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Elektrotechnik beim Hausbau


Themen in diesem Artikel

  • Elektroinstallationen
  • Installationsschaltungen
  • Die 5 Sicherheitsregeln
  • Hausanschlusskasten
  • Die Wohnraumbeleuchtung
  • Gebäudeautomation
  • Die Hausautomation
  • Alarmanlage
  • Brandschutz und Blitzableiter
  • Haussprechanlage

  • Wir haben in Bezug auf unsere primäre Funktion, bei Fragen und Problemen zum Thema Hausbau weiter zu helfen und Auskunft zu geben, als Ratgeber dazu entschieden, auch das Thema Elektrotechnik im Haus und Hausbau etwas genauer zu behandeln.

    Der Bereich Elektrotechnik ist zunächst einmal sehr umfangreich und teilweise auch sehr schwer zu verstehen. Im Bereich Hausbau sind hier beispielsweise die Beleuchtungsanlagen und in weiterer Folge die Wohnraumbeleuchtung relevant, aber auch Elektroinstallationen wie Installationsschaltungen sollten erwähnt werden. Auch die Sicherheitstechnik fällt in die Kategorie Elektrotechnik, beispielsweise Alarmanlagen und Hausalarm, Blitzschutzanlagen und Brandschutztechnik, sowie die Gebäudeautomation, welche Überwachungs-, Steuer, Optimierungs- und Regeleinrichtungen beinhaltet. Haussprech- und Lautsprechanlagen zählen ferner zur Nachrichtentechnik, die wiederum der Elektrotechnik zugeordnet wird.

    Da die Elektrotechnik von rasanten Entwicklungsschüben gekennzeichnet ist, man hat hier kaum die Chance, den Überblick zu bewahren, versuchen wir Ihnen einige grundlegende Funktionen und Installationen etwas näher zu bringen. Auch der Bauherr sollte über die Elektrotechnik in seinem zukünftigen Haus Bescheid wissen.

    Elektroinstallationen

    Unter dem Begriff „Elektroinstallationen“ versteht man das Errichten von elektrischen Anlagen für Niederstromspannungen, dazu zählen vor allem die Stromversorgung und Hausinstallationen, wie elektrische Beleuchtungen oder Installationsschaltungen.

    Die Elektroinstallationen beinhalten dabei die Prozesse der Leitungsverlegung, der Montage und der Messung der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen, auf die auf keinen Fall vergessen werden darf.
    Die Leitungsverlegung ist dabei auf drei Arten möglich: Erstens „Auf Putz“ (sichtbar und frei liegend, meist in Kabelkanälen im Keller, in der Garage oder am Dachboden); zweitens „Unter Putz“ (nicht sichtbar, meist in Schutzrohren in Wohnräumen); drittens „Im Putz“ (nicht sichtbar, meist in Stegleitungen in Wohnräumen).
    Unter den Bereich Montage fällt die Installierung von Verteilern, Fehlerstromschutzschaltern, Leuchten, elektrischen Maschinen, Steckdosen, Überstromschutzeinrichtungen, elektrischen Geräten, Tastern und Schaltern, Steckdosen, Leistungsschutzschaltern und Sensoren für Bewegungsmelder oder Dämmerungsschaltungen. Häufig verwendete Installationsschaltungen sind dabei die Taster, die Serienschaltung, die Ausschaltung, die Kreuzschaltung, die Wechselschaltung und die Kontrollwechselschaltung.

