ᐅ Einfamilienhaus Neubau in Niedersachsen - Honorarhöhe Architekt?
Erstellt am: 24.01.19 16:34
B
Bau_Bambi
Moin in die Runde,
bisher habe ich mich stillschweigend hier verhalten und war eher mit dem Aufsaugen von Informationen beschäftigt . Jetzt wo das Projekt jedoch immer konkretere Formen annimmt, brennen mir doch ein paar Fragen unter den Nägeln.
Wir haben mit dem Architekten bereits ein Erstgespräch geführt. Er war eine Empfehlung von Verwandten, die bereits vor 2 Jahren mit ihm gebaut haben.
Dabei haben wir folgliche Details grob festgehalten:
- Neubau eines Einfamilienhaus im nördlichen Niedersachsen
- Grundstück ist vorhanden, ca. 820 qm
- Haus ca. 150 qm
- Aufgrund der Baubedingungen darf keine Stadtvilla gebaut werden
- Die Geschosse soll mit einem Dachkranz getrennt werden (unten 90qm, oben 60qm) um die Baubedingungen einzuhalten und trotzdem im OG keine Schrägen zu haben
- Garage/Carport ca. 45 qm
- Fußbodenheizung im gesamten Haus, außer Hauswirtschaftsraum
- Erdwärmepumpe mit Sole oder Gas als Energieträger
- Lüftungsanlage
- Kreditsumme inkl. Grundstück (ca.60.000€) ca. 250.000€, Obergrenze 300.000€
- Leistungsphase 1-4 sollen vom Architekten übernommen werden. Nach der Genehmigung übernehmen wir
Im Erstgespräch sagte der Architekt zu uns, dass er uns eine Honorarangebot UND einen ersten Entwurf zukommen lassen wird.
Letzte Woche ging das Honorarangebot ein und wir sind wieder am Zug. Es war leider keine Skizze dabei. Er erwartet vermutlich, dass wir das Angebot annehmen um dann die weitere Vorgehensweise zu planen.
Das Angebot beläuft sich folgendermaßen:
*Grundlagenermittlung und Vorplanung (Leistungsphase 1+2) = 2.400€
*Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) = 2.800€
*Genehmigungsplanung (Leistungsphase 4) = 1.600€
Gesamt= 6.800€ zzgl. Umsatzsteuer
Damit käme man um die 8.000€ heraus - kommt das hin oder fehlt mir hier etwas?
Zusätzlich sind folgende Dinge festgehalten:
Honorar
*Die Honorierung erfolgt auf der Grundlage der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)
in der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Fassung.
*Das Objekt wird in Pauschal-Festpreishonoraren gem. den aufgeführten Leistungen wie unter Ziffer 2
beschrieben und vereinbart. Die aufgeführten Leistungen können auch Schrittweise vergeben werden.
*Nebenkosten wie Porto, Telefon, Kopien sind im Gesamthonorar enthalten.
*Die Umsatzsteuer in der jeweils gültigen gesetzlichen Höhe wird zusätzlich auf sämtliche Honorar-
und Nebenkostenansprüche zusätzlich vergütet.
*Die Vergütung erfolgt in Abschlägen nach erbrachten Teilleistungen.
*Bei nicht fristgerechter Zahlung behält sich der Auftragnehmer vor und hat das Recht die Arbeiten
ohne weitere Vorankündigung sofort einzustellen. Schadenersatzansprüche die aus dieser Option
entstehen könnten werden vollumfänglich ausgeschlossen.
*Leistungen, die über die unter Ziffer 2.(Angebot mit dem LP) aufgeführten Inhalte der beauftragten Leistungsphasen hinaus gehen, wie Änderungen und Erweiterungen der Aufgabenstellung, werden nach Aufwand zu einem Stundensatz auf Nachweis wie folgt honoriert:
Notwendige Sonderfachleute (Statiker/Energieberater) kommen gesondert hinzu
Soweit so gut. Jetzt kommen die Fragen:
1. Wie genau wurde das Honorar errechnet? Im Netz habe ich gelesen, dass das in den ersten LP aufgrund von Erfahrung und der Bauumgebung grob geschätzt wird? Gibt es hier einen Grund sich zu beschweren?
Aus der HOAI (vor allem §35) werde ich nicht 100%ig schlau, da ich die anrechenbaren Kosten selbst noch nicht kenne.
