Baufirma - Baubeginn, Kommunikation. Tipps, Erfahrungen?

4,70 Stern(e) 11 Votes
R

Robbs84

Hallo Zusammen,

ich bin langsam am Ende mit meinem Latein im Umgang mit unserer Baufirma (GÜ). Wir haben im Oktober 2019 unseren Bauwerkvertrag unterschrieben. Seit August 2020 liegt die Baugenehmigung vor, seitdem warten wir auf den Baubeginn... Seitdem staut sich bei uns der Frust, da wir das Gefühl haben, dass es keinen dort so richtig interessiert, wann unser Bau beginnt. Einen festen Baubeginn haben wir im Vertrag dummerweise nicht festgelegt, nur eine Bauzeitgarantie von 11 Monaten ab Fertigstellung Bodenplatte. Somit warten wir nun immer noch darauf, dass sich auf unserem Grundstück irgendwas tut und es sind mittlerweile 15 Monate seit Unterschrift und 5 Monate seit Baugenehmigung.

Der zweite Punkt hier hängt mit dem ersten zusammen: die allgemeine Kommunikation mit dem Bauleiter und dem Subunternehmer. Es wird auf keine, wirklich keine E-Mail schriftlich geantwortet. Wenn man anruft, wird man zurückgerufen aber wir werden immer wieder mit Allgemeinfloskeln abgespeist ("wir sind bemüht bald anzufangen", "das Wetter muss passen", "kriegen wir bald hin", ... etc.). Vorher hieß es man wartet auf den Vermesser, dann war es das Wetter, dann "lohnte es sich wegen der kommenden Feiertage nicht mehr", usw. Wir vermuten jetzt, dass die jetzt bis April wegen des Wetters warten, obwohl uns vorher gesagt wurde, ab Januar kann es dann losgehen. Irgendwie redet aber keiner Klartext mit uns!

Am Telefon sind alle sehr freundlich und wir Bauherren sind das auch aber gelinde gesagt kommen wir uns langsam einfach "vera*****" und nicht ernstgenommen vor. Telefonate mit mehr (freundlichem) Druck, bitte die Kommunikation zu verbessern, sich nun um unser Projekt mehr zu kümmern, etc. haben auch nichts verbessert. Somit fühlen wir uns nun machtlos und der Baufirma komplett ausgeliefert, was den Baubeginn angeht - es ist frustrierend und irgendwie nicht das, was wir sonst beruflich und im privaten Alltag im Umgang gewohnt sind. Ist das so der Umgang im Baugewerbe?
  • Wie sind eure Erfahrungen?
  • Wie lief bei euch die Kommunikation mit der Baufirma, Bauleiter und den Gewerken?
  • Wie lange hat es bei euch bis Baubeginn gedauert ab Baugenehmigung?
  • Hat einer von euch im Winter mit dem Bau angefangen? Braucht man da wirklich 2-3 Wochen Temperaturen über +5°, was in einem normalen Winter nicht realistisch ist, oder ging das auch in Etappen?
  • Habt ihr euch beim Bauleiter eher oft gemeldet? Wart ihr penetrant? Wir wollen eigentlich eine gute Beziehung zum Bauleiter, da wir ihn ja für den Bau brauchen. Deshalb tun wir uns schwer, hier "zu nerven" oder den Ton schärfer werden zu lassen.
Insgesamt glaube ich nicht, dass wir Firma jetzt unseriös ist oder so aber sie sind halt gefühlt unorganisiert und machen alles nur nach Schema F. Wir versuchen immer freundlich und geduldig zu sein aber langsam nagt das etwas an den Nerven und wir fragen uns, wie es dann beim Bau laufen soll.

Danke für eure Antworten, freue mich von euren Erfahrungen zu hören.
 
O

Osnabruecker

Habt ihr denn jemanden fachkundigen an eurer Seite? "Euer" Bauleiter ist leider der Bauleiter des GÜ und hat daher nicht unbedingt eure Interessen im Auge.

August Baugenehmigung, dann hat die Firma bestimmt nicht auf euch gewartet und hat die Bücher voll. Dann ist ganz schnell Winter.
In welcher Region seit ihr ansäßig? Ist bei euch Winter? Aber das mit den Temperaturen stimmt schon, bei dem ganzen Regen / Frost macht Erdbau keinen Sinn, Betonbau ist bei Frost nicht ohne zusatzleistungen nicht durchführbar.

Kommunikation ist immer unterschiedlich, mal Rohbauer inkl. BAGGER am Tag nach Mangel wieder da, oder Elektriker lässt sich 4 Wochen wegen einer fehlerhaften Steckdose nicht blicken...
 