    Für die Montage und Verlegung, aber auch Prüfung von Elektroinstallationen, sollte man keinesfalls auf einen Elektroinstallateur verzichten. Nur ein Fachmann kann sicherstellen, dass eine Schaltung die gewünschte Aufgabe verrichtet, und dass Komponenten ohne Gefahrenquellen miteinander verbunden werden. Generell muss man sich hier an die „5 Sicherheitsregeln“ halten, diese sind sogar vorgeschrieben.
    Seit dem Jahr 2009 ist auch von Seiten der EU klar geregelt, welche Standardspannung in einem Gebäude verwendet werden darf, welche über eine Stromquelle, die Steckdose, zugänglich ist: Die Standardspannung, im Haus selbst spricht man von der Netzspannung, beträgt 230 Volt +/- 10 %. Die Verteilung der Netzspannung (Dreiphasenwechselstrom) an die Elektroinstallationen, die Verbraucher, erfolgt meist über drei Außenleiter (L1-L3, braun, schwarz, grau), in der Schweiz auch Polleiter genannt, den Neutralleiter oder Mittelleiter (N, hellblau) und den Schutzleiter (PE, gelb/grün). Eher selten werden TN-Systeme verwendet, wo der Neutral- und Schutzleiter durch einen PEN-Leiter (gelb/grün mit blauer Endung) ersetzt wird.

    Elektroinstallationen sollte man unbedingt vom Elektroinstallateur unter Einhaltung aller Sicherheitspunkte verlegen und montieren lassen, ein Basiswissen kann für den „Häuslbauer“ aber nie von Schaden sein.

    Installationsschaltungen

    Im Bereich Elektroinstallation werden vorwiegend Installationsschaltungen verwendet, um ein Gerät, auch Verbraucher genannt, ein- oder auszuschalten. Meist sind in einem Haus davon Beleuchtungen betroffen.

    In einem Haus oder Gebäude kommen vorwiegend sechs unterschiedliche Installationsschaltungen zum Einsatz. Die Ausschaltung ist die einfachste Form, mit der ein Betriebsmittel ein- und ausgeschaltet werden kann. Hier ist auch eine Kontrollschaltung mit Glimmlampe möglich, beim Einschalten beginnt diese zu leuchten.

    Eine weitere Form, die häufig verwendet wird, ist die Serienschaltung. Hier werden zwei Verbraucher unabhängig voneinander mit einem Serienschalter aktiviert oder deaktiviert. Dabei sind vier Schaltzustände möglich, die nacheinander, also in Serie, eingestellt werden können: „Aus“, „Verbraucher 1 an“, „Beide Verbraucher an“ und „Verbraucher 2 an“. Heute werden hierzu meist Wippschalter verwendet, die nebeneinander in einem Schalter integriert sind.

    Die Wechselschaltung zählt ebenfalls zu den Installationsschaltungen. Hier kann ein Verbraucher von zwei Schaltstellen aus, ein- oder ausgeschaltet werden. Die Wechselschaltung kann auch zu einer Kreuzschaltung umfunktioniert werden, in Kombination mit einer oder mehrerer Steckdosen entfällt eine „Ader“ und man spricht von einer Sparwechselschaltung (5-adrige Schalter-Steckdosen-Kombination). Von einer Kontrollwechselschaltung spricht man dann, wenn die Schalter mit Glimmlampen versehen sind. Diese kommen dann zum Einsatz, wenn kein Sichtkontakt zum Verbraucher besteht. Hier ist keine Kreuzschaltung möglich.

    Bei einer Kreuzschaltung kann ein Verbraucher von drei oder mehreren Schaltstellen aus betätigt werden. Am Anfang und am Ende der Schaltkette befindet sich je ein Wechselschalter, dazwischen können beliebig viele Kreuzschalter installiert werden.

    Die sechste Variante der Installationsschaltungen ist die Tasterschaltung. Hier kommen Taster und Relais (Stromstoßschalter, auch Impulsschalter genannt) zum Einsatz. Sie stellt eine Alternative zu den Kreuzschaltungen dar, benötigt zwar Relais, ist aber einfacher zu verdrahten und einzubauen. An Stelle des Relais werden auch gerne Zeitrelais verwendet, auch Treppenlicht-Zeitschalter genannt, da sie sich nach einer bestimmten Zeitspanne automatisch ausschalten.

    Installationsschaltungen stehen also in unterschiedlichen Varianten zur Verfügung und können so individuell angepasst, je nach Raumgröße oder Notwendigkeit, und installiert werden.

