Einfamilienhäuser bald verboten?

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ich hatte mich in erster Linie auf dein "Deutsche doch wieder mal Alles ganz alleine aufgebaut haben wollen, ohne fremde Hilfe. " bezogen. Und festgestellt, dass die fremde Hilfe marginal gewesen war!
Danke @Scout ,
An der nun festgestellten Tatsache, dass Deine genannte "Eine Million" mit alleine offiziellen Zahlen bereits vierzehn Mal höher war (ohne Dunkelziffer!!) und das Ende des Aufbaus/der Hilfe keinesfalls wie von Dir beschrieben 1965 war, da wir ansonsten drei Jahre nach 1965 wohl nicht mit Jugoslawien ein weiteres Gastarbeiter-Abkommen geschlossen hätten. Offenbar waren wir mitnichten 1965 "fertig".
In Bezug auf die neben Pforzheim am schlimmsten zerbombte Stadt Würzburg kann ich auch mit persönlichen Geschichten aus der weiteren Familie dienen: Im März 1945 zu fast 95% zerstört. Verwandte wurden dann von den Amerikanern zwangsrekrutiert(!) zum Trümmer räumen. Schnell und billig wurde dann wieder gebaut. Sandstein für die repräsentativeren Gebäude kam u.a. aus Steinbrüchen nähe Marktheidenfeld wo andere Verwandte arbeiteten.
Das waren fast nur Frauen, alte und versehrte Männer!
PF und WÜ sind mir wohlbekannt, ich stamme aus dieser Region.
Niemand kann Zweifel daran haben, dass es gerade in solchen Zeiten, Unrecht immer auf allen Seiten gibt. Der Mensch und nicht die Nation verübt das Böse. Mein Vater selbst war in amerikanischer Gefangenschaft und war letztlich froh über dieses wohl kleinere Übel.
Das von Dir genannte "Zwangsrekrutieren" der Amerikaner direkt nach Ende des Kriegens wird nicht bezweifelt, dient aber nicht als Vergleich zur Leistung der "Gastarbeiter" aus den Jahren 1955 ff. Offenbar meinst Du mit "Wiederaufbau" alleine das reine Wieraufbauen von kriegszerstörten Gebäuden. Ich sehe den Wiederaufbau auch im Hinblick auf eine funktionierende Wirtschaft und gesellschaftliche Systeme und dran haben die Gastarbeiter eben unzweifelhaft und auch spürbar mitgewirkt, damit es heute ist, wie es ist.
Über Ungerechtigkeiten in diesem Zusammenhang müssen wir nicht diskutieren, auf keiner Seite!
Fremdarbeiter? Iwo!
Du negierst nun das Vorhandensein von "Fremdarbeitern" sogar gänzlich oder wie? Richtigerweise nennst Du sie nun "Fremdarbeiter", wie man sie bis 1955 genannt hatte. Ab 1955 und mit den Verträgen hat man den gleichen Umstand zudem auf "Gastarbeiter" geschönt oder warum beließ man es nicht bei dem bisherigen Begriff?
Du springst da etwas mit Zeiten und Zahlen und beschreibst quasi direkte Kriegszeiten (Wochen+Monate danach), bisher war ja aber die Rede von 1955 bis heute! Hier will doch Niemand die Existenz der Trümmerfrauen u.a. wegdiskutieren, solche Sprünge helfen aber nicht weiter.
Die vertriebenen Schlesier und Pommern, zwangseinquartiert in den Häusern der Verwandten wurden vielleicht von manchen als "Fremde" bezeichnet.
Nun hat mich das Thema "Vertreibung" mein Leben kang begleutet, da mein Vater diesbezüglich zeitlebens sehr aktiv war. Verständlich, dass die originären Einwohner nicht glücklich waren über dioe Zwangseinquartierung der Flüchtlinge. Stellt Dir das doich heute vor in Deinem Haus und mit Deiner Familie, wenn plötzlich 5 fremde Leute mit auf FDeinen 70qm wohnen sollen. Geradezu Niemand wurde daher mit offenen Armen empfangen. Deine Beschreibung dessen, ich zitiere: "vielleicht von Manchen als Fremde bezeichnet" liegt völlig daneben uind stammt keinesfalls aus Sicht eines Vertriebenen. Diese wurden sehr wohl als Strauchdiebe, Faulenzer und Schmutzfinken stigmatisiert in der Öffentlichkeit. Alles Andere ist Träumerei und fernab der erlebten Realität dieser Menschen. Wie kannst Du so etwas in Frage stellen?
Mein Vater war bei der deutschen Wehrmacht u.a. in Stalingrad, Montecassiono etc., zurückkehren nach Hause (Südmähren) ging nicht mehr.
Dort wo er ankam im neuen, fremden, nun kleineren Deutschland wurde er OFTMALS mies behandelt, obwohl er genauso Deutscher war und anders als so manch Anderer sogar im Krieg. Meine Mutter/Tanten, als Mädchen vertrieben, berichteten mir, dass sie als Kinder wie Strauchdiebe behandelt wurde und von den Einwohnern gerne als billige Dienstmädchen "genutzt" wurden. Ja, darüber waren sie froh, es war die einzige Alternative, trotz der Demütigung.
Wir selbst sind sozusagen als Flüchtlingskinder aufgewachsen, in einer Flüchtlingssiedlung, mit Kindern von anderen Flüchtlingseltern. Deine Heile-Welt-Darstellung in diesem Zusammenhang kann nicht von Seiten der Betroffenen stammen. Fragst Du "Weiße" in den USA nach Rassismus werden sie auch eher von Einzelfällen berichten, fragst Du "Schwarze" wird das Ergebnis völlig anders sein.
"Offene Armen, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft" war eher die Ausnahme und sollten mal nicht vergessen, dass das sogar die eigenen Landsleute waren und nicht einmal fremdländischde Gastarbeiter.
Es waren also in Summe(!) 14 Millionen von 1955 bis uptodate(?Du hast keine Quelle genannt).
Doch, das habe ich, sogar den Titel dazu in Wiki. Infos dazu gibts aber auch Unzählige in guugel.
Und in deiner Betrachtung kommt anscheinend nur der Westen vor.
Als neuer Ost-Bewohner betrachte ich gerne auch immer den Osten auch, hier speziell aber benannt hatte ich aber nur den "Westen", der sich ja völlig anders und abgekapselt vom Osten als Staat entwickelt hat und von daher nicht als angemessener Vergleich dienen kann.
Erste Gastarbeiter gab es im Osten erste Mitte der 60er und auch immer in deutlich geringerer Zahl (absolut wie relativ) als im Westen. Dort war die Beteiligung am "Wiederaufbau" also nochmals geringer.
Und was soll das erklären?
Klar, hier im Osten waren/sind die sog. "Fidschis", Vietnamesen, Kubaner....wie es überall auf der Welt Gast- und Fremdarbeiter gibt. Willst Du den "Wiederaufbau" in Ost- und Westdeutschland in den 60-70ern tatsächlich gleichstellen? Mehr Apfel-Birne geht dann aber wirklich nicht mehr. Die im Osten angeheuerten Vietnamesen, Kubaner etc. waren sicher nicht für den Bau von Gebäuden aquiriert worden. Wir können ja heute noch nichteinmal vorhandene Leistungen und Qualitäten unseres ehemals eigenen Landes (ehem. DDR) anerkennen, wie sollte "uns" das in der Breite mit Leuten aus Vienam, Jugoslawien etc. gelingen?
Der von dir erwähnte "Niedriglohn" war für einen Portugiesen, Italiener oder Türken damals übrigens sehr viel Geld.
Noch heute und schon immer ist der Lohn eines Dieners für den Diener viel Geld. Auch der Sklave ist froh darüber, wenn ihn sein Herr qeniger schläft als Andere mein Vater war froh, dass er in amerikanische und nicht russischer Gefangenschaft kam.
DAS war ein hoher Wert für ihn in seiner Situation. verstehst Erkennst Du den Zusammenhang mit Deinem obigen Zitat?

