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ᐅ Beratung Hauskauf von Erbengemeinschaft, Bj. 1967, 230 qm unsaniert

Erstellt am: 04.08.22 11:06
N
negRomino
Hallo zusammen,

die Kernfrage ist im Prinzip: Sollen wir das Haus kaufen und wenn ja, zu welchen Konditionen - die Frage wird mir hier ja niemand vollumfänglich beantworten können/wollen/dürfen 😉 sodass sich daraus zwei Anschlussfragen ergeben:
Wer berät bei einem Hauskauf? Also nicht nur bei der Finanzierung, sondern auch bei der Kaufentscheidung.
Kann hier jemand seine Erfahrungen oder seine Sicht zu der Angelegenheit mit mir teilen?

Konkret geht es um ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von ca. 230 qm auf einem Grundstück von 1500 qm. Das Haus besteht aus zwei Gebäudeteilen, von denen einer zweistöckig, der andere einstöckig mit teilweiser Unterkellerung ausgeführt ist. Das Haus verfügt über ein ungedämmtes Pultdach, großzügige Fensterflächen (2-fach, Holzrahmen) im Erbauungszustand, die Außenwand besteht zu einem geringen Anteil aus 30er Hohlblocksteinmauerwerk, der Großteil der Wohnfläche ist durch 15er YTONG-Platten in Fachwerk eingekleidet, der Eingangsbereich hingegen nur mit 11,5er Ziegelmauer.
Geheizt wird mit einer 30KW Öl-Zentralheizung aus dem Jahre 1991, die jedoch aufgrund eines NT-Kessels nicht ausgetauscht werden muss, sowie über einen Kachelofen, dessen Einsatz im vergangenen Jahr modernisiert wurde. Sämtliche Heizkörper sind ebenfalls veraltet, nach Rückmeldung vom Installateur falsch dimensioniert und platziert, sowie teilweise in Heizungsnischen untergebracht und wohnungsseitig mit Holzverkleidung versehen.
Die Raumhöhe liegt zwischen 2,50m im doppelstöckigen Teil und bis zu 3,95m im einstöckigen Teil.

Aus einem Energiegutachten geht dementsprechend ein Verbrauch von über 350 kWh/qm*a hervor.

Wir bewohnen das Haus seit mittlerweile sieben Jahren, zunächst gemeinsam mit meinem Großvater, seit dessen Tod allerdings als 3-köpfige Familie. Da ich erst vor wenigen Wochen mein Studium abgeschlossen und ins Berufsleben eingetreten bin, hat uns die Erbengemeinschaft zum Dank fürs "Kümmern" um den Großvater das Haus weiterhin zur Verfügung gestellt. Wir zahlen keine Miete o.ä. tragen aber sämtliche laufenden Kosten für Haus und Grundstück, halten es im Rahmen unserer Möglichkeiten in Schuss und haben kleinere Modernisierungsarbeiten durchgeführt.

Nun ist jedoch allmählich die Zeit gekommen, eine Entscheidung zu treffen, wie es mit dem Haus weitergehen soll. Laut einem Gutachten beläuft sich der Wert der Immobilie auf ca. 250.000€, der in erster Linie im großen Grundstück begründet liegt, während das Haus aufgrund seines Alters und des Sanierungsstaus nur mit etwa 70.000€ in diese Bewertung eingeflossen ist. Ein Energieberater der Verbraucherzentrale hat das Haus bereits beurteilt. Fassadendämmung, neue Fenster+Türen, Dämmung der obersten Geschossdecke (durch Gebäudeenergiegesetz nach meinem Verständnis verpflichtend?), Erneuerung der Heizung, Kellerdeckendämmung, ggf. Reduzierung der Raumhöhe etc.
Zudem haben wir über die Installation einer Photovoltaikanlage mit Speicher nachgedacht. Die Lage und Ausrichtung ist optimal, die vorhandene und im Vorjahr erneuerte Pultdacheindeckung mit Bitumenbahnen hingegen weniger - genauso wie die veraltete und teilweise nicht ordnungsgemäße Elektrik im Haus.

Der Energieberater hat die Kosten für eine energetische Sanierung (im Jahr 2020) mit etwa 200.000 € beziffert, wenn wir "alles" machen würden. Wahrscheinlich sind die Preise nun höher.

