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Der Bauingenieur beim Hausbau
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Der Bauingenieur beim Hausbau


Die meisten Spezialisten beim Hausbau sind Bauingenieure. Der Architekt ist zwar auch ein Ingenieur am Bau, wird aber nicht Bauingenieur genannt, da er Architektur studiert hat und nicht Bauingenieurswesen. Am bekanntesten unter den Bauingenieuren dürfte der Statiker sein, er plant und dimensioniert das Tragwerk des Hauses. Bauingenieure werden aber in vielen weiteren Bereichen des gesamten Bauwesens tätig. Im Grunde genommen sorgt der Bauingenieur dafür, dass ein Gebäude in allen seinen Teilen sicher errichtet und betrieben werden kann.

Die Arbeit des Statikers ist allgemein bekannt; er kümmert sich um die „Statik“, den Standsicherheitsnachweis, der zwingend zu den Bauantragsunterlagen gehört. Auch schon vor der eigentlichen Planung eines Gebäudes kann der Statiker dahingehend beraten, wie das Haus überhaupt konstruiert werden soll. Er wird in diesem Falle nach wirtschaftlichen, ästhetischen oder eventuell sicherheitstechnischen Vorgaben Auskunft darüber geben, ob man aus Mauerwerk baut, aus Stahlbeton, Holz oder gar Stahl. Das vom Architekten geplante Ergebnis „Wohnhaus“ wäre dabei grundlegend das gleiche, der Statiker kann Materialien und Konstruktionsweisen aller Art planen und berechnen.

Ein weiterer Tätigkeitsbereich des Bauingenieurs ist die baubetriebliche Steuerung eines Bauvorhabens, die über die eigentliche Bauleitung hinaus geht. „Baubetriebler“, wie man diesen Zweig der Bauingenieure auch nennt, sorgen durch fundierte Kenntnisse über sämtliche Prozesse der Bauausführung und damit verbundene technische Lösungen für einen technisch, wirtschaftlich und terminlich reibungslosen Bauablauf.

Da heutzutage auch beim Hausbau Lärmbelastung ein wichtiges Thema ist, wird man künftig öfter auch den Bauakustiker in die Hausplanung einbeziehen. Dabei kann es um den Schutz von Lärm gehen der auf das Haus einwirkt, Verkehrslärm z.b., Lärm der von Haus zu Haus übertragen werden kann (Reihen- oder Doppelhaus) und um im Haus selbst entstehenden Lärm. Hierfür gibt es meist gesetzliche Vorgaben, für die Lärmübertragung von Haus zu Haus beispielsweise. Ist man der Meinung, diese Vorgaben wurden nicht erfüllt, kann man einen Bauakustiker beauftragen, der das prüft und Vorschläge für eventuell nötige Schallschutzverbesserungen macht.
Schon bei der Planung des Hauses kann der Bauakustiker helfen; etwa das Arbeitszimmer soll vorm Lärm der spielenden Kinder geschützt werden, man möchte einen speziellen Musikraum einrichten oder die sanitären Anlagen und Leitungen sollen möglichst leise funktionieren. Der Bauakustiker kann diese Wünsche mittels Vorgaben an Bauausführung und Baumaterialien verwirklichen.

Kein Einfamilienhaus wird heutzutage einfach nur gebaut. Bei der Planung wird an Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Haustechnik und immer öfter an das spätere Recycling des Hauses gedacht. Alle diese Bereiche werden durch speziell ausgebildete Bauingenieure abgedeckt. Viele dieser Bauingeneure wird man nicht an der Baustelle antreffen; sie forschen an neuen Bauprodukten, entwerfen effizientere Haustechnik oder beraten über neue DIN-Normen. Immer aber beeinflusst deren Arbeit das Baugeschehen in großem Maße, gerade auch im Einfamilienhausbau.


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