Baugrubensicherung im Grundwasser
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Baugrubensicherung im Grundwasser


Man hat als Bauherr selten das Glück, bei schönstem Wetter und ohne Wasserprobleme bauen zu können. Regen ist schon nicht schön; vor allem bei bindigen Böden (Lehm, Ton), die schlecht wasserdurchlässig sind, sammelt sich Regenwasser in der Baugrube. Dieses Wasser kann man recht leicht abpumpen. Aber was passiert, wenn das Wasser von unten in die Baugrube eindringt – Grundwasser? Pumpe reinhängen nützt nichts, es kommt ja immer wieder Wasser nach. Wie kann ich da trotzdem bauen?

Wasser beeinflusst als Grund-, Oberflächen- und Niederschlagswasser wesentlich die Planung und Ausführung von Bauvorhaben des Erd- und Grundbaus. Bei vielen Maßnahmen wird das Erfordernis einer Wasserhaltung und deren Bedeutung unterschätzt, was zu erheblichen Schäden an Bauwerken und finanziellen Schäden durch Bauablaufstörungen und Bauzeitenverzug führen kann.
Damit man auch in einer Grundwasser-belasteten Baugrube bauen kann, muss das anfallende Grundwasser abgesenkt oder abgeleitet werden. Alle Arbeiten und Einrichtungen, die dazu dienen, das beim Baugrubenaushub zutage tretende Wasser zu entfernen oder von der Baugrube fernzuhalten und die Baugrubensohle trocken zu halten, nennt man Wasserhaltung. Dabei gibt es zwei meist ausreichende Möglichkeiten, gegen Grundwasser in der Baugrube vorzugehen: Die offene Wasserhaltung und die geschlossene Wasserhaltung.

Die offene Wasserhaltung ist die technisch einfachste Möglichkeit, Grundwasser abzuleiten. Dabei wird in der Baugrube das anfallende Grundwasser über Gräben sichtbar (also offen) abgeführt. Je nach Standfestigkeit des Bodens können offene Gräben, Sicker- oder Drängräben ausgebildet werden. Das Wasser wird so Pumpensümpfen zugeführt und dann über Schmutzwassertauchpumpen abgepumpt und mit Schläuchen oder Rohrleitungen abgeleitet. Als Pumpensumpf bezeichnet man eine Vertiefung in der Baugrube, sie wird an der tiefsten Stelle der Baugrube angeordnet. Diese Vertiefung ist aber nicht nur eine offene Grube, sondern wird mit Brunnenringen, senkrechten Bohlen mit aussteifenden Holz- oder Stahlrahmen, gelochten Fässern oder Betonrohren ausgebaut.
Auf Grund des geringen Aufwandes gegenüber anderen Absenkungsverfahren wird die offene Wasserhaltung in der Regel durch die Erd-/Mauer-/Betonfirma ausgeführt.

Geschlossene Wasserhaltung

Bei der geschlossenen Wasserhaltung erfolgt die Absenkung des Grundwassers vor Aushub der Baugrube – verdeckt. Hierbei werden um oder in der Baugrube vertikale Brunnen gesetzt, Rohrleitungen verlegt und Pumpen installiert. Bei Bedarf werden mehrere Brunnen geschlossen rund um die Baugrube angeordnet. Bei kleinen Baugruben und/oder gut wasserdurchlässigem Boden kann ein Einzelbrunnen ausreichen; dieser wird dann innerhalb der späteren Baugrube gesetzt.
Die Durchführung einer geschlossenen Wasserhaltung bedarf der Genehmigung, da in der Umgebung der lokale Grundwasserspiegel z.Tl. erheblich abgesenkt wird. Dabei kann es zu Problemen an bestehenden Gebäuden kommen (z.B. Setzungen oder Grundbruch). Deshalb sollte vor den geplanten Wasserhaltungsmaßnahmen bei der bestehenden Nachbarbebauung unbedingt eine Beweissicherung durchgeführt werden.

Die geschlossene Wasserhaltung ist nicht nur die technisch aufwändigere sondern auch die teurere Methode, Grundwasser abzusenken. Wenn man sich vor der Planung über das Grundwasserkataster informiert, spart man nicht die anfallenden Kosten, kann diese aber vorab einplanen.

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