Lastogum Fermacell Bodenaufbau Ziegelreihe Bodenplatte

"Estrich / Bodenbeläge / Fliesen / Parkett" erstellt 3. 12. 2018.

Innenabdichtung Boden und Wandanschluss 4.4 5 5votes
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  1. Pajero

    Pajero

    3. 12. 2018
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    Ein freundliches Grüß Gott an alle hilfsbereiten Forennutzer...

    Leider habe ich ein etwas spezielles Problem (daher der etwas längliche Text), für das ich bislang keine fundierte/zur Realisierung mit gutem Gefühl geeignete Lösung gefunden habe. Über Tipps von erfahrerenen Bauherren/Sanierern würde ich mich sehr freuen!

    Zur Ausgangssituation: Altbau 60er Jahre,nicht unterkellert, Bodenplatte Beton (darunter 30cm Bauschutt), Außenwände Ziegel, Horizontalsperre baujahrstypisch ab der ersten Ziegelreihe, kernsaniert und ausgebaut, leichte Hanglage (Nordzimmer liegt knapp über dem Erdboden, Südseite ca. 1,50 darüber),von uns bewohnt seit 2 Jahren, keine weiteren Probleme

    Problem: Erdiger Geruch und Feuchtigkeit seit Sommer 2018 im Nordzimmer (dort auch Schimmelbefall der Möbel und Kleidung, NICHT Wände) und Bad, intensiv nach Öffnen der Türschwellen

    Ursache: falsche Dichtmasse von befreundetem Fachmann empfohlen (PCI Lastogum; für Spritzwasser im Duschbereich, nicht gegen eindringende Erdfeuchte), im gesamten EG verwendet ("das habe ich schon immer so gemacht; hat immer funktioniert").

    Folge: Masse an der Wand unterhalb Horizontalsperre abgelöst und gummiartig erweicht; Bodenaufbau (Fermacell Trockenestrich; ebenfalls falsch beraten, wie wir jetzt wissen, da teilorganisch) feucht und bakterienbefallen

    aber:
    Lastogum auf Bodenplatte weiterhin dicht/hart und gut mit Beton verbunden
    Probleme bestehen nur in Nordzimmer und Bad

    Plan: Rückbau des Bodens in Nordzimmer und Bad; sachgerechte Abdichtung bis über Horizontalsperre und neuer Bodenaufbau mit anorganischem Material; Belassen des Bodens im Rest vom EG, solange dort keine manifesten Probleme

    bisherige Infos: mehrere Fachleute widersprechen sich in fast jeder Hinsicht (Vorgehen, welche Räume, Material, Bodenaufbau, genaue Ursache, Innen- oder Außenabdichtung, Gesundheitsgefahr...).
    Derzeit ist die Luftqualität wieder gut und Feuchte unten (durch Winterzeit/korrekte Belüftung wie immer/Bautrockner).

    Nun meine Fragen, mit der Hoffnung auf Eure Hilfe:

    - Kann das intakte Lastogum auf der Bodenplatte verbleiben und die neue Abdichtung darüber eingerichtet werden, oder falls nicht, warum muss es abgefräst werden?
    - wie ist der Wandanschluss am besten zu realisieren?
    - Dichtschlämme oder Bitumenbahn?
    - wo Dampfsperre bzw. Dampfbremse, wo nicht?
    - wasserabweisenderTrockenestrich oder muss es Fließestrich sein?

    Des weiteren kam eine geradezu gruselige Information von einem der Fachleute:
    Es wird sich "immer Wasser unter der Isolationschicht sammeln und dort gammeln, quasi wie ein Schwimmbad" (aufgrund von Kondensationsfeuchte/niedriger Taupunkt am sehr kalten Boden - diese Thematik ist uns mittlerweile sehr vertraut). Das "mache aber nichts, davon würde man nichts merken."..

    ...Wenn es nur darum geht, nichts davon zu merken, könnte man ja alles luftdicht verschließen und darunter weitergammeln lassen. Das kann es doch nicht sein??

    ...Wenn die Isolationsschicht gut verklebt ist, kann sich doch da kein Wasser sammeln, sondern anderswo im Bodenaufbau, wo es auch wieder abdampft??


    Freue mich schon auf Eure Tipps; vielen Dank!

    Pajero

    PS: Wir wissen, daß unser Vorgehen, die Eignung der Dichtmasse nicht zu hinterfragen, falsch war, hatten aber damals keinerlei Grund,an der Empfehlung des Profis zu zweifeln, der uns im restlichen Haus hervorragend beraten hat.

    PS: Eine Außenabdichtung ist mittelfristig geplant, kann aber aus mehreren Gründen nicht vor 2025 ausgeführt werden. An Wänden und in anderen Räumen bestehen keine subjektiven Beeinträchtigungen; die Wohnqualität ist gut, die Bausubstanz (noch) nicht in Mitleidenschaft gezogen.
     
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  3. Pajero

    Pajero

    3. 12. 2018
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    Liebe Forencracks,

    Hat denn keiner einen Tip oder Rat für uns? Hier sind so viele verwandte Themen vorhanden; sicherlich kann uns jemand helfen? Wir würden uns sehr freuen:)!

    Liebe Grüße, Pajero
     
  4. Pajero

    Pajero

    3. 12. 2018
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    ...Viele sind hier doch sehr erfahren; hat denn wirklich niemand eine Idee für uns?
    Wir würden uns sehr freuen!

