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Welcher Klebstoff für welches Parkett?
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Welcher Klebstoff für welches Parkett?


Das richtige Verkleben von Parkettböden kann so manchen Hobby-Handwerker an seine Grenzen bringen, denn bei der Vielzahl an angebotenen Parketten fällt die Auswahl eines entsprechenden Klebers oft schwer. Da sich die Parkette heutzutage stark voneinander unterscheiden was zum Beispiel die Materialauswahl und die Verarbeitung betrifft, kann man auch nicht so einfach zu einem bestimmten Kleber raten oder von einem anderen abraten.

So benötigt zum Beispiel ein mehrschichtiger Fertigparkettboden einen anderen Kleber als Echtholzdielen. Darüber hinaus muss man als Bauherr nicht nur den Untergrund, auf dem der Parkett verlegt werden soll in die Überlegungen mit einbeziehen, sondern auch das Material der Trägerschicht des Parkettbodens. Dieses kann zum Beispiel unbehandelt oder auch lackiert sein, was unter Umständen Auswirkungen auf die Fähigkeit hat, den Kleber aufzunehmen. Lackierte Parkette saugen sozusagen den Kleber nicht so schnell auf und können daher auch meist etwas länger verarbeitet werden. Gleichzeitig muss man allerdings in diesen Fällen besonders auf einen passenden Kleber achten, da sonst das verklebte Parkett nicht dauerhaft auf dem Untergrund haftet.

Aber welchen Klebstoff eignet sich nun für welchen Parkettboden? Grundsätzlich wird zwischen Dispersionsklebstoffen, Lösemittelklebstoffen und Reaktionsharzklebstoffen unterschieden. Dies sind im Moment die gängigsten Klebstoffe im Bereich Parkett, außerdem gibt es natürlich noch diverse Leime und zur Renovierung historischer Parkette müssen ebenfalls andere Klebstoffe herangezogen werden.


Dispersionsklebstoffe sind wasserbasierte Kleber und haben den großen Vorteil, dass sie emissionsarm und geruchsneutral sind. Eine Klebebindung findet bei diesem Kleber statt, indem Wasser an die Umgebung abgegeben wird und die Aushärtung erfolgt. Grundsätzlich eignet sich Dispersionskleber für die Verklebung spannungsarmer und quellunempfindlicher Parkette, denn bei anderen Parketten kann das abgegebene Wasser das Holz aufquellen und dadurch die Klebeeigenschaften beeinträchtigen. Aus diesem Grund kann der gesundheitlich unbedenkliche und oft recht preisgünstige Dispersionsleim eben nicht für alle Verklebungen von Parkett eingesetzt werden.


Eine in den letzten Jahren immer beliebter werdende gesundheitlich ebenfalls unbedenkliche Alternative sind pulverförmige lösungsmittelfrei Klebstoffe zum Anrühren mit Wasser. Da das Wasser in diesem Fall kristallisiert, ist die Quellwirkung nicht so hoch. Aber auch dieser Kleber eignet sich nicht für jede Parkettsorte.


Lösemittelklebstoffe - oder auch Kunstharzkleber genannt - können dagegen aufgrund ihrer guten Klebeigenschaften für alle Parkettböden eingesetzt werden und hier spielt auch das Unterbodenmaterial und die Parkettbeschaffenheit nur eine zweitrangige Rolle, so effektiv sind diese Kleber. Dies gilt im Übrigen auch für die immer beliebter werdenden Exoten unter den Parkettböden. Nachteil dieses Universalklebers sind aber die potentiellen gesundheitlichen Probleme, die eine Verklebung mit Lösemittelklebstoffen mit sich bringt: Bereits während der Verarbeitung wird man den schädlichen Dämpfen ausgesetzt, denn das Aushärten des Klebers erfolgt über das Verdunsten der Lösungsmittel. Besonders gefährlich ist es, wenn der Kleber nicht richtige angewendet wurde, denn dann werden noch lange nachdem der Kleber ausgehärtet ist Lösungsmittel an die Raumluft abgegeben. Solche Anwendungsfehler sind zum Beispiel zu dickes Auftragen oder zu schnelle Versiegelung nach dem Verkleben. Deshalb sollte man im Umgang mit Lösemittelklebstoffen immer vorsichtig sein. Außerdem muss man beachten, dass fast alle Lösemittelklebstoffe ab diesem Jahr (2006) vollständig verboten sind.


Reaktionsharzklebstoffe sind dagegen sehr zu empfehlen, denn sie verbinden eine sehr gute Klebewirkung mit meist niedrigen Emissionswerten. Sie sind meist als Ein- oder Zwei-Komponentensysteme erhältlich und eignen sich ähnlich wie die lösungsmittelhaltigen Kleber für alle Hölzer und Untergründe. Da es sich bei diesem Klebstoff um ein wasserfreies Produkt handelt, eignen sich Reaktionsharzklebstoffe darüber hinaus besonders für feuchtigkeitsempfindliche Parkette. Reaktionsharzklebstoffe härten sehr schnell in einer chemischen Reaktion des Bindemittels mit der Umgebungsfeuchte aus, was dazu führt, dass die Verlegung sehr schnell erfolgen muss.


Ähnliches gilt für Hybridklebstoffe, die wohl in den kommenden Jahren mit dem Verbot von lösungsmittelhaltigen Klebstoffen an Bedeutung gewinnen werden. Diese Kleber sind wasserfrei und härten neutral aus. Außerdem verfügen sie über eine Reihe positiver Eigenschaften, so sind sie zum Beispiel UV- und Witterungsbeständig und haften ohne Vorbehandlung und Grundierung auf fast allen Untergründen. Dadurch eignen sie sich auch für eher schwierige Räumlichkeiten, und das auch bei niedrigen Temperaturen. Hybridklebstoffe sind sich für fast alle Parkettsorten die richtige Wahl, bei exotischen Hölzern und bestimmten Behandlungsarten der Hölzer fehlen oft aber noch Erfahrungs- und Langzeitwerte.


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