Warum hat denn der zitierte "deutsche Michel" diese Arbeit nicht selbst gemacht? Für einen Deutschen war es eben ein Hungerlohn, für den Gastarbeiter war es viel, Ja. Bist Du eigentlich bekennender Zyniker? :D :D
Gerhard Polt referierte mal darüber,. dass er sich einen ukrainischen Professor für die Gartenarbeit genommen hat, unvergessen auch seine "Mai Ling".
In Südameria hatten wir automatisch zum gemieteten Haus einen Gärtner als Personal, der sich völlig unterwürfig verhielt. Es war fast unmöglich, sich mit ihm auf annähernd auf Augenhöhe zu unterhalten, so tief eingeprägt war sein devotes Verhalten. Er war auch froh über seinen bisherigen Hungerlohn und über die gewohnte Behandlung nach Gutsherrenart. Dennoch mochten wir es so nicht haben, vlt. meldete sich da meine Vergangenheit. Vlt. fühlen sich Andere dieser Zweiklassengesellshaft wohl, mag sein. Diese Diener dort sind auch alle froh, dass sie 250 Euro bekommen im Monat, letztlich aber sind es moderne Sklaven.
Max Frisch äußerte sich zum Thema Gastarbeiter in Deutschland u.a. wie folgt: "Kleines Herrenvolkk sieht sich in Gefahr. Man hat Arbeitskräfte gerufen und es kamen Menschen.
An dieser Stelle beende ich das Thema von meiner Seite, gerne kannst Du mir über dieses für mich emotionle Thema gerne eine PN schreiben aber hier passt es dann wohl irgendwann gar nicht mehr.
 