    Die 5 Sicherheitsregeln

    Hier finden Sie die wichtigsten 5 Sicherheitsregeln

    Sicherheitsregel 1
    Freischalten: Unter „Freischalten“ versteht der Elektrofachmann das Abschalten aller Spannungen. Hierfür können beispielsweise die Sicherungen entfernt, der Hauptschalter betätigt oder die Steckerverbindungen gezogen werden. Das Freischalten wird ab 50 Volt und mehr bei Wechselspannungen und ab 120 Volt und mehr bei Gleichspannungen fällig. Sollte ein Arbeiter das Freischalten nicht selbst vornehmen können, muss eine mündliche oder schriftliche Bestätigung vorliegen, die Vereinbarung eines fixen Zeitpunktes, zudem die Spannung abgeschaltet wird, ist hierbei nicht ausreichend und verboten.

    Sicherheitsregel 2
    Gegen Wiedereinschalten sichern: Damit es während der Arbeiten zu keinen Unfällen kommen kann, muss gegeben sein, dass die Spannungen nicht wieder angeschaltet werden. Hierfür kann man herausgedrehte Sicherungen durch Sperrelemente ersetzen, Sicherungskästen, Hauptschalter oder Schalterschränke mit einem Schloss abschließen, Hauptschalter mit einem Klebeband abkleben oder Verbotsschilder und schriftliche Nachrichten anbringen.

    Sicherheitsregel 3
    Spannungsfreiheit all-polig feststellen: Bei der Verlegung, Montage, Kontrolle oder Wartung von Elektroinstallationen ist es nicht ausreichend, die Spannungsquelle abzuschalten. Diese Spannungsfreiheit muss nämlich zusätzlich kontrolliert werden. Dies erfolgt über einen Spannungsprüfer, meist zweipolig, welcher der Nennspannung entsprechen muss. Die Anzeige einer Spannung erfolgt über ein Messgerät, eine Leuchtdiode oder eine Glimmlampe. Vor der Messung muss der Spannungsprüfer aber an einer definitiv spannungsführenden Quelle getestet werden.

    Sicherheitsregel 4
    Erden und Kurzschließen: Bei einer Niederspannung von bis zu 1000 Volt kann dieser Punkt, außer bei Verteilernetzen und Freileitungen, entfallen. Hier werden der Leiter und die Erdungsanlage mit einem elektrischen Anlageteil (Erdungs- und Kurzschlussvorrichtung) verbunden, sodass im Notfall eine Berührungsspannung verhindert wird. Das Anlageteil wird bei einem Fehler von der Einspeisequelle / Spannungsquelle getrennt. Wichtig: Zuerst muss die Erdung erfolgen, dann erst kann man kurzschließen.

    Sicherheitsregel 5
    Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken und abschranken: Bei einer Niederspannung sind hier Tücher oder Schläuche zum Abdecken der Spannungsquelle ausreichend. Ab einer Spannung über 1 kV müssen Absperr- und Warntafeln angebracht werden, zusätzlich sind Körperschutz, enge Kleidung und Handschuhe zu tragen.

    Hausanschlusskasten

    Ein Hausanschlusskasten ist eine Übergabestelle in einem Gebäude/Haus vom Verteilungsnetz des Verteilungsnetzbetreibers (VNB) oder Energieversorgungsunternehmers (EVU) zur Verbraucheranlage, oder einfach gesagt, hier wird ein Gebäude an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Dieser wird in der Regel auch vom Stromanbieter / Netzanbieter montiert und befindet sich in einem Haus häufig im so genannten Hausanschlussraum.

    Als Einbauort wird üblicherweise für den Hausanschlusskasten bzw. als Ort für den Hausanschlussraum ein Kellerraum verwendet, vorzugsweise wird dieser an einer Außenmauer angebracht. Dabei kann dieser auch beispielsweise mehrere Wohnungen oder auch nachfolgende Gebäude mitversorgen. Allerdings müssen in diesem Falle auch getrennte Zählerkästen installiert werden, zum Beispiel für ein Doppel- oder Reihenhaus. Da dieser Platz häufig aber nicht gegeben ist, werden auch für ein Gebäude mehrere Hausanschlusskästen und Stromzähler installiert.

