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Stützmauern beim Hausbau


Themen in diesem Artikel

  • Stützmauern allgemeines
  • Erddruck
  • Die Futtermauer
  • Schwergewichtsmauern
  • Winkelstützmauern
  • Vorfabrizierte Stützmauer

  • Nicht für jeden der ein Haus bauen will sind Stützmauern von Bedeutung. Wichtig sind sie allerdings wenn das Grundstück eine schiefe Lage hat oder nicht ebenerdig angelegt ist.

    Kann man dies beim Aushub des Kellers nicht beseitigen, dann ist die Errichtung einer Stützmauer ein wichtiges Thema. Zu beachten ist, dass sich aufgrund des Gefälles ein großer Druck -ausgehend vom Erdboden - aufbauen kann. Dieser drückt gegen die Hausmauern und stellt eine enorme Belastung für das ganze Gebäude dar. Schlimmstenfalls kommt es deswegen sogar zum Abrutschen ganzer Häuser oder die enorme Kraft des Erdreichs bewirkt eine Destabilisierung der Hauswände dies ist immer von der Beschaffenheit des Bodens oder des gegebenen Klimas abhängig.
    Für die Lösung dieser Probleme gibt es nun diese Stützmauern und die Konstrukteure der Stützmauern, die auch immer darauf achten sollten, dass man gleichzeitig an die Stützfunktion und an das sich ansammelte Wasser denken muss, welches fachgerecht abzuleiten ist, um zu vermeiden, dass schlussendlich die Substanz der Wände damit nicht angegriffen werden kann.

    Stützmauern allgemeines

    Die Funktion einer Stützmauer ist, den Druck der seitlich von der Erdmasse hereinbricht, hinter der Mauer aufzunehmen – den Druck nennt man Erddruck.

    Wenn eine steilere Abböschung des Erdreichs vorgenommen wird als es der natürliche Ruhewinkel der Erde erlaubt, kann es zu einer Abgleitung kommen. Ziel ist es, mit einer Stützmauer das Rutschen des Erdreichs zu verhindern – sie wird fast nur auf Kippen und Gleiten belastet. Da die Beschaffenheit des Bodens und der Erddruck oft nicht gleichbleibend sind, sind Bewegungsfugen im Abstand von 5.0m bis 6.0m notwendig.

    Ein besonderes Augenmerk ist auf die Entwässerung der hinterfüllten Seite zu legen. Ein Stau des Wassers kann die Belastung der Mauer erhöhen und den Zusammenhalt der Hinterfüllung gefährden. Für die Wasserfassung benötigt man eine Sickerleitung.



    Erddruck

    Ein Gebäude muss vielfältigen Lasten widerstehen; Windlast von der Seite, Schneelast von oben, das eigene Gewicht nach unten und – man fühlt und sieht es nicht, aber auch diese Belastung kann mit erheblichen Kräften auf ein Gebäude einwirken: Erddruck. Nicht nur von Laien, sondern auch von vielen Bauhandwerkern und selbst Fachleuten wie Architekten und auch manchen Bauingenieuren werden die im Laufe der Zeit zunehmend größer werdenden Beanspruchungen auf ein Bauwerk infolge Erddrucks häufig völlig unterschätzt.

    Erddruck ist eine von der Seite auf ein Bauwerk einwirkende Beanspruchung durch Erde, wobei in diesem Falle im geotechnischen Sinne unter Erde auch Schotter, Lehm und Ton, Sand usw. verstanden wird. Erddruck ist vor allem für im Erdreich befindliche Bauteilen von Bauwerken und bei Baugruben von Bedeutung. Diese seitliche Belastung von Außenwänden, meist Kelleraußenwände, entsteht aus anstehendem Erdreich oder einer Verschüttung, d.h., wenn der Arbeitsbereich zwischen Kelleraußenwand und Baugrube mit Erdreich, Kies oder Sand verschüttet wird. Dieses Verschüttmaterial muss ausreichend verdichtet werden, um die vorhandenen Hohlräume zu verpressen; so wird späteren Setzungen weitgehend vorgebeugt.
    Aber schon diese Verdichtungsmaßnahmen erzeugen einen erhöhten Erddruck, dem die Kellerwände widerstehen müssen.

