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Untergeschoss beim Hausbau


Themen in diesem Artikel

  • Untergeschoss Allgemeines
  • Erdfeuchtigkeit
  • Sperrbeton
  • Dichtungsmittelzusätze
  • Kaltasphaltanstriche
  • Bituminöse Dichtungsbahnen
  • Kellerwände
  • Bewohnte und unbewohnte Kellerräume
  • Hohlräume
  • Weinkeller
  • Abstellkeller
  • Nassräume
  • Heizzentralen
  • Garagen
  • Luftschutzräume
  • Tankräume
  • Dilatations- und Schwindfugen

  • Als Untergeschoss bezeichnet man jenen Teil des Hauses, welcher unterhalb der Erde liegt, wodurch sich der französische Begriff Souterrain (von frz. sous=unter und terrain=Boden, Gelände) ableitet. Das Untergeschoss unterscheidet sich dadurch vom Keller, dass es bewohnbar ist beziehungsweise Arbeitsräume beherbergt. Ein weiteres unterscheidendes Merkmal ist die Tieflage des Fussbodens eines Souterrains. So gibt es Untergeschosse, welche das Tageslicht entbehren, aber auch solche, die durch Fenster einen Ausblick gewähren.

    Die Integration eines Untergeschosses im Haus macht ebenso viel Sinn wie der Bau eines Kellers. Während die Kosten durch den Bau eines Souterrains nur marginal steigen, vergrössert sich die Nutzfläche exponentiell. Als Wohnfläche angelegt, ergeben sich viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Traditionell werden in Souterrains gerne Waschküchen integriert. Wasserleitungen und Anschlüsse für Waschmaschinen und ähnliche Gerätschaften können hier problemlos installiert werden, ohne das äussere Erscheinungsbild des Hauses im Geringsten zu stören.

    Immer mehr Verbreitung in Souterrains finden auch private Fitnessräume. Untergeschosse eignen sich perfekt für solche, da sie genügend Platz für sportliche Gerätschaften und eine durchgehend angenehme Kühle aufweisen.

    So sind der Phantasie bei der Nutzung des Untergeschosses (fast) keine Grenzen gesetzt.
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    Untergeschoss Allgemeines

    Meist befindet sich das Untergeschoss vollkommen unter Terrain. Üblicherweise wird es zur Aufnahme von Heiz- und Tankräumen, Lagerräumen, Abstellkammern und Waschküchen genutzt. Jedoch lassen sich auch bewohn- und beheizbare Räume im Souterrain einrichten.

    Die Kellerwände trennen das Untergeschoss vom Erdreich. Daher kommen als Materialien Beton, Eisenbeton und manchmal sogar Natursteinmauerwerk in Frage. Wichtig ist, dass die Kelleraussenwand resistent gegenüber Erdfeuchtigkeit, Wasserdruck, chemischen und anderen Einflüssen aus dem Erdboden ist.

    Erdfeuchtigkeit

    Versickerndes Oberflächenwasser, wasserführende Schichten Wasseradern.

    Diese und mehr Faktoren tragen dazu bei, dass im Erdreich immer Feuchtigkeit vorhanden ist. Ritzen und Poren im Baugefüge können dazu führen, dass durch die so genannte Kapillarwirkung Feuchtigkeit in die Bausubstanz gesogen wird. Dies stellt jedoch keine unmittelbare Gefahr für das gesamte Gebäude dar, jedoch sollten kleine Folge- und Begleiterscheinungen einkalkuliert werden.

    Sperrbeton

    Der Erdfeuchtigkeit kann mit so genanntem Sperrbeton entgegengetreten werden.

    Sperrbeton ist ein Beton mit extrem geringer Kapillarwirkung und daher relativ geringem Schwindmass. Sperrbeton ist entsprechend dicht und vollkommen frostsicher.

    Dichtungsmittelzusätze

    Auch chemische Zusätze können die Qualität des Betons verfeinern. So kann durch die Beigabe solcher Zusätze in die Bausubstanz der Wasseranteil um bis zu 15 % reduziert werden.

    Kaltasphaltanstriche

    Bituminöse Anstriche sind aus einem kaltflüssigen Voranstrich, mindestens 2 heiss- oder einem kaltflüssig aufgebrachtem Abdichtungsanstrich zu fertigen. Streichen, Rollen oder Spritzen sind ebenfalls mögliche Techniken zur Herstellung von Abdichtungen.

    Bituminöse Dichtungsbahnen

    Bitumenbahnen werden vollflächig auf die gereinigten Wandflächen aufgeklebt, wobei sie mit einer 10cm dicken Stossüberdeckung zu versehen sind. Danach erhalten solche „nackten“ Bahnen einen heissen Deckaufstrich.

    Kellerwände

    Die Anforderungen an die Kellerwände eines Hauses variieren von Ort zu Ort. Jedoch werden im Regelfall immer folgende Wandtypen bei der Errichtung eines Souterrains benötigt.

    • Kelleraussenwände
      Ausser Vertikallasten müssen Kelleraussenwände auch die aus dem Erddruck resultierenden Kräfte aufnehmen und ableiten können.

    • Kellerinnenwände
      Da Kellerinnenwände in der Regel roh gebaut werden, sollte die Ausführung mit grosser Sorgfalt erfolgen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit ist es sehr empfehlenswert, nur feuchtigkeitsunempfindliche Materialien zu benutzen.

    • Tragende Kellerwände
      Tragende Kellerwände werden immer entweder durch ein eigenes Fundament oder eine Lastverteilplatte gestützt. Sie müssen gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgeschirmt werden.