Die Kosten für Polizei in Gelsenkirchens Innenstadt und auf Bahnhof, die Kosten für zerbrochene Scheiben etc. nicht, das hat nix mit spiel zu tun, sondern mit Kriminellen, die das spiel als aufhänger für ihr tun nehmen.
Die Gegenmeinung klingt mindestens genau so logisch, in meinen Ohren noch viel logischer. Wenn kriminelle Aktivität mit Spiel korreliert, sollen die zahlen, für die das Spiel veranstaltet wird. Ich interessiere mich nicht für Fußball, meine Steuergelder bitte nicht für mit Fußball verknüpfter Kriminalität verblasen.
Kosten Flug Hamburg rom. Da gehört hinein Landegebühr, Sicherheitscheck, Flugsicherung, Kraftstoff, Abschreibung Flieger etc. Nicht CO 2, das wäre Steuer auf Benzin
Die Gegenmeinung klingt mindestens genau so logisch, in meinen Ohren noch viel logischer.
Kraftstoff für das Flugzeug erzeugt auch CO2, eine CO2-Steuer hebt die Kraftstoffkosten für Kerosin, also wird der Flug teuerer, wenn derselbe Gewinn für die Airline generiert werden soll. Der Fluggast muss zahlen - oder eben nicht fliegen.

Diese Trennung von Markt und Gesellschaft aka Steuern reißt logische Löcher auf, die die Titanic schlucken können. Eine Haltung sollte schon konklusiv sein, oder?
 
Ach und wegen @Scout mit der "marginalen Hilfe":

Im Hintergrund solchen Wirtschaftens laufen noch so Dinge wie Weltwährungssystem, multilaterale Abkommen, etc. pp.

Du verwechselst selbstständig mit wenig Hilfe.

Wenn ich alleine ein Essen koche in meiner Küche, war dafür selber einkaufen, habe selber Stunden gearbeitet: Dann war ich komplett selbstständig. Aber dauernd wurde mir geholfen: Das Messer habe ich nicht geschmiedet, das Schneidebrett nicht gehobelt, die Küche nicht eingebaut, den Herd sowieso nicht...

Jemand, der nicht als selbstversorgender Eremit lebt, schafft in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft ganz wenig ohne viel Hilfe. Gilt für jeden. Deshalb ist er nicht unselbstständig. Und die Arbeitsteilung ist heuer global.

Das Bild, die Deutschen (oder irgendwer anderes, um fair zu sein) hätten irgendwas fast alleine geschafft, ist falsch. Sie haben sehr viel selbstständig geschafft, so ist es richtig.
 
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Abschlussstatement meinerseits: Wir sind komplett uneinig. Das bleibt fest zu stellen. Ich hab keine Lust mehr. Es dreht sich im Kreise, vom Hausthema sind wir weit entfernt. Liberaler Freigeist a la Wolfgang Kubicki hat nun mal kaum Berührungspunkte mit den idealistisch-pädagogischen
Ansätzen eines Anton Hofreiter.
Ist jetzt nicht abwertend, nur schlicht fest stellend. Deshalb musste man von FDP hervor gut 3 Jahren wohl sagen: besser nicht als schlecht regieren. Karsten
 
Ja, dass Meinungen hier diametral entgegengesetzt sind kann man tatsächlich feststellen. Ich vermute nur, bzw, so kommt es bei mir an, @Nordlys, dass du eher libertär als liberal bist (zumindest nach deinen Äußerungen hier im Thread). Ist auch zu akzeptieren.
Finde nachwievor dass der Ton hier recht angenehm geblieben ist, wenn man das mal mit anderen sozialen Medien, in denen politisch diskutiert wird, vergleicht.
 
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