    Für gewöhnlich ist ein solcher Hausanschlusskasten verplombt, damit keine Manipulationen der Zähler vorgenommen werden können. Er enthält auch die Hauptsicherung, die im Falle eines Kurzschlusses den Stromanschluss vom öffentlichen Versorgungsnetz trennt – allerdings muss hierfür eine sehr hohe Überlastung gegeben sein. Hierfür können zwei verschiedene Sicherungstypen verwendet werden, die NH–Sicherungen (NH00–NH2) oder ein selektiver Leistungsschutzschalter (SLS). Diese Sicherungen dürfen nur vom Elektrofachmann gezogen oder ausgetauscht werden.

    Der Hausanschlusskasten wird häufig mit der Hauptverteilung verwechselt, die sich im Anschluss daran findet. In großen Gebäuden gibt es auch noch eine Unterverteilung. Auch in der Hauptverteilung, auch Verteilerkasten oder Sicherungskasten genannt, befinden sich Sicherungen, die bei normalen Überlastungen greifen. Hier sind auch Schalterelemente zur Verteilung der elektrischen Energie in einem Niederspannungsnetz enthalten. Von einem Niederspannungsnetz spricht man bei einer Spannungsgröße von bis zu 1000 Volt, in Gebäuden sind 230/400 Volt gegeben. Von den Hauptverteilungen aus werden die Verbraucher mit Strom versorgt.

    Zwischen den Hausanschlusskasten und der Hauptverteilung können auch zusätzlich Leistungsschalter oder Überspannungsschutzgeräte (z.B. Blitzableiter) installiert werden. Der Anschlusskasten für die Stromversorgung bzw. ein Anschlussraum müssen auch bei der Bauplanung berücksichtigt werden.

    Die Wohnraumbeleuchtung

    Mit Hilfe der Wohnraumbeleuchtung wird die Nutzung von Räumen in Gebäuden sichergestellt. Dies erfolgt über natürliche und künstliche Lichtquellen. Dessen primäre Aufgabe ist es also, für gute Sehbedingungen zu sorgen, also auch sichere Bewegungsabläufe zu gewährleisten, sowie auch für ein psychisches und physisches Wohlbefinden zu sorgen.

    Als Gütemerkmal für eine Wohnraumbeleuchtung werden vier Kriterien herangezogen: Das Beleuchtungsniveau und die Helligkeitsverteilung; die Begrenzung der Blendung; die Lichtrichtung und die Schattigkeit; die Lichtfarbe und die Lichtwiedergabeeigenschaften. Auf Grund dieser Kriterien sollte man auch bei der Auswahl der Lichtquellen auf die Lichtausbeute, die Lichtfarbe, die Energieeffizienz und die Farbwiedergabe achten.

    Oft entstehen aber auch Unsicherheiten in punkto Beleuchtungsstärke bei der Auswahl. Hierfür gibt es aber einige Richtlinien, an die man sich halten kann – die Beleuchtungsstärke Lux wird hier nach Anforderung an die Sehaufgabe, Ort und Einsatz / Tätigkeit gegliedert:

    Bei der Wohnraumbeleuchtung eignen sich Beleuchtungsstärken von 10-50 Lux zur Orientierung, meist in einer Garderobe, in Fluren oder für Treppen (Beleuchtung von Oben).

    50-300 Lux gewährleisten leichte Sehaufgaben, bieten große Details mit hohen Kontrasten – sie dienen vornehmlich der Allgemeinbeleuchtung in Wohn-, Kinder-, Schlaf- und Badezimmern.

    Bei 300-1000 Lux sind normale Sehaufgaben möglich, sie bieten kleine Details mit mittleren Kontrasten – für Küchen- und Hausarbeiten, aber auch Wäsche- und Körperpflege ideal; Lesen, Basteln und Schreiben ist ebenfalls möglich.

