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SvenSven
Räumungen und Rodungen
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Räumungen und Rodungen


Die schönsten Baugrundstücke sind oft jene, die sich abseits der dicht beplanten Neubaugebiete befinden. Abseits bedeutet oft auch nahe der Natur, die sich dann auch auf dem Grundstück ausbreitet: Bäume, Sträucher, richtig schlimm sind Brombeerhecken. Bevor das Grundstück bebaut werden kann, muss also gerodet werden. Manchmal werden nach der Rodung des Grundstückes zudem Hinterlassenschaften des Vorbesitzers entdeckt; Schrott, Abfall, schlechterdings ein altes Auto. Auch hier: Erst abräumen, bevor das Grundstück überhaupt als Baustelle genutzt werden kann.

Roden hört sich leicht an, da kommen Maschinen, zackern und hacken über das Grundstück und fertig. So ähnlich funktioniert das technisch auch; es gibt aber eventuell rechtliche Hindernisse, die das Roden dann doch nicht so einfach machen: Vielerorts wird zur Erhaltung ortsprägender Pflanzen das Roden bestimmter Sorten untersagt; Vogel- und Insektenschutz muss beachtet werden – Stichwort Biodiversität im Siedlungsraum. Einheimische Bäume und Sträucher sind für viele bedrohte Vögel und andere Tierarten bevorzugte Lebensräume im Siedlungsraum.
Aber auch persönliche Aspekte für die Besitzer können das Roden behindern; vielleicht nicht direkt behindern, sondern eher ein verantwortungsvolles und bewusstes Herangehen fordern, man muss etwas nachdenken, bevor die Maschinen kommen. Bäume und Sträucher üben wichtige Funktionen aus, von denen wir Menschen profitieren: Verschattung und Kühlung im Sommer, Luftfeuchtigkeit, Staubfilter und nicht zuletzt den Rhythmus der Jahreszeiten direkt erleben.

Rechtliche Vorgaben hierzu sind in verschiedenen Naturschutzgesetzen und -verordnungen formuliert. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt als Grundsatz:„ Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich nach Maßgabe der nachfolgenden Absätze so zu schützen, dass 1.die biologische Vielfalt, 2.die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts einschließlich der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie 3.die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft auf Dauer gesichert sind; der Schutz umfasst auch die Pflege, die Entwicklung und, soweit erforderlich, die Wiederherstellung von Natur und Landschaft (allgemeiner Grundsatz).“

Davon abgeleitete Gesetze z.B. zu Baumfällungen, Heckenschnitt u.s.w. gibt es bundesweit; so ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden. Die Hinterlassenschaften von Vorbesitzern zu räumen, gestaltet sich etwas einfacher, da hier mittlerweile auch der Laie um die verschiedenen Abfallvorschriften weiß. Für Altautos beispielsweise gilt gem. Altfahrzeug-Gesetz, dass sie einer anerkannten Annahmestelle, einer anerkannten Rücknahmestelle oder einem anerkannten Demontagebetrieb zu überlassen sind. Alles andere muss getrennt entsorgt, oder wiederverwertet werden. Fachfirmen, die sich auf die Räumung von Grundstücken spezialisiert haben, kennen alle Vorschriften, da muss sich die Bauherrschaft im Vorfeld weniger Gedanken als bei der Rodung machen.


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