Deutsche Reihenhaus AG Erfahrung gesucht

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fanalord

Hallo zusammen,

wir planen ein Reihenhaus für knapp 235000 inkl Notar/Grunderwerb und bezugsfertig in Eggenstein/Leopoldshafen zu kaufen. Bodenbeläge und Malerarbeiten werden wir selbst durchführen sind im Preis aber schon eingerechnet.

Nun würde mich interessieren ob jemand von euch schon in einem Haus der DRH wohnt oder auch eins gekauft hat. Gibt es dinge auf die man besonders achten sollte?

Erbpacht ist es nicht aber ein nach WEG geteiltes Grundstück

danke im Voraus
Gruß
Fana
 
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Lynx1984

Hallo Fanalord,

ich habe mich auch für die Reihenhäuser der deutschen Reihenhaus AG in Egg-Leo interessiert.
Den Kaufprozess habe ich abgebrochen. Die Gründe sind:
1. Bauchgefühl: Warum stehen seit fast 2 Jahren die ersten Häuser immer noch leer?
2. Betonklotz: Die Häuser werden binnen weniger Tage aus Betonfertigbau-teilen zusammen gebaut. Wer puren Beton mag, der fühlt sich hier sicherlich wohl... Probiere aber bloß nicht eine neue Leitung zu ziehen... Kalksandstein ist mir da wesentlich lieber, allein schon weil die Wände "atmen" können.
3. Keine eigene Heizung. Du bist auf Gedeih und Verderb der Gemeinschaftsheizung ausgeliefert. Du hast auch nicht mal die theoretische Möglichkeit Dir eine Gasleitung legen zu lassen und das selbst in die Hand zu nehmen oder die Energieform zu wechseln (z.B Solarkombination o.ä.)
4. Kein Keller: Wohin also mit den Ski , dem Rasenmäher usw.?
5. Viele weitere versteckte Kosten: Astronomische Aufpreise; 0 Flexibilität z.B. "Wir möchten Sie um Ihr Verständnis bitten, dass wir aufgrund unserer vorkonfektionierten Fertigung keine Änderungen am Elektroplan vornehmen können." => Teure Küche die nur am Elektroplan hängt. Wer kümmert sich um die Instandhaltung der Technikzentrale? Wer sucht die Energielieferanten für euch aus?
Mehr gerne persönlich...

Beste Grüße
 
F

fanalord

danke für deine Erfahrung haben ja inzwischen regen PN Austausch

noch jemand nen Haus mit denen gebaut/gekauft oder kennt wen der hat? Unsere Entscheidung pro ist längst gefallen aber falls noch jemand nen Tipp hat auf was man achten sollte wäre das sehr interessant
 
Der Traum vom Haus - Wie viel davon kann ich mir leisten?
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member1980

Hallo zusammen,
ich habe mich damals geärgert, dass man kaum etwas über die DRH im Inet findet. Ich habe daher einen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht geschrieben. Er stammt 100% von mir - ist aber nicht nur hier veröffentlicht.

Wer sich bei der Deutschen Reihenhaus ein Haus ansieht, der wird sich fragen:

Wo ist der Haken?

Nachfolgend also Erfahrungen und Empfehlungen von mir, die ich auf Basis der Kontakte mit drei Wohngebieten ( rund 100 Parteien) und aus eigener Erfahrung machen durfte.

Aber: es ist ein subjektiver Eindruck und einzelne Punkte könnten natürlich inzwischen / mit der Zeit komplett anders sein. Das Folgende stellt also nur meine persönliche und laienhafte Meinung als Käufer dar und sind nach bestem Wissen und Gewissen beschrieben. Teilweise machen die Tipps auch nicht für jeden Sinn und es gibt vielleicht bessere Lösungen oder wichtigere Aspekte. Alles möglich. Es ist ein Mix aus Erfahrungsbericht und unverbindlichen Empfehlungen. Die Vorgaben der DRH sind natürlich immer vorrangig.

