Ausgebautes Dachgeschoss: Was tun mit vorhandener Dämmung?

Dieses Thema im Forum "Dämmung / Isolation" wurde erstellt von ssewe, 9. 03. 2018.

Ausgebautes Dachgeschoss: Was tun mit vorhandener Dämmung? 4.3 5 3votes
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  1. ssewe

    ssewe

    9. 03. 2018
    3
    0
    Frage / Anliegen:

    Alte Dämmung im Dachgeschoss lieber erneuern, flicken oder verstärken? Habt ihr Tipps?

    Hallo zusammen,

    zur kurzen Einleitung: wir haben ein Reihenmittelhaus (BJ 1969) mit bereits ausgebautem (Ende der 80er/Anfang 90er Jahre) Dachboden. Nachdem alle anderen Arbeiten langsam abgeschlossen sind, soll jetzt auch der Dachboden wieder reaktiviert werden (Kinderzimmer für die große Tochter + Arbeitsecke für den Papa), am besten möglichst budgetschonend :)

    Bereits ausgebaut heißt, dass der Dachboden bei Kauf mit Holzdielen-Boden + Innendämmung (alukaschierte Dämmwolle) + Deckenverkleidung (Holzprofile) ausgestattet war (Eigenarbeit vom Vorbesitzer). Die alten Dachbodenfenster sind von uns bereits getauscht worden, die Holzprofile haben wir komplett abgemacht + entsorgt, da wir wissen wollten, wie es darunter aussieht und sich an einer Stelle bereits Siebenschläfer (oder sonstwer) durch die Dämmung gefressen hatten. Feuchtigkeit scheint bisher kein Problem gewesen zu sein, Deckenprofile + Balken waren alle trocken außer einer undichten Stelle durch verrutschten Ziegel (mittlerweile wieder gerichtet)

    Jetzt soll eine neue Verkleidung dran (diesmal kein Holz, sondern Gipskartonplatten) und die Dämmung möglichst optimal (und budgetschonend) erledigt werden.

    Die Frage ist daher nun: was tun mit der vorhandenen Dämmung?

    Die sieht so aus: Dämm-Material = alukaschierte Dämmwolle (genaues Material=?). Hinter der Dämmung bzw. zwischen Dämmung und Ziegeln ist anscheinend nur eine Schicht Dachpappe. Sonst nix. Die Balken müssten so 10 - 12 cm dick sein (an den Dachfenstern eher 12, sonst 10 cm). Dementsprechend ist die Dämmung auch ca. 10 cm dick. Darauf ist noch die alte Lattung, an der die Holzprofile dran waren.

    Ein Energieberater und mehrere Handwerker (Trockenbauer) sagten, die alte Dämmung wäre doch noch OK, daher: vorhandene Löcher mit Aluband kleben, dann Dampfbremse drunter machen und dann die neue Verkleidung dran. Fertig.

    Nach allem, was man so liest, habe ich aber Zweifel, ob das so einfach ist. Vor allem: macht eine Dampfbremse unter der Dämmung (also zwischen alter Dämmung und neuer Deckenverkleidung) überhaupt Sinn? Denn die alukaschierte Dämmung funktioniert doch praktisch als Dampfbremse, so dass sich die Feuchtigkeit zwischen Alukaschierung und Dampfbremse sammeln dürfte? Oder sie sucht sich ihren Weg in den (zweifelsohne vorhandenen) Lücken zwischen alter Dämmung und Sparren etc. und verursacht dort ggf. Feuchteschäden?

    Wäre die daher eventuell die Kombination "Alukaschierung löchern (Stachelwalze)" + zusätzliche Dampfbremse sinnvoll? Oder doch die alte Dämmung komplett erneuern? Hauptanliegen wäre, dass ich mir nix verschlimmbessere und das Ganze wieder mit möglichst wenig (bzw. günstigem) Aufwand wieder bewohnbar wird.

    Danke vorab für Tipps und/oder Erfahrungswerte. Fotos füge ich mal bei (hoffe, dat klappt so...)

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    Gruß,
    Stephan
     
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  3. Knallkörper

    Knallkörper

    19. 07. 2016
    1.806
    447
    Hallo. Ich würde die alte Dämmung flicken, also Fehlstellen ausstopfen. Dann hätte ich "darunter" (innenseitig) eine weitere Dämmebene geschaffen, zumindest 60mm stark. So denke ich machst du das meiste draus.

    Frage: Ist die alte Dämmung mit Luftspalt zur Dachpappe oder liegt sie direkt an? Wenn mit Luftspalt, kannst du feststellen ob dort eine wirksame Strömung möglich ist, d.h. sind am First und an der Traufe entsprechende Zu- und Abluftöffnungen?

    Wenn eine der Fragen mit nein zu beantworten ist, musst du zur Raumseite meines Erachtens auf jeden Fall eine Dampfsperre, d.h. eine Alufolie verlegen und überall dicht anschließen. Der Grund dafür ist, dass sie außen liegende Dachpappe ziemlich diffusionsdicht ist.
     
