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Reinhold76
Hausbau-Sicherungen und Provisorien
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Hausbau-Sicherungen und Provisorien


Jeder, der baut, beeinflusst damit auch seine Umwelt.

Die Bauherrschaft steht gem. den Vorschriften der Landesbauordnungen in der Verantwortung, dass die eigene Baustelle keine Nachbargebäude gefährdet. Als bekanntestes Beispiel seien Anbauten an bestehende Doppelhaushälften und Reihenhäuser genannt. Hier wird direkt an das Nachbargebäude angebaut. Meist sind die Außenanlagen an der Nachbarwand, also an jener Wand an die wir anbauen müssen, bis zum Erdgeschoss aufgeschüttet. Ist das bestehende Gebäude unterkellert, und wir möchten auch einen Keller, ist die Baumaßnahme meist keine Gefährdung für den Nachbarn. Wenn wir aber von der Nachbarbebauung abweichen, jene haben einen Keller, wir wollen keinen – oder jene bauten ohne Keller, wir möchten aber einen, werden Sicherungsmaßnahmen erforderlich.

Bauen wir ohne Keller an eine benachbarte Kellerwand, ist das so auszuführen, dass keine zusätzlichen Lasten auf die bestehende Kellerwand einwirken. Bauen wir mit Keller an das Nachbarfundament, muss dieses so unterfangen (mit einer Wand unterbaut, gestützt) werden, dass die lastabtragende Funktion des Fundamentes erhalten bleibt – ohne dass sich Risse in der Nachbarwand bilden. Ähnlich muss man verfahren, wenn man am Hang an einen Nachbarn baut.
Technisch ist das gut zu lösen, für erfahrene Statiker tägliches Werk. Der Nachbar könnte aber Schwierigkeiten bereiten, aus Angst um sein Haus. Er muss informiert werden, kann aber Ihr Vorhaben nicht verhindern. Dennoch könnte er, wenn auch ohne Erfolg, klagen, Ihre Bauzeit verzögern. Deshalb sollte der Nachbar frühzeitig weit vor Baubeginn informiert werden, am besten in einem Gespräch mit anwesendem Statiker, der das Vorhaben fachlich erläutert.

Bauen im Bestand

Wenn man ein bestehendes Haus umbaut, wird man auch den Grundriss eigenen Bedürfnissen anpassen wollen. Da ist es erforderlich, dass Wände abgebrochen, Wandöffnungen vergrößert, evtl. Deckenteile entfernt werden. Tragende Bauteile baulich zu ändern, bedarf unbedingt provisorischer Sicherungsmaßnahmen, kein „Das wird schon halten.“ Baustützen und Holzbalken sichern die Decke/Deckenbalken, wenn eine tragende Wand durch neue Öffnungen oder Vergrößerung bestehender Öffnungen verändert wird. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Baustützen auf tragenden Bauteilen stehen und nicht beispielsweise auf den alten Holzdielen zwischen zwei Deckenbalken; gegebenenfalls wird die Last aus den Baustützen auf lastverteilende Balken geleitet oder gegebenenfalls bis auf das Fundament bzw. die Bodenplatte geführt. Ähnliches gilt, wenn wir durch Abbruchmaßnahmen Nachbarwände ganz oder teilweise freilegen. Diese müssen gegebenenfalls während der Bauzeit provisorisch abgestützt werden – immer in Abhängigkeit zum Baufortschritt.

Sicherungsmaßnahmen und Provisorien gehen ins Geld; ohne ausreichende Sicherungen wird es aber gefährlich,
und eventuell weit teurer.

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