Deutsche Reihenhaus - 145 m2 Familienglück im Ruhrpott

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Hallo!

Ich habe mich in unserer "was bisher geschah"-Immobilienhistorie (mehr dazu gleich) zuletzt nach Erfahrungsberichten zur Deutschen Reihenhaus fusselig gegooglet. Daher, und auch für uns als Doku, hoffe ich, dass in diesem Faden das Kapitel "Eigenheim" endlich seinen vorläufigen Abschluss findet.

****************Was bisher geschah - wer nicht in der Vergangenheit schwelgen mag, springt zu den nächsten Sternchen :)

Er, träumt seit Jahren vom Eigenheim, hat fleißig gespart.
Sie - das bin ich ;-) - , hat sich mit einem Ex-Lebensgefährten in einem vorherigen Leben gehörig an einer ETW auf Erbpacht gehörig die Finger und den Geldbeutel verbrannt, war zuletzt sehr zufriedene Mieterin. EK zugegebenermaßen durch ebendiese ETW sowie selbstfinanziertes Studium okay, aber mehr auch nicht.
Neu im Team: Ein Baby, jetzt 5 Monate, sowie Corona-bedingtes Homeoffice, welches die bisherige gemeinsame Wohnung nun zum Hamsterkäfig werden lassen....

Eine neue Bude muss her! Mein Mann beobachtet den Markt (Östliches Ruhrgebiet) schon lange. Anfang 2020 intensivieren wir unsere Beobachtungen, aufgrund des Babies ist klar, dass unsere Wohnung für ein Paar zwar toll ist, für eine Familie aber nicht ausreicht. Corona kommt dazu und erschwert einiges.
Es folgt ein hin und hermäandern von Möglichkeiten, wir halten uns zunächst im Bereich "Bestandsimmobilie" von ETW stadtnah bis EFH vor den Stadtgrenzen alles Mögliche offen. Mein Mann träumt von einem Bauhaus-Bungalow aus den 70ern, ich von einer Altbau-Stadtvilla.
Der Markt ist leergefegt. Auf dem offenen Markt: Wenig. Wenn etwas zu finden ist: nur Schrott, vollkommen überzogene Preise - die auch noch irgendwelche Verrückten zahlen. Interessante Objekte haben häufig +1000m2 Grundstücke, die uns zu groß sind oder liegen in unattraktiven Lagen (mitten im Autobahndreieck, hilfe!). Oft sind begehrte Objekte weg, bevor wir sie überhaupt besichtigen können. Preisverhandlungen sind utopisch, es gibt immer jemanden, der zahlt oder noch überbietet. Wir sind froh, dass wir uns einig sind, keinen Mondpreis bezahlen zu wollen.

Näher im Gespräch sind eine DHH (bei der der Makler den Preis "heimlich" versucht zu steigern und uns für doof verkaufen will - ohne mich!) und ein RMH, bei dem dann ganz zum Schluss klammheimlich die Info "ach, ist übrigens Erbpacht" was das Ganze preislich wieder unattraktiv macht.

Unser Finanzrahmen ermöglicht auch einen Neubau, wir schauen uns diverse Fertighausanbieter an. Nach einigen Gesprächen wird aber klar: Woher ein Grundstück (in unserem gewünschten Gebiet) nehmen, wenn nicht stehlen? ;-) Suche dauert ggf. weitere 1-2 Jahre + 1 weiteres Jahr Bau. Puh. Auch die überschlagenen Kosten für ein 0815-Haus sind hoch. Leisten können wir es uns, aber irgendwo bleibt bei uns ein Zögern.

Im vorletzten Akt stoßen wir auf ein Neubau-DHH-Projekt, das sich gut anhört, Lage passt (Baulücke in Bestandsgebiet, 5 Minuten zu Oma/Opa und weiterer Familie) und der Preis.... ist eigentlich viel zu günstig! Der Haken bestätigt sich, der Anbieter ist absolut unseriös. Google vernetzt uns mit einem Paar, dass von dieser Firma gelackmeiert wurde. Wir lassen die Finger davon und sind genervt.
 
****************Durch Zufall landen wir bei der Deutsche Reihenhaus
Oma und Opa machen einen Spaziergang und stellen fest, dass eine Straße weiter eine Baulücke (großes Feld, umbaut von Reihenhäusern und EFH) erschlossen wird. Es hängt ein Banner der Deutschen Reihenhaus daran. Wir schauen uns auf der Internetseite um: Das 145m2 Familienglück gefällt uns gut, der Grundriss ist fast identisch mit der unseriösen DHH, die uns zugesagt hatte. Wir überlegen hin und her. Das Haus stimmt, aber es ist klar, dass hier ein "Reihenhaus-Ghetto" gebaut wird :))) Vom "freistehenden Architektenhaus" bzw. dem "Altbau mit Charme" ist das nun ganz schön weit weg. Wir schlafe mehrere Nächte darüber, so richtig loslassen können wir dann auch nicht. Vor allem die Lage ist für uns als Familie dann doch optimal.
Wir recherchieren und finden Bewohner anderer DRH-Wohnpark in unserer Stadt, die uns offen und freundlich von ihren Erfahrungen berichten. Das WEG-Setup finden wir zunächst seltsam, entdecken dann aber auch Vorteile. Da wir uns zu Beginn auch für ETW interessiert haben, sollte es für uns eigentlich kein "No-Go" sein.

