Hallo,
ich habe mal eine grundsätzliche Frage zum Grundstückserwerb, die nicht auf die finanzielle Komponente abzielt, sondern eher das Prinzipielle ins Auge nimmt:
Die Ausgangslage ist so:
Meine Frau und ich wünschen uns seit geraumer Zeit eine Rückkehr in unseren Heimatort (ca. 15.000 Einwohner), 40 Kilometer östlich von Frankfurt entfernt. Wir haben nun im Sommer angefangen ein Grundstück zu suchen und dachten nicht, dass wir so schnell fündig werden. Wir stehen nun kurz vor dem Kauf eines – in unseren Augen – Traumgrundstücks, eines, so wie wir es uns immer vorgestellt haben. Das Grundstück ist nahezu quadratisch, liegt in einer (deutlich) gehobenen, gewachsenen Wohngegend, Waldrand, kein Hang, Blick in das Tal. Es ist – wenn ich mir die Flurpläne der Stadt so ansehe – eines der letzten „seiner Art“. Alle übrigen freien Grundstücke in den gewachsenen Wohngebieten haben in unseren Augen irgendeinen erheblichen Mangel in der Lage oder Zuschnitt. Die Gebiete, die von der Stadt als Bauland ausgewiesen wurden und noch werden, sind derart zugeschnitten, dass die Grundstücke zwischen 450 und 550 Quadratmeter haben. Diese sind uns zu klein und wir wollen nicht in ein Neubaugebiet, in dem wir die nächsten zehn Jahre Baulärm haben.
Der Quadratmeterpreis unseres Grundstücks beträgt 200 Euro. Die Grundstücke der Stadt sind zwischen 150 und 170 Euro pro Quadratmeter taxiert. Meine Frau und ich sind uns bewusst, dass wir ein Grundstück der genannten Art und Güte in unserem Heimatort die nächste Zeit oder vielleicht gar nicht mehr erhalten werden. Der Makler räumte uns gegenüber jedoch ein, dass er das Grundstück sechs Jahre im Portfolio hatte. Er hatte viele Besichtigungen und alle Interessenten waren angetan, aber der Preis für das Grundstück ist nach Auskunft des Maklers für diese Gegend schon „Luxusklasse“, zumal die Stadt deutlich günstigere Alternativen im Angebot hat.
Jetzt unser Problem: Wir wollen das Grundstück. Aber wir können nicht zu hundert Prozent sagen, ob wir selbst darauf bauen werden. Die Wahrscheinlichkeit hierfür würde ich auf 80 – 90 Prozent taxieren. Der Grund hierfür ist, dass ich als Landesbeamter zur Zeit in der Landeshauptstadt arbeite (90 Kilometer vom Grundstück entfernt), eine Versetzung an eine heimatnahe Dienststelle ist jedoch möglich. Aber von meinem Dienstherren wurde ich „auserkoren“, die Möglichkeit zur Karriere zu erhalten. Ich bin zur Zeit daher in ein Ministerium abgeordnet und werde da auch noch eineinhalb Jahre (mind.) sein, wenn alles gut läuft. Jeder Tag dort mehr ist besser für die Karriere. Karriere bedeutet jedoch bei einem Flächenstaat auch örtliche Flexibilität. Ich kann also nicht abschließend sagen, wo es mich ggf. hinverschlägt. Wobei ich mich auch jederzeit gegen eine Karriere entscheiden könnte und einfach an eine dem Grundstück nahe Dienststelle versetzen lassen könnte. Karriere und auf dem Grundstück bauen wäre auch möglich, da es auch genug Beförderungsstellen im Umkreis gibt.
Würdet ihr angesichts dieser Umstände das Grundstück kaufen? Wir können den Kaufpreis (mit allen Nebenkosten rund 180.000 Euro) aus unserem Eigenkapital bestreiten. Ich sorge mich nur über den Fall, dass es uns beruflich plötzlich ganz woanders hin verschlägt. Ich sorge mich deswegen, da der Makler meinte, dass er das Grundstück auf Grund des Preises sechs Jahre nicht los wurde. Insoweit stelle ich mir die Frage, ob wir das Grundstück erstens überhaupt ohne Verlust loswerden und zweitens ob wir die Möglichkeit (eines kleinen) Gewinns haben. Ich habe zwei Geschwister, die beide in unserem Heimatort leben und dort auch bleiben wollen. Bei beiden wird es auch in den nächsten fünf Jahren akut werden, ein Grundstück zu kaufen. Ggf. könnte man an einen der beiden verkaufen. Dann setze ich auch eine gewisse Hoffnung auf die Nähe zu Frankfurt (Anbindung dahin ist sehr gut, Bahnhof und Autobahn). In einem Städtchen weiter (ca. 10 Kilometer näher zu Frankfurt) kosten vergleichbare Grundstücke bereits über 200.000 Euro. Wenn nun der Brexit durchgezogen wird, ziehen die Preise wohl weiter an.
