Das Elend der Flüchtlingsdebatte

"Off-Topic / Stammtisch" erstellt 17. 06. 2018.

Das Elend der Flüchtlingsdebatte 4 5 3votes
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  1. chand1986

    chand1986

    16. 05. 2017
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    Ich habe keine Ahnung, ob es eine gute Idee ist, so ein Thema aufzumachen. Höchstwahrscheinlich nicht. Aber ich will a) eine Diskussion auslagern, die sonst den Baukindergeld-Thread zerstört und b) habe ich eine zu dicke Krawatte, um nichts zu schreiben.

    Was ist passiert? Bei Verzögerungen/Unklarheiten das Baukindergeld betreffend wurde im dortigen Thread irgendwann eine Verbindung zu Flüchtlingen geschaffen. Vereinfacht: Das Geld, welches für Flüchtlinge ausgegeben wird, fehlt woanders. Womöglich auch beim Baukindergeld. Und schon zwei Beiträge später war man bei kalter Progression, Steuern die man relativ mehr zahlen muss als andere und natürlich dem als Schimpfwort gemeinten "Gutmensch".

    Wie die Sachen zusammenhängen und ob sie überhaupt was mit Flüchtlingen zu tun haben war egal, es war einfach ein Trigger für einen generellen Rundumschlag. Und wer darauf hinweist ist ein Gutmensch, ein CDU/SPD/Grüne/Linke Blockler, wenn nicht schlimmeres. Aha.

    Ganz ehrlich: Da krieg ich die Krätze. Das ist gedanklich so unbedarft, logisch so inkonsistent, emotional so unkontrolliert, dass ich mich frage, ob sowas überhaupt diskussionsfähig ist. Aber schulterzuckend abwenden?

    Nur mal ein bisschen Kontext schaffen. Ja, es gibt tausendfachen Rechtsbruch. Ja, es gibt Einreisende, die keine asylwürdigen Flüchtlinge sind. Ja, das ist ein Problem. Ich kenne keinen, der dem widerspricht.

    Aber: NEIN, dieses Problem existiert unabhängig von vielen anderen angesprochenen Dingen, ist weder Ursache noch Wirkung. Es ist parallel da und wenn man es auch beseitigen würde, blieben die anderen Probleme ungelöst.

    Die ökonomische Spaltung der Gesellschaft begann spätestens nach der geistig moralischen Wende unter Kohl. Da war es noch mehr als zwanzig Jahre bis zum ersten Flüchtling. Bevorzugung von Konzernen vor kleineren Firmen, von besonders Einkommensstarken vor Schwächeren, von Kapitaleinkünften vor Arbeitseinkommen, die Eurokrise, alles was die Leute negativ merken, wenn sie zur schrumpfenden Mittelschicht gehören hat mit der Flüchtlingskrise genau so viel zu tun: Null!

    Aber die Flüchtlingskrise dominiert die Medien, zum Vorteil derjenigen, die die anderen o. g. Themen nicht so genau beleuchtet haben möchten. Wenn dann noch genug Leute die Dinge vermischen - umso besser.

    Ich will da nicht mitmachen, denn es ist unintelligent. Oder deutlicher: Doof. Ich bin lieber Gutmensch als doof.

    So. Da kann jetzt gerne draufgehauen werden. Aber mit Augenmaß wäre nett.

    Wahrscheinlich werde ich tonnenweise gute Gegenargumente bekommen, wieso die Lösung der Flüchtlingskrise das Heilmittel unserer großen Probleme sein wird. Ist in solche Diskussionen ja immer so *ironieoff*.

    ( Und weil das gefragt wurde: Nein, ich beherberge keine Flüchtlinge, ja, ich helfe aktiv in der Flüchtlingsbetreuung mit. Das ändert zwar die Argumente nicht, aber aus irgendwelchen Gründen wurde das für interessant gehalten... )
     
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  2. HausbauTiNa

    HausbauTiNa

    20. 03. 2018
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    2 Menschen 2 Meinungen.

    Jeder darf seine Meinung kund tun. Ich mag die AfD und hoffe auf eine positive Entwicklung. Das mag den Linken und Grünen passen oder nicht, die Wahlergebnisse sprechen für sich.

