Zahlungsplan beim Hausbau - Ihre Kostenkontrolle!
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Zahlungsplan zur Kostenkontrolle


Ein Zahlungsplan ist ein wichtiges Instrument zur Kostenkontrolle. Nichts schlimmer, als wenn man den Überblick über Bautenstand, bereits geleistete Zahlungen und ausstehenden Restbetrag verliert. Sagt das Werkvertragsrecht nicht: „Erst die Leistung, dann das Geld?“. Aber das Gesetz lässt auch ausdrücklich Abschlagszahlungen zu. Und auch für die Abstandszahlungen gilt, dass die Vergütung erst bei der Abnahme des Werkes (der Teilleistungen) zu entrichten ist. Wieviele Zahlungen werden bei einem Einfamilienhaus fällig, wer legt Anzahl und Betrag der Zahlungen fest?

Es gibt eine Fertighausfirma, die wirbt damit, keine Abschlagszahlungen zu verlangen; erst wenn das Haus fertig gebaut ist, kommt eine Schlussrechnung – alles ganz einfach, ohne Zahlungsplan und pipapo. Aber ist das wirklich so einfach? Ein fachlich gut entworfener Zahlungsplan basiert auf Bauabschnitten, manchmal auch Bautenstand genannt. Da gemäß Werkvertragsrecht auch Teilzahlungen, d.h. Abschlagszahlungen, erst nach Abnahme des Werkes fällig sind, bietet ein Zahlungsplan auch Sicherheit hinsichtlich der Mangelfreiheit. Welchen Zusammenhang gibt es hier?

Nur Leistungen, die auch mangelfrei erbracht wurden, sollen bezahlt werden. Also beispielsweise keine Zahlungen für den Erdgeschossrohbau, wenn die Kellerabdichtung noch gar nicht fertig ist. Das bedeutet für das Mängelmanagement, dass die Teilleistungen jeweils auf Mangelfreiheit geprüft werden können. Wird gemeldet, das Erdgeschoss sei im Rohbau fertig, man solle bitte den vereinbarten Teilzahlungsbetrag überweisen, lässt man vor der Zahlung die fertigen Bauarbeiten prüfen; ist alles korrekt ausgeführt, kann man guten Gewissens zahlen.
Bei wenigen Teilzahlungen, oder gar bei nur einer Schlussrechnung hat man keine ausreichenden Möglichkeiten,  das Haus komplett auf Mängelfreiheit zu prüfen. Einer fertig verputzten Wand z.B. sieht man nicht an, ob die Mauersteine handwerklich und technisch korrekt vermauert wurden – Fehler erkennt man unter der Putzschicht nicht. Zeigen sich später Risse an den Wänden, wird es ärgerlich. Da heutzutage nur ca. 10% der Bauherren mit einem freien Architekten planen und bauen, alle anderen mit Bauträgern, Fertighausherstellern und Generalunternehmern, steht diesen Bauherren eigentlich niemand hilfreich bei, um Kosten und Bauausführung zu prüfen. Ein fester Zahlungsplan ist also unabdingbar.

Ein richtiger Zahlungsplan orientiert sich an technischen Voraussetzungen, nicht an zeitlichen. Gibt der vorgeschlagene Zahlungsplan Zahlungsraten nach dem Kalender vor, sollte man klar ablehnen. So kann man den Bauablauf nicht mit den fälligen Zahlungen in Einklang bringen. Wer gibt mir die Sicherheit, dass drei Monate nach Baubeginn der Rohbau wirklich schon steht, zahlen müsste ich dann in jedem Fall, egal, wie weit die Baustelle ist.
Die Orientierung am Zahlungsplan der Makler- und Bauträgerverordnung ist hilfreich, praktisch ans durchschnittliche Baugeschehen angepasst. Da Bauablauf und Wertigkeit der einzelnen Gewerke von Haus zu Haus unterschiedlich sind, ist es am besten, fachliche Hilfe anzunehmen und gemeinsam einen individuell passenden Zahlungsplan aufzustellen.



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