    Eine Beleuchtungsstärke von 1000-2000 Lux ist vor allem für schwierige Sehaufgaben notwendig, bei kleinen Details und mit geringen Kontrasten – für feine Handarbeiten, Basteln und Zeichnen.
    Generell sollte bei der Wohnraumbeleuchtung darauf geachtet werden, dass Küchen und Kinderzimmer hell und gleichmäßig ausgeleuchtet werden, eventuell mit Arbeitsplatzbeleuchtung. Im Schlafzimmer reichen morgens und abends Orientierungsleuchten, im Badezimmer sollte neben einer Deckenleuchte auch Stableuchten seitlich am Spiegel gegeben sein, für das Wohnzimmer eigenen sich Steh- und Pendelleuchten mit lichtstreuenden und großflächigen Schirmen.

    Die Wohnraumbeleuchtung kann also die Wohnqualität heben und auch energieeffizient angepasst werden, vorab Planungen sind hier ratsam.




    Gebäudeautomation

    Ziel der Gebäudeautomation ist es, Funktionsabläufe unter Einhaltung vorgegebener Parameter, also Einstellungen und Richtlinien, automatisch/ selbstständig durchzuführen. Dadurch wird auch eine Bedienung und Überwachung von Gebäudefunktionen vereinfacht. In der Regel sind davon Überwachungs-, Regel-, Optimierungs- und Steuereinrichtungen eines Gebäudes betroffen.

    Die Gebäudeautomation wird dabei in 3 so genannte logische Ebenen unterteilt: Die erste Ebene, die Management-Ebene, überwacht die Anlagen und optimiert die Betriebsweise des Systems. Hier findet man den Leitrechner und das Gebäudeleitsystem, eine Software, die der Visualisierung der Arbeitsprotokolle und der angeschlossenen Systeme dient. Daher spricht man auch von einem „Local Control Network“ (LCN).
    Die Automationsebene dient dem Datenaustausch zwischen den einzelnen Steuereinheiten (DDC), welche letztendlich die so genannten Feldgeräte (z.B. Sensoren, Aktoren) und Verbraucher überwachen und steuern. Hierfür werden unter anderem Bussysteme verwendet, welche eine Verbindung zwischen dem Leitrechner (Computer/Server) und den Peripheriegeräten (Verbraucher, Geräte, Maschinen, Sensoren, Aktoren...) herstellen, um eine Datenübertragung zu gewährleisten. Das bedeutet salopp formuliert: Bussysteme sind notwendig, um beispielsweise einen Rasensprenger automatisch vom zentralen Computer aus ein- und ausschalten zu können. Dafür wird einmal ein Ablaufszenario programmiert, die Richtlinien für diesen Verbraucher werden festgelegt, welches im Anschluss beispielsweise alle zwei Tage automatisch abläuft – sprich, alle zwei Tage wird der Rasen vor dem Haus zwischen 16 und 17 Uhr automatisch gegossen. Ein solches Bussystem wäre z.B. der Konnex-Bus, auch KNX-Standard genannt.

    Die dritte Ebene der Gebäudeautomation heißt Feldebene. Diese bezeichnet die Verkabelung der einzelnen technischen Elemente, die bei der Gebäudeautomation zum Einsatz kommen. Alternativ können auch Funksysteme verwendet werden.

    Das mag nun also sehr kompliziert und technisch klingen, im Prinzip ist der Aufbau eines solchen Systems aber leicht zu beschreiben: Ein Computer überwacht und regelt alle programmierten Abläufe (Beleuchtung, Heizung, Klimaanlage, Alarmanlage usw.). Dieser ist mit den einzelnen Steuerungseinheiten verbunden, die wiederum die einzelnen Geräte in Betrieb nehmen und überwachen.

    Die Gebäudeautomation kann so für mehr Komfort, Sicherheit, aber auch für mehr Energieeffizienz sorgen. Alle technischen Geräte und Funktionen werden von ihr automatisch (nach Programmierung) ausgeführt und überwacht.


