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Baupfusch-Opfer für Reportagereihe gesucht

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Kurzum!

Leute!

Normaler Weise neigen wir nicht dazu uns zu solchen Diskussionen zu äußern, wollen es aber in diesem speziellen Fall nun doch mit einem Kommentar tun.

Wir finden es bringt nichts hier Analysen zum Besten zu geben, weil schon jeder Bau- oder Kaufvertrag, sowie Bestellungen und wie sie auch immer genannt werden, individuell zu betrachten sind.

Auch bringt es nichts, dass man Erfahrungen auf den Ausbildungsgrad ablegt. Auch hier spielen lange Jahre Erfahrung und die verschiedenen Ausbildungen in einzelnen Fachbereichen, die Weiterbildung, sowie das Hinzuziehen von Fachleuten und Spezialisten, und nicht nur eine Hochschulausbildung eine Rolle.

Auch in unseren Reihen, den Hochschulabsolventen, gibt es genug Pfeifen, welche vom Bauen keine Ahnung haben!

Ich denke Ausbildung, jahrelange Erfahrung, Weiterbildung und den Mut zur Hinzuziehung von Fachleuten, wenn man von eine Sache keine Ahnung hat, zeichnen einen wirklich guten Fachmann aus.

Betrachtet man diese Kriterien, kennt man auch die Voraussetzungen, nach denen man als Bauherr einen solchen Fachmann aussuchen sollte.

Auch ich glaube nicht, dass es richtig ist, Bauherren als dermaßen blauäugig zu bezeichnen. Man darf nicht vergessen, mit was für Verkaufsspezialisten man es zu tun hat!

Die verkaufen Dir den eigenen Hund und Du bist auch noch stolz darauf, wie billig Du ihn bekommen hast.

Diese Leute verfügen über jahrelange Erfahrung und über eine unglaubliche Überzeugungskraft.

Das einige dieser Menschen ihre Fähigkeiten zum Nachteil der Bauherren nutzen, charakterlose Schweine sind und keine Funken Ehre besitzen, darüber braucht man nicht zu diskutieren.
Man sollte aber mit allen Mitteln versuchen die Spreu vom Weizen zu trennen und so viele von denen wie möglich zur Strecke zu bringen.

Wir glauben dass hier die Hauptursache aller Fälle zu suchen ist, wo Bauherren in Not geraten.
Nur durch solche Leute werden Bauherren vermeintlich fehlgeleitet, ohne unabhängige Fachkraft, ein Bauprojekt allein bewältigen zu können.

Je dümmer man die Bauherren hält, desto leichter sind sie zu beeinflussen. Ob es dabei um Vorauszahlungen, Forderungsabtretungen, Bauverzögerungen, Anzahlungen bei Vertragsabschluss, Zahlungsplan, Nachträge u.s.w. geht, alles zum Vorteil des Bauunternehmers.

Wir stimmen ausdrücklich zu, dass die Bauherren sich unbedingt vor Vertragsabschluss und auch während der Vertragslaufzeit, eine unabhängige fachliche Begleitung suchen sollten.

Ob die an den Schulen angebotenen Seminare für werdende Bauherren so glücklich sind, ist in Frage zu stellen, da die uns bisher bekannten nicht gerade das gelbe vom Ei waren.
Einschlägige Litaratur, auch im Internet, ist bisher jedenfalls hilfreicher.
 
