Winkelstützmauern
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Winkelstützmauern


Hanggrundstücke sind oft die schönsten Grundstücke. Man hat oft eine gute Aussicht, der Nachbar unterhalb verdeckt einem nicht die Sicht. Am Hang zu bauen ist aber nicht ganz ohne. Die Baugrube muss besonders ausgeführt werden; je nach Hangneigung gilt es, eine Menge Erdreich von der Grube – und später vom Haus selbst – zurückzuhalten. Je steiler der Hang, desto höher ist der technische Aufwand, einen Erdrutsch abzuwenden. Zur Stützung und Sicherung von Geländesprüngen sind Winkelstützmauern die geeignete Wahl.

Stützwandelemente dienen zum Abfangen von Geländesprüngen, die durch Hanglasten bzw.Verkehrslasten, wie z. B. von Wegen für Fußgänger oder Pkw, belastet werden. Das Haus am Hang ist schön, aber die Zufahrt zur Garage und der Fußweg zum Haus sollten schon eben nutzbar sein. Das bedeutet, dass Geländeeinschnitte oder Geländesprünge geschaffen werden müssen. Oft benötigt eine natürliche Böschung, auch wenn sie viel schöner ist, viel Platz, der dem eigenen Grundstück verloren geht.
Liegt zum Beispiel die Zufahrt zur eigenen Garage tiefer, als das Nachbargrundstück, kann man an der Grenze nicht einfach abgraben, das Erdreich würde nachrutschen. Den Nachbarn damit zu konfrontieren und schauen, was er sich denn einfallen lässt, um sein Grundstück vor einem Erdrutsch zu schützen, ist auch keine Option und zudem durch das Nachbarrechtsgesetz untersagt.
Wenn man also eine Gefahrenstelle schafft, eine Abgrabung zum Nachbargrundstück oder auch die Baugrube neben einem bereits bebauten Hanggrundstück, muss man selbst dafür sorgen, dass durch diese Baumaßnahmen keine Dritten gefährdet werden.

Winkelstützmauern werden in solchen Fällen am meisten eingesetzt. Sie sind relativ preisgünstig, vergleichsweise leicht und gut zu transportieren, zur Baustelle und auf der Baustelle. Winkelstützmauern bestehen aus einer unten liegenden Fundamentplatte (auch Fundamentsporn genannt) und der eigentlichen Wand, welche auf der Luftseite meist senkrecht steht. An der Erdseite befindet sich der Winkelfuß; dieser ist oft leicht geneigt, sodass sich die Wanddicke zum Fußpunkt hin vergrößert. Alle Bestandteile der Winkelstützmauer bestehen aus Beton, deshalb müsste man eigentlich Winkelstütz“wand“ sagen, denn das Bauteil ist ja nicht gemauert.
Die Standsicherheit der Winkelstützwand ist nur in Verbindung mit der angenommenen Hinterfüllung und der angenommenen Erdauflast (auf dem Winkelfuß) gewährleistet. Deshalb ist schon bei der Planung der Außenanlagen zu berücksichtigen, ob etwa ein Auto künftig in diesem Geländebereich fahren wird, oder ob sich später hier eine Terrasse befinden könnte. In beiden Fällen muss die Bemessung die Nutzung (d.h., die hieraus resultierende Belastung) berücksichtigen. Weiterhin ist anzumerken, dass durch Anbauteile wie z. B. Geländer oder ähnlichem, die an die Winkelstützwand angebracht werden, die zugrunde gelegte statische Bemessung ihre Gültigkeit verliert. Also auch hier: Während der Planung schon berücksichtigen. Ob man Geländer oder Absturzsicherungen benötigen wird. Besser, man plant (die Baukosten erhöhende) Eventualitäten ein, als später Schäden hinnehmen zu müssen.


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