Vorweg, für die Ungeduldigen:

Einen besonders großen Haken fand ich nicht. Zusammenfassend könnte ich sagen: OK aber nicht mehr. Es wird gespart wo immer es geht – aber zum Glück so, dass man es eher selten und manchmal aber auch zu spät oder gar nicht merkt. Natürlich geht die DRH mit den Nachteilen der Häuser nicht hausieren.

Fangen wir von vorn an:

1. Reservierung / Musterhaus

Schaut euch den Kasten GENAU an – wirklich genau. Ignoriert am besten die Deko.

(ja, ihr Frauen, das ist schwierig )

• Wände

Massiver Stahlbeton – nur 10cm dick. Stemmen oder Schlitzen für Leitungen?

Ja, geht – aber mit viel Vorsicht und auch nur nach Beratung durch den Bauleiter, damit die Statik nicht gefährdet wird. Und: beim Bohren mit dem Bohrhammer (die Bohrmaschine kann man getrost verkaufen) muss man ebenfalls höllisch aufpassen, dass mit nicht plötzlich bis zum Nachbarn oder in die Außendämmung bohrt.



Das Ständerwerk der Trockenbauwände wird nicht ordentlich mit den tragenden Wänden verschraubt – sie werden mit Pressluftbolzen befestigt, die in die Wand geschossen werden. Spätere Demontage schwierig.

Die Schattenfugen, auf die man immer wieder hingewiesen wird, kann man einfach mit dem richtigen Material überkleben – ohne dass es später Risse gibt. Die Abdeckleisten müssen also nicht zwangsweise sein.



Die Wände sind tapezierfähig – nicht tapezierfertig. Soll heißen: Sie müssen in aller Regel noch gespachtelt, geschliffen und grundiert werden – je nach Oberfläche, die danach darauf soll. Diese Kosten vergisst man leicht.

Und: Wenn ihr einem Maler das halbfertige Haus zeigt: Macht ihn darauf aufmerksam, dass (je nach eurer gewählten Ausstattung) die Türen drin sind, wenn er kommt. Der Aufwand ist für ihn dann höher, weil er Tapeten gemäß der Türmaße schneiden muss.



• Außenwand / Fassade

Gut gedämmt – unser Haus erzielte einen besseren Dämmwert (lt. Energieausweis) als versprochen. Auch die Heizkosten sind absolut ok.

Das Vordach über dem Eingang ist nur Deko – es hat bei Regen keine wirklich schützende Funktion. Denn – wer genau hinschaut – das Traufblech der Fensterbank direkt darüber, leitet das Wasser genau in den Spalt zwischen Hauswand und Vordach. Eine – so finde ich – sinnfreie Konstruktion.

• Böden

Überall dort, wo in den oberen Etagen Betonplatten aneinander stoßen, werden die Verbindungsstellen mit Spachtel/Beton zugemacht. In fast allen Häusern, die ich gesehen habe wurde dieser so schlampig dahin „geklatscht“, dass man den Boden entweder teuer/aufwendig mit Ausgleichsmasse nivellieren musste, Fliesen mit dick Kleber legen musste oder mit einem großen Boden-Tellerschleifer (gröbste Körnung) abschleifen muss. (mein Tipp! ca. 1 Tag Arbeit)

Kosten/Arbeiten, die man einkalkulieren muss und vorher nicht kennen kann - bis man es dann wenige Wochen vor dem Einzug entdeckt.



• Sanitär

Die verwendeten Materialien sind guter Standard – aber natürlich nichts besonderes. Wenn ihr die Badvorbereitung ohne Badausbau gewählt habt: besorgt euch rechtzeitig evtl. Zubehör beim Hersteller wie z.B. die Drückerplatte. Den Wasserkasten in der Wand kann man später ja nicht mehr einfach austauschen, wenn der Hersteller pleite macht o. das Ersatzteil nicht mehr hat.