A

Andre77

Hey,

im September 18 den Vertrag unterschrieben (GU, massiv) mit Vorbehalten, die wurden dann im November 18 aufgehoben
im Februar 19 kam es dann zur Bemusterung
Anfang April Abgabe vom Bauantrag
Anfang Juni Erteilung der Baugenehmigung und damit Einplanung beim GU mit maximal 8 Wochen
Ende August gab es das Erstgespräch aufm Grundstück mit der BLin
Anfang September gingen die Erdarbeiten los
Gebaut wurde dann bis kurz vor Weihnachten und dann gings in der 2. Januarwoche weiter

Im Vertrag gab es einen geplanten Übergabetermin, das Haus war mit 8 Monaten (1 Monate mehr durch FBH) Bauzeit vorgesehen. Letzlich waren es ca. 3 Wochen über Termin, durch Verzögerungen bei Gewerken auf anderen Baustellen. Durch die Verzögerung gab es dann auch eine festgelegte "Entschädigung".

Also alles in allem würde ich sagen ein geregelter Ablauf. Die BLin war immer zu erreichen, wenn nicht, dann gab es einen umgehenden Rückruf, spätestens am nächsten Tag. Auch auf Emails wurde zeitnah reagiert.
 
Der Traum vom Haus - Wie viel davon kann ich mir leisten?
Bestellen Sie jetzt kostenlos Hauskataloge, Smarthome-Info
11ant

11ant

Einen festen Baubeginn haben wir im Vertrag dummerweise nicht festgelegt, nur eine Bauzeitgarantie von 11 Monaten ab Fertigstellung Bodenplatte.
Also maximal elf Monate, aber ab Sankt Nimmerleinstag. Ja, das war dumm. Laßt einen Anwalt den Vertrag lesen, wie es mit der Auflösung aussähe (bzw. ob der Vertrag so formuliert ist, daß er wegen grober Einseitigkeit sittenwidrig wäre). Ein Anwalt weiß auch, wie man einen Schuldner einer Werkleistung in Verzug setzt.
Seit August 2020 liegt die Baugenehmigung vor,
Da war allerdings auch schon "Corona" - eventuell hat der Bauunternehmer ja Kurzarbeit angemeldet und aktuell garnicht genügend Leute, um die Aufträge abzuwickeln. Wenn Ihr den Eindruck habt, daß die Euch als einzige warten lassen, würde ich an Eurer Stelle mal meinen Schwiegervater frühmorgens deren Bautrupps nachfahren lassen, auf welchen Baustellen die aktiv sind.
Es wird auf keine, wirklich keine E-Mail schriftlich geantwortet.
Landen sie vielleicht im Spamordner, oder habt Ihr dafür gesorgt, schon als die Quengelheinis verschrieen zu sein ?
Insgesamt glaube ich nicht, dass wir Firma jetzt unseriös ist oder so aber sie sind halt gefühlt unorganisiert und machen alles nur nach Schema F.
Welche Fakten genau sprechen für die Vermutung, daß die Firma "im Kern eigentlich gut" ist (Zitat Muttis von jugendlichen Polizeibekannten), und: was läßt Euch hoffen, später entwickele es sich zu Eurer Zufriedenheit ?
Ich dächte hier auf jeden Fall eher über Auflösung als über weiteres Betteln nach.
 
H

Hausbautraum20

Komisch ist, dass ihr keine klaren Aussagen bekommt.
Bei uns hat es 1 Jahr gedauert von der Baugenehmigung bis zum Baustart, aber wir wussten vorher, dass das Auftragsbuch des BU so voll ist.
Im Übrigen wird hier bei uns seit Dezember auf keiner Baustelle gebaut. Wie soll das auch gehen bei 20cm Schnee und Eis und Minusgraden.
Kann aber bei euch natürlich auch anders sein.

Ich würde bei vernünftigem Wetter nochmal konkreter nachfragen wann es losgeht. An was liegt es...Müssen sie ja ne Antwort haben
 
N

NKB2020

Bei uns steht im Vertrag, dass sie innerhalb von 3 Monaten nach Baugenehmigung und wenn alle Obliegenheiten der Bauherren erfüllt sind, mit dem Bau starten. Es ging dann nach 2 Monaten los, aber da sie uns zuvor ein „wir können jederzeit sofort starten“-Gefühl vermittelt hatten, stieß diese Wartezeit bei uns auch auf Unverständnis. Hoffe, dass es bei euch bald losgeht!
 

Ähnliche Themen
06.06.2019Fertigstellungstermin bei GÜ-Vertrag - FormulierungshilfeBeiträge: 63
14.01.2013Probleme mit Baufirma. Brauche dringend Hilfe!!!Beiträge: 17
21.02.2018Baugenehmigungsunterlagen im Original an Baufirma?Beiträge: 28
03.10.2015Deura - Hausbau empfehlenswert?Beiträge: 51
16.01.2017Keine Baugenehmigung solange Grundstück nicht erschlossen?Beiträge: 10
22.01.2018Bauen auf noch fremden Grundstück (Warten auf Baugenehmigung)Beiträge: 26
17.07.2020Grunderwebssteuer - Bauträger und Baufirma selbe PersonBeiträge: 11
16.07.2019Erfahrungen mit Ever Energy Group GmbH / Ever Energy Home GmbHBeiträge: 47
18.08.2018Baufirma meldet sich nicht nach Planungen - Was tun?Beiträge: 16
14.12.2020Werner Wohnbau Erfahrungen - Wer kennt diesen Anbieter?Beiträge: 101

Alle Bilder dieser Forenkategorie anzeigen
Oben