Aussenwand Ziegel + Innenwände Kalksandstein

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Hallo,

unser Einfamilienhaus wird monolithisch mit Aussenwänden aus Ziegel errichtet. Eigentlich war abgesprochen, dass auch die Innenwände aus Ziegel sein sollen, da offenbar bei der Kombination "rot-weiss" bestimmte Nachteile auftreten können. Nun sind doch die Innenwände mit Kalksandstein errichtet worden.
Ich Frage mich nun, ob diese vermeintliche Regel, dass man entweder "rot-rot" (Ziegel-Ziegel) oder "weiss-weiss" (Porenbeton-Kalksandstein) kombinieren soll, nicht aber "rot-weiss" gemischt, einem landläufigen Irrglauben entstammt, oder ob da tatsächlich handfeste Nachteile und mittel- bis langfristige Probleme (Risse ???) zu befürchten sind.
Noch sind wir im Rohbau, prinzipiell ist mit hohem Aufwand noch einiges zu ändern. Die Decken sind aber schon betoniert. Somit wäre der Aufwand die Innenwände zu ersetzen schon nicht so einfach.

Vielen Dank für Eure Einschätzungen

Augustus
 
Hallo Augustus,

"abgesprochen" ist ja ganz nett, aber was steht im Vertrag? Es wird doch sowas wie ne Baubeschreibung geben, in der etwas mehr als "1 Stück Haus" steht?

KS ist kein Teufelszeug, hat aber andere Eigenschaften als Ziegel (ich nehme mal an Poroton). Sind die Innenwände entkoppelt (Gleitfuge) und nicht mit den Außenwänden verzahnt, hat eine unterschiedliche Ausdehnung keine negativen Folgen. Das ist eine Frage der Konstruktion.
KS hat ganz allgemein - ohne nun die konkreten Steine zu kennen - eine bessere Schalldämmung durch die größere Masse, dafür eine schlechtere Wärmedämmung. Entscheidend ist aber, was vertraglich vereinbart war.

Wenn schon dort solche "Missverständnisse" entstanden sind, wie sieht es denn mit der Mauertechnik aus? Wurde getaucht oder im Dünnbett verlegt? Was schreibt der Steinehersteller vor? Grundsätzlich ist die Baufirma dazu verpflichtet, die "Grundregeln der Technik" einzuhalten und dazu gehört auch die korrekte Verarbeitung. Habt ihr einen Sachverständigen vor Ort?

Gruß
AallRounder
 
Hallo AallRounder,
vielen Dank für die Antwort; sehe gerade, ich hatte das falsch formuliert.
Es ist im Vertrag formuliert, dass die tragenden Innenwände aus Ziegel sind, und die nichttragenden als Gipsdielenwände ausgeführt werden.
Ja, die Aussenwände sind aus Poroton. Innenwände und Aussenwände sind nicht verzahnt, lediglich diese Metallstreifen (weiss nicht, wie das heisst) sind eingebaut, welche die beiden Wände zueinander halten sollen.
Was meinst Du mit Gleitfuge?
Einen Sachverständigen hatten wir in Erwägung gezogen.
Nachdem wir jedoch mit einem solchen, welchen wir für ein jüngst erstelltes Objekt engagiert hatten, ich will es mal nett formulieren, "einige Kollisionen hatten", haben wir bei diesem Objekt darauf verzichtet. Der zusätzliche Input, den der Sachverständige zu liefern imstande war, hielt sich doch sehr in Grenzen. Als ich dann das Angebot für die angefragte Betreuung des aktuellen Objekts erhielt, war die Entscheidung schnell gefällt.

Soweit so gut, das Problem ist nun ja, die Decken liegen alle schon auf den tragenden Wänden ...
Ich werde die Wände wohl kaum mehr herausreissen lassen, zumal das statisch ja nie mehr so werden würde, als wenn die Decke auf die Wand betoniert wird (die vertikale Druck-Vorspannung in der tragenden Wand kriegt man ja nie mehr hin).
Bin grade dabei mir ein Bild zu machen, und eine Einschätzung zu treffen, wie sehr ich "auf den Putz hauen" soll.
Einerseits will ich schon ein Exempel statuieren, dass zumindest ab jetzt alle vertraglichen Vereinbarungen eingehalten werden.