    Beste Grüße und einen guten Rutsch, Pajero
     
  5. Elina

    Elina

    22. 05. 2014
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    Ich kanns mir bildlich nicht vorstellen, wie da jetzt genau der Aufbau ist, aber ich denke ohne Außenabdichtung macht jegliche Innenmaßnahme keinen Sinn. Feuchte Mauern bröseln irgendwann weg. Auf durchfeuchtetes Mauerwerk kann man auch keine vernünftige Abdichtung auftragen.Die falsche DIchtmasse sehe ich da gar nicht unbedingt als Problem, da sie das Grundproblem (Feuchtigkeit von außen) nicht verursacht hat. Den Innenbereich endgültig angehen kann man erst wenn außen das Problem behoben ist. Wenn das erst in 5 Jahren geht (?) dann muß innen eben solang warten. Ansonsten reißt ihr das dann wieder auf. Ich würde derweil das Lastogum entfernen und die Stelle offen lassen damit die Feuchtigkeit abtrocknen kann.
     
    Mottenhausen gefällt das.
  6. Mottenhausen

    Mottenhausen

    26. 07. 2018
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    Würde denn die Raumhöhe eine Fußbodendämmung hergeben, um 1. das Kondensationsproblem zu lösen und 2. den neuen Fußboden näher an die Höhe der alten Feuchtigkeitssperre zwischen 1.& 2. Ziegellage zu bringen? ... und somit das Anschlussproblem vereinfachen. Ansonsten wie Elina schreibt: ausgraben und sanieren und kontrollieren ob die alte horizontale Sperre noch intakt ist.
     
  7. Pajero

    Pajero

    3. 12. 2018
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    Hallo und vielen herzlichen Dank für eure Tips!
    Das Haus ist ja von 1962 und die Mauern noch nie von außen abgedichtet - Probleme gab es zuvor nicht, da der Fußbodenaufbau aus anorganischem Estrich auf Bitumenpappe bestand; ergo: die unterste Ziegelreihe ist zwar seit 57 Jahren feucht und die Bausubstanz laut Gutachter tadellos, da das Wasser nicht nach innen diffundieren konnte und dadurch keine Salze aus der Mauer ausgeschwemmt wurden. Auch Schimmel gab es zuvor in dem Raum nicht (und bei uns ja auch nur an Möbeln/Teppichen etc und gsd noch nicht an Bauteilen - hier ist das Problem die Feuchtigkeit und Geruch durch dadurch entstehende Besiedelung).
    Wir hatten ja jetzt blöderweise einen teilorganischen Bodenaufbau mit Fermacell Trockenestrich, der eben durchfeuchten konnte und das im Rahmen auch getan hat. Erst dadurch entstand das manifeste Problem mit schimmelnden Möbeln und in den Bodenaufbau diffundierendem Wasser (s. Fotos 1, 2 und 3: abgelöstes Lastogum und dahinter bröckelnder Putz).

    Zur Höhe des Bodenaufbaus: Die Styropordämmung, Trockenestrich und Parkett waren zusammen ohnehin schon höher als der alte Aufbau (Teppichboden auf Estrich auf Bitumenpappe), sodass wir die Türen kürzen mussten.

    Zum "offen lassen": Es handelt sich nicht um eine Stelle, sondern um die gesamte Bodenplatte und die unterste Ziegelreihe. Die Bodenplatte ist seit 1962 mit Bitumenpappe abgedichtet; diese war zuletzt zwar nicht mehr intakt, aber von einem "Austrocknen" der Platte konnte noch nie die Rede sein, weil das Haus nicht unterkellert ist.
    Wir haben heute den Bodenaufbau weitgehend entfernt und werden demnächst die Wandverkleidung der untersten Ziegelreihe (Putz auf Heraklith) vor der Ziegel-Außenmauer ebenfalls entfernen (s. Foto 3 mit dem ersten Durchbruch durch die Wandschichten). Dieser Bereich kann dann abtrocknen; die Ziegel sehen aus wie neu (s. Foto 4) - hier ist also durch die Feuchtigkeit offensichtlich kein Schaden entstanden.

    Ein Außenabdichtung kommt leider wie gesagt vorerst auf geraume Zeit nicht infrage - deswegen machen wir uns weniger Gedanken, weil die Situation ja wie gesagt seit 57 Jahren keine Spuren an der Bausubstanz hinterlassen hat.

    Zur Horizontalsperre: Diese ist offensichtlich durchgehend intakt (Messung mit der Gann Hydromette oberhalb und unterhalb der 1. Ziegelreihe: oben zw. 25 und 30 Digits, unterhalb 60 und mehr).
    Vielleicht könnt Ihr uns einen Tip geben, ob beim Wegpickeln des Herakliths eine Beschädigung der Sperre droht? Sie sollte ja nur innerhalb der Ziegelmauer sein und somit keine Gefahr bestehen?

    Und da das Lastogum auf der Bodenplatte intakt zu sein scheint: was haltet Ihr von einem neuen Bodenaufbau mit kaltselbstklebender Dampf- und Radonsperrbahn AUF dem Lastogum (da sie ohnehin auf Beton nicht hält), einer Vakuumdämmung, anorganischem Estrich und darauf das bisherige Parkett?
    (Eventuell wäre auch eine Bitumenbeschichtung und darauf Dämmung Estrich die bessere Variante, weil das ja schib vorher offensichtlich sehr lang ok war?)
    Bei der Sockelinnenabdichtung wissen wir noch nicht wirklich weiter... auf den freigelegten Ziegel dann mit Dichtschlämme und vom Boden hochgezogener Dampfsperrbahn? Wir wissen da allerdings noch nicht, ob wir eine Hohlkehle benötigen und ob ein Sanierputz nötig wäre bzw. wie nach Anbringung der hochgezogenen Dampfsperre verfahren werden sollte.

    Auf jeden Fall danken wir Euch sehr herzlich für Euer Interesse und Eure Geduld und freuen uns sehr über Euren Rat:)!

    Beste Grüße,

    Pajero