Wenn eine Dusche mit 45-Grad-Öffnung vorhanden ist, werdet ihr schnell merken, dass es fast unmöglich ist, eine Duschtür zu bekommen, die im 45-Grad Winkel einrastet bzw. für die Maße passt. Soweit mir bekannt, musste da fast immer eine Maßanfertigung eingebaut werden.



Wollt ihr die Badewanne der DRH rausnehmen/ersetzen?

Geht – macht euch auf einen Kampf mit dicken Spachtelbatzen auf dem Boden gefasst, mit dem der Wannenträger aufgeklebt wurde.

Und: nicht erschrecken: Dahinter seht ihr die fliegende Wasser-, Strom- und Heizungsleitung. Preisgünstigste Verlegung halt.



• Leitungen

Fragt, woher die Leitungen gelegt wurden und wie sie verlegt werden.

Ihr werdet schnell merken – das wird als Geschäftsgeheimnis behandelt.

(m.E. ein Unding für einen Bauherren)

Ihr werdet keine genauen Pläne ALLER im Haus verlegten Leitungen erhalten.

Dort wo ich sie sehen konnte, wurden sie – vor allem in den Wänden – fliegend verlegt – also nicht besonders befestigt. Hat Vor- und Nachteile.



Schaut euch auch die Leitungen außen an: Nur eine Steckdose auf der Terrasse – keine zweite Dauerstromleitung fürs Gartenhaus oder sonstige Garteneinrichtung.

Das gleiche gilt für die andere Hausseite. Steckdose für eine E-Auto oder zum Staubsaugen des Autos?


Und generell: Dosen später setzen? Fast unmöglich. Stahlbeton lässt sich nur sehr schwierig schlitzen und das WDVS braucht einen Fachmann. Innen sind die Trockenbauwände durch das Ständerwerk und die Glaswolle der Länge nach kaum noch passierbar.



• Terrasse / Garten


Der Kiesstreifen rund ums Haus: Technisch sinnvoll – wird aber mit recht wenig Kies aufgefüllt => Stolperfalle für Kleinkinder. Bei uns sind schon einige Kinder in diese „Grube“ reingefallen.

Wurde der Boden aufgrund von Giftstoffen ausgetauscht?

Lasst euch schriftlich eine Dokumentation/Gutachten aushändigen.



Achtet in der Bauphase auf Bagger und Baumüll – Müll von den Bauarbeitern findet ihr in 10 Jahren noch wieder. Gerne „vergessen“ die Bauarbeiter ihren Müll auch auf den Garagendächern.

Achtet auf Bagger – sie verdichten euren Boden extrem, wenn sie permanent durch euren Garten fahren müssen. Nötigenfalls müsst ihr verlangen, dass nach Abschluss der Bauarbeiten, der Boden rückwärts heraus noch mal aufgegraben wird. Sonst kann kein Wasser eindringen und der Frost den Boden nicht lockern.



• Außengelände / Umgebung

Das Außengelände übersieht man schnell. Schließlich ist man in aller Sorge, dass das eigene Haus gut gebaut werden soll. Aber es ist enorm wichtig. Hier entstehen Kosten und Ärger, den man später umständlich mit allen anderen Siedlungsbewohnern klären muss.



Die DRH plant i.d.R. nicht mehr Parkplätze ein, als unbedingt nötig. Kalkuliert gut durch. Mind. 2 Stellplätze und wenn öffentliche Parkplätze vorhanden sind: Bleiben sie dauerhaft bestehen? Wer sind die Nachbarn? Besteht Gefahr, dass Kunden eines Gewerbebetriebs auf dem Gelände parken? Der DRH sind MEINER Meinung nach Parkprobleme - naja – „sekundär wichtig.“

Welche Grünpflanzen sollen gesetzt werden oder bestehen bereits? Stören sie beim Parken / Einsteigen / Betreten? Wie aufwendig ist die Pflege? (spätere Kosten!)


