Schwarzarbeit auf dem Bau - Wird mit bis zu 50.000 Euro geahndet!

 Schwarzarbeit auf dem Bau - Wird mit bis zu 50.000 Euro geahndet!
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Schwarzarbeit auf dem Bau


Solide Handwerksarbeit am Bau kostet Geld. Mancher Bauherr meint deshalb, dass er mit Schwarzarbeit billiger bauen könnte. Man sollte aber bedenken: Die Beauftragung von Schwarzarbeit stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Aber wann begibt sich der Bauherr in Gefahr, Schwarzarbeit zu fördern? Ganz typisch ist die Vergabe an Unternehmer, die ihre Vergütung bar auf die Hand bekommen – keine Rechnung, Mehrwertsteuer gespart. Das bedeutet Steuerhinterziehung, eine Straftat, die den Unternehmer, wenn er ertappt wird, teuer zu stehen kommt.

Bekannt ist auch die Vergabe von Bauleistungen an gut-und-günstig Handwerker – „so gut wie jeder Handwerksmeister, aber billiger“. Aber ein Handwerker, der ein zulassungspflichtiges Bauhandwerk ausübt (d.h. Meisterqualifikation erforderlich), ohne in die Handwerksrolle eingetragen zu sein, arbeitet schwarz. Durch diese sog. handwerksrechtliche Schwarzarbeit droht dem Bauherrn gem. dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro. So wird die Beauftragung des freundlichen Polen, „mache alles am Bau, auch am Wochenende“, der die Garagenzufahrt pflastert, schnell zu einer sehr teuren Entscheidung.

Da der schwarz arbeitende Unternehmer keine Rechnung stellt, der Bauherr ihn nicht schriftlich beauftragt, fehlt ein Nachweis, der bei mangelhafter Arbeit wichtig wäre. Der Unternehmer sagt „ich habe hier nicht gearbeitet, kenne den Mann gar nicht“ und der Bauherr hat keine Möglichkeit, seine gesetzlichen Ansprüche wegen mangelhafter Leistungen geltend zu machen.

Die Verschärfung des Gesetzes zur Bekämpfung der Schwarzarbeit macht es mittlerweile recht uninteressant, Schwarzgeldvereinbarungen im Baubereich zu treffen, da nach neuester Rechtsprechung für beide Seiten – Unternehmer und Bauherr – alle gesetzlichen Ansprüche verloren gehen. Der Bauherr verliert beim Vorliegen von Schwarzarbeit seine Rechte auf Mangelbeseitigung und Gewährleistung, der Unternehmer hat definitiv keinen Anspruch auf Bezahlung.

Der BGH (Bundesgerichtshof) begründet ein entsprechendes Urteil damit, es habe sich bisher gezeigt, dass die Gefahr drohender Strafverfolgung und Bußgelder nicht ausreiche, Schwarzarbeit effektiv einzudämmen. Somit müsse Schwarzarbeit über die Versagung jeglicher vertraglicher Ansprüche bekämpft werden.






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