Oh Schreck, ich wollte hier keine Lawine ins Rollen bringen und auch niemanden diskriminieren! Ich bin kein gelernter Fachmann auf diesem Gebiet aber aufgrund zweier vollendeten Bauvorhaben und einem Bauingenieur und einem Architekten in der Familie zumindest in diesem Bereich ein wenig schlau geworden. So hatte ich das Glück jemanden zu haben, der mich bereits vor Vertragsabschluss beriet, mich auf Fußangeln in Verträgen hinwies, und mir half, die Bauausführung zu überwachen und zu prüfen. Ich gebe zu, dass es insbesondere während der Rohbauphasen einige Mängel in der Bauausführung gab, die ich selbst nicht festgestellt hätte. Wer weiß denn schon, wie viele Mauerwerksanker auf einem Quadratmeter in welcher Stärke bei zweischaligem Außenmauerwerk und 15cm Luftschicht (incl. Isolierung) erforderlich sind? Das wissen selbst die meisten Bauunternehmen offensichtlich nicht! Da will ich auch keinem Bauherren einen Vorwurf machen oder Blauäugigkeit unterstellen.
Mir sträuben sich allerdings die Nackenhaare wenn ich Baubeschreibungen, insbesondere von Generalunternehmen die schlüsselfertige Wohnhäuser anbieten, sehe, aus denen überhaupt nicht hervorgeht, was der Käufer da letztendlich erhält. Ich schrieb es bereits: Da wird z.B. ein „modernes Bad“ mit „Dusche, Duschabtrennung, Handwaschbecken und WC“ angegeben. Keine näheren Angaben. Da muss ich damit rechnen, dass beispielsweise die Duschabtrennung lediglich aus einer Stange mit einen Plastikvorhang besteht. Und „Steckdosen in ausreichender Anzahl“? Die Liste könnte ich beliebig weiterführen. Ja und solche Baubeschreibungen sind dann Bestandteil des Kaufvertrages. Tut mir leid, aber wer so etwas unterschreibt ist in meinen Augen blauäugig. Und Kaufverträge mit solchen Baubeschreibungen die keine sind werden unterschrieben, auch von studierten Leuten. Ich habe nicht Schlüsselfertig gebaut und würde das auch nicht machen, was nicht heißen soll, dass Schlüsselfertiges Bauen nicht zu empfehlen ist. Hier gilt es aber, das Angebot ganz besonders unter die Lupe zu nehmen. Um Vergleiche ziehen zu können, habe ich mir auch Angebote von überregional anbietenden, teils sehr bekannten Baufirmen machen lassen. Interessant dabei: Diese waren bis auf wenige Ausnahmen die Kundenunfreundlichsten. Die regionalen, kleinen Bauunternehmen, meist mittelständische Familienbetriebe, machten nicht nur günstigere Angebote sondern waren auch bei der Baubeschreibung „ehrlicher“.

So, ich weiß, dass das alles hier nicht hingehört und höre jetzt auch auf. Mein letzter Appell an Bauwillige: Lasst euch jedes einzelne Detail im Vertrag/Baubeschreibung spezifizieren! Ansonsten werdet ihr nur zu leicht übers Ohr gehauen! Mein Heizi hat sogar jedes Eckventil unterm Waschbecken mit Herstellerbezeichnung und Best.-Nr. aufgelistet, ohne dass ich das von ihm forderte. Ein anderer, der das nicht wollte, habe ich meine Meinung gesagt und noch einen Guten Tag gewünscht.
 
Hallo Hinnerk,

bezüglich Deiner Ausführungen über den Umfang und die Genauigkeit einer Baubeschreibung gebe ich Dir völlig recht.

Ob diese dann aber genau den Wünschen des Bauherren entspricht und das Haus dann später auch genau so ausgeführt wird, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt. Viele in diesen Baubeschreibungen enthaltenen Materialien und Einrichtungsgegenstände entsprechen halt nicht immer den Wünschen der Bauherren, werden geändert und hier wird dann von unseriösen Firmen über die Gebühr finanziell zugeschlagen.
Was ich damit sagen will, einzig und allein ist die detailreichste Baubeschreibung nicht ausreichend, um nicht hinterher doch noch auf die Nase zu fallen.

Nicht jeder Bauherr hat in seiner Verwandtschaft oder im engeren Freundeskreis einen Bauingenieur oder Architekten, der ihn vor den Stolperfallen warnt.

Leider werden in diesen sogenannten Dokuserien der privaten Sender, und damit bin ich wieder beim Ausgangspunkt dieser Diskussion, Bauherren "vorgeführt", denen schon genug Unheil geschehen ist. Was ich aber am meisten vermisse, sind vernünftige Ratschläge, wie dieses Unheil von vorn herein zu vermeiden ist.