Besteht die Gefahr, dass später die meisten die Grünfläche als Abkürzung nutzen? Harzen die Bäume über den Stellplätzen?

Welcher Straßenbelag wird gewählt? Kann man Salz streuen? Wenn nicht: Gefahr der Eisschollenbildung – Ärger vorprogrammiert.

Als Mieter ist man schließlich das bequeme Streuen von Salz gewohnt. Splitt funktioniert – aber man braucht sehr viel davon und auf richtigen Eisschollen nutzt der kaum etwas. Gerade an Steigungen.

Wie ist die Wasserentsorgung geplant? Wird dafür ein Pumpensystem installiert oder fließt das Abwasser direkt ins öffentliche Abwassernetz?

Pumpensysteme treiben die Nebenkosten hoch und sind fehleranfällig für feuchtes Toilettenpapier und Speisefette. (Ärger in der WEG – Verursacher kaum feststellbar)

Welche Flächen bestehen bereits? Welche bleiben unbefestigt? Droht eine dauerhafte Schlammgrube neben/in dem Baugebiet? (Mückenplage!)

Sind Kinderspielplätze geplant?

Spätere Erweiterung um z.B. einen Kletterturm kann sehr teuer werden, weil der Spielplatz i.d.R. „quasi“ öffentlich ist. Man muss also die Richtlinien an öffentliche Spielplätze hinsichtlich des Materials usw. einhalten. Finanziell ganz neue Welten.

Schaut bei der Abnahme der Außenanlagen (am besten dabei sein) auch auf die Dicke des verteilten Rindenmulchs. (soweit vorhanden)

Wurde bei uns gerne hauchdünn verteilt – so, dass man es nicht sieht, dass direkt darunter die Erde/Wurzelfolien beginnen. Beim ersten Wind/Begehen ist das Zeug weg und die WEG (auch ihr) muss auf eigene Kosten neu kaufen.

• Frischluftkonzept


Zuerst macht man den Kasten dicht – um dann durch Öffnungen wieder Frischluft hereinzulassen. Seltsames Konzept – aber funktioniert. Aber: Wer zugempfindlich ist – dem sollte klar sein, dass gerade im Winter durch die Frischluftklappen in den Fenstern kalte Luft einströmt. Wer sein Bett direkt darunter aufstellt, der kann sich die Großpackung Taschentücher direkt mit einkaufen. Gerade bei Kindern wirklich nicht gut. Wir haben EINE Zufuhrklappe dichtgemacht und lüften dafür mind. 2x täglich. (Hinweis: das kann die Gewährleistung gefährden!)

• Sicherheit / Fenster / Türen

Achtet darauf, ob Fenster verbaut werden, bei denen man später die Sicherheit erhöhen kann. (z.B. Anbohrschutz, Beschläge tauschen usw.) Diesen Wunsch hat man spät. nach der ersten dunklen Jahreszeit. Beim Hausbau ist der Wunsch noch weit weg.

Bei uns war das zum Glück gegeben. Fragt beim Hersteller nach, oft muss man nur Kleinteile tauschen.

Wenn ihr elektrische Rolläden haben wollt:

Geht - aber: Es sind Vorbaurollläden. Das heißt: Die Rollos könnt ihr nur nach AUSSEN abrollen - ihr müsst also von außen die Motoren montieren. Gerade im OG in ca. 4m Höhe nicht jedermanns Sache.

Und: durch das Vordach ist die Montage von Rolladenmotoren im Fenster darüber fast unmöglich - wenn ihr das Glasdach des Vordachs nicht abnehmen wollt. In jedem Fall nicht einfach mal eben mit ner Leiter machbar.

Die verbauten Rollos schlossen bei keinem 100% lichtdicht. Konstruktionsbedingt.