    Nicht oder unzureichend verdichtetes Erdmaterial unterliegt einem natürlichen Setzungsprozess. Das Erdmaterial sackt nach und nach ab, die vorhandenen Hohlräume füllen sich nach und nach mit Schwemmstoffen. Das an der Kelleraußenwand anliegende Erdreich wird so im Laufe der Zeit immer kompakter und der Erddruck erhöht sich. Die natürlich ablaufenden Setzungen können je nach Zusammensetzung des Erdreichs nicht nur Jahre andauern, sondern auch über Jahrzehnte andauern und zu Spätschäden führen.

    Ein erhöhter Erddruck kann aber auch ohne Verdichtungsmaßnahmen entstehen. Gerade bei bindigem Boden (Ton, Lehm) ist es kaum bis gar nicht möglich, diesen bereits beim Einbau so zu verdichten, dass es später zu keinen Setzungen mehr kommt, da Wasser kaum oder gar nicht durch bindige Böden abfließen kann und sich zusammen mit eingebrachtem Schwemmmaterial im Erdreich anreichert. Der hieraus resultierende Erddruck wird langsam größer und kann auch hier zu Spätschäden an den Kellerwänden führen.

    Aber keine Angst, es ist nicht so, dass Kelleraußenwände bedingt durch Erddruck mit der Zeit unweigerlich beschädigt werden. Die Wände müssen so dimensioniert werden, dass sie einem erhöhten Erddruck widerstehen können, einem Erddruck also, der künftig höher sein wird, als der bei der statischen Berechnung anstehende. Kelleraußenwände so dünn wie rechnerisch möglich zu dimensionieren, um mehr Nutz- oder auch Wohnfläche zu erhalten, wäre in diesem Zusammenhang also kontraproduktiv.
    Auch das Material spielt hier eine gewisse Rolle. Gemauerte Kellerwände sind der Fugen wegen weniger widerstandsfähig gegen seitlichen Erddruck als eine kompakte Stahlbetonwand; vor allem leichte, dämmende Mauersteine bieten im Laufe der Zeit eventuell zu wenig Widerstand.


    Die Futtermauer

    Wo wenig Erddruck auftritt und wo man steile Böschungen vor Verwitterung schützen muss, werden Futtermauern errichtet.

    Sie haben eine Stärke von 40 – 50cm und lehnen sich an die Böschung an. Es ist darauf zu achten, die Schlitze für die Entwässerung in einem Abstand von 3.0m bis 4.0m anzulegen und das Fundament unter die Frosttiefe zu legen, dafür verwendet man in den meisten Fällen Stampfbeton- oder Natursteinmauern.

    Schwergewichtsmauern

    Die Schwergewichtsmauer besitzt eine große Mauerstärke, das hohe Gewicht der Mauer nimmt den Erddruck auf. Oftmals weist der Bau kein eigentliches Fundament und keine Armierung auf.

    Bei der Kronenbreite ist zu beachten, dass diese 30cm beträgt und ausnahmslos mit einem Anzug im Verhältnis von 4:1 bis 6:1 ausgeführt wird. Alle 6.0m sind Bewegungsfugen einzuplanen. Die Ausführung der Schwergewichtsmauer kann mit Naturstein, Beton oder einer Kombination von Beton mit einer Natursteinverblendung erfolgen. Da sollte aber bei einer Natursteinausführung die Kronenbreite vom 50cm nicht unterschritten werden.

