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Grundriss / Planung eines EFH mit Einliegerwohnung im OG

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Ein Pultdach haben wir hier direkt nicht.
Das ist nicht so gut. Ein einhüftiges Pultdach könnte dann abgelehnt werden, mit dem Argument der mangelnden Einfügung: die Dachform muß sich zwar in der Umgebung nicht wiederholen, insofern wäre es nicht abzulehnen; aber was es sich gefallen lassen muß auf sich abfärben zu lassen, das sind die Höhen und die Neigung(en). Ein "versetztes Pultdach" nenne ich aus gutem Grund lieber "gebrochenes Satteldach", wegen seines quasi gespaltenen Doppelfirstes. Da ist dann ein (abgesehen von der Binderkonstruktion) klassischer Sattel günstiger. Ich vermisse übrigens noch, wie es über dem jüngsten EG weitergehen soll (?)
 
Okay danke. Dann werden wir die Dachfrage vermutlich nicht so einfach beantworten können.
Ich bin beim Dach komplett offen und würde die günstigste Variante nehmen.

Weil wir uns bei der Geschosshöhe und dem Dach noch nicht festgelegt haben und die Auswirkungen auf das Budget nicht abschätzen konnten, haben wir das OG auch noch nicht gezeichnet. Primär versuchen wir also einen funktionalen Grundriss im EG zu bekommen und dann das OG zu planen.
Mein Vater ist wirklich sehr genüngsam und trägt sämtliche Überlegungen von uns mit. Er würde auch mit vielen Dachschrägen leben können und hat im Grunde keine Ansprüche.
Außerdem ändert sich je nach Überlegung der Raumbedarf an das OG auch hin und wieder (Gästezimmer/HT nach oben zB).


Aber ich bin mal ehrlich:
Ich bin vom schlimmsten ausgegangen und habe damit gerechnet, dass ihr mich wieder auf den Boden der Tatsachen bringt und ich den aktuellen Grundriss wieder verwerfe :D

Wir setzen uns morgen mal ran und arbeiten die Anmerkungen von hier im EG ein und planen das DG einmal als volles Geschoss.


Mit wenigen Posts von Euch kommen echt viele Denkanstöße. Das ist echt super
 
Oimelwutz, die Tante meines Mannes hat MS und das auch schon recht lange. Bei ihr verläuft es sehr milde aber mittlerweile (sie geht auf die 80 zu) ist der Rolli leider ein fester Bestandteil. Aus der Erfahrung heraus würde ich in jedem Fall gerade bei so einer Voraussetzung immer für einen offenen Wohnbereich mit Küche plädieren. Man wechselt nicht so schnell mal die Räume, wenn das Gehen beschwerlich ist.

Im übrigen dauert es sehr lange, bis man mit MS nicht mehr stehen kann, das geht meist immer noch, auch wenn schon das Laufen schwer fällt.

Heißt für Küche und Bad: Waschbecken bzw. Arbeitsfläche die für einen Rollifahrer ausgelegt sind, müßt ihr wohl noch nicht in die Planung einbeziehen. Eher so einen Sitzstuhl auf dem sich Deine Frau entlasten kann, wenn sie z.B. länger in der Küche arbeitet.

Gästezimmer oben ist eine prima Idee im ersten Gedanken. Unsere Tante hat aber, als sie immer immobiler wurde, eine Physiotherapeuten bekommen, die sie zu Hause besucht hat. Das war für alle eine enorme Entlastung. Darüber hinaus hat sie seit Jahren einen Hometrainer und noch ein paar Geräte, die sie wirklich sehr konsequent nutzt. Das ist etwas, über das ihr nachdenken solltet. So ein kleiner "Therapieraum" ist dann wirklich Gold wert! Und da könnte man z.B. ein nur sporadisch genutztes Gästezimmer verwenden. Und konsequente Bewegung und Training sind gerade bei MS ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Ich würde das nicht außer Acht lassen und mit einem "zu Hause sind keine Therapien geplant" vom Tisch wischen.

Du hast jetzt eure aktuellen Möbel eingezeichnet und eure Couch ist nicht so groß. Auch da würde ich mir für die Zukunft etwas mehr Platz einplanen. Wenn deine Frau zunehmend eingeschränkt ist, hat das ggf. auch Auswirkungen auf ein Sofa, das sie gut nutzen kann bzw. wird für sie dann ein entsprechendes Sitzmöbel angeschafft, das sie unterstützt. Ich würde mir da also genügend Platz für solche Eventualitäten lassen.

