Fertighaus oder Massivhaus und welche Heizung?

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Guten Morgen liebe Community,

meine Frau und ich überlegen ein Haus auf einem Grundstück mit leichter Hanglage zu bauen. Ob Keller notwendig ist oder nicht ist gerade noch offen und wir geklärt. Das Grundstück ist in Familienhand und muss noch erschlossen werden.
Meine Frau (Juristin) und ich (Ingenieur) haben beide linke Hände und vom Hausbau keine Ahnung.

Wir hatten diese Woche ein erstes Beratungsgespräch bei Streif für ein Fertighaus, um ein Gefühl für die Zahlen und für die Sache zu bekommen. Das was wir da gehört haben klang alles sehr toll und vielversprechend und finanzierbar ist es sicherlich auch. Der Herr hat uns die Luft-Luft Wärmepumpe von Proxon empfohlen. Das Prinzip klingt ebenfalls vielversprechend, die Heiz- und Stromkosten sind niedrig und wenn man KFW 40+ baut bekommt man sogar noch eine Förderung oben drauf. Alles Begriffe, die für uns neu sind und die wir zum ersten Mal gehört haben.

Recherchiert man nun etwas stellt man fest, dass man wohl viel Geld sparen kann, wenn man Leistungen, wie Bodenplatte oder eventuell Keller, extern vergibt. Ob das dann mit der Projektierung ein Geschick bekommt kann ich jetzt nicht beurteilen. Was wir auch bisher gesehen haben ist ein Massivhaus nicht unbedingt teurer oder günstiger. Bekommt man massiv auch den KFW 40+ Standard hin?

Aktuell ist es so, dass wir nicht wissen wo wir anfangen sollen. Soll es massiv sein? Welche Heizung? Luft-Luft Wärmepumpe oder doch diesen Ringgrabenkollektor von den man gelesen hat? Vllt sollte nan erstmal den Lage- und Höhenplan erstellen lassen und schauen, was möglich ist?

Wir stehen noch am Anfang mit vielen Fragen und das Haus soll ja für ständig sein.

Vielleicht habt ihr ein paar Tipps oder Antworten auf die Fragen oder eigene Erfahrungen

Vielen Dank
 
Guten Morgen Fetzerino,

schön, dass Du den Weg in unsere Community gefunden hast. Willkommen! Eine der besten Eigenschaften an solch einem Forum ist die nach und nach entstehende Verfügbarkeit von allen möglichen Informationen zu allen möglichen Themen. Auch zu den von Dir gestellten Fragen findest Du hier massenweise Inhalte. Die mögen bisweilen nicht kampflos von der Foren-Suchmaschine preisgegeben werden (Google funktioniert da meistens besser), aber geben tut es sie allemal, insofern kann ich Dir nur empfehlen, hier mal ein paar Stunden zu investieren und zu "schmökern".

In Kurzform:
  • Ob Fertig- bzw. Holzständer- oder Massivhaus (die gibt es nämlich auch in Fertigbauweise) ist vor allem mal Geschmacks- bzw. Einstellungssache. Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass die typischen Fertighäuser (aus Holz) generell teurer sind als massive, aber ansonsten sind sie bestenfalls gleich teuer.
  • Eine Luft-Luft-Wärmepumpe (LLWP) eignet sich nur für Häuser mit minimalem Energiebedarf; darunter versteht man üblicherweise ein Passivhaus, was nochmals (deutlich) weniger Energie benötigt als mit KfW 40(+), insofern wäre das wohl eher keine gute Empfehlung aus langfristiger Kostensicht.
  • KfW 40 mit oder ohne Plus lässt sich mit beiden Bauweisen erreichen.
  • Ob einzelne Leistungen günstiger selbst vergeben werden können, kommt stark drauf an. Viele Anbieter machen da - auch aufgrund ihres Abnahmevolumens und entsprechender Verträge - gute Inklusivpreise, die dann ja auch die projekttechnische Abwicklung beinhalten (kostet ebenfalls). Meine Meinung: Solange hier keine mittlere vier- bis niedrige fünfstellige Einsparung realisierbar ist, würde ich es lassen. Ein Bau profitiert von nichts mehr als von routinierten Abläufen, die durch "externe" Handwerker empfindlich gestört werden können.
  • Ringgrabenkollektor gehört zum Themengebiet Erdwärmepumpe, was wohl grundsätzlich zwar eine teurere aber sehr leistungsfähige und verlässliche Wärmequelle ist. Das wäre eine der Entscheidungen (welche Wärmeerzeugung: LLWP, LWWP, SWWP, Gas, ...), die ich vorab treffen würde - aber bitte fundiert und anhand konkreter Eigenschaften Eures Grundstücks, denn bspw. Erdwärme geht nicht überall gleich gut.
  • Losgelöst von der Heizung würde ich aber erst mal einen Musterhauspark besuchen, um eine Idee von "Eurem" Haus zu bekommen. Das bedeutet dann aber noch lange nicht, dass damit eine bestimmte Bauweise vorgegeben ist. Sprecht stattdessen auch einmal nicht im Park vertretene Anbieter an.
Noch ein Tipp am Rande: Ein Bauvorhaben wird immer teurer als initial gedacht, insofern hoffe ich, dass Ihr mit den bereits bekannten Zahlen noch einen größeren (fünf- bis sechsstelligen) Finanzpuffer habt - nur so ganz pauschal.

Jetzt habe ich doch mehr Text geschrieben, als ich wollte, aber der soll Euch nicht vom Querlesen im Forum abhalten.

Viele Grüße

K1300S
 
Aktuell ist es so, dass wir nicht wissen wo wir anfangen sollen. Soll es massiv sein?
Sich beim Wandaufbau nicht an einem bestimmten vermeintlichen Stein der Weisen festgebissen zu haben, ist kein Informationsdefizit, sondern der Grundstein einer weniger eingeschränkten Auswahl. Ganz ehrlich: aus den meisten Baustoffen kann man tadellose Häuser bauen, allen Schauermärchen der Verkäufer über die Mitbewerberprodukte zum Trotz. Es soll sogar zufriedene Besitzer von Kunststoffenstern geben, aber nicht weitersagen
Den eigentlichen Anfang habt Ihr ja schon, und wenn dem mehr als die vollendete Erschließung nicht fehlt, dann ist das doch schon prima. Der Rest findet sich.
 
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