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Figginho

Aufbau Estrich Garagenboden mit punktueller el. FBH

4,00 Stern(e) 3 Votes
Hallo alle zusammen,

ich beschäftige mich mit dem Thema Garagenboden und wollte meine Frage hier mal los werden.

Die Garage ist mit dem Haus verbunden und die Bodenplatte wurde direkt mit der fürs Haus erstellt.
Es handelt sich hier um eine Fundamentplatte aus wasserundurchlässigem Beton, stahlmattenarmiert (WU) C 25/30, als
tragendes Element mit umlaufender Frostschürze aus Stahlfaserbeton C 25/30 (0,80 x 0,30). Ohne weitere Dämmung.

Vorne sind ca. 6,30m Platz für die Autos, hinten ca. 2,15m Werk-/Lagerbereich.

Die Garage ist kein dauerhafter Aufenthaltsort, aber ich möchte auch im Winter mal am Auto/Motorrad basteln können ohne mir die Füße oder auf dem Boden liegend die Nieren abzufrieren. Daher möchte ich gerne bei der Erstellung des Bodens eine el. FBH mit einbringen. (Geht hier eigentlich unter dem Estrich auch eine Infrarotheizung?)

Zusätzlich möchte ich ein reines Kontergefälle einbringen, einfach, damit sich Wasser nicht zur Trennwand hingezogen fühlen kann.

Meine Varianten bis jetzt:
1.
-Bodenplatte mit Bitumenschweißbahn abdichten,
-10mm Styrodur- oder Styroporplatten glatt auslegen,
-Randdämmstreifen befestigen
-Fußbodenheizung drauf befestigen,
-schwimmenden Zementestrich mit "Gefälle" 4-6 cm drauf
-fertig

2.
-Bodenplatte mit Bitumenschweißbahn abdichten,
-10mm Styrodur- oder Styroporplatten auslegen und nach hinten hin "stapeln" um den Estrich
dann mit gleicher Stärke auftragen zu können
-Randdämmstreifen befestigen
-Fußbodenheizung drauf befestigen,
-schwimmenden Zementestrich mit "Gefälle" 4-6 cm drauf
-fertig

Oder hat ein schwimmender Estrich in der Garage nichts zu suchen?
Was ist zu den Stärken zu sagen? Reicht das dann für die Belastung unter den PKW?
Kann ich den Zementestrich gleich mit machen lassen, wenn der für das Haus kommt oder muss
das dann spezieller Estrich sein?

Die 10mm Platten sind eigentlich auch nur, damit sich die Heizung nicht in die Bitumenbahn verabschiedet und auch ein klein wenig, damit die Wärme der Heizung nicht ganz so schnell verschwindet.

Über ein paar hilfreiche Antworten und Tipps würde ich mich freuen :)
 
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nee ich meinte schon 10mm. wie gesagt, ist eigentlich nur die Trennung von Heizung und Bitumen.
ich will ja gar nicht so hoch kommen. sonst müsste ja meine Einfahrt mind. 14 cm höher werden
 
Der Traum vom Haus - Wie viel davon kann ich mir leisten?

KlaRa

Moderator
Hallo Fragesteller.
Eigentlich sollte ich mit meiner Beantwortung bei Deiner letzten Frage anfangen, da diese alle anderen Fragepunkte beherrscht.
Zitat: "Oder hat ein schwimmender Estrich in der Garage nichts zu suchen?"
Antwort: Ja, eigentlich hat dieser in einer Garage nichts zu suchen. Aufgrund der Belastungen durch Befahren (Dynamik) und Punktlasten werden in derartigen Flächen Verbundkonstruktionen eingebaut. Keine "schwimmenden" Estriche oder solche auf Trennlage!
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Zu Deinen Varianten:
EIne Abdichtung gegen rückseitig aufsteigende Feuchtigkeit ist ebenfalls nicht sinnvoll. Denn bei dem von Dir geplanten offenen Aufbau geht der Wasserdampf, welcher auch WU-Beton durchläuft, unbemerkt an die Raumluft über.
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Kontergefälle:
Ein Kontergefälle muss auf jeden Fall vemieden werden, da dieses immer zu schützenswerten Bauteilen hin gerichtet ist.
Was Du meinst ist ein Gefälle!
Das wird grundsätzlich so angelegt, dass es weder in den Raum hinein, noch zu den Wänden geführt wird.
-------------
Fußbodenheizung:
Da rate ich wegen der riesigen Aufwandes ab.
Normalerweise würde die Beheizung im Beton liegen (als sogenannte Betonkernaktivierung), was aber auch eine Wärmedämmung unter der Bodenplatte voraussetzt.
Der Aufbau einer FBH auf einer solchen Bodenplatte, auch mit einem Verbundestrich, wird immer einhergehen mit großen Wärmeverlusten (da nicht gedämmt).
Sinnvoll und am einfachsten zu installieren ist eine Infrarot-Beheizung als Deckenbeheizung.
Auf dem späteren Arbeitsplatz wird eine dickere Gummigranulatmatte ausgelegt, welche ausreichend für den Moment die Wärmeverluste unter den Schuhen reduziert.
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(Zitat) "... damit sich Wasser nicht zur Trennwand hingezogen fühlen kann"
Antwort: Diese in einem anderen Kontext zwar geschriebenen Zeilen aufgreifend meine Anmerkung, dass die spätere Estrichoberfläche ohnehin mit einem Oberflächenschutz versehen werden muss und daher die Estrichoberfläche einer entsprechenden Vorbehandlung unterzogen wird.
In diesem Zusammenhang kann man auch ein Gefälle einziehen. Idealerweise (da man faktisch bis "NULL" ausziehen muss wird man hier einen EP-Mörtel den Vorzug geben, bevor man flächig eine Versiegelung aufrollt.
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(Zitat) "Was ist zu den Stärken zu sagen? Reicht das dann für die Belastung unter den PKW?"
Antwort:
Bei einem Verbundestrich, wie von mir empfohlen, reichen rund 25mm Dicke aus.
Bei einem PKW sollten es bei einem Estrich auf Dämmschicht schon rd 65 bis 70mm sein (zuzüglich der Dämmschichtdicke).
Wolltest Du eine Warmwasser-Fußbodenheizuung einbauen, dann kämen zu der vorgetragenen Estrichdicke noch einmal rd. 15 mm dazu.
Ich wage eine Einschätzung: So viel Aufbauhöhe wie notwendig kann man in einer normalen Garage garnicht haben!
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Schlussbemerkung:
Auch in diesem Fall ist es so, dass man ohne Fachwissen kein ordnungsgemäßes Gewerk aufbauen kann. Auch wenn einem möglicherweise die Werbung anderes verspricht.
Aus beruflicher Erfahrung (als Sachverständiger) sage ich einfach: der scheinbar preiswerte Versuch, etwas in Eigenleistung herstellen zu wollen kann letztendlich der teuerste Weg sein.
Dennoch viel Erfolg bei Deinem Vorhaben:
KlaRa
 
