Bewerbung auf Grundstück für Doppelhaushälfte

4,80 Stern(e) 4 Votes
H

hanspeter1

Hallo zusammen,

in einem Neubaugebiet werden Grundstücke für Doppelhaushälften von der Gemeinde verkauft. Für die Bewerbung auf ein solches Grundstück wird u.a. eine Finanzierungsbestätigung vorausgesetzt. Nach meinem Verständnis muss man für eine Finanzierungsbestätigung einer Bank u.a. Angaben zu dem konkreten Grundstück sowie Bauobjekt inklusive Preisen angeben. Das hier das Bauobjekt eine Doppelhaushälfte ist, frage ich mich wie man hierzu Angaben machen kann ohne das mit dem künftigen Nachbarn der zweiten Doppelhaushälfte gesprochen wurde da die Vergabe ja noch gar nicht stattgefunden hat?

Sucht man sich erstmal alleine eine Wunsch-Doppelhaus Variante heraus und verwendet die Angaben des Wunschobjektes für die Finanzierungsbestätigung?
Wie läuft der Prozess nach der Vergabe der Grundstücke im Allgemeinen ab. Setzen sich die beiden Nachbarn dann hin und suchen sich zusammen ein Doppelhaus? Die Vorstellungen können ja total unterschiedlich sein. Da muss man direkt auch schon irgendwie "zusammen passen" oder? Wie sind eure Erfahrungen?

Darüber hinaus muss das Doppelhaus den Vorgaben aus dem Bebauungsplan entsprechen. Somit ist diese den Anbietern von Doppelhäusern zu beginn mitzugeben korrekt? Prüfen diese dann selbst ob deren Angebot dem Bebauungsplan entspricht oder liegt dies in der Hand des Auftraggeber (einem selbst)?

An Hand meiner Fragen wird vielleicht klar das hier noch gar keine Erfahrung in diesem Bereich vorliegt.
Danke für die Aufklärung.
 
N

nordanney

Nach meinem Verständnis muss man für eine Finanzierungsbestätigung einer Bank u.a. Angaben zu dem konkreten Grundstück sowie Bauobjekt inklusive Preisen angeben. Das hier das Bauobjekt eine Doppelhaushälfte ist, frage ich mich wie man hierzu Angaben machen kann ohne das mit dem künftigen Nachbarn der zweiten Doppelhaushälfte gesprochen wurde da die Vergabe ja noch gar nicht stattgefunden hat?
Eine Finanzierungsbestätigung sollte doch für den Grundstückskaufpreis reichen. Wen interessiert, was Ihr dann baut (jede DHH kann ja auch unterschiedlich gebaut werden).

Also einfach zur Bank gehen und sich so einen Wisch ausstellen lassen. Der ist eh nicht das Papier wert, auf dem er geschrieben wird.
 
E

erazorlll

Hallo hanspeter1,

wir bauen aktuell auch eine DHH und haben den ganzen Prozess bereits durchlaufen, daher kann ich dir mal unsere Erfahrung schildern:

Hallo zusammen,

in einem Neubaugebiet werden Grundstücke für Doppelhaushälften von der Gemeinde verkauft. Für die Bewerbung auf ein solches Grundstück wird u.a. eine Finanzierungsbestätigung vorausgesetzt. Nach meinem Verständnis muss man für eine Finanzierungsbestätigung einer Bank u.a. Angaben zu dem konkreten Grundstück sowie Bauobjekt inklusive Preisen angeben. Das hier das Bauobjekt eine Doppelhaushälfte ist, frage ich mich wie man hierzu Angaben machen kann ohne das mit dem künftigen Nachbarn der zweiten Doppelhaushälfte gesprochen wurde da die Vergabe ja noch gar nicht stattgefunden hat?
Kommt auf die Bank darauf an, aber eigentlich nicht. Wir sind damals zu meiner Hausbank gegangen und haben denen erzählt, dass wir uns für ein Grundstück bewerben und wenn wir es bekommen darauf eine DHH bauen wollen. Die haben dann kurz abgetastet, ob wir potentiell auch bei denen finanzieren würden (und der Aufwand nicht umsonst ist). Dann haben wir einen kurzen Check durchlaufen mit fiktiven Werten (Grundstück x€, Haus vsl. y€, Nebenkosten vsl. z€) und geprüft ob das mit dem Einkommen machbar ist. Im Anschluss hat die Bank eine Bestätigung ausgestellt, dass sie uns bis Gesamtstumme x€ finanzieren würden. Der ganze Ablauf hat keine 30min gedauert. Und bei uns ist es dann auch beim ersten Grundstück nichts geworden und für jede weitere Bewerbung habe ich dann dem Finanzberater eine kurze Mail geschickt und der hat mir das Datum und das Objekt auf der Bestätigung angepasst und neu zugeschickt.


