Verhältnis Bauherr zum Bauunternehmer
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Verhältnis Bauherr zum Bauunternehmer


Bauunternehmer und Bauherrschaft stehen in einem weitgehend geregelten Verhältnis zueinander. Die gegenseitigen Rechte und Pflichten sind durch den Werkvertrag bestimmt – es geht eigentlich nur um Leistung und Vergütung. Aber eigentlich steckt hinter und vor allem zwischen diesen beiden Begriffen dann doch mehr.

„Leistung“ bedeutet erbringen von Bauarbeiten, einbauen von Bauteilen, herstellen von Bauabschnitten; alles vertragsgemäß, rechtzeitig, mangelfrei. Aber schon bei „vertragsgemäß“ unterscheiden sich während der Bauzeit die Ansichten. Während der Unternehmer sich an den Vertrag halten muss, er darf eigenmächtig nichts an der Ausführung ändern, hat die Bauherrschaft schon mal den Wunsch, „dieses Fenster doch größer zu machen“ oder „diese Türöffnung zu verlegen“ – wir zahlen schließlich – „und die Trennwand zwischen Küche und Esszimmer brauchen wir auch nicht mehr“.
Während der Bauzeit sind bauliche Änderungen immer auch Vertragsänderungen; deshalb müssen beide Vertragspartner mit der gewünschten Änderung einverstanden sein. Steht dem Änderungswunsch technisch nichts im Wege, wird der Bauunternehmer den Änderungswunsch auch umsetzen. Die Arbeiten werden schriftlich fixiert, ein neuer Preis verhandelt und man sollte sich im Klaren darüber sein, dass sich auch die Bauzeit verlängern wird. Das Versetzen einer Tür kostet den Maurer vielleicht zwei Tage Zeit, der danach terminierte Elektroinstallateur kann indes eventuell nicht einfach zwei Tage später mit seiner Arbeit beginnen, kann mit zwei Tagen Leerlauf nichts anfangen und arbeitet deshalb eine Woche auf einer anderen Baustelle.
Änderungen während der Bauzeit verteuern in der Regel die Bausumme und führen zu Verspätungen. „Rechtzeitig“ kann sich so, wie man sieht, schnell relativieren.

„Mangelfrei“ scheint da eindeutiger zu sein. Wurde eine Bauleistung nicht nach Vertrag hergestellt oder nicht richtig, ist sie mangelhaft – aber wer entscheidet, was nicht vertragsgemäß und was „nicht richtig“ ist? Im Grunde wird das im Streitfall vor Gericht entschieden – aber soweit sollte es nicht kommen. Es gibt immer Details, Ausführungsvarianten, die dem Bauherrenauge komisch vorkommen: „Im Internet sieht das aber anders aus...“. Dann kann der Bauherr zum Bauunternehmer gehen und seine Bedenken schildern; der Unternehmer hat vor der Abnahme immer den Nachweis der Mangelfreiheit seiner Leistung zu erbringen, „Wir machen das immer so!“ reicht da nicht aus. Zusammen mit dem Bauleiter können die Bedenken im Gespräch anhand von Werkplänen,

technischen Nachweisen und Zulassungsbescheiden vor Ort ausgeräumt werden. Liegt tatsächlich ein Baufehler vor, wird die Nachbesserung besprochen und schriftlich festgehalten. Die zuvor geschilderten Vorgänge betreffen das Verhältnis der Bauherrschaft zu Bauunternehmern und Fertighausherstellern. Bauträgerkunden haben mit Baustelle und Herstellung des Hauses nichts zu tun, werden Eigentümer erst nach der Abnahme und Eigentumsübertragung und tragen auch erst dann Verantwortung für Haus und Grundstück.


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