Hallo KlaRa,

vielen Dank für Deine Antwort.

Also zuerst: ich mache Dinge nur in Eigenleistung, wenn ich wirklich sicher sein kann, dass ich das korrekt ausgeführt bekomme. Und lasse mir das i.d.r. anschließend von entsprechenden Fachleuten bestätigen.
Du hast Recht, vollkommen. Viele Eigenleistungen gehen in die Hose und kosten dann mehr.
Aber ich möchte ja auch gar nicht zwingend den Estrich selbst legen. Wahrscheinlich eher mit dem Hausestrich mit verlegen lassen. Ich wollte erstmal nur die beste Variante für meine Bedürfnisse eruieren.

Ich merke, diese fixe Idee mit der FBH sollte ich mir aus dem Kopf schlagen :) Dann wirklich lieber Deckenheizung. Das ist dann wahrscheinlich wirklich sinnvoller.

Das Wort Kontergefälle habe ich wohl falsch aufgefasst bzw. genutzt. Ich wollte damit nur sagen, dass es kein ausreichendes Gefälle ist um Wasser fließen zu lassen, aber zumindest dafür sorgt, dass es nicht Richtung Innenwand möchte.

Also Deine Empfehlung lautet 25mm Verbundestrich ohne Abdichtung, mit EP-Mörtel ausziehen und versiegeln?
Fasse ich das richtig zusammen?

Welchen Vorteil bringt mir den der Estrich überhaupt, statt direkt mit EP Mörtel auszuziehen?
 
Der Traum vom Haus - Wie viel davon kann ich mir leisten?

KlaRa

Moderator
Hallo Fragesteller.
Die Antwort auf Deine Frage lautet schlichtweg: eine erhebliche Kostenersparnis.
Mit dem Einbau eines Verbundestrichs (wie ich lese, soll der Estrich im Hause noch eingebracht werden) kann man das Gefälle ohne Zweifel sofort beim Einbringen ausbilden, es erscheint mir die beste Variante.
Es ist die Frage, ob die notwendige Aufbauhöhe zur Verfügung steht, um den hinteren Garagenteil zu entwässern.
Bei idealer Entwässerung benötigst Du 2cm pro Meter, der in die (Garagen)Tiefe geht + 1cm in der Gesamthöhe.
Bedeutet bei 6m Länge 12cm + 1cm = 13cm Estrichdicke im hinteren und 1cm im vorderen Bereich.
Da der Estrich vor späteren schädlichen EInflüssen geschützt werden muss (!) wäre nach einem flächigen Schliff, Grundierung und Kratzspachtelung mit einem gefüllten Reaktionsharz die Estrichoberfläche von seiner Porigkeit und Ebenheit soweit vorbereitet, dass man eine übliche Betonfarbe (aus jedem Baumarkt ist ausreichend) im Rollverfahren einsetzen kann.
Dauerhaft und abriebfest, wie in der Werbung behauptet, ist allerdings nichts.
Die erwartungsgemäße "Lebensdauer" der Versiegelung (Betonfarbe) wird in einer Größenordnung zwischen 3 bis 5 Jahren liegen, je nach Beanspruchung.
Gruß: KlaRa
 
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