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FamilieBausS

Einfamilienhaus (BJ 2001) mit ehemaligem Feuchteschaden

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Hallo liebes Forum,

auf der Suche nach Infos und Tipps zum Thema Bauen bin ich auf diese Seite gestoßen. Ich beschäftige mich derzeit mit dem Gedanken, ein „unfertiges“ Einfamilienhaus zu erwerben und fertigzustellen.

In meiner Verwandtschaft gibt es ein Objekt, das vor ca. 18 Jahren erbaut wurde (Fertigstellung zu ca. 80 %) und wegen unterschiedlicher (familiärer) Gründe seitdem nie vollständig fertiggestellt wurde. Es handelt sich hierbei um einen fertigen Rohbau (Liopor- / Gasbetonstein, nicht unterkellert), bei dem die grundlegenden Innenausbauten (Innenwände vorgespachtelt, Estrichboden, Fenster, Ölheizung, Heizkörper, Strom- / Wasserleitungen, Sanitär-Rohinstallationen) damals noch begonnen und größtenteils auch abgeschlossen wurden.

In dieser Phase wurde u.a. ein Feuchtigkeitsschaden (Teile des Bodens im EG nass, Wände sichtbar feucht, Abplatzen des Putzes) festgestellt.
Wasser konnte aufgrund mangelnder bzw. unzureichender Abdichtung von außen eindringen und führte zu starker Feuchtigkeit in Teilen des Estrichs und angrenzender Wände.
Infolgedessen wurde in den betroffenen Räumen der Estrich entfernt (Pfützenbildung unter dem Estrich gut sichtbar). Ein Bausachverständiger stellte daraufhin fest, dass die Kunststofffolie lediglich lose eingebracht wurde, wodurch Feuchtigkeit über die Wandbereiche in Putz und Mauerwerk eindringen konnte. Weiterhin wurde angemerkt, dass die Feuchtigkeitssperren nicht der DIN 18195 ff entsprächen und dass ohne Aushub / Freilegung der Vertikalflächen nicht feststellbar sei, ob die Drainage richtig angeordnet ist und ob die Stirnflächen der Fundamente und Bodenplatte fachgerecht gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt sind.
Was damals konkret an Maßnahmen ergriffen wurde, weiß ich nicht - nur dass der Boden neu abgedichtet und wieder Estrich eingegossen wurde. Außerdem wurde der feuchte Unterputz von den Innenwänden entfernt. Nacharbeiten an den Feuchtigkeitssperren oder Erdaushübe an der Fassade sind mir nicht bekannt.
Kurze Zeit später (evtl. auch nahezu zeitgleich) wurde darüberhinaus der teilfertiggestellte Balkon neu abgedichtet. Es stellte sich heraus, dass durch fehlerhafte Abdichtungen zwischen Balkonplatte und Fassade Feuchtigkeit eindringen konnte. Ob dieser Mangel (teilweise) auch den ersten Schaden verursacht bzw. verstärkt hat, kann ich nicht sagen.

Seit diesen Maßnahmen wurde keinerlei Feuchtigkeit mehr registriert - wobei sich diese Wahrnehmung auf die sporadischen monatlichen Sichtkontrollen im Rahmen der Instandhaltungsbesuche beschränkt.

Meine Frage bezieht sich nun konkret auf diese damaligen Feuchtigkeitsschäden. Kann man davon ausgehen - wenn seit nunmehr 18 Jahren keinerlei Anzeichen auf Feuchte(eintritt) mehr festzustellen waren - dass der Schaden damals tatsächlich vollständig behoben wurde?
Oder besteht die Möglichkeit, dass all die Jahre weiterhin UNBEMERKT Feuchtigkeit eingedrungen ist? Nur wo soll diese Feuchtigkeit dann sein? Das Haus wird durch den Leerstand quasi nie fensterbelüftet, Böden und Wände sind (zumindest augenscheinlich) trocken, es löst sich kein Putz mehr, Schimmelbildung oder modriger Geruch Fehlanzeige.

Ich weiß, dass man aus der Ferne natürlich keine Beurteilung vornehmen kann, über eine orientierende Einschätzung wäre ich aber trotzdem dankbar - würde mir die Sorgen etwas nehmen und mich im Hinblick auf meine Entscheidung bestärken.

Freue mich über Eure Rückmeldungen!
Gruß Steff
 
Nimm einen Bausachverständigen/Gutachter mit rein, dermißt die Feuchte und kann auch beurteilen, ob alles soweit i.O. ist. Hier im Forum bekommst du hundert Meinungen und keine hilft dir, weil keiner das Objekt kennt.
 
Der Traum vom Haus - Wie viel davon kann ich mir leisten?
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Danke für die schnelle Rückmeldung!

Sobald sich das Vorhaben konkretisiert, würde ich tatsächlich einen Bausachverständigen hinzuziehen und auch Messungen bzw. stichprobenartig eine Teilentfernung des Estrichs vornehmen (lassen).
Ich hatte halt gehofft, dass man mir durch Erfahrungswerte eine Grobeinschätzung geben könnte.
Laienhaft würde ich vermuten, wenn über 18 Jahre weiterhin regelmäßig Wasser eingedrungen wäre bzw. eindringen würde, müsste das doch - wie damals schon - auch ohne Feuchtemessungen deutlich sichtbar sein.

@Bookstar:
An Löschpapier hatte ich tatsächlich auch schon gedacht. Die Idee mit der Feuerwehr kam mir allerdings noch nicht. Bei richtigem Starkregen müsste aber doch auch was feststellbar sein...


Nochmal, ich möchte später ja tatsächlich messtechnisch / gutachterlich sicherstellen, dass das Haus auch wirklich dicht ist. Es geht mir momentan nur um eine orientierende Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit, inwiefern der Schaden noch immer vorliegen könnte.
 
Das Haus wurde in der Zeit nicht bewohnt und beheizt?
Dann würde ich dringend alle Vorhandenen Leitungen abdrücken lassen.
Ein unbenutzter Bau ist immer risikoreich. Rohre platzen oder, oder.
 
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Wenn das Haus jetzt augenscheinlich trocken ist und auch so riecht dürfte da nix gröberes sein.
Wäre da 18 Jahre lang irgendwo Wasser rein gelaufen hätte das Spuren hinterlassen.
Leitungen waren ja immer leer, insofern dürfte es auch keine Frostschäden geben.
Dennoch, sowas ist immer ein großes Risiko, nicht umsonst sind solche Rohbauruinen quasi unverkäuflich.

P.S. der Tipp mit der Feuerwehr ist maximal ein Witz, KEIN Haus bleibt dabei trocken, versprochen.
 
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