• Hausausrichtung / Lage

Achtet auf die Ausrichtung in Bezug auf den Sonnenstandsverlauf. Dauerhaft schattige Terrasse vermosen schnell. Wetterseiten werden bei Schlagregen klitschnass. Da hilft es oft, sich die bestehenden Häuser Vorort anzusehen.

In der Regel wohnt man in den Siedlungen dicht an dicht. Nicht jedem ist das klar. Und nicht jeder weiß, dass man in einer WEG nicht einfach einen Sichtschutz oder eine Terrassenüberdachung installieren darf. Schaut euch den Teilungsvertrag hier genau an.

• Treppenharfe

Ihr wollt sie selber Schleifen und streichen? Viel Spaß. Ihr werdet das Ding danach hassen, weil ihr danach jede Strebe häufiger sehen werdet als eure Frau/euren Mann. Es ist einfach sch… viel Arbeit. (locker 2-3 Personentage)

2. Konzept

Eigentlich müsste die Deutsche Reihenhaus anders heißen: Deutsche Reihenwohnung. Denn sowas kauft ihr rechtlich. Als Mieter ist einem meist nicht ganz klar was das heißt. Hier in aller Kürze, was meist nicht gesagt wird:

Vorteile:

- viele Kosten sind deutlich geringer als bei einem eigenen Haus

- viele Anschaffungen für die ganze Siedlung sind in der Gemeinschaft leichter finanzierbar

Nachteile:

- Die meisten von außen sichtbaren Änderungen am Eigentum oder dem gemeinschaftlichen Eigentum bedarf der mehrheitlichen Zustimmung der anderen.

Lasst euch möglichst ein Muster des geplanten WEG-Vertrags zeigen/mitgeben.

So ein Vertrag regelt sehr viel. Z.B. Höhe, Farbe und Material der Zäune, Anbauten usw.

Überlegt euch genau, mit welcher Einschränkung eurer Entscheidungsfreiheit ihr leben könnt und ob euch Nachbarn die sich nicht wie ihr erwartet am WEG-Zusammenleben beteiligen (Mitarbeit) stören bzw. wie ihr damit umgehen wollt.

- Der anfangs bestellte Verwalter ist i.d.R. einer, der schon ewig mit der DRH zusammenarbeitet. Hat Vor- und Nachteile. Einerseits viel Erfahrung mit der DRH bei der Abwicklung von Mängelanzeigen, andererseits ist waren wir uns nicht immer sicher ob der Verwalter objektiv genug ggü. dem Bauträger ist.



3. Nebenkosten

Bei jedem Käufer, den ich kenne, waren die Nebenkosten (teilweise deutlich) höher als von der DRH versprochen. Die Gründe sind ebenso vielfältig und liegen nicht immer bei der DRH – aber: die DRH müssten diese Kosten vorher kennen. Hakt nach – Fordert Belege an. Denn die Nebenkosten sind ja ein langfristiger Kostenfaktor, der von der DRH sicher gern als Verkaufsargument genutzt wird.



Kostentreiber können aufgrund von Betriebskosten (z.B. Strom) oder Wartung u.a. sein:

- Sat-Anlage (Netzteile)

- Hebeanlage für Abwasser

- Feuerlöschpumpe



4. Kaufvertrag / Formalitäten

Da fiel mir negativ auf, dass die von der DRH bestellten Notare scheinbar keinerlei Interesse an den Käufern als Kunde haben. Gerne werden Sammeltermine gemacht, an denen der Kaufvertrag vorgelesen und unterzeichnet wird. Nicht ungewöhnlich und nicht schlimm in der Sache, aber man merkt schnell, dass man dem Notar als Bauherr ziemlich egal ist und die DRH der eigentliche Kunde ist – immerhin schleppen sie die „Cash-Cows“ an.



5. Bauphase und Abnahme

Die DRH gibt sich alle Mühe die Bauherren bei Laune zu halten. Soweit gut. Dennoch: macht Fotos so oft und so viele es nur geht. Und vor allem: nicht nur von eurem Haus!

