Rasen
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Für jeden Gärtner gibt es einiges zu Wissen über Rasen. Ein sattes Grün, wie es ein englischer Rasen hat, erfordert einiges an Know-How und Arbeit.

Bevor ein Rasen angelegt wird, muss zunächst geklärt werden, welche Aufgaben er übernehmen soll und wie viel Zeit für seine spätere Pflege aufgewandt werden kann. Gräser sind einkeimblättrige, einjährige oder ausdauernde, meist krautige Pflanzen, die weltweit vorkommen. Man unterscheidet zwei Familien, die der Süss- und der Sauergrässer. Wenn wir von Gräsern sprechen, meinen wir damit meistens Pflanzen aus der etwa 8500 Pflanzen umfassenden Familie der Süssgräser. Im Unterschied zu den Sauergräsern, deren Stengel dreikantig ist, weisen die Süssgräser runde und deutlich durch Knoten gegliederte Halme auf.

Entsprechend der Nutzung des Rasens unterscheidet die DIN 18 917 (Rasen und Saatarbeiten) zwischen 4 Rasentypen. Die erste Gruppe wären die Zierrasen. Diese erfüllen einen reinen Repräsentationszweck und sind kaum belastbar. Die Pflegeansprüche sind jedoch sehr hoch bis sehr hoch. Die zweite Gruppe sind die Gebrauchsrasen. Diese kommen überall in Parks und Gärten zum Einsatz. Sie sind mittelmässig belastbar und sind sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit. Als Drittes kommt die Gruppe der Strapazierrasen. Dieser Rasen bedeckt vorwiegend Sport- und Spielflächen. Und die letzte Gruppe ist die der Extensiv- oder Landschaftsrasen. Dieser Rasentyp ist speziell für extensiv genutzte Flächen im öffentlichen und privaten Bereich. Das ist Rasen mit sehr grosser Variationsbreite, je nach Standort und Ziel.

Als erstes muss man die Fläche, die später die Rasenfläche sein soll säubern. Man sollte jeglichen Unrat sowie Steine wegräumen. Als nächstes sollte der Boden aufgelockert werden. Am Besten bis auf eine Tiefe von 20-30cm, mindestens jedoch 10cm Tief. Der nächste Schritt wäre dann die Düngung des Bodens. Die Grundlage für einen gesunden und strapazierfähigen Rasen ist eine optimale Bodenstruktur. Die Grunddüngung erfolgt über einen mineralischen und/oder einen organisch-mineralischen Dünger. Als Richtwerte gelten 50g eines mineralischen bzw. 100g eines organisch-mineralischen Düngers pro m². Danach sollten Sie die Fläche grob planieren um eventuelle Unebenheiten zu beseitigen. Es ist kein Fehler die grob planierte Fläche dann 3-4 Wochen ruhen zu lassen, denn so kann man in der Erde vorhandene Wildrasenkörner bekämpfen. Damit später keine Setzungen eintreten, wird der Rasen dann angewalzt. Zuhause kann man das mit einem Trittbrett machen. Die nächste Massnahme wäre das Feinplanum. Dabei sollten Sie mittels Holzharken oder Eggen die Fläche möglichst eben planieren.

Als nächstes gilt es das Saatgut auszusuchen. Der Handel mit Saatgut unterliegt dem Saatgutverkehrsgesetz. Nur amtlich anerkanntes Saatgut darf in den Handel kommen. Auch das Saatgut wird wieder in verschiedene Kategorien unterteilt. Das Basissaatgut ist das erste Saatgut, das angelegt wird um daraus welches für den Handel zu gewinnen. Basissaatgut wird nicht verkauft. Das zertifizierte Saatgut wird aus Pflanzen gewonnen die aus Basissaatgut hervorgegangen sind. Es ist arten- und sortenecht und wird als Rasensaatgut vermarktet. Als Handelssaatgut wird Saatgut bezeichnet, das nicht sortenecht, sondern nur artenecht ist.
Zur farblichen Kennzeichnung dienen braune Etiketten. Das Behelfssaatgut ist zwar auch artenecht, die Anforderungen an seine Werteigenschaften hinsichtlich Reinheit, Keimfähigkeit und Fremdartenbesatz sind jedoch gering. Behelfssaatgut wird nur dann verwendet, wenn am Markt nichts anderes erhältlich ist.

Zur Keimung benötigen Samen ausreichende Feuchtigkeit, einen gut gelockerten Boden und Wärme. Günstig sind Bodentemperaturen ab 8 Grad Celsius. Zur Zeit der Ausbringung der Saat sollte Windstille herstellen um für eine gleichmässige Verteilung zu garantieren.
Jetzt kommt es zur Einsaat. Als erstes sollten Sie die erforderliche Menge Saatgut abwiegen und halbieren. Die erste Hälfte streuen Sie grob über die gesamte Fläche verteilt aus. Die andere Hälfte genauso ausbringen, nur geht man diesmal quer zum ersten Mal über diese Fläche. Zum Schutz gegen Wind und Austrocknung sollten Sie nun die Samen 0,5-1,5 cm tief in den Boden einarbeiten. Dies hilft ausserdem noch gegen Vogelfrass. Damit der Samen Bodenschluss(Wiederherstellung der unterbrochenen Kapillarität) und damit Feuchtigkeit zum Keimen bekommt, sollten Sie noch einmal über die Fläche walzen.

Wenn alle diese Vorkehrungen getroffen sind, ist die Fläche bereit zur Einsaat. Wenn das Saatgut also gekauft ist, kann es losgehen mit der Herstellung des Rasens.

Info: Rasensorten
Die DIN - 18 917 unterscheidet 4 Rasenarten :
- Zierrasen
- Gebrauchsrasen
- Strapazierrasen
- Extensiv- oder Landschaftsrasen


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