2. In dem Absatz über das Honorar steht Punkt 2 (siehe oben). Bedeutet das, dass das ein Pauschalpreis ist und dieser fest bleibt, egal wie sich die Bausumme in den Leistungsphase 1-4 ändert? (Z.B. Wegfall eines Schornsteins, andere Energieträger etc.)
3. Honorar letzter Punkt: Bedeutet das, dass grobe Änderungen nachgezahlt werden müssen? (Zusätzliche LP ist klar)
Beispiele wären sowas wie:
- Der Entwurf entspricht noch nicht unseren Wünschen und muss angepasst werden (Leistungsphase 3, §34 HOAI)
- Der Bauantrag wird aufgrund von Mängeln abgelehnt (Leistungsphase 4, §34 HOAI)
Muss sowas nach der Klausel separat vergütet werden?
4. Macht es Sinn den Architekten um eine grobe Skizze in Form einer Akquise zu bitten um überhaupt die Kompatibilität festzustellen? Oder Ist das zu viel verlangt?
5. Im Zusammenhang mit Honoraren lese ich immer wieder was von 5% Nebenkosten - was hat es damit auf sich?
Wie man merkt habe ich nicht die Ahnung und würde gerne erst mal die Meinung von euch einholen, bevor ich an den Architekten rantrete .
Ich bedanke mich recht herzlich, wenn ihr den Text bis zum Ende gelesen habt und hoffe auf konstruktive Beiträge!
Viele Grüße
bisher habe ich mich stillschweigend hier verhalten und war eher mit dem Aufsaugen von Informationen beschäftigt . Jetzt wo das Projekt jedoch immer konkretere Formen annimmt, brennen mir doch ein paar Fragen unter den Nägeln.
Wir haben mit dem Architekten bereits ein Erstgespräch geführt. Er war eine Empfehlung von Verwandten, die bereits vor 2 Jahren mit ihm gebaut haben.
Dabei haben wir folgliche Details grob festgehalten:
- Neubau eines Einfamilienhaus im nördlichen Niedersachsen
- Grundstück ist vorhanden, ca. 820 qm
- Haus ca. 150 qm
- Aufgrund der Baubedingungen darf keine Stadtvilla gebaut werden
- Die Geschosse soll mit einem Dachkranz getrennt werden (unten 90qm, oben 60qm) um die Baubedingungen einzuhalten und trotzdem im OG keine Schrägen zu haben
- Garage/Carport ca. 45 qm
- Fußbodenheizung im gesamten Haus, außer Hauswirtschaftsraum
- Erdwärmepumpe mit Sole oder Gas als Energieträger
- Lüftungsanlage
- Kreditsumme inkl. Grundstück (ca.60.000€) ca. 250.000€, Obergrenze 300.000€
- Leistungsphase 1-4 sollen vom Architekten übernommen werden. Nach der Genehmigung übernehmen wir
Im Erstgespräch sagte der Architekt zu uns, dass er uns eine Honorarangebot UND einen ersten Entwurf zukommen lassen wird.
Letzte Woche ging das Honorarangebot ein und wir sind wieder am Zug. Es war leider keine Skizze dabei. Er erwartet vermutlich, dass wir das Angebot annehmen um dann die weitere Vorgehensweise zu planen.
Das Angebot beläuft sich folgendermaßen:
*Grundlagenermittlung und Vorplanung (Leistungsphase 1+2) = 2.400€
*Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) = 2.800€
*Genehmigungsplanung (Leistungsphase 4) = 1.600€
Gesamt= 6.800€ zzgl. Umsatzsteuer
Damit käme man um die 8.000€ heraus - kommt das hin oder fehlt mir hier etwas?
Zusätzlich sind folgende Dinge festgehalten:
Honorar
*Die Honorierung erfolgt auf der Grundlage der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)
in der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Fassung.
*Das Objekt wird in Pauschal-Festpreishonoraren gem. den aufgeführten Leistungen wie unter Ziffer 2
beschrieben und vereinbart. Die aufgeführten Leistungen können auch Schrittweise vergeben werden.
*Nebenkosten wie Porto, Telefon, Kopien sind im Gesamthonorar enthalten.