    Auch du wirst eventuell nochmal aus deinem Traum aufwachen. Wasser predigen, Wein trinken. Wenn du dich so für Flüchtlinge einsetzt, nimm bitte auch welche bei dir auf. Aber da endet häufig die Bereitschaft.... genau dann, wenn es an das eigene Geld geht.
    Ein Kumpel hat diese Doppelmoral auch bereits unter Beweis gestellt. Sehr aktiv in der örtlichen Flüchtlingshilfe, aber als das Nachbarhaus dann zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werden sollte, war es vorbei mit der Bereitschaft zur Hilfe.
    So wurde aus dem Unterstützer ein Gegner.... genützt hat es nichts... die Gemeinde hat sich durchgesetzt und er ist nach dem 24/7 Einblick inzwischen bedient, konnte aber zumindest den Handel mit geklauten Fahrrädern in der Nachbargarage erfolgreich zur Anzeige bringen.

    Sucht meinetwegen den Schuldigen in der Vergangenheit, beim Einheits Helmut, oder bei den bösen Konzernen (Ich arbeite übrigens in einem).
    Ist dein TV von Samsung oder Sony oder bevorzugst du die kleine TV Manufaktur, die es durchaus gibt? Auto von VW? Schuhe vom lokalen Hersteller oder doch eher Massenprodukt vom Konzern?
    Wein predigen, Wasser... du weißt schon.

    Und auch hier mag ich dich überraschen: Wir achten auf diese Dinge, wo möglich. Lebensmittel lokal, Schuhe aus der Manufaktur, Bier aus lokalen Brauereien, Fair Trade usw.

    Doch das alles ändert nichts an einem Punkt:
    Es muss das geltende Recht wiederhergestellt werden. Wer wirklich flüchtet darf bleiben und sich integrieren. Wer Straftaten begeht (und wenn es mehrfacher Diebstahl ist) muss für immer gehen. Wer Wohlstand sucht, muss gehen.
    Nur dann klappt es ohne Spaltung der Bevölkerung. Da können auch Helmut und die bösen Reichen nichts für.

    Wenn wir 90 Milliarden Flüchtlingskosten unseren weiteren Generationen aufbürden, fehlt das Geld an anderer Stelle.
    Geld ist nicht unendlich verfügbar, auch wenn das in manch Linkspolitischer Aussage so klingt.
    Fakt ist auch, dass das Thema seit Jahren Zeit für andere wichtige Punkte in der Politik nimmt.... wie dem Beschluss zum Baukindergeld.

    Die Gesellschaft wird gespalten. In einigen Jahren gibt es nur noch Leute wie dich, oder halt mich. Rot-Grün oder Blau.
    Aber wir blauen werden mehr, auch wenn es keiner zugibt. Blicke nur auf unsere Nachbarstaaten.... die Zeiten ändern sich... offene Grenzen und ungeregelte Einwanderung werden Europa in ein (noch größeres) Chaos stürzen. Der Mensch ist, das zeigt die Vergangenheit, leider so dumm, erstmal voll abstürzen zu müssen, bevor sich etwas ändert. Deine Links- Politische Ansichtsweise hatte 1989/1990 bereits ihren ersten Untergang.

    Noch eine Frage:
    Bist du Lehrer?
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. 06. 2018
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  3. berny