Vielleicht sollte ich in diesem Forum einen besonderen Themenbereich eröffnen, in dem Forumsmitglieder darüber diskutieren und ihre Erfahrungen austauschen können, wie man sein Bauvorhaben am sichersten und möglichst ohne böse Überraschungen durchziehen kann. Sollte man am ehesten mit einem unabhängigen Architekten/Bauingenieur, mit einem Schlüsselfertigunternehmen oder ein Fertighaus bauen, oder oder oder ....
Welche Vor- und Nachteile bieten die verschiedenen Wege?
Außerdem könnten auf diesem Wege eine Menge dieser Stoplerfallen aufgedeckt und angehende Bauherren darauf aufmerksam gemacht werden, so sie denn diese Beiträge lesen.
Voraussetzung ist natürlich, daß eine solche Diskussion sachlich und ohne jegliche persönliche Angriffe geführt wird.
Last mich bitte wissen, ob hieran ein Interesse besteht.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Osnabrücker Land
Thomas Brandenburg
 
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Ich war über einen langen Zeitraum nicht mehr hier im Forum, so dass ich erst jetzt antworten kann. Ich denke aber, dass das Thema für Häuslebauer nach wie vor aktuell ist.
Nach wie vor bin ich der Meineung, dass zu einem Kaufvertrag eine bis ins allerletzte Detail ausgearbeitete Baubeschreibung gehört. Dazu gehört neben den exakten Angaben zum Rohbau (Art und Ausführung der Gründung, Wandaufbau, Baumaterialien und Art und Ausführung der Dämmung die genaue Beschreibung aller anderen Gewerke. Die Anzahl der Steckdosen und Schalter mit Herstellerangabe und Serie, Genaue Angaben zu allen Sanitärobjekten und, und, und, da muss alles rein! Wie will der Bauherr ansonsten Preisvergleiche anstellen, wenn der eine Unternehmer billigstes Baumarktsanitär in seinem Angebot hat, der andere aber edles Villeroy & Boch Sanitär.
Das Argument, dass der Bauherr ja oft zum Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses noch gar nicht genau weiß, wie beispielsweise das Bad bzw. die Bäder ausgestattet werden sollen, ob Solar, Fotovoltaik oder was weiß ich, lasse ich keinesfalls gelten! Der Bauherr muss wissen, was da auf ihn zukommt. Schließlich muss in den allermeisten Fällen das Bauvorhaben von der Bank oder Bausparkasse finanziert werden. Und da sind Bauherren recht häufig an ihrem absoluten Limit. Und wenn da nicht frühzeitig richtig und vorausschauend gerechnet wurde...
Im Übrigen ist man ja auch bei einer bis ins allerletzte Detail ausgearbeiteten Baubeschreibung nicht festgelegt, was letztendlich verbaut wird. Beispiel Heizung und Sanitär. Der Rohbau steht. Der Heizungs- und Sanitärfachmann kann bald kommen. Nun muss sich der Bauherr entscheiden. Entweder er akzeptiert die Vorgaben lt. Baubeschreibung oder er geht mitsamt der Beschreibung in den Sanitärgroßhandel, mit dem der Bauunternehmer bzw. der Handwerker zusammenarbeitet. Dort schaut er sich in der Badausstellung die in der Baubeschreibung aufgeführten Sanitärobjekte und Armaturen an. Sagen ihm diese nicht zu, sucht er sich etwas anderes aus. Der Großhändler kennt die Konditionen bzw. Bruttopreise seines Kunden und kann somit dem Bauherren einen entsprechenden Kostenanschlag unterbreiten, so dass dieser über die evtl. entstehenden Mehrkosten informiert ist und schauen kann, ob die Mehrkosten noch in seinem Budget liegen.
Wie gesagt: Bei einem Kaufvertrag ohne einer bis ins allerletzte Detail ausgearbeiteten Baubeschreibung kaufe ich die Katze im Sack.
 
Naja - ich denke das manche Leute einfach zu schnell sich in das Hausbauen reinstürzen ohne alles ganz genau durchgesehen, durchkalkuliert, Risiko miniert usw haben.
 
Das Argument, dass der Bauherr ja oft zum Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses noch gar nicht genau weiß, wie beispielsweise das Bad bzw. die Bäder ausgestattet werden sollen, ob Solar, Fotovoltaik oder was weiß ich, lasse ich keinesfalls gelten! Der Bauherr muss wissen, was da auf ihn zukommt. Schließlich muss in den allermeisten Fällen das Bauvorhaben von der Bank oder Bausparkasse finanziert werden. Und da sind Bauherren recht häufig an ihrem absoluten Limit. Und wenn da nicht frühzeitig richtig und vorausschauend gerechnet wurde...
Naja - aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass hier ein zukünftiger Bauherr i.d.R. nicht abschätzen kann, was tatsächlich auf ihn zukommt. Sinnvoll ist es aber, einen entsprechenden Puffer einzuplanen.