    Die Hausautomation

    Die Hausautomation ist ein Teil der Gebäudeautomation und bezieht sich explizit auf den privaten Wohnbereich. Während in großen Gebäuden, beispielsweise in Fabriken oder Büroanlagen, oftmals sehr umfangreiche und komplizierte Systeme zum Einsatz kommen (es ist nicht ungewöhnlich, dass hierfür eigene Angestellte benötigt werden), werden bei der so genannten Heimautomation „selbsterklärende“ Systeme verwendet.

    Eine Hausautomation soll also einfach bedienbar und verständlich sein (selbsterklärend), eine einfach zu verstehende Visualisierung der Abläufe ist ebenfalls von Nöten. Zudem kommen im privaten Bereich auch einige Funktionen zum Einsatz, die in der Gebäudeautomation nicht zwingend erforderlich sind: Zum Beispiel Unterhaltungsprogramme und Pflanzenbewässerung, auch Tierfütterungen sind möglich.
    Ansonsten vertraut die Hausautomation auf die gleiche Technik. Das gesamte System basiert auf den drei „logischen Ebenen“: Der Management-Ebene, der Automationsebene und der Feldebene. Die private Verwendung zielt zudem noch etwas mehr auf eine Komfortsteigerung ab, genauso wie auf eine erhöhte Energieeffizienz. Auch hier können Heizungssysteme, Belüftungssysteme und Klimaanlagen, Beleuchtung und Rollläden, Tore, Lichtschranken und Überwachungskameras von einem Leitrechner aus kontrolliert und gesteuert werden. Häufig sind die Alarmanlagen auch mit einem externen Sicherheitsdienst verbunden, sodass im Notfall auch automatisch eine Meldung erfolgt.

    Mittlerweile ist es auch möglich, eine Hausautomation fernzusteuern: Das bedeutet, dass man beispielsweise über das Internet auf die Heimautomation zugreifen kann. Das birgt logischerweise auch Gefahren, da womöglich auch fremde Personen in das System eindringen können. Prinzipiell hat man so aber die Chance aus der Ferne, beispielsweise im Urlaub, Regulierungen vorzunehmen. Des Weiteren sind Funk- bzw. Infrarotsteuerungen denkbar. Diese sind zwar kostenintensiver, kommen aber ohne komplizierte Verkabelungen der einzelnen Steuerungseinheiten mit dem Leitrechner aus.

    Bevor man sich aber eine Heimautomation zulegt, sollte man genau prüfen, ob diese auch wirklich Vorteile bieten kann. Oftmals sind diese störanfällig, wenn in der Nachbarschaft ein ähnliches System verwendet wird. Ein weiterer Punkt, der vielleicht mitentscheidend sein könnte, ist die Energieeffizienz: Kann diese die Anschaffungskosten jemals kompensieren?

    Wer sich allerdings mehr Komfort und Sicherheit wünscht, wird mit einer Hausautomation vollends zufrieden sein. Es ist von Vorteil, das System schon in der Planungsphase des Hausbaus mit einzubeziehen.

    Alarmanlage

    Im privaten Wohnbereich spricht man im Zuge einer Alarmanlage meist von einer Einbruchmeldeanlage. Diese dient unter anderem der Abschreckung, der Alarmierung der anwesenden Personen, der Umgebung und eines hilfeleistenden Dienstes (Polizei) und der Rekonstruktion des Tathergangs. Sie wird automatisch ausgelöst und ist daher nicht mit einer Überfallmeldeanlage zu verwechseln, die manuell ausgelöst wird.

    Eine Alarmanlage besteht im Wesentlichen aus automatischen Alarmmeldern, wie etwa Lichtschranken, Alarmgläser, Magnetkontakte und auch Alarmtapeten. Diese werden an Türen, Fenstern, in den Wänden und an Einstiegsöffnungen strategisch platziert. Zusätzlich dazu können an Wertbehältnissen, wie etwa an Tresoren, zusätzlich Alarmmelder angebracht werden, beispielsweise kapazitive Melder: Diese reagieren auf Berührungen und Ortswechsel.