Und noch ein Tipp abseits der Hausplanung: bitte googelt mal unter Sven Böttcher. Ein Schriftsteller/Drehbuchautor der selber schwer an MS erkrankt ist und seinen sehr eignen Weg gegangen ist. Manches finde ich haarsträubend, was er so bringt, aber auch vieles sehr zum Nachdenken und unter dem Aspekt, daß er einen sehr schweren Verlauf hatte, bereits fast bewegungsunfähig im Rollstuhl saß und als austherapiert galt und heute fast schmerfrei zu Hause lebt, den Rollstuhl seit Jahren nicht mehr fährt aber dafür Rad, möchte ich euch das ans Herz legen euch da ggf. Anregungen zu holen.
Er führ den Ausbruch der MS bei ihm übrigens darauf zurück, daß er in einem Haus gelebt hat, das mit irgendeinem Holzschutzmittel behandelt wurde, das heute mehr als kritisch gilt. Seine Konsequenz war, das Haus zu verkaufen und ein neues für sich und seine Familie zu bauen. Das sehr strikt nach ökologischen Gesichtspunkten. Wenn man ihn so liest, kann man dem gut folgen. Vielleicht auch ein Punkt für euch zum Nachdenken, wenn ihr jetzt baut.
 
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Danke für dein ausführliches Posting.

Vorab möchte ich sagen, dass die Krankheit nicht ohne Grund "Krankheit der tausend Gesichter" heißt. Die vielen verschiedenen Formen und Verläufe machen einen pauschalen Vergleich zu anderen Erkrankten leider unmöglich. (nicht falsch verstehen, leider bin ich bei solchen Vergleichen inzwischen etwas empfindlich :))
Dennoch hast du Recht mit dem was du sagst.
Ein Bereich im OG, der sowohl für Gäste als auch für Sportgeräte oder eben Therapiebesuche genutzt werden kann, klingt mir sehr sinnvoll und war in der Vergangenheit auch immer mal wieder Thema bei uns. In den bisherigen Überlegungen haben wir das aber noch nicht einbezogen. Danke für den Hinweis und die Erinnerung daran!
Wenn wir das so umsetzen, sollte aber auf jeden Fall ein kleines Bad dazu kommen, in dem zumindest WC und Waschbecken für einen Rollstuhlfahrer geeignet sind denke ich. Außerdem müssten wir auch direkt einen Treppenlift berücksichtigen.

Zu Küche und Bad:
Das ist auch unsere Überlegung. Ob man direkt im Bad ein verstellbares Waschbecken installiert oder das ggf. später macht, weiß ich noch nicht. Da kann ich auch die Kosten noch nicht abschätzen. Vielleicht kann ich irgendwann mal eine PN an Anitra schicken und mir Ihr Waschbecken zeigen lassen. Baulich wollen wir diese Dinge entsprechend vorbereiten.
Die Küche ist inzwischen offen geworden, oder meinst Du, dass es noch offener sein müsste?
Aktuell hatte ich den linken Schenkel der Küchenzeile nur als Arbeitsplatte geplant. Dort würden wir dann eben genau so einen Stuhl hinstellen wollen. Der als Ausweichmöglichkeit für einen schnellen Snack oder zum Schnibbeln dienen soll.
Die Küche ist "leider" erst 2 Jahre alt. Wir würden Sie aktuell etwas erweitern, aber noch nicht komplett auf rollstuhlgerecht umplanen. Wie du schon sagst, hoffen wir und gehen davon aus, dass Sie noch lange im Stehen arbeiten kann.

Und noch eine Stimme für ein größeres Wohnzimmer. Hmm..
 
Ich weiß, die tausend Gesichter - man ist sich ja noch nicht mal sicher, ob MS wirklich nur EINE Erkrankung ist oder eben ein Bündel. Trotzdem empfehle ich mal nach dem Mann zu googeln. Es geht nicht darum, ihn blind nachzuahmen und das zu 100% zu übernehmen, was für ihn richtig war. Aber der Ansatz zu seinen Überlegungen, als er sich damals von der Schulmedizin, die ihn mit Cortison vollgepumpt hat, verabschiedet hat und seinen eigenen Weg gefunden hat, der kann Anregungen bringen. Ich bin, wie gesagt, nicht mit allem was er von sich gibt einverstanden und manche Sachen finde ich schlichtweg blöd, aber vieles nachdenkenswert. Gerade in Bezug auf Ernährung, Umgang mit sich und der Krankheit, ein anderes Bewußtsein erlangen.

Ich bin selber mit einigen Autoimmunerkrankungen geschlagen - MS stand da schon auch mal im Raum. Deswegen bin ich auf den Typen gekommen und habe da einiges zum Nachdenken und auch Umsetzen bekommen.
 
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