Wir nehmen Kontakt zur DRH auf und sind überrascht: Von 39 Häusern sind bis auf 4 schon alle weg, ohne dass das Projekt beworben wurde. Alle Objekte sind per Mund-zu-Mund-Propaganda verkauft worden. Von den 4 Häusern kommen 3 für uns nicht in Frage, das vierte allerdings hätten wir uns (abgesehen von 3 Endhäusern) auch selbst ausgesucht. Wir vereinbaren einen Termin in Köln, um uns das Musterhaus anzuschauen und uns beraten zu lassen.
Das Haus gefällt uns sehr gut. Die Räume (2 Vollgeschosse und DG) fühlen sich großzügig an und erfüllen im Großen und Ganzen das, was wir uns wünschen. Die Ausrichtung des Musterhauses (Ost-West) entspricht dem Haus, für das wir uns interessieren, sodass wir einen realistischen Eindruck der Lichtverhältnisse erhalten. Die Beratung ist nett und transparent: Offen wird das Konstrukt der WEG angesprochen und auch die Vor- und Nachteile der Standardbauweise werden thematisiert. Da wir beide nicht die Ultrahandwerker sind und das Hauspaket für uns passt, ist die mangelnde Individualisierung für uns kein Showstopper. Im Gegenteil, wir sind nun doch ganz froh, dass wir "nur" eines von 39 Häusern bauen und nicht als Einzelkämpfer unser eigenes Projekt begleiten "müssen"
 
****************Status Quo: Wir kaufen!
Nach einer Nacht "schlafen" entschließen wir uns das Haus zu reservieren. Sollten wir in der Zwischenzeit eine Traumimmobilie finden oder im Lotto gewinnen ist die Reservierungsgebühr unerheblich ;-)
Während die DRH noch die Vermessung und Teilung "erledigen" muss sowie die Baugenehmigung noch final erteilt werden muss, kalkulieren wir die Kosten durch und gehen in erste Gespräche zur Finanzierung.

Wir werden mehr oder weniger nur den "Rohbau" mit ein paar wenigen Extras von der DRH nehmen, Böden, Wände, Bäder und Gartenanlage machen wir selbst bzw. vergeben wir selbst. Aktuell sind die Notartermine für Juni avisiert.

Wir sind gespannt und beschäftigen uns derweil schon einmal mit den Themen, die wir selbst übernehmen bzw. vergeben wollen. Aktuell zeigt sich bereits, dass insbesondere Badfachbetriebe/Sanitär/Fliesenleger hier nicht auf Kunden warten. Es ist alles reichlich zäh und ich bekomme bald Schwielen an den Fingern vom Hinterhertelefonieren, aber 2-3 gute Kontakte haben wir dann doch im Feuer. Teilweise ist es schwierig, den Betrieben zu verklickern, dass wir ein Standard-Haus kaufen und auch das Standard-Bad gerne so haben möchten wie es von der DRH angelegt ist. Auch als Frau wird man teilweise wie ein dummes Mädchen behandelt, sodass ich ein Gespräch bereits dankend vorzeitig beendet habe. Aber: We're getting there... ;-)
 
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Mich wundert nach schlechten Erfahrungen mit (Erbpacht und) ETW die Offenheit für das Konzept der ETW in Reihenhausgestalt. Was ich dabei auf keinen Fall täte, ist zu "mischen", also "Rohbau plus" nach Standard und Aufmusterungen dann in Eigenvergabe oder Eigenleistung. Nehmt das Haus so wie angeboten und verkauft es lieber wieder, wenn der jetzige Säugling mit der Grundschule fertig ist; bis dahin lebt mit einem Fliesendekor oder Schalterrahmen nach nicht so voll Eurem Geschmack.
 
Viel Spaß bei Eurem Abenteuer Hausbau (wenn auch vom Bauträger von der Stange). Zumindest mit der DRH habt Ihr einen hochprofessionellen Partner gefunden, der Euch ein Standardhaus ohne große Probleme hinstellt. Und wohnen lässt es sich auch ganz gut in solchen Siedlungen. Die DRH arbeite viel mit Farbe und das lockert doch deutlich auf.
 
In dem Fall treffen die Punkte, die mir damals das Leben in der ETW schwer gemacht haben zum Glück nicht mehr zu :)

Wieso würdest Du nicht mischen? Wir haben von 7 Bauherren und -Damen keinen kennen gelernt, der das Komplettpaket genommen hätte. Was ich u.a. aus optischen Gründen auch gut verstehen kann....
 
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