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Henk-van-Dijk
Der Vermessungsingenieur beim Hausbau
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Der Vermessungsingenieur beim Hausbau


Die Baugrube wurde heute ausgehoben. Wie kann man denn wissen, wo später das Haus stehen muss, wir müssen uns ja strikt nach dem Bebauungsplan richten – nach welchen Maßen und Angaben richten die Arbeiter sich, wenn sie die Bodenplatte betonieren? Die haben da so ein Bretterdings, hoffentlich geht das gut! Wenn die Bodenplatte und damit später das Haus nur einen halben Meter zu nahe an der Grenze steht, bekommen wir Ärger, weil dann die Abstandsfläche nicht eingehalten wird.

Dieses „Bretterdings“ nennt man Schnurgerüst; es dient dazu, die Außenkanten des zu errichtenden Gebäudes festzulegen. Hierfür werden Holzstäbe in den Boden gerammt und mit Latten zu Dreiecken verbunden. Diese Schnurgerüste stellen weitgehend die Ecken des künftige Gebäudes dar. Über diese Schnurgerüste verlaufen Richtschnüre; deren Position wird vom Vermesser anhand des Grenzverlaufs mit genauen Vermessungsgeräten bestimmt und mittels Nägeln auf dem Schnurgerüst positioniert. Das mutet sehr altertümlich und wenig technisch an, ist auf Baustellen aber sehr praktisch und funktioniert sehr gut, vorausgesetzt, die Lageder Schnüre wird während der Bauzeit öfter kontrolliert und bei Bedarf nachjustiert..

Der Grenzverlauf jeden Baugrundstücks ist über Grenzsteine (kleine in den Boden eingelassene Natursteinoder Betonquader) oder neuartige Kunsstoffmarken definiert. Auch diese Grenzsteine wurden bereits von einem Vermesser gesetzt, als die Baugrundstücke aufgeteilt wurden; beauftragt wurde er von den Behörden. Bauherren müssen häufig selbst einen Vermesser beauftragen, um – wie oben beschrieben – die genaue Lage des künftigen Gebäudes nachzuweisen. Die meisten Bebauungspläne beinhalten eine derartige Forderung. Ratsam ist zudem, vorab den Grenzverlauf auf Übereinstimmung mit dem amtlichen Lageplan überprüfen zu lassen; möglich, dass es nach dem Vermessen und vor dem Verfassen des Lageplanes Änderungen gab. Ist zwar doppelt gemoppelt, verhindert aber spätere Streitigkeiten.

Auch wenn die Behörden keine ingenieursmäßige Vermessung des Gebäudes verlangen, gibt es Situationen, wo ein Vermesser unabdingbar ist. Immer wenn genaue Höhenverläufe verlangt werden, man denke an ein Hanggrundstück, benötigt man einen Vermesser, der nicht nur die Höhen genau einmisst, sondern auch den wichtigen Höhenplan anfertigt. Das ist eine Zeichnung, der man an jedem Punkt des Grundstückes die genaue Höhe entnehmen kann; komplizierte Hanggrundstücke können dabei als 3DModell dargestellt werden.
Der Umbau von Gebäuden verlangt oft nach einer Bestandsaufnahme, meist fehlen die für die Umbauplanung nötigen Bestandszeichnungen. Ein Vermesser kann Bestandsgebäude mit modernsten computergestützten Techniken genau vermessen, horizontal und in der Höhe. Durch den Einsatz satellitengestützter Positionierungssysteme, 3D-Laserscanner und modernster digitaler Technik ist die Bestandsaufnahme heutzutage wirtschaftlicher, als das frühere tagelange Herumlaufen mit Entfernungsmessgerät, Zeichentablett und Kamera, und das zeichnerische Ergebnis ist digital verwertbar.

Was kommt auf uns zu, wenn das Gebäude eingemessen werden muss? Für ein Einfamilienhaus mit  erstellungskosten von 200.000 € bei üblichen Baustellenverhältnissen kann man mit einer Gebühr von ca. 850 € zzgl. MwSt. rechnen.


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