Boden
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Boden


Eine optimale Pflanzenentwicklung ist nur gewährleistet, wenn die ausgewählten Standortbedingungen angepasst sind. Dabei müssen vor allem die Wärme-, Licht- und Feuchtigkeitsansprüche der Pflanzenarten berücksichtigt werden. Im Gegensatz zu den Klimaverhältnissen, die im Freiland nur wenig beeinflussbar sind, können die Eigenschaften des Bodens durch gezielte Massnahmen verändert werden. Das Pflanzenwachstum ist nur möglich, wenn der Boden den Pflanzen als Standort dienen und der Wurzel in ausreichenden Mengen Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe zur Verfügung stellen kann.

Grundlegend gibt es drei Arten von Boden.

Die erste Variante wäre der Sandboden. Dieser Boden verfügt über eine gute Wasserführung, gute Luftdurchlüftung und er erwärmt sich sehr schnell. Gleichzeitig hat der Boden ein geringes Wasser- und Nährstoffhaltevermögen. Der Boden hat einen geringen Nährstoffgehalt und ist leicht zu bearbeiten. Die zweite Art sind die Tonböden. Dieser Boden hat eine schlechte Wasserführung und eine schlechte Durchlüftung und erwärmt sich nur langsam. Diese stechen besonders hervor durch ihr hohes Nährstoff- und Wasserhaltevermögen. Ebenso verfügen diese Böden über einen hohen Nährstoffgehalt, sie sind jedoch schwer zu bearbeiten. Die dritte und letzte Möglichkeit eines Bodens sind die Lehmböden. Diese nehmen eine Mittelstellung zwischen Sand- und Tonboden ein.

 Um den Boden zu beurteilen gibt es verschiedene Kriterien.

Die erste Möglichkeit wäre die Beurteilung durch Korngrössenverteilung. Durch die Verwitterung des Ausgangsgesteins entstehen verschiedene Korngrössen. Dabei unterscheidet man nach ihrer Form Kiese(abgerundet) und Steine(eckig/kantig). Die Teilchen mit einer Korngrösse kleiner als 2mm bilden den Feinboden. Nach ihrer Korngrösse spricht man von Sand, Schluff und Ton.

Bevor wir zur Beurteilung nach Wasserdurchlässigkeit übergehen, bedarf es noch einer Erklärung der Bodenstruktur. Unter Bodenstruktur wird die räumliche Anordnung der festen Bestandteile des Bodens verstanden. Die Hohlräume zwischen den mineralischen und organischen Bodenbestandteilen bilden das Porenvolumen. Dieses Porenvolumen, das aus Poren unterschiedlicher Grösse besteht, ist mit Luft und Wasser gefüllt. In den Feinporen(Durchmesser < 0,0002 mm) wird das Wasser so festgehalten, dass es für Pflanzen nicht verfügbar ist (Totwasser). In den Mittelporen(Durchmesser von 0,0002 bis 0,01 mm) ist das Wasser für die Pflanzen verfügbar. Und die so genannten Grobporen, die grösser als 0,01 mm sind, können das Wasser nicht mehr gehalten und es sickert nach unten.

Entscheidend für die Wasserdurchlässigkeit ist eben der Anteil an Grobporen, da nur über sie Wasser versickern kann. Je geringer ihr Anteil, desto schlechter ist die Wasserdurchlässigkeit und damit der Lufthaushalt eines Bodens. Vor allem Bodenbelastungen führen über eine Verdichtung des Bodens zu einer Verkleinerung des Porenvolumens, wobei der Anteil der Fein- und Mittelporen zu Lasten der Grobporen zunimmt. Mögliche Folgen sind Staunässe und Sauerstoffmangel im Wurzelbereich.
Ein weiteres Beurteilungskriterium ist die Höhe des Grundwasserstandes. Das Grundwasser entsteht durch in den Boden eindringendes Niederschlagswasser, dass sich auf undurchlässigen Schichten sammelt. Durch die ständige Wasserabgabe des Bodens an die Atmosphäre und den Wasserentzug der Pflanzen entsteht in den oberen Schichten eine Saugspannung, die bewirkt, dass Wasser aus dem Grundwasser in haarfeinen Röhrchen, den so genannten Kapillaren, nach oben aufsteigt. Aus diesem Kapillarwasser decken Pflanzen hauptsächlich ihren Wasserbedarf. Der Grundwasserstand eines Bodens beeinflusst somit massgeblich das Pflanzenwachstum.

Man kann den Boden aber auch über seinen pH-Wert beurteilen. Der pH-Wert gibt die Konzentration der Wasserstoffionen in einem Liter Bodenlösung an. Er kennzeichnet die saure, neutrale oder alkalische Reaktion eines Bodens. Da ein pH-Wert die Verfügbarkeit an Spurennährelementen verringert, die Bodenstruktur aber verbessert, sind bei leichten und schweren Böden verschiedene pH-Werte anzustreben. Leichte Böden besitzen eine gute Bodenstruktur und können aufgrund ihres geringen Tongehaltes kaum Nährstoffe speichern. Man strebt daher einen pH-Wert von 5,5 bis 6,0. Genau umgekehrt ist es bei schweren Böden. Bei diesen strebt man einen pH-Wert von 6,5-7,5 an.
Die letzte übliche Bodenbeurteilungsform ist die, bei der man den Nährstoffgehalt zur Grundlage nimmt. Zur Entwicklung benötigen Pflanzen gewisse Nährstoffe, die sie dem Boden und der Luft entnehmen. Zur Überprüfung der Nährstoffe im Boden entnimmt man eine Bodenprobe. Zur Bearbeitung stehen organische und mineralische Dünger zur Verfügung.

Tipp:
Unter Boden versteht man die mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte Witterungsschicht der festen Erdkruste.
Verwenden sie das geeignete Werkzeug um ihren Boden zu bearbeiten. Eine Gartenkralle sollte in keinem Garten fehlen.
Nehmen sie öfters Bodenproben und lassen sie diese im Labor untersuchen. Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich, was die Bodenqualität angeht.
Der Nährstoffhaushalt und der pH-Wert sind grundlegend für das optimale Pflanzenwachstum.


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