Natürlich wünschen wir uns alle, dass der Verkauf nicht zu einem Zerwürfnis in der Familie führt - gelingt ja leider nur selten, aber wir bleiben zuversichtlich 😉
In 2020 war ich noch der Ansicht, dass in der Familie und aufgrund des Zustands der Immobilie mit einem Kaufpreis deutlich unter dem o.g. Wert zu rechnen ist - aufgrund der aktuellen Marktsituation und den Preisen, die für alte Immobilien unabhängig vom Zustand aufgerufen werden, bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Ideal wäre für uns eine Beratung, die sich mit uns und den drei Erben an einen Tisch setzt und all diese Dinge bespricht und zufriedenstellend regelt - ich wüsste aber nicht, wer so etwas macht?! Gut wäre daher zumindest, mit möglichst vielen Erfahrungen, Empfehlungen und Eindrücken in die Gespräche zu gehen, damit wir eine Regelung finden, mit der alle Parteien leben können.
Ein bisschen sind wir bei dem Ganzen natürlich in der Zwickmühle - einerseits besteht vor allem bei mir eine emotionale Bindung zu diesem Haus, die man natürlich so gut es geht außer Acht lassen muss - zum anderen sind wir sowohl beruflich, als auch privat und insbesondere durch unsere Tochter regional gebunden. Wir möchten also im Ort bleiben und dort gibt es genau genommen keine wirklichen Alternativen, oder nur welche, die deutlich über den vermuteten 2x200.000 € liegen und zudem von der Atmosphäre ein Rückschritt wären. Das Haus und das Grundstück sind von der Bauweise absolut einzigartig und sorgen bei Besuchern immer wieder für Staunen. Der große gemauerte Außen-Pool ist insbesondere für meine Tochter ein Traum. Die Energiekosten hingegen sind es nicht!
Wir sind also ein Stück weit in der Not, dass wir eigentlich dort bleiben müssten und es auch wollen, die finanziellen Mittel aber absolut auf die kolpotierten 400.000 € begrenzt sein werden. Gerne weniger 😉
Zumindest für den Anteil meiner Tante und meines Onkels fällt ja auch noch die Grunderwerbsteuer an, die man vermutlich auch nicht mehr "umgehen" kann, da das Erbe bereits vor 2,5 Jahren angetreten wurde.

Ja, langer Rede kurzer Sinn... was tun? 😀
Zur Visualisierung hänge ich mal Fotos vom Bau in 67 eine Bauzeichnung und ein Foto an.

Modernes Einfamilienhaus mit Glasfront, blauem Pool, blühendem Garten und zwei Liegen.


Mehrere Bauaufnahmen eines Rohbaus: YTONG, Bauplatten, Hohlblock und Schwerbeton in einer Collage.


Grundriss mit orange markierten Wänden: 30er Hohlblocksteinmauerwerk, 11,5er Ziegelmauer, Fachwerk.
N
negRomino
06.08.22 08:31
Hatte Mal als grobe Orientierung gelesen, wenn die Sanierungskosten den Kaufpreis um 75% übersteigen, könnte ein Abriss und Neubau interessant werden. Aber da würden für uns ja die gleichen Voraussetzungen gelten, wie für Fremdkäufer, sodass das ja auch keine wirkliche Option ist. Sparen würde man da demnach nur, wenn man das Grundstück zusätzlich teilt, die Hälfte verkauft und selbst deutlich kleiner baut, oder?
N
negRomino
06.08.22 08:43
negRomino schrieb:

Hatte Mal als grobe Orientierung gelesen, wenn die Sanierungskosten den Kaufpreis um 75% übersteigen, könnte ein Abriss und Neubau interessant werden. Aber da würden für uns ja die gleichen Voraussetzungen gelten, wie für Fremdkäufer, sodass das ja auch keine wirkliche Option ist. Sparen würde man da demnach nur, wenn man das Grundstück zusätzlich teilt, die Hälfte verkauft und selbst deutlich kleiner baut, oder?

Korrigiere. Da waren 75% der Kosten für einen Neubau gemeint. Das lässt sich ja wiederum auch nur schwer beurteilen.
K a t j a06.08.22 10:51
Zur Sanierungspflicht bei Kauf gehören m.W. zuerst mal die Dämmung nach oben (Dach oder oberste Geschoss-Decke), die Heizung und wärmeführende Rohre. Du schreibst, das Dach wäre ungedämmt, aber ist es die Decke auch? Oder ist das OG nach oben zum Dach offen?
Die Heizung muss nicht saniert werden aufgrund eines NT-Kessels? Woher ist die Info?
Sollte letzteres stimmen, bleibt imho nur die Dämmung des Daches und wärmeführende Rohre, falls da die Decke nicht gedämmt ist. Das wäre eine überschaubare Investition. Selbst, wenn man die Heizkörper noch tauschen müsste, wäre das noch im Rahmen.
Alles andere ist erstmal freiwillig, soweit ich weiß. Daher stellt sich eher die Frage, ob Ihr überhaupt noch mehr sanieren möchtet oder erstmal nur das Haus kauft.
N
negRomino
10.08.22 08:37
K a t j a schrieb:

Zur Sanierungspflicht bei Kauf gehören m.W. zuerst mal die Dämmung nach oben (Dach oder oberste Geschoss-Decke), die Heizung und wärmeführende Rohre. Du schreibst, das Dach wäre ungedämmt, aber ist es die Decke auch? Oder ist das OG nach oben zum Dach offen?

Teils, teils. Im einstöckigen Gebäudeteil ist "Decke = Dach", im zweistöckigen Teil gibt es einen "Dachboden", der zwischen 30 und 100 cm hoch ist.
In beiden Fällen befindet sich über der Decke eine Lage Glaswolle von 1967 ohne Dampfsperre o.ä. darunter. Im Winter haben wir keinen Schnee über den beheizten Räumen - die Dämmwirkung dürfte also hinfällig sein. Der Bereich über der Glaswolle ist durch Lüftungsschlitze an beiden Dachenden durchgehend belüftet, weswegen ich annehme, dass eine Aufsparrendämmung ihre Wirkung verfehlen würde, wenn die Luft darunter "durchweht" oder denke ich da falsch? Es müsste also "von innen" gedämmt werden, nehme ich an.
K a t j a schrieb:

Die Heizung muss nicht saniert werden aufgrund eines NT-Kessels? Woher ist die Info?

So lese ich es im Gebäudeenergiegesetz und der Feuerstättenschau vom Schornsteinfeger. Keine Austauschpflicht für Ü30 NT-Kessel. Ob das energetisch sinnvoll ist, ist die andere Frage - da wir nicht tauschen müssten, besteht ja die Chance auf Förderung. Für Pellet wäre jede Menge Platz. Wärmepumpe wäre auch interessant. Aber dazu müsste nach meinem Verständnis in beiden Fällen, insb. bei letzterem, vorher erheblich gedämmt werden. Grundsätzlich erscheint es mir logisch, erst das Haus zu dämmen und dann die passende Heizung einzubauen und nicht andersherum.
K a t j a schrieb:

Sollte letzteres stimmen, bleibt imho nur die Dämmung des Daches und wärmeführende Rohre, falls da die Decke nicht gedämmt ist. Das wäre eine überschaubare Investition. Selbst, wenn man die Heizkörper noch tauschen müsste, wäre das noch im Rahmen.
Alles andere ist erstmal freiwillig, soweit ich weiß. Daher stellt sich eher die Frage, ob Ihr überhaupt noch mehr sanieren möchtet oder erstmal nur das Haus kauft.

Denkbar wäre das sicher, aber bei dem aktuellen Energieverbrauch und den steigenden Energiekosten (aktuell sind es 700€ monatlich nur für Öl und Strom), muss da ja was passieren.
K a t j a10.08.22 10:09
negRomino schrieb:


Aber dazu müsste nach meinem Verständnis in beiden Fällen, insb. bei letzterem, vorher erheblich gedämmt werden. Grundsätzlich erscheint es mir logisch, erst das Haus zu dämmen und dann die passende Heizung einzubauen und nicht andersherum.

..
Denkbar wäre das sicher, aber bei dem aktuellen Energieverbrauch und den steigenden Energiekosten (aktuell sind es 700€ monatlich nur für Öl und Strom), muss da ja was passieren.

Das ist sicher sinnvoll und die meisten machen es ja auch so. Dämmung dran und Heizkörper tauschen. Ich wollte nur sagen, dass nicht alles Pflicht ist, was Ihr als Bugwelle vor Euch her schiebt. Ihr müsst nicht gleich ne Mio Schulden machen, wenn das finanziell noch nicht drin ist. Dann macht halt erst mal nur das, was sinnvoll ist und die Elektrik + Sanitär bleibt, wie es ist.
W
WilderSueden
10.08.22 10:46
Wobei ich das dann schöngerechnet finde. He nach Material können die Wasserleitungen sich ganz spontan kommen, Stichwort Kupferfraß. Und auch weitere energetische Sanierungen kosten, ebenso wie das nicht sanieren. Das Geld muss irgendwo her kommen
dachdämmungheizungneubaurohreheizkörpersanierenglaswolle