    • Betonwände
      Betonwände werden überall dort verwendet, wo der Bauingenieur sie vorsieht oder die Bauvorschriften es nicht anders zulassen. In einem solchen Falle wird zumeist Stahlbeton verwendet, und die minimale Wandstärke beträgt hier 15-20cm.

    • Gemauerte Wände
      Im Regelfall werden hier Kalksandsteine benutzt.


    Bewohnte und unbewohnte Kellerräume

    Je nach Façon des Bauherrn sind auch die Anforderungen an Kellerräume unterschiedlich.

    Während für reine Abstell-, Installations-, Lager- und Schutzräumen Rohbauelemente bereits ausreichen, benötigen Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräume in jedem Fall spezielle Wärmedämmschichten und Feuchtigkeitsisolierungen.

    Hohlräume

    Hohlräume sind notwendig, um darüber liegende, meist beheizte Räumlichkeiten vom feuchten Erdboden zu trennen. Im selben Augenblick wirken sie dämpfend und ausgleichen bei Klimaschwankungen sowie Temperaturunterschieden zwischen innen und aussen.

    Für Hohlräume sollte eine wirksame Querlüftung vorgesehen werden; in der Regel werden entsprechende Öffnungen unter Terrain mit einer Fläche von 15cm x 15cm bemessen. Durch Zementhalbschalen erreicht man eine Verbindung nach oben – hierbei ist die durchschnittliche Schneehöhe unbedingt zu beachten.
    Zudem verhindert ein engmaschiger Gitterabschluss das Eindringen unerwünschter Gäste.

    Niemals darf die Summe des Öffnungsquerschnitts mehr als 1% der Bodenfläche betragen, um eine Auskühlung zu vermeiden.

    Weinkeller

    Grundsätzlich sollten in Weinkellern oder Lebensmittellagern immer eine möglichst konstante Luftfeuchtigkeit und eine ebenso konstante Temperatur vorherrschen.

    Wenn man ein paar Regeln beachtet, so ist dies auch ohne künstliche Regulierung zu erreichen.
    So müssen Lagerkeller dem Feuchtigkeits- und Wärmehaushalt des umgebenden Erdreiches angepasst werden. Je tiefer der Keller unter Terrain liegt, desto besser, da so dem Einfluss der Sonne entwichen wird. Andernfalls sollte der Keller an der Gebäudenordseite angelegt werden, um ihrem Einflussbereich möglichst zu entgehen. Heizungs- und Warmwasserleitungen sind hier unangebracht.

    Genau wie Weinkeller müssen Lagerkeller eine einwandfreie Belüftung aufweisen. Der Feuchtigkeitsnachschub erfolgt über einen eingekiesten Naturboden, in den Zementplatten für Fuss- und Fahrwege eingelassen werden können.



    Abstellkeller

    Zwar sind für Abstellkeller keine spezifischen Anforderungen erfüllt werden; es sollte jedoch auf eine einwandfreie Querlüftung sowie einen Boden mit pflegeleichten Eigenschaften geachtet werden.



    Nassräume

    Wie eingangs geschildert, nutzen viele Haushalte ihre Souterrains traditionsgemäss als Waschküche.

    Waschküchen müssen einen Betonboden aufweisen. Als Gehbeläge eignen sich zum Beispiel fugenlose Zement- oder Betonmischungen ebenso wie Platten aus Kunststein oder aber Steinzeug.

    Es empfiehlt sich sehr, die Böden im Gefälle zu erstellen, um so anfallendes Kondens- und Tropfwasser über einen Abfluss entsorgen zu können.

    Heizzentralen

    Heizzentralen müssen feuersicher umschlossen seien. Sie mit einem harten feuchtigkeitsbeständigem Bodenbelag zu versehen. Ausserdem muss eine feuerhemmende und nach aussen öffnende Abschlusstüre installiert werden.



    Garagen

    Da die Bodenkonstruktion einer Garage in der Regel hohen Belastungen ausgesetzt ist, sollte diese betoniert sein. Teerasphalt oder Hartbetonbeläge sind hierfür gute Verschleissschichten. Hat man nun vor, eine Garage zu bauen, ist bei der zuständigen Behörde eine Bewilligung einzuholen.

    Luftschutzräume

    Das Amt für baulichen Zivilschutz gibt die Weisungen und Vorschriften für die Projektierung und Ausführung von Schutzraumanlagen aus.

    Die Lage innerhalb des Hauses wird nach schutztechnischen Überlegungen geplant. Schutzraumanlagen dürfen – abgesehen von der Beleuchtung – keine offenen Installationen aufweisen. Des Weiteren sind alle Einbauten so anzubringen, dass sie sich im Ernstfall innerhalb von 24 Stunden abbauen lassen. Zudem sind je nach Lage und Grösse Belüftungsanlagen, Panzertüre, Schleusen sowie Reinigungsanlagen (z.B. hierfür vorgesehene Nasszellen) und Fluchtwege nötig. Der Bauingenieur ist für die notwendigen statistischen Berechnungen zuständig.

    Tankräume

    Ebenso wie Garagen bedarf es bei der Ausführung eines Tankraums einer Baubewilligung der zuständigen Behörde.

    Damit austretendes Öl nicht aus dem installierten Tank entweichen kann, sollten dessen Umfassungswände in Eisenbeton erstellt und entsprechend behandelt werden. Solch ein Überzug oder Anstrich muss daher so angebracht werden, dass im Falle eines Lecks im Tank 110 % des Nettoinhaltes aufgenommen werden können. Das Einstiegsniveau muss unter dem Einstieg liegen und der Boden sollte in Richtung Einstieg ein Gefälle von mindestens 1% aufweisen.

    Dilatations- und Schwindfugen

    Um Dehn- und Setzfugen abzudichten, können Fugenbänder und dauerelastische Fugenvergussmassen verwendet werden.



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