Auch von allen (!) Leitungen im ganzen Wohnpark, dem ganzen Außengelände, den Fundamenten usw.



Insbesondere dann, wenn besondere Situationen wie kontaminierte Böden oder Altlasten oder besondere Geländeverläufe geplant sind. (Steigungen/Senkungen/Treppen usw.)

Eine TÜV-Begleitung erschien uns unnötig – das war es auch. Die Kästen sind so einfach zusammenzubauen wie ein LEGO-Bausatz. In den mir bekannten Häusern waren die Mängel bei der Abnahme sehr gering und selten gravierend.

Bei der Übergabe nicht hetzen lassen – auch hier gibt es schon mal genervte Bauleiter, die das X-te Mal das gleiche Haus übergeben müssen und schlichtweg den Umgang mit Kunden nicht gewohnt sind.





6. Gewährleistungszeit

Da die DRH Gewährleistungsansprüche i.d.R. einfach an ihre Subunternehmer weiterleitet und diese die DRH als Großkunde natürlich pflegen will – liefen Reparaturen im Rahmen der Gewährleistung i.d.R. eigentlich problemlos ab.



Und: In aller Regel machte die DRH bei uns sehr selten mehr als gesetzlich unbedingt gefordert. Sie verkaufte es uns dann gern als „Kulanz“ damit man nicht von einem Regelfall für andere Käufer ausgeht.

Zum Ende der Gewährleistungszeit lässt das Interesse an Kulanzleistungen natürlich nach. Also sollten Mängel schnellstmöglich genannt werden.



7. Ungeplante Baukosten:

Hier ein paar Kosten, die man bei diesen Häusern evtl. leicht vergisst einzukalkulieren:

- Mittelzäune in den Gärten

- Absicherung Kiesstreifen (Auffüllen o. Gitter)

- Austausch aller Steckdosen gegen kindersichere Varianten

- Nivellierung / Abschleifen der Böden ab 1. OG

- Treppengeländer für die breitere Seite der Treppe (wenn gewünscht)

- AntiRutsch-Lösung für die Treppen (glatter als jede Eisbahn)

- Wände spachteln/schleifen (tapzierFÄHIG ist ungleich tapezierFERTIG)

- Bodenheizung im EG – kann man in den Estrich gut einfräsen lassen. Positive Erfahrungen.

- Schneefanggitter (je nach Region, WEG Vertrag beachten)

- Rollo für die Dachfenster.





8. Tipps

- Sanitärzubehör rechtzeitig besorgen

- Alle Marken/Modelle/Hersteller/Farben erfragen.

Sonst hat man nach der Gewährleistungszeit kaum eine Chance irgendwas selber zu reparieren/auszutauschen.

- Aufbewahrungsort für die ausgebauten Türen suchen – trocken und warm. Sie werden sonst schnell dreckig.

- Die montierten (meist geklebten!) Rauchmelder direkt wieder abreißen und Kleberreste entfernen. Die Dinge verdrecken sonst mit dem Baustaub.

- Ist auf der Wetterseite eine Öffnung wie z.B. das Loch der Dunstabzugshaube – prüft ob Schlagregen reinlaufen kann. Sonst habt ihr beim nächsten starken Regen schnell den Estrich nass.

- Fragt den Bauleiter nach einem kleinen Rest von der Außenwanddämmung. Ihr braucht ihn evtl., um später selbst verursachte tiefe Löcher in der Außenwand füllen zu können.

- Lasst euch das Spülprotokoll zeigen und achtet in den ersten Monaten darauf, dass der Wasserzähler ordentlich zählt. Mir sind schon zwei Wohngebiete bekannt, in denen die Zähler aufgrund von Baudreck nicht mehr zählten. Mit dem Stand eine faire Abrechnung für alle der WEG zu bauen - unmöglich.