Sucht man sich erstmal alleine eine Wunsch-Doppelhaus Variante heraus und verwendet die Angaben des Wunschobjektes für die Finanzierungsbestätigung?
Ich würde mich primär um das Grundstück kümmern und dann um das Doppelhaus. Wie oben beschrieben braucht ihr nur einen groben Richtwert für das Haus. Den könnt ihr entweder aus Erfahrungsberichten hier übernehmen oder ihr macht 1-2 Beratungstermine mit Hausanbietern und lasst euch mal eure Wunsch-DHH grob durchrechnen.

Im Endeffekt muss ich auch sagen interessiert das die Gemeinde eigentlich wenig. Unsere Finanzierungsbestätigung damals war ca. 2/3 der Summe, die wir heute ausgeben. Und du kannst ja später ein super billiges Ausbauhaus drauf setzen oder eine Luxusvilla.

Wie läuft der Prozess nach der Vergabe der Grundstücke im Allgemeinen ab. Setzen sich die beiden Nachbarn dann hin und suchen sich zusammen ein Doppelhaus? Die Vorstellungen können ja total unterschiedlich sein. Da muss man direkt auch schon irgendwie "zusammen passen" oder? Wie sind eure Erfahrungen?
Wir haben unsere Hälfte gekauft, als der Nachbar noch nicht bekannt war. Das hat natürlich ein gewisses Risiko, dass ihr mit eurem Nachbar nicht auskommt, die Vorstellungen komplett auseinandergehen etc. Auf der anderen Seite gibt es hier EFH Grundstücke die so nahe zusammenliegen, da kannst du mit dem Nachbar immer Pech haben. Und was ist, wenn der DHH-Nachbar in 3 Jahren sein Haus wieder verkauft?

Wichtig ist natürlich, dass die Grundzüge des Hauses identisch sind (Dachform und der Schnitt). Das solltet ihr mit eurem zukünftigen Nachbar vorher mal besprechen und eine Einigung finden. Wenn später eure Ziegel grau und seine rot sind, sieht das vielleicht nicht harmonisch aus, aber macht auch nichts aus. Wenn sein Haus aber später 1m kürzer ist, dann müsst ihr eure Zwischenstand an der überstehenden Stelle zusätzlich dämmen, etc.

Wir hatten mit der Planung begonnen und nach paar Monaten war dann der Nachbar bekannt. Wir haben uns mit ihm ausgetauscht und mal die groben Planungen und Vorstellung ausgetauscht. Das hat relativ gut übereingestimmt, wir hatten gleiche Vorstellungen und dann ging es weiter.

Der optimale Weg wäre natürlich, dass ihr euch gemeinsam auf ein Bauunternehmen und ein Haus einigt und das zusammen plant und baut. Das spart euch Kosten (nur eine Baustelleneinrichtung, etc.) und es passt später auch alles zusammen.

Bei dir klingt es aber so als würden die beiden Grundstücke gleichzeitig vergeben werden?

Darüber hinaus muss das Doppelhaus den Vorgaben aus dem Bebauungsplan entsprechen. Somit ist diese den Anbietern von Doppelhäusern zu beginn mitzugeben korrekt? Prüfen diese dann selbst ob deren Angebot dem Bebauungsplan entspricht oder liegt dies in der Hand des Auftraggeber (einem selbst)?
Das (sollte) der Architekt von dem Bauunternehmen übernehmen. Das hängt etwas davon ab wie ihr baut (Fertighaus, GU, Architekt mit Einzelvergabe, etc.).

Wir hatten unserem GU die ganzen Pläne und den B-Plan zugeschickt. Der hat das dann dem Architekten weitergegeben und der Architekt hat auch selber nochmal geprüft ob alles aktuell ist und passt. Dann haben wir unsere Vorstellungen besprochen und der Architekt hat aus unseren Wünschen, seiner Erfahrung und den Vorgaben des B-Plan einen Entwurf erstellt.

