Laufende Kosten eines Passivhauses?

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Guten Morgen zusammen!

Meine Frau und ich hatten gestern begonnen, unser Budget in Vorbereitung des Baus eines Passiv- oder zumindest KfW 40 Hauses (130 - 150 qm, 5 Zimmer, 2 Kinder und wir beide) aufzustellen.
Dabei war mir nicht klar, mit welchen monatlichen laufenden Kosten wir etwa rechnen müssen. Bisher haben wir monatlich 325 Euro in der Planung - d. h. inkl. Strom, Wasser, Müll undwasnochsoalles jeden Monat beim Haus anfällt, also 2,17 Euro pro Quadratmeter bei 150 qm.
Ist das ausreichend, gerade wenn das Haus vermutlich eher 130 - 140 qm groß sein wird, und sind dann auch wirklich *alle* laufenden Kosten (natürlich bis auf die Kreditraten) abgedeckt?

Danke Euch im Voraus!

Beste Grüße,
Christian

P.S: Würdet Ihr eigentlich mit oder ohne Keller bauen, und inwiefern würde das die laufenden Kosten beeinflussen? Wir tendieren eher zu einem Keller, wissen aber nicht, ob wir es finanziert bekommen.
Unser Favorit ist derzeit übrigens Viebrockhaus, aber wir schauen gerade auch im Göttinger Umkreis.
 
Zuletzt bearbeitet:
Strom, Wasser, Müll kannst du bei deiner Gemeinde erfragen. Hausversicherungen kosten noch mal (bei uns ca 300 € für Hausrat und Haftpflicht inkl. Feuer, Sturm, usw.). Grunderwerbsteuer kommt auf den Hebesatz deiner Gemeinde darauf an - das kann noch mal von 70 bis über 500 € pro Jahr sein - je nachdem wie groß dein Grundstück, Haus ist und welcher Hebesatz gesetzt wurde.
Heizung ist bei einem Passivhaus ja kein großes Thema, wenn eine kwl mit WRG eingesetzt wird, hast du natürlich wieder Stromkosten für dieses Ding - UND Stromverbrauch laut Hersteller hat mit tatsächlichem Stromverbrauch leider oftmals nichts zu tun.
 
Die Frage nach den monatlichen Kosten, lässt sich meiner Meinung nach kaum beantworten.
Keiner kennt Euren Stromverbrauch, da wir nicht wissen, ob ihr alte, oder neue Geräte habt, wie oft ihr den Trockner anschmeisst (wir momentan fast täglich ) und wie oft ihr den Backofen laufen habt, wie viele Gefriertruhen im Betrieb sind.

Wir haben ein KfW 55 Haus, und kommen mit folgenden Zahlungen aus:

ca 45 € Gas pro Monat zum Heizen/Kochen und Warmwasser (Gestutzt durch Solar für Warmwasser)
ca 60-70 € Strom
40 € an die Gemeinde für Wasser und Grundsteuer
20 € Müll
50 € Versicherungen rund ums Haus und Risikoversicherungen
50 € Telefon und Internet
18 € GEZ
30 € Anteilige Baukosten in der Gemeinde als wiederkehrender Beitrag
35 € Wartung der Heizung, Lüftung, Weichwasseranlage

Das ist natürlich alles ganz grob abgeschätzt. Was noch dazu kommt sind bei uns ca 150 € Spritmehrkosten, und 70 € Fahrkarte, da wir jetzt nen deutlich weiteren Arbeitsweg haben, und auch nicht mal eben zum Supermarkt laufen können, wie das in der Mietwohnung der Fall war. Sparen für mögliche Reparaturen am Haus in ein paar Jahren, sollte man auch noch.


So generell muss ich sagen, wir haben uns relativ schnell vom Passivhausgedanken verabschiedet, da die Kosten unverhältnismäßig hoch waren, im Gegenzug zu den zu erwarteten Kosteneinsparungen beim Verbrauch.
KFW 70 war angepeilt, KfW 50 ist es dann geworden.

Zum Keller, muss jeder selbst wissen, ob er ohne auskommt. Wir haben keinen, da uns das Geld einfach zu teuer war, um mal eben 50 000 € mehr zu investieren. Das Resultat wäre gewesen, dass wir im Wohnbereich statt der 150 qm nur 120 qm gehabt hätten.
Wir haben aktuell keinen, vermissen ihn aber, da wir auch noch keine Garage haben... ist diese irgendwann mal gebaut, können wir vielleicht endlich innen etwas ausmisten. Momentan stehen eben 2 Kinderwägen ein Dreirad und sonstiges Zeug im Flur unter der Treppe... das will man eigentlich nicht direkt im Haus haben.
 
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Hallo Christian,

Meine Frau und ich hatten gestern begonnen, unser Budget in Vorbereitung des Baus eines Passiv- oder zumindest KfW 40 Hauses (130 - 150 qm, 5 Zimmer, 2 Kinder und wir beide) aufzustellen.
Ein PH macht nur dann Sinn, wenn auch tagsüber eine Person im Haus ist - bei der Berechnung zum PH-Standard wird auch die Körperwärme der Bewohner berücksichtigt. Was es bedeutet, wenn das Haus weitestgehend leer steht, kannst Du wundervoll am Beispiel eines Musterhauses in Lehrte beobachten. Der grüne Kollege Wettbewerber wollte mit diesem Musterhaus zeigen, was er zu Leisten im Stande ist. Mit dem Ergebnis, daß die dort tätigen Kollegen in der Übergangszeit und Wintertags mit einem Heizlüfter im Büro sitzen. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich dann das sogenannte Sonnenhaus, welches sich um einen 7000-l Pufferspeicher schmiegt.

