist und mit wenig Leistung auskommen kann. Unsere macht z.B. mit 500W Warmwasser, selbst bei Regen liefert die PV Anlage das i.d.R. zur Mittagszeit.

Steuerung Heizung und KWL ist bei uns nicht sichtbar. An zentraler KWL muss man ohnehin nichts einstellen. Bei Raffstores* sind nur einfache Funkschalter sichtbar. Wüsste nicht was ich da koppeln sollte. Die Raffstores stelle ich 2x im Jahr von Sommer auf Winter (per Astrotimer/ Sonnenaufgang) bzw. umgekehrt: Wärme ins das Haus lassen/nicht reinlassen.
 
H

hampshire

Bisher ging ich davon aus, dass
  • PV (hat KNX überhaupt einen Einfluss?)
  • FBH (ERR wird nicht vorgesehen)
  • KWL (wird bei Bedarf selbst in der Stufe verstellt)
auch perfekt ohne KNX funktionieren.
Ich sehe keinen Zusatznutzen für PV. Für effizienten PV Einsatz gibt es Hybrid Wechselrichter. Die kann man über ein Web Interface beobachten und konfigurieren. Danach läuft alles. Monitoring ebenfalls über Web Interface.

Heizung / Kühlung / Lüftung / Verschattung mit einem Standardsystem, welches gute Chancen hat auch in 20 oder 30 Jahren noch updatefähig und wartbar zu sein hat folgende Nutzen:
  • Herstellerunabhängigkeit —> Sicherheits- und Auswahlnutzen jetzt und später
  • Offener Standard —> Update / Nachkauf / Reparatur / Service langfristig eher gesichert.

Was für mich gegen eine Hochtechnisierung eines Hauses spricht ist die Erfahrung mit Eltern und Schwiegereltern, dass die Dinge im Haus zur Last werden wenn sie nicht mehr verstanden werden - da muss nur eine kleine Fehlermeldung auftreten, ein Update anstehen, eine Verschattung herunterfahren wenn man es nicht will und man vergessen hat wie man eingreift, ein Licht zu viel automatisch eingeschaltet bleiben...
Mein Vater, der als Ingenieur so Einiges hat einbauen lassen und damit Bestens zurecht kam ist nun an Alzheimer erkrankt. Er fühlt sich nach wie vor für die Haustechnik verantwortlich und verstellt immer wieder etwas. Man könnte sagen - dann muss er eben in ein Heim - aber doch nicht ernsthaft nur wegen der Haustechnik! Man könnte sagen - dann muss man die Systeme eben sichern und die Hilfe / Ehefrau soll lernen wie alles funktioniert - das ist völlig praxisfern. Man könnte aber auch einfach vorsorgen und die Komplexität der Welt vor der Haustüre enden lassen.
 
untergasse43

untergasse43

Mein Vater, der als Ingenieur so Einiges hat einbauen lassen und damit Bestens zurecht kam ist nun an Alzheimer erkrankt. Er fühlt sich nach wie vor für die Haustechnik verantwortlich und verstellt immer wieder etwas. Man könnte sagen - dann muss er eben in ein Heim - aber doch nicht ernsthaft nur wegen der Haustechnik! Man könnte sagen - dann muss man die Systeme eben sichern und die Hilfe / Ehefrau soll lernen wie alles funktioniert - das ist völlig praxisfern. Man könnte aber auch einfach vorsorgen und die Komplexität der Welt vor der Haustüre enden lassen.
Sorry, aber das ist trotz der Schwere der Situation kein Argument. Ich kann doch nicht alles konventionell machen, wenn "schlaue" so viel mehr Nutzen hat, nur weil ich irgendwann mal möglicherweise krank werden könnte. Wenn er was verstellen kann, was problematisch werden könnte, dann muss das eben abgestellt werden! Was ist das denn? Jalousien rauf und runter kann er auch konventionell. Thermostate könnte man bei KNX im Gegensatz zu Konventionell mal eben per Programmierung stilllegen und ggf. noch eins versteckt einbauen, wo nur die Frau Zugriff hat. Die Taster, an denen er bisher Unheil anrichten könnte, werden dann eben umprogrammiert. Mit fester Verkabelung macht man das nicht mal so eben leicht.

Ich kenne das aus erster Hand, wenn der demente Ingenieur meint, die Heizkurven umprogrammieren zu müssen. Dann muss man das eben verhindern! Auf die Idee, von vornherein keine Heizung einzubauen, käme ja nun auch niemand. Bleibt die Tür zum Heizraum halt zu!
 
H

hampshire

Mann kann es sehen und bewerten wie man will. Wir laufen an allen Ecken und Enden in die Überforderung. Da mache ich zu Hause eben nicht mit - dafür ist es nicht mehr weit genug bis zum Alter. Das war nun der zweite Bau, noch mal habe ich nicht vor.
 
Zuletzt aktualisiert 04.10.2022
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