Sickerleitungen
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Sickerleitungen


Unterirdisches Wasser, ob fliessend oder stehend, muss abgefangen werden. Das tun Sickerleitungen. Denn sonst sammelt sich das Wasser hinter Kelleraussenwänden, Stützpfosten, Einbauten etc. an und das übt unerwünschten Druck aus! Ausserdem ist es auch wegen Schimmelbildung schlecht, wenn sich Bauteile befeuchten.

Materialien
Sickerleitungen sind Rohre aus Beton oder Kunststoff. Sie haben im oberen Drittel ein kleines Loch, durch das das Wasser einfliesst.

Lage, Leitungsführungen und Einbau
Überall, wo unterirdisches Wasser erwartet wird, werden Sickerleitungen verlegt. Besonders in Feuchtgebieten, Mulden und Hanglagen sind Wasseransammlungen wahrscheinlich und Sickerleitungen nötig.
Sie liegen in der Regel auf der Höhe des Fundamentes. In die von der Fundamentsohle belastete Erdschicht darf es nicht gelangen, denn die könnte sonst vom Druck zerstört werden. Die Sickerleitungen dürfen auch nicht höher als der Keller angelegt werden.
Auf einer Magerbetonunterlage kommen die Rohre mit mindestens 1 % Gefälle zu liegen.
Sind Richtungsänderungen im Verlauf der Rohre nötig, also zum Beispiel um eine Ecke, müssen immer zwei 45 Grad Rohre aneinandergelegt werden anstatt eines im 90 Grad Winkel zu verwenden. Auch eine Spülstutze ist von Vorteil. So können regelmässige Druckspülungen getätigt werden und das verhindert Verstopfungen.

Hinterfüllungen
Zwischen der Baugrubenböschung und der Kellerwand sind oft Hohlräume aufzufinden. Die werden durch so genannte Hinterfüllungen aufgefüllt. Sie sind aus nicht zu stark komprimierbaren Materialien, das starke Setzungen verhindert.
Ist das Aushubmaterial, das oft dafür verwendet wird, ungeeignet, mischt man es mit Wandkies oder nimmt gleich nur Wandkies.
Setzungsfreie Hinterschüttungen sind meist reine Geröllschüttungen.

Filterpackungen
Die Sickerleitungen haben ja eine offene Stelle, da könnte aber auch Schlamm oder Sand eindringen und die Sickerleitung verstopfen. Davor müssen sie beschützt werden. Eine Filterpackung ist eine 15 cm starke Kiesschicht, aus Kies der ungefähr 15 bis 30 mm Durchmesser hat. Darüber liegt eine Sickerplatte, die Kanülen nach unten schauend.

Anschluss an das Leitungsnetz
Sickerleisten gelten als Meteorwasserleitung und müssen daher am Ende einen Schlammsammler haben.


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