Online-Statistiken

Zurzeit aktive Mitglieder
109
Gäste online
1.036
Besucher gesamt
1.145

Statistik des Forums

Themen
29.607
Beiträge
381.689
Mitglieder
47.240

Bauen mit Bonava (ehemalig NCC)

4,00 Stern(e) 7 Votes
Guten Morgen zusammen,


Leider konnte ich im Forum keine Erfahrungen / Erfahrungsberichte über NCC bzw. Bonava finden. Finanziell steht das börsennotierte Unternehmen gut dar, nur wie steht es um die Qualität der Häuser und mögliche Sonderwünsche?
Welche Erfahrungen habt ihr während der Bauphase und nach Einzug gemacht?
Danke für eure Unterstützung!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Mycraft

Moderator
Die lassen gut mit sich reden und liefern auch gute Qualität ab...allerdings muss man ständig den Fortschritt überwachen und auf Missstände hindeuten (aber das muss man ja eh bei jedem machen)...und nicht gleich mit dem dem Rechtsanwalt drohen sondern ganz einfach mit dem Polier oder dem Bauleiter die Sachen absprechen.

In der Regel wird dann auch alles zeitnah repariert/Mängel beseitigt.

Vieles lässt sich auch direkt mit den Bauarbeitern klären. Allerdings sind nur die Maurer und Tiefbauer zum Anfang von NCC/Bonava alle anderen wie z.B. Fensterbauer, Sanitär, Eli Subunternehmen aus der Region.

Die Steine kommen aus dem Werk Niederlehme bei Berlin.

In den meisten Fällen sind die ausführenden Firmen:

Fensterbau - Markisen Schiemann aus Reichenwalde
Gas/Heizung/Sanitär - SHL Service GmbH aus Fürstenwalde
Dachdecker - Holzbearbeitung Jänicke GmbH aus Lieberose
Fliesen - Fliese Dehnecke GmbH aus Fürstenberg
Innentüren - Torsten Berkner aus Rüdersdorf
Aussenanlagen - Jürgen Herbst aus Eggersdorf

usw.

Soweit meine Erfahrungen
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wir haben mit denen gebaut. Unser Gutachter hatte fast nichts zu tun und hat uns das auch im Voraus schon so prognostiziert. Die sind extrem eingespielt und haben bei uns immer mit sich reden lassen. Die üblichen optischen Mängel die wir auch nach der Abnahme noch vereinzelt gefunden haben wurden alle auf dem kurzen Dienstweg direkt beim Bauleiter angezeigt und dann sofort behoben.
Genervt hat uns nur das Thema Sonderwünsche, da haben sie extrem aufgeschlagen und alles war extrem intransparent. Vor allem mit dem Übergang zu Bonava haben die das Vorgehen noch mal in Richtung standardisieren und weg von Flexibilität verschoben. Wir haben umfangreichste Grundrissänderunge durchgeführt, die jetzt so nicht mehr durchgehen werden.
Insgesamt sind die eher Hochpreisig, liefern für das Geld aber eine ordentliche Qualität ab und in unserem Fall auch einen sehr hohen Standard. Alle Subs für den Innenausbau kommen aus der Region und eine Bauleitung von Bonava war jeden Tag auf der Baustelle präsent und ansprechbar. Auffallend im Vergleich zu anderen Baustellen war der Hochwertige. Standard in Bezug auf Arbeitssicherheit und Ordnung.
In meinem Blog beschreibe ich unsere Erfahrungen etwas detaillierter.
 
Bestellen Sie jetzt kostenlos Hauskataloge, Smarthome-Info
Wir würden unser Reihenhaus wieder mit Bonava (vormals NCC) bauen. Das hier ist also eine Empfehlung!
Aber:
1. Es ist eine sehr knappe Entscheidung.
2. Die Empfehlung gilt nur unter der Bedingung, dass du das Geld für einen Gutachter hast und auch ausgeben willst. Und zwar noch vor Vertragsunterzeichnung um noch möglichst viel zu gestalten.

Ob man mit oder ohne Gutachter arbeiten möchte ist eine Entscheidung zwischen:
1. Ruhig schlafen und stressfrei bauen, dies entspricht dem Motto: “Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß” oder
2. Möglichst viel wissen, dadurch auch viel Stress haben und so viel kämpfen wie wir es uns vorher nicht hätten vorstellen können.

