Baugrundarten beim Hausbau
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Bodenarten beim Hausbau


Jeder kennt diese, oft im übertragenen Sinne genutzten Sprüche, „Da hat man auf Sand gebaut...“ oder „Der hat auf Fels gebaut...“. In Bezug aufs Bauen sind beide Sprüche nicht ganz richtig und nicht ganz falsch, stammen diese Sätze doch aus Jesus Gleichnis „Vom Haus auf Felsen und auf Sand gebaut“ – nicht aus dem Bereich der Bautechnik. Dennoch, es gibt Bodenarten beim Hausbau, die sicher bebaut werden können und solche, auf denen besser nicht ohne weiteres gegründet werden sollte.

Bodenarten vor dem Hausbau kennenlernen

Das Wissen über die verschiedenen Bodenarten beim Hausbau mag für viele Bauherren zu technisch sein. Die im Baufachmarkt anschaulich präsentierten Bauprodukte sind da zugegebenermaßen viel interessanter, man kann sie anfassen, lernt sie praktisch kennen. Baugrund aber ist naturgegeben, nicht einfach einsehbar und doch so wichtig für den dauerhaften Erhalt des eigenen Hauses. Ein wenig Wissen sollte man sich also aneignen, indem man jetzt weiterliest, um das Fachchinesisch des Baugrundgutachters oder des Statikers einigermaßen verstehen zu können.

Bodenarten beim Hausbau: Unterschiede

Böden werden in verschiedene Bodenarten oder Bodenklassen eingeteilt; die verschiedenen Bodenarten sind beim Hausbau unterschiedlich tragfähig. Grundlage hierfür ist die Materialzusammensetzung der einzelnen Böden. Diese Materialzusammensetzung kann regional sehr unterschiedlich sein, bedingt durch die geologische Entstehung der Böden. Baugrund besteht näher betrachtet aus Boden“körnern“, Hohlräumen („Poren“) und Wasser.

Bindige Böden

Bei bindigen Böden ist der Wassergehalt von großer Bedeutung; Ton und Lehm sind bindige Böden. Bindige Böden verformen sich unter Last relativ langsam, aber stetig, was zu Spätschäden durch Setzungen führen kann. Die Wasserdurchlässigkeit ist gering, Wasser kann sich so anstauen und die Tragfähigkeit weiter verringern; bei Frost kann dieses anstehende Wasser frieren und zu Hebungen führen. Allgemein ist die Tragfähigkeit dieser Bodenart beim Hausbau für Eigenheime ausreichend, was im Einzelfall untersucht werden muss.

Nichtbindige Böden

Bei nichtbindigen Böden ist das Bodenkorn ausschlaggebend für die Tragfähigkeit; zu dieser Bodenart beim Hausbau zählen Sand und Kies. Nichtbindige Böden sind gut belastbar. Sie verdichten sich unmittelbar nach Lasteinwirkung, lassen sich gut nachverdichten und entwässern bedingt durch die vielen Hohlräume sehr schnell.

Fels

Fels ist als Bodenart für den Hausbau nur bedingt geeignet. Die Tragfähigkeit ist in unverwittertem Zustand sehr hoch, was aber auch zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Bebaubarkeit führt. Man kann unregelmäßiges Felsgestein nicht einfach bebauen; die Vorbereitung planer Flächen oder Bohrungen für Stützen sind handwerklich aufwändig, manchmal sind Sprengungen notwendig.

Gewachsener Boden

Gewachsener Boden (Lockergestein) entsteht durch Verwitterung von Fels und Ablagerungen. Die Tragfähigkeit kann sehr gut sein, je nach Zusammensetzung des Bodens. Die Vorbereitung dieser Bodenart für den Hausbau ist weniger aufwändig, als bei Fels. Die Schwierigkeit kann darin bestehen, dass größere Felsbrocken zertrümmert oder abtransportiert werden müssen.

Mischformen

Immer auch kommen Mischungen (d.h. unterschiedliche Tragfähigkeit) der beschriebenen Bodenarten beim Hausbau vor. Das wird der Bodengutachter feststellen und zusammen mit dem Statiker die notwendigen konstruktiven Schritte für die Fundamentierung besprechen.


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