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  4. ssewe

    ssewe

    9. 03. 2018
    3
    0
    Hallo.

    Ich fürchte, mit Luftspalt ist da eher nix - außer da, wo die Siebenschläfer aktiv waren :) Daher Dampfsperre, weil sehr diffusionsdichter Aufbau? (Bisher war es da oben wohl immer trocken und im letzten Sommer auch mollig warm, wurde aber auch noch nicht als Schlafraum genutzt...)

    Das heißt aber, ich müsste die Balken/Sparren für die zusätzliche Dämmung aufdoppeln (heißt so, wenn ich nicht irre?), richtig?

    Und eine Dampfbremse würde (ob mit oder ohne zusätzlicher Dämmung) gar nix bringen, sondern wäre eigentlich kontraproduktiv, da die Feuchtigkeit dann entweder
    a) schon zwischen Dampfbremse und der alten alukaschierten Dämmung hängenbleibt
    b) im Falle von mutwillig zerlöcherter Alubeschichtung sich spätestens an der Dachpappe sammelt?

    Frage mich, wieso die Handwerker, die sich das angeschaut haben, denn alle so auf die Dampfbremse abgefahren sind...

    Danke nochmal

    Gruß
    Stephan
     
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  5. garfunkel

    garfunkel

    26. 06. 2011
    445
    56
    Wenn die Dampfbremse richtig angebracht ist kommt keine Feuchtigkeit mehr in die Dämmung.
    Demnach ist der Aufbau hinter der Dampfbremse "egal".
    Sicherlich sollte man das alles im gesamten betrachten und eine diffusionsoffener Aufbau nach außen ist immer wünschenswert.

    10cm Dämmung finde ich für ein DG nicht mehr zeitgemäß. Bedenke bitte das du unterm Dach fast nur "Außenwände" hast.
    Es würde sich in der Situation empfehlen hier mehr Dämmung ein zu bringen, hast ja sowieso schon alles offen.

    Es empfiehlt sich die Sparren mit in die Dämmebene zu nehmen. Heißt zwischen den Sparren auf Sparrenhöhe dämmen und dann nochmal eine Ebene drüber damit die Sparren nicht zur Kälte/Wärmebrücke werden.

    Hitzeschutz im Sommer...
    Bei mir waren vor der Sanierung rund 10cm Glaswolle als Dämmung verbaut. Im Sommer hatte man nach zwei Tagen 30° in den Zimmern. Jetzt mit Aufdachdämmung von rund 180mm dauert das ne Woche oder etwas mehr.
    Hier ist aber auch der Aufbau entscheidend. Ich würde gerade unterm Dach das nicht unbeachtet lassen und mit in die Planung aufnehmen.
    Allerdings muss man auch bedenken das selbst die beste Dämmung nichts mehr in Sachen Hitzeschutz leisten kann wenn die Lufttemperatur Wochenlang nicht unter 25° sinkt, irgendwann hat man es unterm Dach eben immer warm.

    Das der Energieberater das ganze einfach so abwinkt finde ich im übrigen komisch, da 10cm Dämmung einfach wenig ist.
    Die Trockenbauer mögen recht haben, steht aber in Frage aus welchem Blick die das gesagt haben.
    Heißt also, haben die nur die IST-Situation betrachtet oder auch langfristig energetisch sinnvoll gedacht?

    Ich würde mal einen Dachdecker/Zimmerer holen und dessen Rat einholen.
    Vielleicht auch nochmal einen anderen Energieberater.
    Denen kann man dann schildern was man vor hat und zusammen eine gute Lösung finden.
    Vielleicht ist es ja sinnvoll innen tatsächlich nicht viel zu machen und in x Jahren, sofern die Dachziegel erneuert werden wollen, mit einer Aufdachdämmung zu arbeiten bzw. diese mit der Indachdämmung zu kombinieren.

    Es gibt immer mehrere Lösungswege
     
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  6. Knallkörper

    Knallkörper

    19. 07. 2016
    1.806
    447
    Ich würde halt nach Möglichkeit eine SPERRE nehmen, sodass es wirklich innen wesentlich diffusionsdichter ist als außen.

    Wenn die alte Dämmung noch zu verwenden ist, macht es aus meiner Sicht ökonomisch und ökologisch keinen Sinn, diese auszutauschen. Flicken ja, wegen der Kältebrücken. Nach innen die Sparren aufdoppeln oder eine Lattung quer zu den Sparren, wenn es die Raumhöhe zulässt. Ich denke auch, dass 10cm nicht mehr zeitgemäß sind. Je nach Dämmstoff bringt dir die zweite Ebene auch noch etwas Schallschutz.
     
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  7. ssewe

    ssewe

    9. 03. 2018
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    0
    Danke schon Mal für die Tipps.

    Ich denke auch, dass wir Mal noch einen anderen Energieberater genauer draufschauen lassen. Der kann dann noch mal in die Details gehen und dann schauen wir mal weiter.

    Viele Grüße
    Stephan
     
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