Also kurzum: Ich mache mir Gedanken, ob das Grundstück als Chance zur Heimatrückkehr zu begreifen ist oder als Last im Hinblick auf die (berufliche) Zukunft.
Wäre über jeden Input dankbar.
ich habe mal eine grundsätzliche Frage zum Grundstückserwerb, die nicht auf die finanzielle Komponente abzielt, sondern eher das Prinzipielle ins Auge nimmt:
Die Ausgangslage ist so:
Meine Frau und ich wünschen uns seit geraumer Zeit eine Rückkehr in unseren Heimatort (ca. 15.000 Einwohner), 40 Kilometer östlich von Frankfurt entfernt. Wir haben nun im Sommer angefangen ein Grundstück zu suchen und dachten nicht, dass wir so schnell fündig werden. Wir stehen nun kurz vor dem Kauf eines – in unseren Augen – Traumgrundstücks, eines, so wie wir es uns immer vorgestellt haben. Das Grundstück ist nahezu quadratisch, liegt in einer (deutlich) gehobenen, gewachsenen Wohngegend, Waldrand, kein Hang, Blick in das Tal. Es ist – wenn ich mir die Flurpläne der Stadt so ansehe – eines der letzten „seiner Art“. Alle übrigen freien Grundstücke in den gewachsenen Wohngebieten haben in unseren Augen irgendeinen erheblichen Mangel in der Lage oder Zuschnitt. Die Gebiete, die von der Stadt als Bauland ausgewiesen wurden und noch werden, sind derart zugeschnitten, dass die Grundstücke zwischen 450 und 550 Quadratmeter haben. Diese sind uns zu klein und wir wollen nicht in ein Neubaugebiet, in dem wir die nächsten zehn Jahre Baulärm haben.
Der Quadratmeterpreis unseres Grundstücks beträgt 200 Euro. Die Grundstücke der Stadt sind zwischen 150 und 170 Euro pro Quadratmeter taxiert. Meine Frau und ich sind uns bewusst, dass wir ein Grundstück der genannten Art und Güte in unserem Heimatort die nächste Zeit oder vielleicht gar nicht mehr erhalten werden. Der Makler räumte uns gegenüber jedoch ein, dass er das Grundstück sechs Jahre im Portfolio hatte. Er hatte viele Besichtigungen und alle Interessenten waren angetan, aber der Preis für das Grundstück ist nach Auskunft des Maklers für diese Gegend schon „Luxusklasse“, zumal die Stadt deutlich günstigere Alternativen im Angebot hat.
Jetzt unser Problem: Wir wollen das Grundstück. Aber wir können nicht zu hundert Prozent sagen, ob wir selbst darauf bauen werden. Die Wahrscheinlichkeit hierfür würde ich auf 80 – 90 Prozent taxieren. Der Grund hierfür ist, dass ich als Landesbeamter zur Zeit in der Landeshauptstadt arbeite (90 Kilometer vom Grundstück entfernt), eine Versetzung an eine heimatnahe Dienststelle ist jedoch möglich. Aber von meinem Dienstherren wurde ich „auserkoren“, die Möglichkeit zur Karriere zu erhalten. Ich bin zur Zeit daher in ein Ministerium abgeordnet und werde da auch noch eineinhalb Jahre (mind.) sein, wenn alles gut läuft. Jeder Tag dort mehr ist besser für die Karriere. Karriere bedeutet jedoch bei einem Flächenstaat auch örtliche Flexibilität. Ich kann also nicht abschließend sagen, wo es mich ggf. hinverschlägt. Wobei ich mich auch jederzeit gegen eine Karriere entscheiden könnte und einfach an eine dem Grundstück nahe Dienststelle versetzen lassen könnte. Karriere und auf dem Grundstück bauen wäre auch möglich, da es auch genug Beförderungsstellen im Umkreis gibt.
Würdet ihr angesichts dieser Umstände das Grundstück kaufen? Wir können den Kaufpreis (mit allen Nebenkosten rund 180.000 Euro) aus unserem Eigenkapital bestreiten. Ich sorge mich nur über den Fall, dass es uns beruflich plötzlich ganz woanders hin verschlägt. Ich sorge mich deswegen, da der Makler meinte, dass er das Grundstück auf Grund des Preises sechs Jahre nicht los wurde. Insoweit stelle ich mir die Frage, ob wir das Grundstück erstens überhaupt ohne Verlust loswerden und zweitens ob wir die Möglichkeit (eines kleinen) Gewinns haben. Ich habe zwei Geschwister, die beide in unserem Heimatort leben und dort auch bleiben wollen. Bei beiden wird es auch in den nächsten fünf Jahren akut werden, ein Grundstück zu kaufen. Ggf. könnte man an einen der beiden verkaufen. Dann setze ich auch eine gewisse Hoffnung auf die Nähe zu Frankfurt (Anbindung dahin ist sehr gut, Bahnhof und Autobahn). In einem Städtchen weiter (ca. 10 Kilometer näher zu Frankfurt) kosten vergleichbare Grundstücke bereits über 200.000 Euro. Wenn nun der Brexit durchgezogen wird, ziehen die Preise wohl weiter an.