    Winkelstützmauern

    Hanggrundstücke sind oft die schönsten Grundstücke. Man hat oft eine gute Aussicht, der Nachbar unterhalb verdeckt einem nicht die Sicht. Am Hang zu bauen ist aber nicht ganz ohne. Die Baugrube muss besonders ausgeführt werden; je nach Hangneigung gilt es, eine Menge Erdreich von der Grube – und später vom Haus selbst – zurückzuhalten. Je steiler der Hang, desto höher ist der technische Aufwand, einen Erdrutsch abzuwenden. Zur Stützung und Sicherung von Geländesprüngen sind Winkelstützmauern die geeignete Wahl.

    Stützwandelemente dienen zum Abfangen von Geländesprüngen, die durch Hanglasten bzw. Verkehrslasten, wie z. B. von Wegen für Fußgänger oder Pkw, belastet werden. Das Haus am Hang ist schön, aber die Zufahrt zur Garage und der Fußweg zum Haus sollten schon eben nutzbar sein. Das bedeutet, dass Geländeeinschnitte oder Geländesprünge geschaffen werden müssen. Oft benötigt eine natürliche Böschung, auch wenn sie viel schöner ist, viel Platz, der dem eigenen Grundstück verloren geht.
    Liegt zum Beispiel die Zufahrt zur eigenen Garage tiefer, als das Nachbargrundstück, kann man an der Grenze nicht einfach abgraben, das Erdreich würde nachrutschen. Den Nachbarn damit zu konfrontieren und schauen, was er sich denn einfallen lässt, um sein Grundstück vor einem Erdrutsch zu schützen, ist auch keine Option und zudem durch das Nachbarrechtsgesetz untersagt.
    Wenn man also eine Gefahrenstelle schafft, eine Abgrabung zum Nachbargrundstück oder auch die Baugrube neben einem bereits bebauten Hanggrundstück, muss man selbst dafür sorgen, dass durch diese Baumaßnahmen keine Dritten gefährdet werden.

    Winkelstützmauern werden in solchen Fällen am meisten eingesetzt. Sie sind relativ preisgünstig, vergleichsweise leicht und gut zu transportieren, zur Baustelle und auf der Baustelle. Winkelstützmauern bestehen aus einer unten liegenden Fundamentplatte (auch Fundamentsporn genannt) und der eigentlichen Wand, welche auf der Luftseite meist senkrecht steht. An der Erdseite befindet sich der Winkelfuß; dieser ist oft leicht geneigt, sodass sich die Wanddicke zum Fußpunkt hin vergrößert. Alle Bestandteile der Winkelstützmauer bestehen aus Beton, deshalb müsste man eigentlich Winkelstützwand sagen, denn das Bauteil ist ja nicht gemauert.
    Die Standsicherheit der Winkelstützwand ist nur in Verbindung mit der angenommenen Hinterfüllung und der angenommenen Erdauflast (auf dem Winkelfuß) gewährleistet. Deshalb ist schon bei der Planung der Außenanlagen zu berücksichtigen, ob etwa ein Auto künftig in diesem Geländebereich fahren wird, oder ob sich später hier eine Terrasse befinden könnte. In beiden Fällen muss die Bemessung die Nutzung (d.h., die hieraus resultierende Belastung) berücksichtigen. Weiterhin ist anzumerken, dass durch Anbauteile wie z. B. Geländer oder ähnlichem, die an die Winkelstützwand angebracht werden, die zugrunde gelegte statische Bemessung ihre Gültigkeit verliert. Also auch hier: Während der Planung schon berücksichtigen. Ob man Geländer oder Absturzsicherungen benötigen wird. Besser, man plant (die Baukosten erhöhende) Eventualitäten ein, als später Schäden hinnehmen zu müssen.


    Vorfabrizierte Stützmauer

    Meistens sind vor Ort errichtete Stützmauern sehr teuer.

    Von der Bauindustrie wurden unterschiedliche Mauertypen, die aus Betonelementen zusammengesetzt sind, konstruiert.

    Wandelemente:
    Diese sind in Baulängen bis 2.0m und Höhen bis 2.5m verfügbar. Man kann den Unterbau auch aus Beton errichten, um ungleichen Setzungen vorzubeugen.

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