Beispiele:
In unseren Bauvertrag wurde eine Summe für die Bäderbemusterung veranschlagt. Wir hatten keine Kenntnisse über die veranschlagten Preise. Vorsichtshalber googlete ich im Netz und suchte mir verschiedene Objekte mit den Preisen raus. OK, dachte ich - im Internet ist es i.d.R. günstiger - kalkuliere mal noch 30% mehr ein, dann sollte es schon passen. Dann noch ein Aufschlag von 1.000-2.000 Euro.
Wir fuhren dann zwecks Badbemusterung zur genannten Firma. Wir wiesen mehrfach auf das Budget hin. Preise waren nicht ausgezeichnet. AM Ende hieß es - wir lassen Ihnen dann die gesamte Aufstellung zukommen. Vielleicht sollte noch dazu gesagt werden, dass die "Beraterin" direkt etwas genervt war, da wir es uns erlaubten mit zwei Kleinkindern vorbei zu kommen. Wir haben uns nicht BEWUSST für das Beste vom Besten entschieden (OK - bei der Toilette evtl.) und fragten immer wieder bzgl. unseres Budgets. Das Ende vom Lied - als endlich der Voranschlag da war, lag der genannte Preis beim doppelten des kalkulierten (zzgl. Märchensteuer) und wir sind fast vom Hocker gefallen. Naja - am Ende schickte uns unser GÜ noch zu seinem Installateur - mit diesem bemusterten wir neu und liegen jetzt nur noch 2.000 Euro drüber.

Ähnlich ging es uns bei der Elektrik:
Uns war klar, dass die vom GÜ vorgegebene Elektrik nicht reicht. Also kalkulierte ich 1.000 - 1.500 mehr ein. Nachdem wir durch das Haus gingen und unsere Wünsche äußerten, wurde uns der Voranschlag zugesandt. 4.500 Aufschlag + 1.000 für Installation der Satellitenanlage. Nach einer Streichorgie (der fast alle spezielleren Wünsche außer der Treppenbeleuchtung zum Opfer fielen) stehen jetzt noch 3.000 Euro + Satellit auf dem Plan.

Fliesen:
OK - hier kommt es immer darauf an, was man aussucht. Kalkuliert wurden 25 Euro pro qm. Wir haben nach Gefallen ausgesucht, aber auch den Preis im Auge behalten. Im Schnitt liegen wir trotzdem bei 34 Euro pro qm, was immer noch günstig ist. Die einzigen Fliesen, welche im vorgegebenen Rahmen lagen sind die Bad-Wandfliesen sowie die vom HWR/Abstellraum. Wenn die Sockelleisten mit einkalkuliert werden (leider ergeben 1 Fliese immer nur 2 Sockelstücke) bezahlen wir derzeit noch immer ca. 2.200 Euro mehr.


Als Bauherr, der nichts mit dem Bau zu tun hat, kann man solche Preise nicht einschätzen. Ein Vorabinformieren per Internet bringt nichts, da man die Aufschläge der typischen Bemusterungshäuser nicht kennt. Der Gang in den Baumarkt bringt genauso wenig, da auch hier die Aufschläge nicht passen und die Produktanbieter sich häufig sehr unterscheiden. Der Handwerker, welcher einem die Dinge einbauen soll, lässt sich i.d.R. auch nicht darauf ein, dass man im Internet kauft - Stichwort Gewährleistung.
Genauso lässt sich der Preis einer Erdwärmebohrung nicht endgültig kalkulieren, da einem das Know How sowie die relevanten Faktoren (Bodenbeschaffenheit, etc.) nicht zur Verfügung stehen.


Dies sind nur die Beispiele aus unseren Bauprojekt. Dabei haben wir schon eher vorsichtig kalkuliert, lieber mal ne Leistung mehr reinnehmen lassen als zu wenig. Aber bestimmte Dinge kann man einfach nicht so planen, wie es dann kommt.
 

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