Gruss,
Augustus
 
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moin Augustus,

lediglich diese Metallstreifen (weiss nicht, wie das heisst) sind eingebaut
: genau das werden die Gleitfugen sein!

Das mit der aufliegenden Decke verstehe ich nicht: es dürfte sich doch eigentlich nur um nichttragende Innenwände handeln, um die es hier geht, d.h. dort darf gar nichts aufliegen. Denn Gipsdielen als tragende Wände müsste ins Auge gehen. Bei den tragenden Wänden aus KS statt Poroton dürfte keine Änderung mehr möglich sein.

Gegenüber KS hat Gips eine bessere Feuchtespeicher-/regulierfähigkeit. Entweder lässt Du die nichttragenden Wände wieder rauskloppen oder machst irgendeinen Kuhhandel, z.B. dickeren Innenputz als Ausgleich für die o.g. schlechteren Eigenschaften des KS + Entschädigungssumme. Das bleibt Deinem Verhandlungsgeschick überlassen. Immerhin hat sich die Firma nicht an den Vertrag gehalten.

Gruß
AallRounder
 
Hallo AallRounder,

also, vertraglich fixiert ist:
tragende Innenwände aus Ziegel (diese stehen schon, sind nun aber in Kalksandstein errichtet)
Nichttragende Innenwände als Gipsdielenwände (diese werden erst noch eingebaut).
natürlich wurden die tragenden Innenwände (real: Kalksandstein) gemauert, vor die Decke gelegt und betoniert wurde, da die Decke dort ja tragend aufliegt.

Zur Wandanbindung:
Da sind in die Ziegelaussenwand so ca 15 mm breite Metallstreifen in die Fugen eingelegt worden, welche dann in die Fugen der Kalksandsteinwand eingreifen. Ich schätze mal, das hat schlicht den Hintergrund die Innenwand gegen Wegkippen zu fixeren. (Wobei ich ja eigentlich glaube, dass die ohnehin nirgendwohin geht, und wenn sie das wollte, sie sich nicht durch diese paar Streifchen aufhalten liesse)

Was ich aus Deiner ersten Antwort entnommen habe, und das leuchtet auch sofort ein, ist dass die Stossstelle beim Verputzen getrennt werden muss.
Könnte dann folgendermassen geschehen: Die Innenseite der Aussenwand wird verputzt, und endet im ersten Schritt an der Innenwand.
Im Folgeschritt wird dann (natürlich wenn der vorstehend gemeinte Putz fest ist), die Innenwand verputzt, und aber dort, wo der Putz der Innenwand auf den Putz der Aussenwand stösst, eine Trennfuge gelegt. Es gibt da so ein Material, von dem ich grad den Begriff nicht zur Hand habe, sieht ein bisschen aus wie Kork.

Ich denke, dann dürfte nichts mehr mit Rissen passieren. Oder gibts da sogar Systeme aus Putzschienen etc?

Gruss, Augustus
 
Hallo Augustus,

Da sind in die Ziegelaussenwand so ca 15 mm breite Metallstreifen in die Fugen eingelegt worden, welche dann in die Fugen der Kalksandsteinwand eingreifen.
Wie bereits geschrieben, sind das die von mir erwähnten Gleitfugen zur Entkopplung der Wände.

Der Putz kann auf unterschiedliche Weise getrennt werden, entweder steht vom Profil etwas in Putzdicke hervor, dass nur bis dort heran geputzt wird oder es wird eine dauerelastische Fuge ausgebildet oder auch lediglich nur ein Kellenschnitt gemacht. Das sollten Deine Maurer doch besser wissen.

Wenn Du schon nichts mehr wegen der vertragswidrigen KS-Steine unternehmen willst, solltest Du wenigstens den Einbau der Gipsdielen überwachen. Da wäre KS nicht so optimal wegen des Raumklimas (s. meine frühere Antwort Vergleich KS:Gips).

Gruß
AallRounder
 

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