    Grundsätzlich wird hier zwischen zwei Überwachungstypen unterschieden: Der Außenhauptüberwachung, welche erkennt, ob sich eine Person von außen gewaltsam Zutritt verschafft, und der Fallenüberwachung, welche Eindringlinge im Hausinneren aufspürt.

    Neben den Alarmmeldern sind auch die so genannten Endgeräte einer Alarmanlage von besonderer Bedeutung. Diese können folgende Funktionen übernehmen: Ein Wahlgerät ist dafür verantwortlich, dass eine hilfeleistende Stelle im Notfall verständigt wird. Dies kann über eine Standleitung, ein Telefonnetz oder über ein GSM-Netz (Mobilfunknetz) gewährleistet werden. Ein Videospeicher ist nur dann möglich, wenn Überwachungskameras vorhanden sind. Dieser startet eine Aufzeichnung ab dem Zeitpunkt der Alarmauslösung und dient vor allem der Rekonstruktion und Identifikation der Tat bzw. des Täters. Eher selten kommen hier auch Fotoapparate zum Einsatz.
    Ein Signalgeber, auch ein Endgerät, löst ein akustisches oder optisches Alarmsignal aus. Hierbei unterscheidet man zwischen einem stillen Alarm (eher in Banken oder Geschäften), einem akustischen Alarm, der einen Signalton innerhalb und außerhalb des Gebäudes auslösen kann und einem optischen Alarm (vornehmlich in Geschäftslokalen), der mittels Lichter und Blitze Aufmerksamkeit erzeugt.

    Eine Alarmanlage kann aber durch mechanische und sonstige Sicherheitsmaßnahmen zusätzlich effektiviert werden. So ist es lohnend, Sicherheitsschlösser, einen Aufbohrschutz an Fenster und Türen oder Querriegelschlösser zu verwenden. Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz wären beispielsweise Wachhunde, ein Zaun, ein Tresor oder eine Zutrittskontrolle (siehe Haussprechanlage).

    Eine Alarmanlage kann ein Haus vor Einbrechern schützen, deshalb sollte man aber nicht in Leichtsinnigkeit verfallen. Die zusätzlichen Maßnahmen, die das Eigentum sichern können, zeigen potentiellen Eindringlingen, dass hier nur schwer etwas zu holen ist.

    Brandschutz und Blitzableiter

    Ein Eigenheim sollte nicht nur vor Eindringlingen geschützt werden, es muss auch einen Brandschutz garantieren. Dazu zählt mitunter auch ein Blitzableiter, der einen direkten Blitzeinschlag in ein Gebäude verhindern kann. Da in einem solchen Fall nicht nur elektrische Anlagen und Geräte durch Überspannungen zerstört werden können, sondern auch Temperaturen von mehreren 1000 Grad auftreten, sollte dieser unumgänglich sein.

    Bei einem Blitzableiter handelt es sich um einen sehr guten elektrischen Leiter, der bis zu einer exponierten Lage führt (meist am Hausdach) und über eine Erdung verfügt. Ein Blitzableiter sollte aber nicht in der Nähe von Versorgungsleitungen, Antennen, Rohrleitungen oder Dachrinnen angebracht werden, da die Kraft eines Blitzes ausreichend ist, um auch im Nahfeld elektrische Ströme und Spannungen zu induzieren. Zusätzlich zu einem Blitzableiter kann man auch einen Überspannungsschutz in die Netzspannung integrieren: Dieser wirkt wie ein Filter, wodurch Überspannungen aus dem lokalen Stromnetz entfernt werden. Dies sollte vor allem deshalb Standard sein, da eine Überspannung nicht nur bei einem direkten Blitzeinschlag entstehen kann. Außerdem greift hier der Versicherungsschutz nicht.


    Im Haus selbst sollte man auf die Dienste einer Brandmeldeanlage nicht verzichten. Diese dient nicht nur dem vorbeugenden Brandschutz, im Ernstfall kann sie auch die Bewohner sowie die Feuerwehr alarmieren. Gegebenenfalls löst sie sogar eine Feuerlöschanlage aus.