    berny

    28. 08. 2016
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    Also ich denke, wenn ich ein Familienoberhaupt in Syrien oder in irgendeinem bettelarmen Land wäre wo ich Frau und Kindern weder Sicherheit noch Nahrung/ Medizin/ Bildung garantieren kann, dann würde ich auch versuchen dort wegzukommen. Ist vollkommen verständlich.
    Es gibt allerdings leider viele Millionen auf der Welt, denen es so geht. Es ist schon nur logistisch schlicht nicht möglich, sie alle in Europa (grösstenteils in DE) zu betreuen. Das von Frau Merkel 2015 war gut gemeint, aber überhastet und logischerweise nicht vorbereitet. Also falsch.
    Griechenland liegt ziemlich nah an deren Herkunftsländern, und es geht den meisten Griechen saumiserabel.
    Mein Vorschlag wäre: Die EU- Länder verwenden die ...zig Milliarden (allein DE wohl so um die 20 pro Jahr?) die im Moment ausgegeben werden um die Flüchtlinge in Europa (vorwiegend DE) zu versorgen dazu, mit Griechenland einen Deal zu machen: GR hat über 2000 unbewohnte Inseln, da könnte man sie dafür bezahlen das sie ein Dutzend davon herrichten und dort Flüchtlinge unterbringen, versorgen, Schulen und Krankenhäuser bauen und betreiben. Das würde GR massiv helfen (Arbeitslosigkeit fällt; Einkommen steigen) und die Flüchtlinge könnten sauber getrennt (auch geschützt und bewacht) nach Nation/ Religion in Ruhe und Frieden dort leben, bis sie vielleicht wieder zurück in die Heimat können. Spart nebenbei auch Unmassen an Leid auf dem langen Fluchtweg nach meistens DE. Wäre quasi eine Win/Win Situation. In DE werden die meisten von ihnen sowieso immer fremd und ausgegrenzt sein.
    Da könnte die EU- Kommission echt mal was sinnvolles tun; keine Ahnung warum man das nicht macht.
    Und mit Baukindergeld in DE hätte das garnix zu tun; es hätte allerdings den Nebeneffekt das sich die Situation am Bau- und Wohnungsmarkt in DE entspannen würde, dito die Gewalttaten durch und gegen Flüchtlinge in DE, Verfahrenskosten, Abschiebeflüge etc. etc. ..... alle Probleme würden geringer.
    Meine Meinung, deshalb fühle ich mich aber nicht etwa als "Bösmensch" sondern als Pragmatiker oder so.
     
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  4. chand1986

    chand1986

    16. 05. 2017
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    @berny

    Danke für einen konstruktiven Beitrag mit Argumenten, völlig unabhängig davon, ob das auch meiner Meinung entspricht.

    Aber es ist halt nicht jedem gegeben...

    An die Frage oben in #2: Nein, kein Lehrer. Falls doch, was wäre anders?

    Und nein, es ist nicht egal, was wann von wem verschuldet wurde, weil sich daraus ergibt, ob Flüchtlinge eine Folge davon sind, oder ein eigenes unabhängiges Problem. Genau das Nachdenken darüber wird aber massiv durch Populismus unterbunden.

    Dein Bedürfnis sich über die ( empfundene oder tatsächliche ) Doppelmoral deiner Mitmenschen zu echauffieren ist kein Argument, keine Begründung, nichts. Es ist bloß ein Rant.

    Übrigens ist das Recht auf freie Meinungsäußerung keins auf widerspruchsfreie Meinungsäußerung.
     
  5. HausbauTiNa

    HausbauTiNa

    20. 03. 2018
    133
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    Das mit dem Lehrer war ein reines Interesse.

    Es gibt halt Menschen, die nur in der Vergangenheit leben und es gibt Menschen, die nach Vorne blicken.
    Die Vergangenheitsmenschen, die z.B. immer wieder die NS Zeit aufwärmen, tragen nur nichts zur Wertschöpfung bei.
    Denn nochmal:
    Dass die gesamte Weltpolitik sehr komplex ist und Kriege etc oft wirtschaftlichen Interessen von Drittstaaten zu Grunde liegen, wird nicht angezweifelt. Aber das ist Vergangenheit. Wir müssen nach Vorne blicken und die Dinge ändern. Grenzen sichern usw.
    "Immer weiter so" ist übrigens Hauptgrund für Insolvenzen in der Wirtschaft.
     
  6. chand1986

    chand1986

    16. 05. 2017
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    Der gesamte Beitrag ist nur eine Schlagwortsammlung ohne Kontext. Was möchtest du sagen?

    - Die meisten Menschen in Industriestaaten tragen nichts zur Wertschöpfung bei. Alle Kinder, Schüler, Studenten, Rentner, viele Arbeiter in sozialen Dienstleistungsberufen, die Arbeitslosen.

    - Wirtschaftskriege finden auch genau jetzt statt und nicht bloß in der Vergangenheit.

    - Dinge ändern = Grenzen dicht. Gibt es da vielleicht noch mehr, was man tun könnte?

    - Was haben Insolvenzen mit dem Thema zu tun?

    Du verschlagwortest hier deine Gefühlslage. Was aber ist der rote Faden, die Kernaussage, dein Basisargument? Deutschland ausschließlich den Produktiven?
     
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