Der Bezeichnung “Gutachter” ist keine geschützte Berufsbezeichnung, deshalb ist die Auswahl eines guten Gutachters nicht leicht. Die Verbraucherzentrale kann hier eine Empfehlung aussprechen. Dorthin zu gehen ist für die Finanzierungsberatung ohnehin gut investierte Zeit. Dort wurde uns der Verband Privater Bauherren (VPB) empfohlen.

Die Verbraucherzentrale riet uns, für den Baugutachter 5000 € einzuplanen, daraus wurden circa 6000€. Der Betrag klingt zwar hoch, ist aber nach unserer Erfahrung nötig. Als Laie hat man realistisch gesehen keine/wenig Ahnung vom Bau. Wir haben im Internet einige verärgerte und emotionsgeladene Berichte über Bonava gefunden. Gefühle und Emotionen sollten nach Möglichkeit nicht in die Verhandlungen eingebracht werden, dadurch werden die Diskussionen sehr schnell unsachlich.

Wir empfehlen unseren Gutachter Herrn Dr. Brunzel vom VPB klar weiter. Allerdings hat Bonava erwähnt, dass er kein gern gesehener Gast mehr ist. Man sollte ihn vor dem Notartermin daher nicht erwähnen. Er hat sein Honorar mehr als wieder herein geholt, wobei uns aber lieber gewesen wäre, wenn es keine Mängel und damit auch nichts zu holen gegeben hätte. Beim Hausbau bekommt man offenbar keine 100%. Das war für uns schwer zu akzeptieren, weil wir in exakten Berufen arbeiten. Allerdings sind offene Mängel nach Baubeendigung aber offenbar unvermeidbar. Weder unser Bauprojekt noch die Projekte in unserem Umfeld waren da eine Ausnahme.

Der Bauleiter und der Polier von Bonava waren beide kompetent und engagiert. Sie haben beide auch einige Sonderwünsche ausgeschlagen, aber immer verständlich begründet. Allerdings haben auch beide jeweils an anderen Stellen selbstständig Vorschläge für Sonderwünsche aufgebracht. Der Ausstattungsberater und der Verkäufer hingegen waren weniger kompetent als erwartet. Besonders enttäuscht hat uns der Projektleiter. Das Feedback kennt er, da wir es mit ihm persönlich diskutiert haben. Mehr Details werden wir hier nicht schreiben, da wir jetzt nach langatmigen Diskussionen fast alles bekommen haben was wir haben wollten. Wir schreiben diesen Bericht nur um anderen Käufern zu helfen.

Die meisten, der für uns interessanten, Baugrundstücke wurden von Bauträgern vertrieben. Das wichtigste Kriterium für unsere Entscheidung war die Lage. Da wir gerne an der exakten Stelle das Haus haben wollten, war die Firma Bonava festgesetzt und nicht von uns ausgewählt.

Es gibt eine Prämie für „Käufer werben Käufer“. Dies wird auf der Homepage leider nicht öffentlich beworben. Die Infos dazu kann der Verkäufer liefern. Mit einem Käufer konnten wir die Prämie schon nutzen und unter uns aufteilen. Durch unsere vorhergehenden Erfahrungen konnten wir ihm auch unsere Vertragsänderungen als Vorlage geben.

Viele unserer Nachbarn haben wir schon während der Bauphase kennengelernt. Wir waren regelmäßig auf der Baustelle und haben sie dort zufällig getroffen oder über unsere Mailingliste kennengelernt. Die war bei Google zu finden. Dadurch konnten auch einige Probleme und Lösungen besser verteilt werden. Bonava neigt dazu das Wissen nicht gleichmäßig zu verteilen, sondern nur einige wenige über Sachverhalte zu informieren. Wenn man einen umfassenden Kenntnisstand haben möchte, dann muss man sehr häufig und recht penetrant nachfragen oder man tauscht sich mit anderen darüber aus.