*Die Umsatzsteuer in der jeweils gültigen gesetzlichen Höhe wird zusätzlich auf sämtliche Honorar-
und Nebenkostenansprüche zusätzlich vergütet.
*Die Vergütung erfolgt in Abschlägen nach erbrachten Teilleistungen.
*Bei nicht fristgerechter Zahlung behält sich der Auftragnehmer vor und hat das Recht die Arbeiten
ohne weitere Vorankündigung sofort einzustellen. Schadenersatzansprüche die aus dieser Option
entstehen könnten werden vollumfänglich ausgeschlossen.
*Leistungen, die über die unter Ziffer 2.(Angebot mit dem LP) aufgeführten Inhalte der beauftragten Leistungsphasen hinaus gehen, wie Änderungen und Erweiterungen der Aufgabenstellung, werden nach Aufwand zu einem Stundensatz auf Nachweis wie folgt honoriert:
Notwendige Sonderfachleute (Statiker/Energieberater) kommen gesondert hinzu
Soweit so gut. Jetzt kommen die Fragen:
1. Wie genau wurde das Honorar errechnet? Im Netz habe ich gelesen, dass das in den ersten LP aufgrund von Erfahrung und der Bauumgebung grob geschätzt wird? Gibt es hier einen Grund sich zu beschweren?
Aus der HOAI (vor allem §35) werde ich nicht 100%ig schlau, da ich die anrechenbaren Kosten selbst noch nicht kenne.
2. In dem Absatz über das Honorar steht Punkt 2 (siehe oben). Bedeutet das, dass das ein Pauschalpreis ist und dieser fest bleibt, egal wie sich die Bausumme in den Leistungsphase 1-4 ändert? (Z.B. Wegfall eines Schornsteins, andere Energieträger etc.)
3. Honorar letzter Punkt: Bedeutet das, dass grobe Änderungen nachgezahlt werden müssen? (Zusätzliche LP ist klar)
Beispiele wären sowas wie:
- Der Entwurf entspricht noch nicht unseren Wünschen und muss angepasst werden (Leistungsphase 3, §34 HOAI)
- Der Bauantrag wird aufgrund von Mängeln abgelehnt (Leistungsphase 4, §34 HOAI)
Muss sowas nach der Klausel separat vergütet werden?
4. Macht es Sinn den Architekten um eine grobe Skizze in Form einer Akquise zu bitten um überhaupt die Kompatibilität festzustellen? Oder Ist das zu viel verlangt?
5. Im Zusammenhang mit Honoraren lese ich immer wieder was von 5% Nebenkosten - was hat es damit auf sich?
Wie man merkt habe ich nicht die Ahnung und würde gerne erst mal die Meinung von euch einholen, bevor ich an den Architekten rantrete .
Ich bedanke mich recht herzlich, wenn ihr den Text bis zum Ende gelesen habt und hoffe auf konstruktive Beiträge!
Viele Grüße
B
Bau_Bambi08.02.19 11:17Vielen Dank für die Anregungen bisher.
Wir schauen weiter nach Angeboten. Tatsächlich ist das Angebot sogar zu günstig. Wir haben jetzt die Gesamtkosten für das Projekt (Grundstück, Bau, Nebenkosten) auf ca. 400.000€ angehoben. Laut den bisherigen Architekten sollte das mit den neuen Bedingungen, die wir haben mit Eigenleistung hinkommen. ( Kfw 40+, Wärmepumpe, Kontrollierte-Wohnraumlüftung, Photovoltaikanlage auf dem Dach, 1,5 Staffelgeschoss bei 150 qm).
Die Frage mit dem Architekten ist damit erst mal zu. Ich treibe mich momentan in den anderen Foren umher und werde dort sicherlich die ein oder andere Frage stellen .
Wir schauen weiter nach Angeboten. Tatsächlich ist das Angebot sogar zu günstig. Wir haben jetzt die Gesamtkosten für das Projekt (Grundstück, Bau, Nebenkosten) auf ca. 400.000€ angehoben. Laut den bisherigen Architekten sollte das mit den neuen Bedingungen, die wir haben mit Eigenleistung hinkommen. ( Kfw 40+, Wärmepumpe, Kontrollierte-Wohnraumlüftung, Photovoltaikanlage auf dem Dach, 1,5 Staffelgeschoss bei 150 qm).
