Abdichtung alte Kellerwand von innen

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AndreMaz

Hallo,

ich habe eine Kellerwand in einem 100 Jahre alten Haus. Auf den Bildern sieht man die Wand einmal vorher, mit den Ausblühungen und dann nachdem ich den Oberputz größtenteils abgetragen habe. Der zementäre Unterputz ist sehr hart und bisher war ich mit Fräse und Betonschleifer nicht so erfolgreich. Deshalb habe ich überlegt, das einfach so zu lassen und die neuen Schichten darauf aufzutragen.

Nun zur Fragestellung: Ich weiß, dass die Abdichtung von innen nicht optimal ist und nicht so nachhaltig wie eine Abdichtung von außen. Aber für einige Jahre wird das gehen. Soweit ich weiß, ist die Feuchtigkeit kapillar und nicht seitlich, da die Feuchtigkeit mehr unten als oben und auf der ganzen Wand war; außerdem Mittelreihenhaus, deshalb seitlich etwas weniger wahrscheinlich). Nun gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten (wie ich verstehe): Entweder man macht die Wand von innen "dicht", also mit Dichtschlämmen und Sperrputz. Oder man macht sie atmungsaktiv (mit Spritzbewurf und Sanierputz). Nun gibt es Quellen die jeweils eins befürworten und jeweils das andere verteufeln. Die einen sagen, es muss dicht sein, sonst bringt das nicht (das hat u.a. auch eine Fachfirma gesagt). Die anderen sagen, es darf nicht dicht sein, sonst kann die Feuchtigkeit nicht entweichen und es bildet sich im Mauerwerk Schimmel. Was ist nun richtig?

Und genau vor dem Problem stehe ich jetzt:
  • Muss der extrem harte zementäre Putz runter? Oder kann der bleiben?
  • Kann ich einfach mit Spritzbewurf und Sanierputz arbeiten?
  • Oder besser Dichtschlamm und dann Sanierputz? Oder besser Sperrputz?
  • Müssen solche Injektionen sein? BIsher habe ich ohne geplant.
Es gibt so viele Möglichkeiten. Und für alles gibt es Argumente für und dagegen. Hat jemand hiermit Erfahrung und kann mir dabei vielleicht weiter helfen?

Hinweis: Ich bin nicht an der perfekten Lösung interessiert, die für 50 Jahre hält. Ich will nur was machbares, was zumindest die nächsten 5-10 Jahre hält und wodurch die Substanz nicht kaputt gehen wird. Danach habe ich genug gespart, um das fachlich angehen zu können.

Vielen Dank für eure Hilfe!

Kellerraum mit abplatzendem Putz an rauer Wand, Fenster und Kabel sichtbar

Kellerraum mit roher Steinwand und brockeligem Putz

Kellerraum mit rauen, ungestrichenen Wänden, kleinem Fenster und Bauwerkzeugen
 
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Nauer

Hi,

also bei deinem Kellerproblem steckt die Crux im Alter des Hauses und in der Art des Mauerwerks. Ein 100 Jahre altes Haus hat typischerweise Kapillarbeton oder Ziegel mit Kalkmörtel, kein zementharter Mörtel wie heute üblich. Dein zementärer Unterputz ist zwar hart, aber er blockiert die Feuchtigkeit vom Entweichen, deshalb siehst du die Ausblühungen. Darauf einfach neue Schichten draufzuziehen ist technisch problematisch, weil die Feuchtigkeit dann in der neuen Schicht gefangen wird. Kurzfristig funktioniert es, langfristig können Schimmel oder Putzabplatzungen auftreten.

Bei der Frage „dicht oder atmungsaktiv“:

  • Für alte, feuchte Kellerwände ist atmungsaktiv meist sicherer. Spritzbewurf + Sanierputz leitet die Feuchtigkeit nach außen und verhindert Stau, während Dichtschlämme oder Sperrputze die Wand mechanisch abdichten, aber das Wasser bleibt im Mauerwerk – die Zementplatte darunter macht das sogar noch schlimmer.
  • Dichtschlämme oder Sperrputz sind nur sinnvoll, wenn du wirklich eine temporäre Barriere willst, aber da muss man die seitliche Feuchtigkeit genau ausschließen – was selten 100 % klappt.

Zu deinen konkreten Punkten:

  • Zementputz runter? Ja, zumindest stellenweise abschleifen oder aufrauen, sonst haftet der Sanierputz schlecht. Komplett runter muss nicht sein, wenn er sauber aufgeraut wird.
  • Spritzbewurf + Sanierputz? Ja, das ist die klassische Variante für die nächsten 5–10 Jahre, hält die Substanz feuchtigkeitsgerecht.
  • Dichtschlamm/Sperrputz? Nur, wenn du wirklich kurzfristig „dicht“ machen willst, aber Risiko bleibt, dass die Feuchtigkeit hinter der Schicht Probleme macht.
  • Injektionen? Kann man lassen, sind eher für langfristige Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit gedacht. Für deinen Zeithorizont von 5–10 Jahren nicht zwingend nötig.

Viel Erfolg!
 
Zuletzt aktualisiert 29.11.2025
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