- Gerade im ersten Sommer nach der Bauphase könnt ihr euch auf eine Mückenplage einstellen. Die meisten Gärten sind noch nicht fertig - stehendes Wasser und Wärme sind eine super Brutstätte für die Viecher.

- Die Treppenstufen innen sind empfindlich. Alle abnehmen ? Kann man machen.

Mein Tipp dazu:

Alle demontieren und sicher lagern – bis auf die untersten zwei. Die sind aufgrund des geringen Bodenabstands schwierig zu lösen. Am besten gut einpacken.

Sägt euch im Vorfeld Baustufen zurecht und besorgt euch passende, lange und STABILE Schrauben zur Montage.





Persönliche Meinung:

Ich würde das Haus noch mal kaufen – aber die o.g. Hinweis hätten einigen von uns in der Siedlung geholfen vorher zu wissen, worauf man sich einlässt.

Ich hätte mir mehr Transparenz seitens der DRH gewünscht. Oft erfährt man nicht, was genau eingebaut wird.

Man muss darauf vertrauen, dass man damit einverstanden sein wird. Ein, wie ich finde, echt doofes Gefühl.

Nichts für Individualisten und Architekten. Wäre vermeidbar - hier muss die DRH noch dazulernen.



Ich habe mir sagen lassen, die Häuser haben – je nach Größe – einen Materialwert von 40-50 TEUR. Ob das stimmt, weiß ich nicht.

Soweit, so gut hoffe ich. Wie gesagt, das sind alles meine ganz persönlichen und ehrlichen Eindrücke bzw. meine Meinung.
 
Nordlys

Nordlys

Zum Baukonzept der DRH kann ich nichts sagen. aus eigener Erfahrung aber zum Konzept Reihenhaus nach WEG.
Man erwirbt letztlich eine ETW mit gewissen Sondernutzungsrechten an Land. Das Land ist rechtlich kein Eigenland, sondern Gemeinschaftsland mit exklusiver Aufteilung auf die einzelnen Hausparzellen. man hat eine Hausverwaltung zu bilden bzw. zu bestellen, weil es eben Gemeinschaftseigentum gibt. Das kostet. Rülas müssen gebildet werden. Meist ist z.B. das gesamte Dach Gemeinschaftseigentum. zu und Abwasserleitungen plus schächte. Haustechnik, ggf. die gesamte Heizung. Es muss eine jährliche Eigentümerversammlung geben, wo man die Pflege oder Instandhaltung des Gemeinschafteigentums beredet und beschließt und über die Höhe der Instandhaltungsrücklagen befindet. das können unerquickliche Veranstaltungen, wenn man da Quertreiber dabei hat, oder Leute, die sich finanziell übernommen haben....also, you get what you pay for...echtes Eigentum ist klar besser, da gilt §1, jeder hat seins. Karsten
 
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finalfantasy7

@member1980

Hi, dein ausführlicher Bericht war für uns sehr hilfreich. Wir befinden uns gerade in der Bauphase mit der DRH und können bereits einige der von dir erwähnten Punkte bestätigen.
  • Die Pläne: beim Notartermin haben wir nach bemessenen Plänen gefragt. Die Antwort war, dass die Pläne "geistiges Eigentum der DRH" seien und die total kleinkopierten Pläne im Bankplansatz völlig ausreichend seien.
  • Zeitlicher Ablauf: dass bei einer Baustelle nicht alles auf den Tag genau geplant werden kann ist uns natürlich klar, aber einen groben Plan wann welcher Bauabschnitt abgeschlossen sein soll hätten wir schon gerne gehabt. Schon allein dafür, um mit den Handwerkern und dem Küchenplaner einen Termin für das Aufmaß zu vereinbaren. So hängt man ständig in der Warteschleife und bekommt nur Scheibchenweise seine Infos.
  • Gab es während der Bauphase einen Termin für das Aufmaß?
  • Hast du eine Feuchtigkeitsmessung für den Estrich bei der Übergabe bekommen?
Viele Grüße
 
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