Bei uns gab es eine etwas kompliziertere Vorgabe im B-Plan, das hat der Architekt erst nicht richtig berücksichtigt und wir haben ihn darauf hingewiesen. Es ist also immer schlau sich selber damit auseinanderzusetzen und die Pläne und Vorgaben zu prüfen.

Ich kann dir noch einen wichtigen Punkt mitgeben:
Wenn irgendwie möglich, baut mit dem selben Unternehmen. Das erspart euch nicht nur viele Kosten, sondern auch eine Menge Prüfungen und Abstimmungen. Bei uns war das leider nicht der Fall. Unserem Unternehmen war relativ egal was der Nachbar baut und dem anderen Unternehmen war relativ egal was wir bauen. Wir mussten das dann immer selber zwischen beiden abstimmen und sicherstellen, dass die Häuser später zusammenpassen. Bei der Bodenplatte hätte dann fast die Höhe des Nachbarn nicht gepasst, wir haben es aber gerade noch gemerkt und weitergegeben. Jetzt sieht es danach aus, dass die Häuser in der Breite um ein paar cm nicht deckungsgleich sein werden.

Wenn du weitere Fragen hast, gerne Bescheid geben.
 
G

GeradeSchräg

Ihr braucht nur die Bestätigung für den Bauplatz.

Aber natürlich wäre es sinnvoll sich mit der Bank auszutauschen was potentiell möglich wäre.. wenn das Budget nicht ausreicht für den Bau danach macht der Kauf des Grundstücks nur bedingt Sinn.
 
11ant

11ant

Das hier das Bauobjekt eine Doppelhaushälfte ist, frage ich mich wie man hierzu Angaben machen kann ohne das mit dem künftigen Nachbarn der zweiten Doppelhaushälfte gesprochen wurde da die Vergabe ja noch gar nicht stattgefunden hat?

Sucht man sich erstmal alleine eine Wunsch-Doppelhaus Variante heraus und verwendet die Angaben des Wunschobjektes für die Finanzierungsbestätigung?
Wie läuft der Prozess nach der Vergabe der Grundstücke im Allgemeinen ab. Setzen sich die beiden Nachbarn dann hin und suchen sich zusammen ein Doppelhaus? Die Vorstellungen können ja total unterschiedlich sein. Da muss man direkt auch schon irgendwie "zusammen passen" oder? Wie sind eure Erfahrungen?
Zunächst einmal sage ich Dir hoch erfreut "herzlichen Glückwunsch" dazu, als Hirnbesitzer auch Hirnbenutzer zu sein und erkannt zu haben, daß eine Doppelhaushälfte ja logisch gesehen nur ein halbes Ganzes ist - siehe auch "Ein Doppelhaus hat ZWEI Hälften" (den betreffenden Beitrag darf ich Dir hier leider nicht verlinken, aber Tante Gugel wird da helfen).

Dein Gedanke der Kommunikation mit dem Hälftennachbarn ist gut - ich bin versucht, dafür ein Fleißkärtchen zu geben - und wird sich Dir lohnen. Am empfehlenswertesten fände ich, wenn Ihr auch gemeinsam plantet - was jedoch nicht zu bedeuten braucht, geschmacksgleiche Häuser zu bauen. Es müssen noch nicht einmal ähnliche Baupläne sein, aber Eure Planer sollten sich miteinander abstimmen - besonders, wenn einer mit und der Andere ohne Keller bauen will.

Aus Sicht Deiner Bank hingegen ist eine Doppelhaushälfte ein eigenständiges Finanzierungsobjekt, daran ändert die einseitige Abstandslosigkeit nichts. Man stelle sich vor, in einer Reihenhauszeile müßten alle Nachbarn zur selben Bank gehen ;-)
 
Tolentino

Tolentino

Das hatte ich mal bei einem Bauprojekt wofür ich mich interessierte. Alle Vorhaben mussten bei der Umweltbank finanziert werden und die schrieb 30% Eigenkapital vor. Das war aber auch noch 2013 oder so.
 
Alle Bilder dieser Forenkategorie anzeigen
Oben