Bauleiter und Bausachverständiger
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Bauleiter


Während der Bauzeit steht die Bauherrschaft nicht alleine, man bekommt Unterstützung von Bausachverständigen, um die vielfältigen Aufgaben und Bauherrenpflichten bewältigen zu können.

Die Landesbauordnungen nennen den Bauleiter „Baubeteiligten“ und „verantwortliche Person“; dieser von den Landesbauordnungen geforderte Bauleiter ist nicht zu verwechseln mit dem „Objektüberwacher“, der landläufig auch als Bauleiter bezeichnet wird. Der verantwortliche Bauleiter leitet die Baustelle derart, dass das Vorhaben nach den genehmigten Bauunterlagen und unter Beachtung der baurechtlichen und sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften durchgeführt wird. Er kümmert sich also nicht um die Einhaltung vertragsgemäßer Ausführungen und prüft auch nicht die Mangelfreiheit der Unternehmerleistungen.

Der Bauherr hat eine nach Sachkunde und Erfahrung geeignete Person als Bauleiter zu bestellen; „Sachkunde“ bedeutet entsprechende Ausbildung und fachliches Wissen, „Erfahrung“ wäre die regelmäßige praktische Anwendung des erworbenen Wissens. Er kann Meister in einem Bauhauptgewerbe sein, Bautechniker, Architekt, Bauingenieur. Die Bauherrschaft sollte sich über die Eignung der als Bauleiter bestellten Person vergewissern.

Abgesehen von der Bestellung hat der Bauherr mit dem Bauleiter wenig zu tun. Dieser trägt allein gegenüber der Baubehörde die Verantwortung, dass das Bauvorhaben gem. der Baugenehmigung, etwaiger Auflagen, sicher und gem. aller rechtlichen Baubestimmungen durchgeführt wird. Um diese Anforderungen durchsetzen zu können, ist der Bauleiter kraft öffentlichen Rechts weisungsbefugt. So steht es ihm zu, ungeachtet der Vertragsverhältnisse direkt auf Bauunternehmer, Objektüberwacher oder auch den Bauherrn zuzugreifen, um die Befolgung von rechtlichen Vorschriften zu fordern und etwaige Missstände zu beheben. Er dient so als verlängerter Arm der

Baubehörde, hat aber keine Möglichkeit, sein Weisungsrecht öffentlich-rechtlich durchzusetzen. Der Bauleiter wird im Zweifelsfalle die Baubehörde informieren, damit diese obrigkeitlich eingreifen kann. Das kann auch gegen den Bauherren gehen: Beispielsweise wird der Bauleiter den Einsatz selbst importierter Baustoffe ohne bauaufsichtliche Zulassung – „genauso gut wie deutsche, nur billiger“ – verhindern.

Den Bauherrn unterstützt der Bauleiter insoweit, dass er ihm einige seiner Pflichten wenn nicht komplett abnimmt, so doch erleichtert. Er übernimmt z.B. im Rahmen seiner Tätigkeit die Verkehrssicherungspflicht, sorgt für Sicherheit an der Baustelle, schützt Vermessungsmarken, er überprüft die Zulässigkeit der eingesetzten Bauprodukte, ist für den Grundwasserschutz verantwortlich.

Nach Fertigstellung des Hauses erstellt er für die Baubehörde einen Bericht, in dem er versichert, dass das Bauvorhaben unter Beachtung der baurechtlichen und sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften durchgeführt wurde.


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