Lage Stadtvilla oder EFH auf 500 m2 Rechteck

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Ich finde, die ganzen Geschehnisse lassen nur tief in die Situation des GÜ blicken.
Schon seit Basel II empfinde ich eine Tendenz, daß die BT und zunehmend auch die GU die Liquidität an die Kunden (Käufer bzw. Bauherren) outsourcen. Früher war es bei BT eher die Regel als die Ausnahme, daß Objekte erst im Entstehen vermarktet wurden - nicht selten erst richtfestnah. Heute ist schon als Regel üblich, on demand zu agieren und oft sogar den Bagger erst mit unterschriebenem Bauvertrag zu bestellen. Die GU haben dabei nachgezogen, vermehrt sind sie als mehr oder weniger "Briefkasten-GU" mit inklusive Bauleiter und Bürokraft nicht selten nur vier fest Angestellten aufgestellt. Immer mehr Goldgräber suchen da ihr Glück im dünnen Hemdchen im Wind und versuchen ihre Marge liquiditätsmäßig damit aufzubessern, als Man in the Middle nach beiden Seiten die Zahlungsziele zu optimieren. Du scheinst mir mit Deinem GU gut bedient zu sein, wenn auch nicht so glücklich wie @goalkeeper. Aber global muß man heute eigentlich jedem Bauherrn raten, quartalsweise vor dem Übertritt in die nächste Zahlungsplanstufe eine Wirtschaftsauskunft zu ziehen.
 
Damals hieß es noch 70cm, Angebot also über 40cm für mich. Während des Austauschs wurde ich dann auf die Baustelle gerufen, da der Tiefbauer beim Ausheben entdeckt hatte, dass es doch 1m sein müsse. Ich also im Kopf überschlagen ok also kommen 3/4 nochmal drauf - Mist. Am Ende wurde es noch mehr.
Überweisungsnachweis, aber das ist alles so anstrengend.
Willkommen im Club - das ist alles normal und nicht speziell nur bei Dir so ;)
dass mein Verhalten irgendwie nicht in Ordnung sei.
Hatte ich das überlesen? Wie hattest Du Dich denn verhalten, dass die das thematisiert haben?
 
Danke, gibt's nen Willkommens - Cocktail?

Naja, dass ich die Zahlung zurück gehalten habe "nur" weil die Rechnung ohne Erklärung1000 EUR höher war als erwartet, wurde wohl mit Unmut aufgenommen.
Im Erläuterungsschreiben warum sie nun höher war wurde mir mehr oder weniger die Schuld fürs zu niedrige Angebot gegeben, da ich nach dem Abriss nicht neu vermessen hatte. Naja, jetzt ist wohl alles in Ordnung. Es bleibt ein schaler Geschmack...
 
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Ich habe mich auch sehr geärgert bei den Erdarbeiten. Ich hatte die zwar mit einem Galabauer direkt beauftragt, aber durch den GU koordiniert. Da wurde ausgehoben und abgeschoben. Zwei riesen Hügel hinten auf dem Grundstück. Als wieder angefüllt wurde, musste der Galabauer wieder etliche Tonnen anfahren, die er vorher von mir weggefahren hat. Hat mich dann irgendwas zwischen 500 und 1000 Euro gekostet.

Ich hab ihn natürlich darauf angesprochen und versucht das wieder wegzuhandeln. Argument war, dass man die benötigte Menge ja ziemlich einfach ausrechnen kann und er ja wohl irrtümlich zu viel abgefahren hätte wofür ich ja nicht aufkommen müsste. Tja, da ist er am Telefon fast an die Decke gegangen.

Also erstens scheint sowas wohl leider normal zu sein im Bereich Erdarbeiten. Eben mal 1000€ hier und da, wird sich bei dir noch durch weiter durchziehen. Zweitens würde ich den GU noch nicht zu früh schlechtreden. Wir regen uns auch über etliche Sachen auf dem Bau auf, wo ich denke: "Wofür habe ich denn einen Bauleiter und überhaupt GU?", aber wenn ich dann bei den Nachbarn gucke, was da alles so schief läuft, haben wir wirklich einen guten Fang gemacht.

Kopf hoch, wird schon! Stell dich aber trotzdem darauf ein, wenn dich demnächst wer anruft und fragt, wie es gemacht werden soll - also linksrum oder rechtsrum, dann kostet es 1000€ mehr, egal was du willst. Die Antwort auf jede Frage auf dem Bau ist: 1000€ mehr. Ist halt so.
 
Es war aus dem Baugrundgutachten klar, dass ein Bodenaustausch vorgenommen werden müsste. Hierfür gab es vor Beginn der Arbeiten ein Nachtragsangebot mit den zu erwartenden Volumina und Tonnagen. Dies hatte ich freigegeben.
Kurz nach Beginn der Arbeiten wurde ich auf die Baustelle gerufen, dass statt 70cm (Angabe aus Gutachten) doch 1m ausgetauscht werden müsse. Hatte ich abgenickt (an der Stelle auch keine andere Wahl gehabt) und selbst eine Menge daraus resultierende Mehrkosten geschätzt (+75%). Da war ich eigentlich schon am kotzen.
Letzte Woche kam die Rechnung per Mail ohne Kommentar oder Liefernachweise und war >100% höher als das ursprüngliche Angebot.
Da habe ich natürlich gesagt, ich kann das nicht einfach so bezahlen, ohne nachvollzogen zu haben, woher diese Mehrkosten kommen.
+3d: Originalrechnung mit Liefernachweisen vom Kieswerk. Gesamtsumme der Tonnage korrespondierten sogar zu einer noch größeren Summe...
+3d: Erläuterung das nicht nur mehr ausgetauscht sondern auch über umgebendes Geländeniveau erhöht werden musste, um die Höhe in der Baugenehmigung zu erreichen. Die beigegten Liefernachweise waren wohl nicht korrekt, neue Berechnung der verbauten Menge die plausibel zur Rechnung passt. Formulierung größtenteils fachlich, aber mit Schuldabweisung (durch indirekte Schuldzuweisung an mich) und ohne jegliche Entschuldigung.
Parallel Mail vom ausführenden Sub, wo denn das Geld bliebe (bei einem Zahlungsziel gegenüber GÜ, zum Tag davor).

Mich ärgert auch weniger der Umstand eines Mehraufwands an sich, wobei das auch schon Kopfschmerzen macht, sondern eher wie von seiten des GÜ und der Subs damit umgegangen wird, dass ich sowas halt erklärt haben möchte und nicht einfach so mehr bezahle.
 
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