Planungsinstrumente des Architekten
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Planungsinstrumente des Architekten


Dass der Architekt seine Gedanken, Vorschläge und Ideen in bildlichen und schriftllichen Konzepten festhält, ist seine Hauptaufgabe. Er erstellt die Skizzen, Modelle, wählt Material- und Farbmuster aus, lotet Möglichkeiten und Probleme aus und deren Kosten. Er ist zu Realismus und gleichzeitiger Kreativität aufgerufen und auch fähig.

Der Architekt arbeitet stets mit dem Bauherren zusammen, er muss sich nach ihm richten und ihn unterstützen.
Durch ständige Absprache mit dem Bauherren und dessen Einwilligung, arbeitet er Schritt für Schritt folgende Planungsinstrumente aus:

  • Baubeschrieb und Kostenvoranschlag
  • Bauprogramm und Finanzplan
  • Werkverträge und Finanzrapporte
  • Die eigentlichen Pläne

Baubeschrieb und Kostenvoranschlag
Der Baubeschrieb beschreibt dem Namen nach den Bau, so genau es geht. Also Materialien, Konstruktionen und sogar Farben. Er umfasst eine Aufstellung über die Installationen, samt Apparaten und Armaturen. Er wird am besten nach Baukostenplan (BKP) strukturiert. Erfasst werden:

  •  Grundstück
  • Vorbereitungsarbeiten
  • Gebäude
  • Einrichtungen
  • Baunebenkosten (ein wichtiger Faktor!)

Ausstattung der Räume
Der Baubeschrieb bestimmt die Qualität des zu realisierenden Projektes. Alle im Hochbau benötigten Positionen für einen Baubeschrieb sind in der Zentralstelle für Baurationalisierung in Zürich erhältlich.

Der Kostenvoranschlag bestimmt in diesem Sinne die Mittel, die zur Erlangung der Qualität, wie sie im Baubeschrieb geplant wurde, benötigt sind oder der Baubeschrieb richtet sich umgekehrt nach den Mitteln, die zur Verfügung stehen.


Bauprogramm und Finanzplan
Das Bauprogramm stellt den Zeitplan des Konzeptes dar. Der Zeitplan ist in zwei Phasen geteilt.
Die erste Phase plant die Vorbereitungsarbeiten.

Die zweite Phase erfasst den Ablauf der Bauarbeiten bis das Objekt beziehbar ist.

Das Bauprogramm sollte möglichst einfach dargestellt werden, meist wird er als Netzplan gezeichnet oder die Dauer der einzelnen Aufgaben wird in Balken dargestellt, wodurch sich mit einem Blick sagen lässt, was wann passiert.

Der Finanzplan ist der zugehörige „Zeitplan der Zahlungen“. Er zeigt die Zahlungen aus dem Baukredit an und die Kosten.

Er wird entweder im Monats- oder in Dreimonatsetappen erstellt.

Sollten sich hier Änderungen ergeben, müssen sie so schnell wie möglich allen Dialoggruppen, Interessenten, Betroffenen vorgelegt werden.


Werkverträge und Finanzrapporte
Der Architekt schreibt das Projekt aus und mehrere Unternehmen können sich sozusagen um den Auftrag bewerben. Wer das beste Angebot macht, bekommt den Job. Sie wissen vorher Bescheid über die Materialen, Techniken, Termine und Kostenvoranschlägen, wie sie im Baubeschrieb festgesetzt worden sind und müssen damit rechnen.

Sobald die Angebote der Unternehmen eingehen, kann sich der Bauherr zusammen mit dem Architekten für die am besten geeigneten entscheiden.

Dann wird der Werkvertrag erstellt und von allen Parteien unterschrieben.

Die Finanzrapporte erheben die tatsächlichen Kosten, die während des Baus entstehen. So können auch noch mögliche Korrekturen vorgenommen werden und vor allem belegen sie die möglichen Mehrkosten gegenüber den Kostenvoranschlägen oder Werkverträgen. Es sollte hier immer ein Budget eingeplant werden, dass diese Schwankungen oder Teuerungen des Materials abdeckt.

Sollte es nicht benötigt werden, weil alles wie geplant läuft, schadet es ja auch nicht.


Die Pläne
Zuerst zeichnet der Architekt die Rohbau- Pläne. Auch sie enthalten schon alle nötigen Angaben über Arbeitsabläufe, Materialien und natürlich die Maßangaben.

Sie helfen nicht nur bei der Erstellung des Rohbaus des Objekts, sie stellen auch die Grundlage für die Berechnungen, Planungen der Geräteanordnungen und der Infrastruktur dar.

Die Pläne sind im Maßstab 1: 50 gezeichnet, sie erfassen die Grundrisse und Fassaden und die nötigen Schnitte, die Decken, Quadratmeter- Größen der Räume, die benötigten Plätze zum Öffnen von Türen und Fenstern und noch mehr.

Wenn aufwendige Konstruktionen eingebaut werden sollen, werden meistens noch zusätzliche Pläne in größeren Maßstäben gezeichnet, die genauere Details erkennen lassen.



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