Man muss nicht alles als gegeben hinnehmen.
1. Einige Klauseln im Kaufvertrag können verhandelt werden. Auch hier hat uns unser Gutachter gut unterstützt. Zusätzlich haben wir eine Liste unserer Sonderwünsche und unsere Grundrissänderungen vor dem Notartermin unterschreiben lassen. Damit war das Gesamtprojekt vor dem Notartermin klar.
2. Die gestellten Forderungen sollten immer hinterfragt werden. Wir haben drei falsch gestellte Rechnungen abgewiesen (falscher Rechnungstext, zu früh, Mängel noch ausstehend). Dies war jedesmal erfolgreich. Außerdem wurde zum Beispiel eine Bankbürgschaft zu früh zurückgefordert, dabei existierte die nötige Auflassungsvormerkung zu dem Zeitpunkt noch nicht. Das wurde ebenfalls erfolgreich zurückgewiesen. Wenn ein- oder zweimal Fehler beziehungsweise Ungereimtheiten auftreten, wäre das vertretbar, aber man macht sich schon so seine Gedanken.

Ein wichtiger Punkt weiterhin ist, dass der Bauträger nicht umfassend berät. Dem Bauträger ist vorrangig die Gewinnmaximierung wichtig. Eine von Herrn Dr. Brunzels Empfehlungen war zum Beispiel eine automatische Abluft. Zwei Häuser in unserer Siedlung hatten zwei Monate nach Einzug Schwarzschimmel in den Laibungen unter den Dachfenstern. Das Wasser lief bei kalten Temperaturen an der Wand herunter. Bonava empfahl um das Problem zu beheben dreimal täglich eine Stoßlüftung vorzunehmen. Das ist aber einfach unrealistisch bei der arbeitenden Bevölkerung. Die Aereco-Abluft kommt auch im Winter mit drinnen trocknender Wäsche sehr gut zurecht. Allerdings haben wir sie an Bonava vorbei einbauen lassen. Wir hatten uns von Bonava eine Abluftanlage gewünscht, als es um den Notarvertrag ging, haben dort aber eine klare Absage bekommen. Als der Projektleiter von unseren Nebenabsprachen erfahren hatte und fragte “Warum haben Sie denn nichts gesagt?” konnten wir nur auf unsere E-Mail mit den Wünschen zur Sonderausstattung verweisen. Die Option der Nebenabsprachen gibt es also auch, wenn eine Ausstattung unbedingt eingebaut werden soll. Allerdings sollte hier zur Kenntnis genommen werden, dass im Notarvertrag ein Verbot dagegen erwähnt wird.

Generell gilt, dass alles was euch wichtig erscheint, im Abnahmeprotokoll aufgeschrieben werden sollte und auch aufgeschrieben werden darf. Es kann dabei durchaus zu Diskussionen kommen. Juristisch ist das klar laut unserem Anwalt. Der Projektleiter von Bonava war aber zunächst der Meinung, er sei Protokollführer und bestimme den aufgeschriebenen Wortlaut. Er darf aber nur seine Ergänzungen bestimmen. So war eine längere Diskussion nötig und unsere Abnahme dauerte 7,25h (!). Wir waren zwischenzeitlich sehr kurz davor abzubrechen, was rückblickend gut für unsere Verhandlungsposition war.

Unsere Wohnung würden wir wieder erst nach der erfolgreichen Abnahme kündigen. Da noch viele Dinge schief gehen können, ist das ein gutes Druckmittel. Falls die Abnahme schief läuft und man verweigern möchte, hat man nicht gleich ein Wohnungsproblem. Unser Mietvertrag hatte eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Das kommt zu dem Budget dazu, was man einplanen sollte. Zwei Monate haben wir nach der Abnahme allerdings ohnehin benötigt, bis die Wände bunt waren, die Küche eingebaut war und das Parkett gelegt war. Unser Parkett verzögerte sich um drei Wochen, da der Estrich zu feucht war und zunächst trocken geheizt werden musste.

Falls ihr auch Ambitionen hegt euch in das Abenteuer zu stürzen, wünschen wir euch viel Erfolg und starke Nerven. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Linda und Martin
 

Ähnliche Themen
14.12.2015Gutachter entdeckt Mängel an Keller. Was tun?Beiträge: 11
13.09.2019Town & Country ErfahrungenBeiträge: 34
06.07.2015Erfahrungen mit BaugutachterBeiträge: 12
18.04.2019bonava, Dresden Erfahrungen - Wer von euch hat mit denen gebaut?Beiträge: 12
04.11.2012Gutachter trotz Tüv Abnahme?Beiträge: 14

Oben