Also kurzum: Ich mache mir Gedanken, ob das Grundstück als Chance zur Heimatrückkehr zu begreifen ist oder als Last im Hinblick auf die (berufliche) Zukunft.
Wäre über jeden Input dankbar.
Curly schrieb:
mir kommen die 200 Euro eher billig vor, wo soll das denn sein, Richtung Langenselbold?
LG
SabineIch glaube in Langenselbold liegen die Preise auch höher. Denke aber Büdingen run könnten auch die Preise.Hier um Gießen liegen die Preise der Gemeinden bei 175 bis 250 €. Privat bei 300€.
Von daher denke ich, dass der Preis schon passt.
...und selbst die 317€ haben schon mittlerweile hier in Franken weitestgehend Schnäppchencharakter... bei uns: 360€ in einem 2000 Seelendorf, ca. 35km von Nürnberg entfernt...Tendenz eher ne 4 vorne. Ich würde es nehmen... gerade weil es euer Traumgrundstück ist, denn bei und ist man mittlerweile froh überhaupt eines zu bekommen, mit Traum ist da dann nicht mehr nicht viel - der hohen Nachfrage und bescheuerten Eigenheimischenmodellen sei Dank. Für mich klingt das finanzielle Risiko sehr überschaubar bei den Rahmenbedingungen...
Bei einem Grundstück "ohne Macken" in einer Lage, die mir zusagt, wäre mir die Eventualität, es nicht so bald selbst zu nutzen, egal. Wenn Ihr keine sehr aus dem Rahmen fallenden Wünsche an das Raumprogramm und die Gestaltung des Hauses habt, wird es in der Regel auch gut vermietbar sein - in dieser Region erst recht.
Wenn Ihr weder rechtlich noch finanziell einen Zwang zur baldigen Bebauung habt, könnte Ihr es liegen lassen. Oder Ihr baut bald Euer Haus und vermietet es, falls der Arbeitsweg ein selbst dort Wohnen so bald nicht lohnt.
Mit einer Einliegerwohnung hätte man beide Möglichkeiten: entweder man vermietet die Einliegerwohnung und läßt den Eigennutzungs-Teil unberührt, so lange man ihn nicht selbst nutzt. Dann hat man ein nicht unbewohntes Haus und eine kleine Einnahme. Oder man vermietet die größere Wohneinheit, leistet daraus bequem den Abtrag, und gönnt sich eine Wochenendwohnung.
Grundstücke jenseits einer Mindestgröße (bzw. ohne Weinberg-Hanglage oder ähnliche Späße) werden noch eine ganze Weile knapp sein - was kein Mist ist, wird ziemlich systematisch vom Markt geschnappt.
Andererseits könnte sich ein Wiederverkauf dennoch ein Weilchen hinziehen: die meisten Häuslebauer gehören gerade zur Sorte "Finanzierung ohne viel Luft" und suchen daher gezielt Grundstücke in Mindestgröße - deswegen wird derlei ja so massig angeboten. In meinen Augen gehörte vieles von dem, was heute als "Baugebiete" geschimpft wird, eher als "Käfighaltung von Hypothekenschuldnern" bezeichnet.
https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
Wenn Ihr weder rechtlich noch finanziell einen Zwang zur baldigen Bebauung habt, könnte Ihr es liegen lassen. Oder Ihr baut bald Euer Haus und vermietet es, falls der Arbeitsweg ein selbst dort Wohnen so bald nicht lohnt.
Mit einer Einliegerwohnung hätte man beide Möglichkeiten: entweder man vermietet die Einliegerwohnung und läßt den Eigennutzungs-Teil unberührt, so lange man ihn nicht selbst nutzt. Dann hat man ein nicht unbewohntes Haus und eine kleine Einnahme. Oder man vermietet die größere Wohneinheit, leistet daraus bequem den Abtrag, und gönnt sich eine Wochenendwohnung.
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Andererseits könnte sich ein Wiederverkauf dennoch ein Weilchen hinziehen: die meisten Häuslebauer gehören gerade zur Sorte "Finanzierung ohne viel Luft" und suchen daher gezielt Grundstücke in Mindestgröße - deswegen wird derlei ja so massig angeboten. In meinen Augen gehörte vieles von dem, was heute als "Baugebiete" geschimpft wird, eher als "Käfighaltung von Hypothekenschuldnern" bezeichnet.
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