    Für den Brandschutz benötigt man eine Brandmeldezentrale, welche auf Nachrichten der einzelnen Brandmelder dementsprechend reagiert. Meist werden automatische Brandmelder für den Brandschutz verwendet. Diese können einen Brandherd oder ein ausbrechendes Feuer folgendermaßen erkennen: Am Brand- oder Rauchgas (in Privathäusern sehr effektiv), an der Wärme (ab ca. 60 Grad Celsius), am Rauch oder an den Infrarot- und Ultraviolettspektren der Flammen.

    Wird nun ein Alarm ausgelöst, können auch Feuerlöschanlagen aktiviert werden. Das System erkennt, wo das Feuer wütet und löst dort beispielsweise eine Sprinkleranlage, eine Sprühwasseranlage oder eine Pulverlöschanlage aus. So kann ein Feuer im Keim erstickt werden.

    Für die Sicherheit des Hauses sollte man im Bereich Brandschutz nicht an Geld sparen. Auch ist es fahrlässig auf einen Überspannungsschutz und einen Blitzableiter zu verzichten. Im Ernstfall wird man für diese Ausgaben mehr als nur dankbar sein.


    Haussprechanlage

    Eine Haussprechanlage ist eine Fernsprechverbindung, also ein Kommunikationssystem, welches von Raum zu Raum und vom Eingangsbereich (Eingangstür, Eingangstor bei Hausanlage mit Garten) zum Hausinneren geschaltet werden kann. Die zweite Variante dient zudem als Zutrittskontrolle.

    Mittlerweile sind diese Systeme häufig auch mit einer Digitalkamera, speziell im Eingangsbereich, versehen, sodass man als Hausbewohner die Möglichkeit hat, die Person am anderen Ende der Sprechanlage via Monitor zu beobachten. Dies dient vor allem der Personenidentifikation.

    Das Herzstück einer Haussprechanlage ist aber die Sprechanlage selbst, die auch häufig „Intercom“ (Inter Communication) genannt wird. Diese ermöglicht den Kommunikationsaustausch, indem sie die Sprache in Form von elektrischen Signalen überträgt, ähnlich wie bei einem Telefon. Die Sprechverbindung wird dabei meist über eine Freisprechanlage gewährleistet, eher selten sind mittlerweile Hörersysteme (erneut wie bei einem Telefon) geworden. Die Hauptbestandteile sind hierbei eine Zentraleinrichtung, mit Ausnahme einer dezentralen Anlage, die ohne diese auskommt, und zwei oder mehrere Endgeräte, die so genannten Sprechstellen.

    Die einzelnen Sprechstellen einer Haussprechanlage werden dabei mit einem Kupferkabel, mit einem Lichtwellenleiter (Glasfaserkabel), mit einem IP-Netz oder drahtlos per Funk verbunden.

    Im Allgemeinen unterscheidet man auch, in welcher Form die Kommunikationsübertragung erfolgt. So gibt es die Möglichkeit, dass nur eine Person als Sprecher agiert, während die zweite Person die Funktion des Hörers übernehmen muss. Dieses System wird meist in eher „lauten Umgebungen“ angewandt. Hierbei erkennt meist eine so genannte „Sprachwaage“, wer gerade spricht und schaltet den dementsprechenden Sprachkanal frei. Sollten beide Akteure gleichzeitig sprechen, wird jener bevorzugt, der lauter spricht. Diese Form wird im privaten Bereich aber so gut wie nie angewendet.

    Für Privatpersonen ist ein „Gegenbetrieb“ für eine Haussprechanlage wesentlich attraktiver. Ein „Vollduplex“-System unterstützt hier eine zeitgleiche Kommunikation, also in beide Richtungen.

    Eine Haussprechanlage findet man mittlerweile praktisch an jedem Gebäude. Diese kann mit einer Videoüberwachung ergänzt und in eine Hausautomation integriert werden. Zudem ermöglicht sie auch innerhalb großer Häuser und Anwesen eine einfache Form der Kommunikation.

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