Der andere Aspekt ist natürlich, daß ein PH ein Gebäude ist, in welchem eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem zu erreichen ist. Es soll erhöhten Wohnkomfort bei einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/(m²a) und einem Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom von unter 120 kWh/(m²a) bieten. Bedeutet natürlich, daß Du viel Geld in die Hand nehmen mußt.

Wirtschaftlich sinnvoll ist aus meiner Sicht aktuell KfW 70; beim Kollegen roter Wettbewerber auch KfW 55, weil es dessen Wandaufbau sowieso hergibt. Einzig die Abluftwärmepumpe sollte durch ein anderes System ersetzt werden.

Was sind die Gründe, daß Du über KfW 40 bzw. PH nachdenkst?

Dabei war mir nicht klar, mit welchen monatlichen laufenden Kosten wir etwa rechnen müssen. Bisher haben wir monatlich 325 Euro in der Planung - d. h. inkl. Strom, Wasser, Müll undwasnochsoalles jeden Monat beim Haus anfällt, also 2,17 Euro pro Quadratmeter bei 150 qm.
Wenn Du bei KfW 55 bleibst - Standard des roten Kollegen Wettbewerbers, wirst Du mit Deinen o.g. Kosten nicht hinkommen. Er verbaut standardmäßig eine Abluftwärmepumpe und diese reicht nicht aus, ein Haus vernünftig zu beheizen. Das I-Net ist voll von Bauherren, welche ernüchternd zur Kenntnis genommen haben, daß ein Haus unterhalb PH-Standard mit diesem System, welches dem Grunde nach einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit WRG entspricht, gerade nicht komfortabel beheizt werden kann.

P.S: Würdet Ihr eigentlich mit oder ohne Keller bauen, und inwiefern würde das die laufenden Kosten beeinflussen? Wir tendieren eher zu einem Keller, wissen aber nicht, ob wir es finanziert bekommen.
Mit dieser Frage sehe ich mich tagtäglich konfrontiert und antworte Dir daher so, wie ich es unseren Interessenten auch erkläre.

Ein Keller ist aus meiner Sicht nur dann sinnvoll, wenn er sich entweder aus einer Hanglage ergibt (die erforderlichen Erdarbeiten bei einem solchen Grundstück sind nicht ohne, so daß sich ein Keller allemal rechnet) oder aber der Keller zum Wohnraum ausgebaut wird. Denn in aller Regel passiert bei einem reinen Nutzkeller folgendes: der Wunschkeller wird vollständig als Abstellraum genutzt. Vlt. wird im hinteren, größeren Keller noch ein-/zweimal gefeiert; bald merkt aber der Part, welcher für die Hausarbeit zuständig ist, daß die Terrasse sowie der Garten wesentlich einfacher von den Hinterlassenschaften einer Party zu befreien sind. Danach beherbergt der Keller noch die Hausanschlüsse, ggf.. Waschmaschine und Trockner und einen Vorratsraum - der Rest wird als Lager benutzt. Für Umzugskartons, Möbel, von welchen sich die Bauherren nicht trennen wollen, Deko usw.

Bei einem Haus der Größe 140/150 qm kostet der reine Nutzkeller in etwa TEUR 40, zum Wohnraum ausgebaut nochmals + TEUR 20 für erforderliche Dämmung, Fußbodenheizung, Wohnraumfenster und Innenputz. Die Boden- und Wandbeläge noch nicht eingerechnet. Für dieses Geld kannst Du besser oberirdisch bauen; es sei denn, Du willst einen Nutzgarten anlegen und brauchst Lagerfläche für die Ernte von Kartoffeln & Co., wie es die Generation unserer Eltern vorgelebt hat.

Die lfd. Kosten erhöhen sich nur dann, wenn es ein Wohnkeller werden soll; bei einem Nutzkeller hast Du "nur" vorne einen höheren Invest, welchen Du bei der Finanzierung berücksichtigen mußt.

Liebe Grüsse, Bauexperte
 
Wir sind Ende Januar in unser KfW 40 Haus mit rund 160 m² Wohnfläche eingezogen. Seit dem beobachte ich den Stromverbrauch für unsere Luft-Wasserwärmepumpe und von Ende Januar bis jetzt ergibt sich ein Schnitt von ca. 8 kW pro Tag für Heizung und Warmwasser.

Aber beachten muss man halt auch, dass es in dieser Zeit überdurchschnittlich warm war und der Verbrauch in einem strengen Winter sicherlich signifikant höher sein wird.

Die Frage nach den sonstigen laufenden Kosten, musst du dir selbst beantworten. Das hängt von der Anzahl der Personen im Haushalt, dem Lebensstil, dem Wohnort und noch einigen anderen individuellen Faktoren ab, die man als Außenstehender nicht seriös einschätzen kann.

Zur Kellerfrage. Wir haben keinen und vermissen ihn auch nicht. Ich teile da Bauexperte`s Meinung. Ein Nutzkeller wird oft zur Rumpelkammer und zumindest bei mir ist es so, dass ich meist zu faul war die Sachen in der damaligen Mietwohnung ständig runter und wieder rauf zu schleppen. D.h. Dinge des „täglichen“ Gebrauchs finden irgendwann automatisch ein anderes Fleckchen irgendwo im Haus, der Garage oder im Garten und im Keller ist dann oft nur noch Gerümpel. Dafür 40-50 TEUR in der Erde zu verbuddeln war mir die Sache nicht wert.
 

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