Die Frage mit dem Architekten ist damit erst mal zu. Ich treibe mich momentan in den anderen Foren umher und werde dort sicherlich die ein oder andere Frage stellen .
M
Mottenhausen08.02.19 14:01Beim lesen der 400000 dachte ich: langsam geht es in die richtige Richtung, wenn auch nicht in der unnötig teuren Bauweise eines eingerückten OG.
Bei
Gesamtkosten 0,5mio. Unser Grundstück war zwar teurer als bei euch, dafür bauen wir "nur" KfW55. Incl. Küche. Ähnliche Hausgröße, über den Daumen sollte aber ein ähnlicher Preis rauskommen.
Bei
Bau_Bambi schrieb:war das positive Gefühl leider wieder komplett vorbei.
KFW 40+
Gesamtkosten 0,5mio. Unser Grundstück war zwar teurer als bei euch, dafür bauen wir "nur" KfW55. Incl. Küche. Ähnliche Hausgröße, über den Daumen sollte aber ein ähnlicher Preis rauskommen.
Als gebürtiger ROWdy der jetzt im Nachbarkreis gebaut hat würde ich dir raten vielleicht doch noch etwas Puffer einzubauen. Das Bauen hier ist deutlich günstiger als zb. in Bayern, aber mit KFW 40+ hast du schon was extra drin wo du dir überlegen solltest ob das sich rechnet.
Mottenhausen schrieb:Auf sone Summe kommt er aber absolut nicht. Wir haben 10qm größer gebaut, aber nur KFW 55, das sollte aber ungefähr aufs gleiche rauslaufen nach den Angeboten die wir hatten. So um die 400-420 ist schon nicht unrealistisch. Und wir hatten quasi keine EL.
Gesamtkosten 0,5mio. Unser Grundstück war zwar teurer als bei euch, dafür bauen wir "nur" KfW55. Incl. Küche. Ähnliche Hausgröße, über den Daumen sollte aber ein ähnlicher Preis rauskommen.
H
hampshire08.02.19 15:42Wähle den Architekten niemals nach dem Preis aus.
Ihr müsst Euch im Klaren sein, wie ihr leben wollt und was Euch gefällt. Dann lohnt ein Architektengespräch. Der Architekt muss Eure Ziele verstehen um diese in Architektur umsetzen können. Ein Architekt, der mal was plant ohne wirklich hingehört zu haben fliegt aus der Auswahl raus. Ihr wollt im Haus wohnen, nicht er/sie. Abrechnung nach HOAI ist immer gleich. Manchmal kann man abweichend Pauschalpreise vereinbaren.
Rechne immer zuerst mit vollen Kosten und sehe dann, was Du in Eigenleistung oder mit "B-Vitaminen" einsparen kannst. Je knapper Du kalkulierst, desto wichtiger ist es auf der sicheren Seite zu bleiben und nichts schön zu rechnen. Kalkulatorische Risiken sollte nur derjenige eingehen, der diese im Zweifel bei Eintritt auch finanzieren kann.
Ihr müsst Euch im Klaren sein, wie ihr leben wollt und was Euch gefällt. Dann lohnt ein Architektengespräch. Der Architekt muss Eure Ziele verstehen um diese in Architektur umsetzen können. Ein Architekt, der mal was plant ohne wirklich hingehört zu haben fliegt aus der Auswahl raus. Ihr wollt im Haus wohnen, nicht er/sie. Abrechnung nach HOAI ist immer gleich. Manchmal kann man abweichend Pauschalpreise vereinbaren.
Rechne immer zuerst mit vollen Kosten und sehe dann, was Du in Eigenleistung oder mit "B-Vitaminen" einsparen kannst. Je knapper Du kalkulierst, desto wichtiger ist es auf der sicheren Seite zu bleiben und nichts schön zu rechnen. Kalkulatorische Risiken sollte nur derjenige eingehen, der diese im Zweifel bei Eintritt auch finanzieren kann.
M
Mottenhausen09.02.19 00:13@ares83 incl. Grundstück!!!
Mottenhausen schrieb:
@ares83 incl. Grundstück!!!Ja natürlich. Und ohne EL(außer Laminat im OG), ich habe gerade letzte Woche mal einen Blick in unsere Endabrechnung geworfen.Ähnliche Themen